Katastrophe
Vom Winde verweht?
Ein texanischer Richter hat verlangt, daß Papst Benedikt XVI. wegen angeblicher Beihilfe zur Vertuschung kinderschänderischer Handlungen eines Ex-Seminaristen als Angeklagter vor Gericht erscheinen müsse.
(kreuz.net) Die Motion zur Einladung des Papstes wurde vom Rechtsanwalt des vom angeklagten Ex-Seminaristen angeblich mißbrauchten Opfers eingebracht.

Der Ex-Seminarist hat sich in der Zwischenzeit aus dem Staub gemacht.

Das Gericht befindet sich in Houston. Houston ist eine Stadt im Bundesstaat Texas im Süden der USA.

Der zuständige Richter Lee Rosenthal hielt die juridischen Grundlagen der Eingabe für solide.

Der Rechtsanwalt ging bei seiner Motion davon aus, daß der damalige Präfekt der Glaubenskongregation die Verantwortung für die Untersuchung und Verurteilung solcher Fälle übernommen habe.

Ein entsprechendes Dekret wurde auch tatsächlich von Papst Johannes Paul II. erlassen. Dadurch übertrug der Papst die Untersuchung solcher Fälle, die bisher der Kleruskongregation unterstanden, dem Dikasterium des damaligen Kardinals Ratzinger.

Der Rechtsanwalt glaubt, daß der gegenwärtige Papst der Verschleierung des Falles schuldig ist.

Die Anklageschrift zitiert dazu einen Brief der Glaubenskongregation vom Mai 2001, der die Untersuchung solcher Fälle dem päpstlichen Geheimnis unterstellt.

Die US-Regierung hat den offensichtlich unwissenden Richter Rosenthal in der Zwischenzeit darüber aufgeklärt, daß es sich bei der von ihm angeklagten Persönlichkeit um das Oberhaupt eines souveränen Staates handelt.

In diesem Status verfüge der Papst über diplomatische Immunität.

Eine ähnliche Anzeige wurde 1994 ebenfalls in Texas gegen den damaligen Papst Johannes Paul II. eingebracht und nach einem Einspruch der US-Regierung wieder fallengelassen.

Doch inzwischen hat das texanische Gericht – wie man hört – andere Sorgen.

Gegenwärtig ist man dort nämlich damit beschäftigt, die Fenster des Gebäudes mit Spannholzplatten zu verschlagen, da sich gerade der Hurrikan Rita auf Texas zubewegt.

Der Wirbelsturm hat inzwischen den Grad vier von fünf möglichen Stufen erreicht.

Meteorologen befürchten, daß seine Zerstörungskraft so groß sein kann wie jene des Hurrikans Katrina, der die Stadt New Orleans verwüstet hat.
      
6 Lesermeinungen
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#6   Benedikt   19:53:56 | Freitag, 23. September 2005
@ Niedermünster
JoPaII hat in seiner typisch polnischen Kurzsichtigkeit die Tragweite der Skandale und besonders ihre Gründe unterschätzt. Er, der in jeder Mittwochsaudienz zu Beginn seines Pontifikates bis zum Abwinken über Kondome sprach und so die katholische Lehre auf moralische Gesetze reduzierte, verstand nicht, dass die Basis für die Anerkennung kirchlicher Moralvorstellungen längst geschwunden war: der Glaube an Christus.
Wie wahr! Erst der Glaube, dann die Moral (Johannes Dyba)!
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#5   Evelin   19:49:42 | Freitag, 23. September 2005
Der polnische Papst
dürfte vielleicht aufgrund des Werdeganges in einem kommunistischen Land manchmal Hemmungen gehabt haben, stärker durchzugreifen, weil in kommunistischen Ländern wie in NS-Deutschland regelrechte Homobezichtigungskampagnen gegen Priester gelaufen sind. Ich denke aber nicht, dass er speziell gegen die Außergefechtsetzung erwiesener homosexueller und/ oder pädophiler Kleriker opponiert hätte.
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#4   Sulpicius   17:23:47 | Freitag, 23. September 2005
Johannes Paul II.
Er selbst tat alles um diesen Glauben an Christus zu relativieren indem er seinen interreligiösen Dialog weit überzog.. Seine konfuse Theologie und Philosophie haben gerade den Relativismus gefördert, den sein Nachfolger im Petrusamt anprangert!
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#3   turk   14:54:21 | Freitag, 23. September 2005
Ungerechte Angriffe gegen Diener Gottes Johannes Paul II.
Johannes Paul II. hat sich sehr wohl den in den USA aufgeflogenen Skandalen gestellt und versucht, Antworten zu finden. Dies kann in der jüngeren Kirchengeschichte nachgelesen werden. Besonders vobildhaft war dann auch die Reaktion auf die in St. Pölten 2004 offenbar aufgeflogenen Homobeziehungen zwischen Vorgesetzten und Untergebenen inklusive offensichtlicher Verwendung kirchlicher Ritenbücher für sogenannte Homo-Beziehungsringe. Es gab eine Apostolische Visitation, deren fehlerfreie Arbeit sogar noch am 15. September 2005 durch eine unabhängige staatliche Richterin, deren Dienst niemand gebraucht hätte, die aber unnötigerweise von den ehemaligen Vorstehern angerufen wurde, bestätigt wurde.
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#2   Niedermünster   14:32:19 | Freitag, 23. September 2005
Sündige Priester sind auch Opfer
JoPaII hat in seiner typisch polnischen Kurzsichtigkeit die Tragweite der Skandale und besonders ihre Gründe unterschätzt. Er, der in jeder Mittwochsaudienz zu Beginn seines Pontifikates bis zum Abwinken über Kondome sprach und so die katholische Lehre auf moralische Gesetze reduzierte, verstand nicht, dass die Basis für die Anerkennung kirchlicher Moralvorstellungen längst geschwunden war: der Glaube an Christus. Er selbst tat alles um diesen Glauben an Christus zu relativieren indem er seinen interreligiösen Dialog weit überzog. Letztlich ist er am Beginn der Relativierung des christlichen Glaubens, an der Entchristlichung des Klerus und des Volkes schuld.
Natürlich sind die sündigenden Priester Täter, sie sind aber auch Opfer eines pseudokatholischen Systems das ihnen jeglichen religiösen Halt entzogen hat.
Man sollte JoPaII vor Gericht stellen! Santo subito…
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#1   Dolfus   13:16:05 | Freitag, 23. September 2005
Johannes Pauls II. Pontifikat
Mit dem Argument Immunität läßt sich diese Frage nicht klären, aber die amerikanischen Richter sind ja weltweit bekannt für ihre originellen Einfälle, und irgendwie hat die Einladung als Zeuge grundsätzlich einen Sinn.
Schuldig sind auf jedem Fall die Ortsbischöfe, die ja genau informiert sind, was in den Pfarreien vor sich geht.
Was die Dimension der US-Skandale betrifft, ist eine Verantwortung des seit 1978 regierenden Johannes Pauls II. schwer zu widerlegen.
Cardinal Ratzinger wurde die Anhörung dieser Fälle erst übertragen, als diese Fälle für weltweite Schlagzeilen sorgten.
Er war sicher einer der engsten Berater Johannes Pauls, aber eben nicht der Papst, und auch nicht für die US-Kirche spezifisch zuständig.
Objektiv gesehen war das Wojtyla-Pontifkat eines der größten Desaster der Kirchengeschichte.
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