Ökumene
Opfer der Einheit
Eine Mitarbeiterin des ‘Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen’ beschrieb die Nicht-Zugehörigkeit von Prior Roger Schütz zur katholischen Kirche als „wahres Opfer“.
(kreuz.net) Ende August äußerte sich Frau Paola Fabrizi, Mitarbeiterin im Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen, zu Gestalt von Prior Roger Schütz.

Frau Fabrizi sprach mit Radio Vatikan.

Der ‘Päpstliche Rat zur Förderung der Einheit der Christen’ wurde im Juni 1960 von Papst Johannes XXIII. als Kommission zur Vorbereitung des Zweiten Vatikanums gegründet.

Nach Konzilsende machte Papst Paul VI. das Sekreteriat zu einer ständigen Einrichtung. Ihr gegenwärtiger Präsident ist der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper.

Prior Schütz, der im Burgund eine ökumenische Gemeinschaft gründete, wurde Mitte August in der Kirche von Taizé von einer geistig umnachteten Rumänin erstochen.

Das Beispiel des aus der Schweiz stammenden reformierten Pfarrers sei für alle ein Mahnmal, selber das „Opfer der Einheit“ zu leben, erklärte Frau Fabrizi die Bedeutung von Prior Schütz.

Anschließend erklärte sie die Beziehung von Prior Schütz zur katholischen Kirche mit einem Satz aus der Enzyklika „Ut unum sint“.

Die Enzyklika wurde im Mai 1995 von Papst Johannes Paul II. promulgiert und trägt den Untertitel „Über den Einsatz für die Ökumene“.

Darin zitiert Papst Johannes Pauls II. im vorletzten Punkt ein Wort des heiligen Cyprian († 258): „Das größte Opfer, das wir Gott darbringen können, ist unser Friede und die brüderliche Eintracht, ist das von der Einheit des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes versammelte Volk.“

Der Papst fährt fort: „Sollten wir zu Beginn des neuen Jahrtausends den Herrn nicht mit erneutem Schwung und reiferem Bewußtsein inständig um die Gnade bitten, uns alle auf dieses Opfer der Einheit vorzubereiten?“

Diese Worte sind – nach Frau Fabrizi – der Schlüssel, um den Gründer der ökumenischen Gemeinschaft in Taizé zu verstehen.

Ihn habe es brennend danach verlangt, katholisch zu werden.

Aber er „durchlebte den Zustand der Nicht-Zugehörigkeit zur katholischen Kirche als wahres Opfer, um den anderen zu zeigen, wie leidvoll es ist, den Ruf Christi nicht in der ganzen Fülle teilen zu können.“
      
8 Lesermeinungen
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#8   Agiafortuni   00:34:26 | Mittwoch, 9. November 2005
Zum Opfer von Prior Schultz
Der oekumenische Rat zur Einheit der Christen ist das troianische Pferd in der katholischen Kirche. Wenn Prior Schultz von der Richtigkeit des katholischen Lehre überzeugt war, hätte er übertreten müssen. Sein Verzicht, es zu tun, als Opfer auszulegen ist ein Hohn. Zur Enzyklika ut omnes unum sint hat sich übrigens Romano Amerio in Stat Veritas geäussert.
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#7   Brandenburgis   23:31:20 | Samstag, 8. Oktober 2005
JP II
@Tradistimme
Auch ich kann bestätigen, daß JP II falsch die Schrift zitiert und zwar willkürlich, um den Schein zu erwecken, die Schrift würde seine falschen und verfehlten Positionen stützen.
Ich muß sagen, daß mich diese Erkenntnis schockiert hat und fast in die Arme des Sedisvakantismus getrieben hätte.
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#6   Dolfus   10:48:40 | Mittwoch, 28. September 2005
Offene Fragen
Es gibt einander widersprechende Angaben, auch was die Erklärung des Vatikan-Sprechers betrifft, „sein katholischer Glaube wäre wohlbekannt“.
War er nun katholisch oder nicht, oder aus falschen Gründen weiterhin Protestant, Gott wird die Gründe kennen. Ewiges Leben und ewige Verdammnis hängen davon ab. Denn ohne die Kirche keine Rettung, trotz 1000er guter Werke.
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#5   Adrianus   21:01:33 | Montag, 26. September 2005
Konversion
Wenn ich recht informiert bin – allerdings fehlt mir gerade die Zeit, das genau zu überprüfen – wollte Frere Roger zu dem Zeitpunkt, als sich ein anderes Mitglied der Gemeinschaft von Taize (Max Thurian) dazu entschloß, um Aufnahme in die Katholische Kirche zu bitten, diesen Schritt mit ihm gemeinsam vollziehen. Es war wohl Paul VI., der ihn gebeten hat, diesen Schritt nicht zu gehen, um des ökumenischen Charakters der Gemeinschaft willen. Als Frere Roger dann beim Requiem für Johannes Paul II. die Kommunion empfing, hatte ich angenommen, er habe den Schritt zu Kirche doch getan, aber dem scheint nicht so zu sein.
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#4   Sarah   20:08:42 | Montag, 26. September 2005
Frère Roger
Opfer für die Einheit – das ist ja mal eine ganz neue Auslegung!
Wenn ein Mensch zu der Erkenntnis kommt, dass der röm.-kath. Glaube der richtige ist, ist es auch seine Pflicht, diesen Glauben anzunehmen, andernfalls versündigt er sich. Ausserhalb der Kirche ist kein Heil. Ich denke, da gibt es auch keine Ausnahme für besondere Menschen. Wenn es also Frère Rogers Sehnsucht war, katholisch zu werden, hätte er diesen Glauben auch öffentlich bekennen müssen. Damit hätte er der Einheit der Christen einen grösseren Dienst erwiesen als mit der Heuchelei. Wieviel junge Menschen hätte er durch sein Vorbild auf den richtigen Weg bringen können. Ich frage mich, was Jesus wohl dazu gesagt haben könnte.
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#3   Evelin   15:41:53 | Montag, 26. September 2005
Armer Frère Roger Schütz!
Er tut mir sehr leid. Ich bin mir aber sicher, dass er jetzt endlich ein Mitglied der Una Sancta Catholica et Apostolica Ecclesia sein darf (hier kann es ihm niemand verbieten). Leider hat er zu Lebzeiten auf falsche (katholische!!) Ratgeber gehört.
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#2   MilesChristi   13:14:38 | Montag, 26. September 2005
Opfer wozu ?
Ich verstehe die Dame nicht. Wenn Schutz die Einheit wollte dann hätte er römisch-katholisch werden sollen, und nicht bis zu seinem Lebensende zur weiteren Geistesverwirrung vor allem bei jungen Menschen beitragen.
Sein „Opfer“ ist umsonst. Protestanten die nach Taizé fahren werden protestantisch bleiben (vielleicht etwas hochkirchlich angehaucht), Katholiken werden verwirrt und zunehmend protestantistisiert bzw. in ihren bereits protestantisierten Ansichten bestätigt.
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#1   Stimme aus dem Tradiland   11:21:42 | Montag, 26. September 2005
D.h., JoPaII. ist daran schuld, dass Roger Schutz nicht katholisch wurde
Im übrigen muß man bei JoPaII. nachprüfen, ob Kirchenväterzitate überhaupt stimmen. Er zitiert die Kirchenväter nämlich genauso falsch wie die Hl. Schrift. Zum Teil handelt es sich dabei um andere Formulierungen als im Originalzitat, z.T. zum „aus dem Zusammenhang reißen“ und z.T. um Interpretationen entgegen der Intention des Originaldokuments bzw. der Originalsstelle der Hl. Schrift.
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