17:14:28 | Samstag, 24. September 2005
Die Mütter der zwei US-Seminaristen, die kürzlich bei einem Autounfall ums Leben kamen, sprachen über ihre verstorbenen Söhne und den Unglücksfahrer. Einer der Getöteten hatte noch am Kölner Weltjugendtag teilgenommen.
(kreuz.net, Chicago) Matthew Molnar war 28 Jahre alt, als er vor rund zehn Tagen bei einem
Verkehrsunfall
auf dem Gelände des Priesterseminars der Erzdiözese Chicago ums Leben kam.
Der Unglückswagen mit vier
Seminaristen war auf dem Rückweg von einem Abend in einer Pizzeria.
Frau Pamela Molnar, die Mutter des
getöteten Seminaristen, erklärt vor der Tageszeitung ‘Chicago Tribune’, daß ihr Sohn mit seinem eigenen
Wagen zur Pizzeria gefahren war.
Doch er lieh sein Fahrzeug zwei Mitseminaristen, die früher von der
Pizzeria ins Seminar zurückkehren wollten.
Matthew Molnar und sein Studienfreund Jared Cheek, der ebenfalls
getötet wurde, nahmen auf dem Rücksitz des Unfallwagens Platz.
Die beiden hatten sich vor einigen Jahren
bei einem Pfarreipraktikum kennengelernt.
„Es tut mir um den Seminaristen leid, der am Steuer des Fahrzeuges
saß. Er muß sein ganzes Leben mit dieser Sache leben“, erklärte Frau Molnar.
Der Entscheid ihres Sohnes,
ins Priesterseminar zu gehen, sei stark von seiner Teilnahme am Weltjugendtag von Denver im Jahre 1993
beeinflußt gewesen.
Er hatte verschiedene Bekanntschaften mit Mädchen und rang mit sich, ob er den
priesterlichen Verpflichtungen nachkommen könnte.
Matthew sei auch ein Musiker gewesen, der verschiedene
Instrumente spielte. Er habe sogar ein Lied komponiert mit dem Titel „What kind of father will I be?“
Welche Art von „Father“ werde ich sein?
Im Englischen bedeutet das Wort „Father“ sowohl Priester als
auch Familienvater.
In diesem Lied dachte er darüber nach, welche Familie er sich mehr wünschte: eine
Frau mit Kindern oder die Kirche.
Im Jahr 2003 habe er eine zehntägige Pilgerreise unternommen, um seine
Berufung zu klären. Er habe seiner Mutter nicht gesagt, wohin er ging.
Aber als er zurückkehrte, brachte
er ein Anmeldeformular für das Priesterseminar mit.
„Von diesem Zeitpunkt an lebte Matthew ganz im Frieden“,
erklärt die Mutter.
Der zweite getötete Seminarist, Jared Cheek (23), war gerade vom Weltjugendtag
in Köln zurückgekommen.
Er habe das Glück gehabt, in der Papstmesse auf dem Marienfeld ganz vorne
zu sitzen, erklärt seine Mutter, Joan Magette.
Frau Magette sagte vor der Zeitung, daß sie keinen Zorn
auf den Unglücksfahrer hege.
„Ich habe viel Mitgefühl für sie“, erklärte sie: „Das sind keine Kriminellen.
Es braucht viel Mut und Glaube, um Priester zu werden. Sie sind alle ganz besondere Menschen.“
Ihr Sohn
habe sich während des Gymnasiums entschlossen, Priester zu werden. Er absolvierte das Kollegium der Benediktiner
von Atchison im US-Bundesstaat Kansas.
Danach trat er ins Priesterseminar ein. Dort hatte er gerade das
zweite Jahr begonnen.
„Sein Glaube wuchs während seiner Zeit im Gymnasium stark“, erzählt seine Mutter:
„Jeder in unserer Familie stellte ihm deshalb Fragen: »O, Jared, du wirst noch in einen Orden eintreten«.“
Natürlich war sein Seminareintritt für mich als Mutter eine Herausforderung. Er war mein erstgeborener
Sohn: „O, meine Güte, Jared, bist Du Dir sicher?“
Er antwortete: „Mama, ich weiß. Wenn es nicht das
Richtige für mich ist, werde ich es nach dem ersten Jahr wissen.“
Jared wurde letzten Donnerstag in
seinem Heimatort begraben.
Sein Studienfreund Matthew war bereits am Dienstag in seiner Heimatstadt Overland
Park bei Kansas beigesetzt worden.
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