Kardinal Wetter zum Umgang mit Moslems: Nüchternheit statt „hilflose Vorschläge“
Weder schroffe Abweisung noch heftige Umarmungsversuche: Der Erzbischof der bayrischen Metropole, Friedrich Kardinal Wetter, zum Umgang mit Söhnen und Töchtern des Propheten. Ein Dank für die „hilflosen Vorschläge“ der Grünen.
(kreuz.net, München) Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Friedrich Wetter, hat mehr Sensibilität
im Umgang mit Muslimen und mit der Frage ihrer Integration in Deutschland empfohlen. Weder schroffe Abweisung
noch heftige Umarmungsversuche würden weiterhelfen. Nüchternheit sei gefragt. Es gehe darum, Feindbilder
erst gar nicht entstehen zu lassen, sagte der Kardinal am letzten Freitag.
In der Erzdiözese seien seit
30 Jahren über eine eigene Kontakt- und Informationsstelle Kontakte zu Muslimen ganz offiziell gepflegt
worden. Dies solle in neuer Form auch fortgesetzt werden. Durch die Tätigkeit dieser Kontaktstelle sei,
wenn auch mühsam, einiges an Vertrauen zu Muslimen aufgebaut worden. Solchen Mühen müssten sich alle
unterziehen, forderte der Kardinal.
Eine friedliche und menschenfreundliche Koexistenz, die auch dem
Streben nach Ghettoisierung unter den Muslimen entgegenwirken könne, sei schon sehr viel. Es müsse auf
Gemeinsamkeiten in den Fragen des praktischen Zusammenlebens geachtet werden. Die Basis dafür sei das
bundesdeutsche Grundgesetz (Verfassung), „dessen uneingeschränkte Anerkennung wir auch von den Muslimen
erwarten“.
Die Frage nach dem Islam sei auch eine Frage nach dem Christentum im eigenen Land, „wie es
gelebt und angenommen oder aber auch zurückgewiesen wird“. In der Begegnung mit einer anderen vitalen
Religion müsse man selbst verwurzelt und in der christlichen Überzeugung glaubwürdig sein. Diese wichtige
Erkenntnis dürfe nicht verdrängt werden. „Hilflose Vorschläge“ wie die Einführung eines islamischen
Feiertages in Deutschland könnten nicht weiterhelfen und lösten auch keine Probleme.
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