USA
Das Zeugnis der Mütter
Die Mütter der zwei US-Seminaristen, die kürzlich bei einem Autounfall ums Leben kamen, sprachen über ihre verstorbenen Söhne und den Unglücksfahrer. Einer der Getöteten hatte noch am Kölner Weltjugendtag teilgenommen.
(kreuz.net, Chicago) Matthew Molnar war 28 Jahre alt, als er vor rund zehn Tagen bei einem Verkehrsunfall auf dem Gelände des Priesterseminars der Erzdiözese Chicago ums Leben kam.

Der Unglückswagen mit vier Seminaristen war auf dem Rückweg von einem Abend in einer Pizzeria.

Frau Pamela Molnar, die Mutter des getöteten Seminaristen, erklärt vor der Tageszeitung ‘Chicago Tribune’, daß ihr Sohn mit seinem eigenen Wagen zur Pizzeria gefahren war.

Doch er lieh sein Fahrzeug zwei Mitseminaristen, die früher von der Pizzeria ins Seminar zurückkehren wollten.

Matthew Molnar und sein Studienfreund Jared Cheek, der ebenfalls getötet wurde, nahmen auf dem Rücksitz des Unfallwagens Platz.

Die beiden hatten sich vor einigen Jahren bei einem Pfarreipraktikum kennengelernt.

„Es tut mir um den Seminaristen leid, der am Steuer des Fahrzeuges saß. Er muß sein ganzes Leben mit dieser Sache leben“, erklärte Frau Molnar.

Der Entscheid ihres Sohnes, ins Priesterseminar zu gehen, sei stark von seiner Teilnahme am Weltjugendtag von Denver im Jahre 1993 beeinflußt gewesen.

Er hatte verschiedene Bekanntschaften mit Mädchen und rang mit sich, ob er den priesterlichen Verpflichtungen nachkommen könnte.

Matthew sei auch ein Musiker gewesen, der verschiedene Instrumente spielte. Er habe sogar ein Lied komponiert mit dem Titel „What kind of father will I be?“ Welche Art von „Father“ werde ich sein?

Im Englischen bedeutet das Wort „Father“ sowohl Priester als auch Familienvater.

In diesem Lied dachte er darüber nach, welche Familie er sich mehr wünschte: eine Frau mit Kindern oder die Kirche.

Im Jahr 2003 habe er eine zehntägige Pilgerreise unternommen, um seine Berufung zu klären. Er habe seiner Mutter nicht gesagt, wohin er ging.

Aber als er zurückkehrte, brachte er ein Anmeldeformular für das Priesterseminar mit.

„Von diesem Zeitpunkt an lebte Matthew ganz im Frieden“, erklärt die Mutter.

Der zweite getötete Seminarist, Jared Cheek (23), war gerade vom Weltjugendtag in Köln zurückgekommen.

Er habe das Glück gehabt, in der Papstmesse auf dem Marienfeld ganz vorne zu sitzen, erklärt seine Mutter, Joan Magette.

Frau Magette sagte vor der Zeitung, daß sie keinen Zorn auf den Unglücksfahrer hege.

„Ich habe viel Mitgefühl für sie“, erklärte sie: „Das sind keine Kriminellen. Es braucht viel Mut und Glaube, um Priester zu werden. Sie sind alle ganz besondere Menschen.“

Ihr Sohn habe sich während des Gymnasiums entschlossen, Priester zu werden. Er absolvierte das Kollegium der Benediktiner von Atchison im US-Bundesstaat Kansas.

Danach trat er ins Priesterseminar ein. Dort hatte er gerade das zweite Jahr begonnen.

„Sein Glaube wuchs während seiner Zeit im Gymnasium stark“, erzählt seine Mutter: „Jeder in unserer Familie stellte ihm deshalb Fragen: »O, Jared, du wirst noch in einen Orden eintreten«.“

Natürlich war sein Seminareintritt für mich als Mutter eine Herausforderung. Er war mein erstgeborener Sohn: „O, meine Güte, Jared, bist Du Dir sicher?“

Er antwortete: „Mama, ich weiß. Wenn es nicht das Richtige für mich ist, werde ich es nach dem ersten Jahr wissen.“

Jared wurde letzten Donnerstag in seinem Heimatort begraben.

Sein Studienfreund Matthew war bereits am Dienstag in seiner Heimatstadt Overland Park bei Kansas beigesetzt worden.
      
3 Lesermeinungen
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#3   Ignatius   18:02:47 | Samstag, 24. September 2005
leihen, leihte, geleihert
DIE neue Rechtschreibung gibts ja nicht sondern unzählige (das ist aber KEIN Witz!). So ganz allgemein kannst du schreiben wie du willst und es passt immer. Und wenns heute nicht passt dann morgen weil da ist schon wieder eine neue Reform der Reform draussen… (ahmten die jetzt die Vatikanpapierflut nach oder umgekehrt?). Also nicht zuviele Gedanken machen wo sich sowieso niemand Gedanken drüber machte –- einfach schreiben wie der Schnabel gewachsen ist : das Problem erledigt sich ganz biologisch von alleen weil die Deutschen aussterben und dann wird das halt eine tote Sprache wie Latein , dann ändert sie sich nimmer. Fein.
(Das reihmt sich. Schüttel…)
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#2   Sulpicius   17:49:45 | Samstag, 24. September 2005
Sorry…
„leihte“, heißt das nicht noch immer“lieh“? Kenne mich mit der neuen Rechtschreibung nicht aus…
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#1   Ignatius   17:32:09 | Samstag, 24. September 2005

Gutes Zeugnis. Guter Artikel. Gute Artikel-SERIE.
(Durfte ich das nun sagen? Bibber –- oh Antianonymantikreuznetliga verschone mich.)
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