Reisefieber + Wahlkampfdaten + Unglückliche Lebensschüzerin + Filiale des Todes + Öffentliches Ärgernis + Christi Bruder
Reisefieber
Vatikan. Papst Benedikt XVI. hat am Dienstag einem Jesuitenpater für das polnische Fernsehen
ein 15minütiges Interview gewährt. Im Gespräch ging es vor allem um Papst Johannes Paul II. Das Gespräch
soll am 16. Oktober – dem Wahltag von Johannes Paul II. – ausgestrahlt werden. Im Interview kündigte
Benedikt XVI. auch eine bevorstehende Reise nach Polen an: „Wenn Gott will, möchte ich gerne im kommenden
Jahr nach Polen fahren.“
Wahlkampfdaten
Vatikan. Papst Benedikt XVI. soll mit 84 Stimmen zum neuen Papst
gewählt worden sein. Das berichtete die Tagesschau des zweiten italienischen Fernsehsenders gestern abend
unter Berufung auf das Tagebuch eines anonymen Mitglieds des Konklave. Der argentinische Kardinal Jorge
Mario Bergoglio habe im vierten Wahlgang mit 26 Stimmen die zweitmeißten bekommen. Im ersten Wahlgang
sei Kardinal Ratzinger mit 47 Stimmen vor dem Jesuiten und Erzbischof von Buenos Aires mit 10 Stimmen
gelegen. Die beiden italienischen Kardinäle Carlo Maria Martini und Camillo Ruini erhielten 9 beziehungsweise
6 Stimmen. Im zweiten Wahlgang habe Kardinal Ratzinger mit 65 Stimmen abermals vor Kardinal Bergoglio
mit 35 Stimmen gelegen. Im dritten Wahlgang habe dieses Verhältnis 72 zu 40 betragen.
Unglückliche
Lebensschüzerin
Österreich. Die Vorsitzende der österreichischen ‘Lebensbewegung’, Sonja Horswell,
erklärte gestern, daß sie nicht gegen Kinderverhütungsmittel sei: „Wer sie nehmen möchte, soll sie
nehmen“, zitiert die abtreibungsfreudige Homepage ‘diestandard’ Frau Horswell. Die ‘Lebensbewegung’ war
früher unter dem Namen ‘Geborene für Ungeborene’ aktiv. Der Verein wolle lediglich das Leben schützen
und die Gesellschaft über mögliche frühabtreibende Wirkungen von Verhütungsmitteln wie die Minipille
und die Spirale informieren. Die österreichische ‘Lebensbewegung’ distanzierte sich ebenso von Gruppierungen,
die Druck auf Mütter ausüben und sie auf der Straße ansprechen: „Wir sind nicht glücklich über eine
Abtreibung, aber wir machen keinen Druck“.
Filiale des Todes
Deutschland. Ein Schweizer Verein für
die Hilflosentötung will am Montag in Hannover seine erste Zweigstelle außerhalb der Schweiz gründen.
Hannover liegt im Bundesland Niedersachsen in Norddeutschland. Der Verein für den assistierten Selbstmord
versteckt sich hinter dem verschleierndem lateinischen Namen ‘Dignitas’ – zu deutsch: „Würde“. In den
letzten sieben Jahren brachte die Gruppe 453 Hilflose mit Überdosen an Schlafmittel ins Grab.
Öffentliches
Ärgernis
Indien. Ein indisches Brautpaar wurde wegen eines Kusses während der eigenen Hochzeit zu einem
Bußgeld von 1000 Rupien – knapp 19 Euro – verurteilt. Der Tatbestand war obszönes Verhalten in der Öffentlichkeit.
Das Paar heiratete in der Stadt Puschkar im Bundesstaat Radschasthan im Nordosten von Indien.
Christi
Bruder
„Es geschah während Fischers erster Amtszeit als Außenminister. Genauer gesagt auf dem Rückflug
von einem Antrittsbesuch beim neuen russischen Präsidenten, Wladimir Putin. Irgendwann bat Fischer mich
zu sich in sein Sonderabteil in der Regierungsmaschine. Er plauderte, weit zurückgelehnt in einem bequemen
Sessel, die Hände hinter dem Kopf verschränkt. Eine Stewardess servierte in gebückter Haltung ein Abendessen.
Während wir speisten, unterhielten wir uns über alles Mögliche. Natürlich auch über Putin. Aber dann
verriet mir Fischer plötzlich, daß er nach dem Ausscheiden aus der Politik gern einen historischen Roman
schreiben würde. »Ein Thema habe ich auch schon: Wenn Jesus einen Bruder gehabt hätte! Und wie anders
das Weltgeschehen verlaufen wäre!«“
Von Mainhardt Graf von Nayhauß für die gestrige Onlineausgabe
der Netzeitung
Email-Adressen der Empfänger
Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.