16:11:05 | Freitag, 23. September 2005
St. Pölten
Wie geht es in St. Pölten weiter?
Vor rund einer Woche haben die beiden gestrauchelten Ex-Regenten von St. Pölten ihren Prozeß gegen das Wiener Boulevardmagazin ‘Profil’ verloren. Jetzt werden sie auch den Mühlen des Kirchenrechtes nicht entkommen.
(kreuz.net) Nach Angaben von Beobachtern sind Prälat Ulrich Küchl (61) und Dr. Wolfgang Rothe (38) nicht
nur durch den Ausgang des Wiener Prozesses, sondern auch aufgrund der dort gemachten Aussagen weiter belastet
worden.
Darum ist die augenblickliche Stunde für ihren vorgesetzten Bischof Mons. Klaus Küng nicht
ungünstig, um gegen die zwei Härte zu zeigen.
Dazu hört man in St. Pöltner Kirchenkreisen, daß der
Hauptfehler der beiden Gestrauchelten nicht darin bestehe, sich homosexuell vergangen zu haben, sondern
kirchenpolitisch in der falschen Ecke zu stehen.
Der eklatante Beweis dafür sei
der Fall des als Pfarrer
abgesetzten Benediktinerpaters Udo Fischer. Er wurde von Bischof Küng wieder in Amt und Würde eingesetzt,
ohne daß die schweren Probleme, die zu seiner Absetzung geführt hatten, überhaupt zur Sprache gekommen
wären.
Auf solche Gnadenakte kann Prälat Ulrich Küchl – der ehemalige Regens des Priesterseminars –
nicht hoffen. Er muß jetzt um seine Pfarreien und seine Propstei fürchten.
Das Amtsenthebungsverfahren
gegen ihn als Pfarrer von Eisgarn und Eggern ist eingeleitet.
Beide Ortschaften befinden sich im Waldviertel,
in der Nähe der tschechischen Grenze. Das Waldviertel ist der Teil Niederösterreichs nördlich der Donau.
In der Pfarrei Eisgarn ist Prälat Küchl in Personalunion auch der Vorsteher der dortigen Weltpriesterpropstei.
Auch dieses Amt dürfte er verlieren.
Eine Propstei ist ein Weltpriesterstift. Die Kanoniker müssen
nicht notwendigerweise in der Propstei wohnen. Ebenso ist die Mitgliedschaft im Stift nicht mit Ordensgelübden
verbunden. Weltpriesterpropsteien dieser Art sind sehr selten.
Es sieht allerdings danach aus, daß der
Ex-Regens und Noch-Propst seine vom Bischof angestrebte Absetzung nicht kampflos hinnehmen wird.
Prälat
Küchl scheint entschlossen, dagegen in Rom Berufung einzulegen.
Ein Amtsenthebungsverfahren kann sich
kirchenrechtlich in die Länge hinziehen, da es die Möglichkeit gibt, gegen jeden Bescheid des Bischofs
in Rom zu rekurrieren.
Bischof Küng würde sich dagegen einen kurzen Prozeß wünschen, um die Angelegenheit
schnell vom Tisch zu bekommen.
Dieser Wunsch dürfte eher nicht in Erfüllung gehen.
Der Bischof erklärte
am Freitag in St. Pölten nicht ohne Zweckoptimismus, daß das Verfahren noch „einige Wochen“ dauern werde.
Eine Rückkehr von Prälat Küchl in die Seelsorge wäre denkbar gewesen, meinte der Bischof weiter.
Doch der Ex-Regens habe auf die bischöflichen Maßnahmen „so unglücklich reagiert“, daß die Amtsenthebung
notwendig geworden sei.
Ex-Subregens Wolfgang Rothe habe dagegen die Auflagen im Wesentlichen erfüllt.
Er werde voraussichtlich in einer anderen Diözese in der Seelsorge eingesetzt.
Der Ex-Subregens wohnt
gegenwärtig mit reduziertem Gehalt in seiner Privatwohnung in St. Pölten und ist im Augenblick ohne
seelsorgliche Beschäftigung.
Bischof Küng erklärte weiter, daß das im letzten Jahr geschlossene Priesterseminar
mit 14 Seminaristen beginnen werde. Davon seien 13 aus dem von Ex-Regens Küchl geführten Seminar übernommen
worden.
Die Auswahl der Kandidaten sei nach vielen persönlichen Gesprächen und mit Unterstützung durch
Psychologen erfolgt.
Es scheint, daß der Bischof mit diesen Zahlenangaben nicht auf dem letzten Stand
der Dinge ist.
Denn der angeblich zu den dreizehn alten Seminaristen hinzugekommene vierzehnte Seminarist
hat die Diözese offenbar bereits wieder verlassen.
Ebenso sind mehrere polnische Seminaristen abgesprungen.
Es ist wohl realistischer die Zahl der Neubeginner auf ungefähr sieben Kandidaten zu reduzieren. Von
diesen sind die meisten nicht unter Ex-Regens Küchl, sondern noch unter seinem Vorgänger, Prälat Franz
Schrittwieser aufgenommen worden.
Zu ihnen gehört auch ein ehemaliger Seminarist aus der Umgebung von
St. Pölten. Er war unter Ex-Regens Küchl ausgetreten und wurde jetzt wieder aufgenommen. Nächstes Jahr
soll er zum Diakon geweiht werden.
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muntu 10:08:11 | Samstag, 22. Oktober 2005
#13
Evelin 20:57:28 | Sonntag, 2. Oktober 2005
#12
turk 17:17:19 | Sonntag, 2. Oktober 2005
#11
muntu 11:37:06 | Sonntag, 2. Oktober 2005
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Evelin 21:32:39 | Samstag, 1. Oktober 2005
#9
turk 16:11:52 | Samstag, 1. Oktober 2005
#8
muntu 12:09:51 | Samstag, 1. Oktober 2005
#7
turk 15:18:03 | Sonntag, 25. September 2005
#6
Frl.Ilse 14:10:16 | Sonntag, 25. September 2005
#5
Yersinia 20:51:09 | Freitag, 23. September 2005
#4
Benedikt 19:46:40 | Freitag, 23. September 2005
#3
Evelin 19:42:54 | Freitag, 23. September 2005