17:16:30 | Sonntag, 25. September 2005
Man sollte den Konzilsvätern nicht zuviel Schuld daran geben, daß sie die Zeitbomben, die in die Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanums eingebaut wurden, nicht entdeckt haben. Von
Michael Davies, der heute vor einem Jahr verstarb.
(kreuz.net/
UnaVoce)
Der folgende Text ist ein Auszug aus dem Buch ‘Pope John’s Council’ – Das Konzil von
Papst Johannes –, das sich mit der Liturgiekonstitution ‘Sacrosanctum Concilium’ des Zweiten Vatikanischen
Konzils beschäftigt.In seinem Standardwerk ‘La Nouvelle Messe’ – Die Neue Messe – bemerkt Louis Salleron,
daß der gewöhnliche Laie weit davon entfernt gewesen wäre, die Liturgiekonstitution als Auslöser für
eine Revolution zu betrachten. Er hätte in ihr vielmehr die Krönung der liturgischen Erneuerung gesehen,
die bereits seit hundert Jahren in Gang war.
Damit keine Mißverständnisse entstehen: Der römische
Ritus bot einen gewissen Spielraum für eine liturgische Erneuerung, aber es mußte eine Erneuerung in
der wahren Bedeutung des Wortes sein – eine Erneuerung, die von der bestehenden Liturgie ausgegangen wäre
und ihre Möglichkeiten voll ausgeschöpft hätte.
Man könnte einwenden, daß die vorliegende Untersuchung
der Liturgiekonstitution unausgewogen ist, weil sie sehr wenig über die beachtliche Lehrunterweisung
und über die pastoralen Hinweise sagt, welche die Konstitution enthält, und statt dessen nur die Mängel
betont.
Tatsache ist aber, daß die spätere liturgische Revolution, die sich aus der Konstitution entwickelte,
gerade mit Hilfe der wenigen Sätze, die hier behandelt werden, ausgelöst wurde.
Die, welche die Kontrolle
über das ‘Consilium’ erlangten, verwendeten diese Sätze genau so, wie sie diese zu verwenden beabsichtigt
hatten, als sie diese als Mitglieder der vorkonziliaren und konziliaren Liturgiekommission in die Konstitution
einbauten.
Das ‘Consilium’ war das Gremium, das die Liturgiekonstitution in die Praxis umsetzte.
Fast
von dem Augenblick an, als sie von den Konzilsvätern so euphorisch verabschiedet wurde, war die Liturgiekonstitution
nur noch toter Buchstabe.
Sie hätte dazu benützt werden können, um eine echte Erneuerung einzuleiten,
so wie dies Pater Emanuel in Mesnil St. Loup vorgemacht hatte. Eine solche Erneuerung hätte sich an die
wahren liturgischen Grundsätze gehalten, die von den Päpsten bekräftigt und in verschiedenen Dokumenten
erläutert wurden. Solche Dokumente sind ‘Tra le sollicitudini’ des hl. Papstes Pius X. (1903) oder ‘De
musica sacra et sacra liturgia’ von Papst Pius XII. (1958).
Aber darüber zu rätseln, was hätte sein
können, ist die nutzloseste aller Tätigkeiten. Es kommt alleine auf das an, was tatsächlich geschehen
ist.
„Planen diese Väter eine Revolution?“, fragte der entsetzte Kardinal Alfredo Ottaviani – der damalige
Präfekt des Heiligen Offiziums – während der Konzilsdebatte über die Liturgie.
Ja, das taten sie.
Oder das taten wenigstens die sogenannten „Periti“ – die Konzilssachverständigen –, als deren Sprachrohr
die Bischöfe auftraten.
Das Ausmaß der bischöflichen Unterwürfigkeit unter das Kommando sogenannter
„Sachverständigen“ hat Erzbischof Marcel Lefebvre († 1991) im September 1975 in einem Vortrag in Wien
enthüllt.
Er bezeugte, daß die französische Bischofskonferenz Sitzungen abhielt, in denen die Bischöfe
den genauen Text der Reden erhielten, die sie zu halten hatten: „Sie, Bischof Soundso, werden über dieses
Thema sprechen, und ein bestimmter Theologe wird den Text für Sie ausarbeiten. Alles, was Sie zu tun
haben, ist, den Text vorzulesen.“
Ja, eine Revolution war tatsächlich geplant worden.
Sie sollte durch
die in der Liturgiekonstitution versteckten Zeitbomben ausgelöst werden.
Auszug aus dem 16. Kapitel
des Buches „Pope John’s Council“ des Präsidenten der Internationalen UNA VOCE-Föderation, Michael Davies
(† 25. September 2004). Übersetzt von Katharina Wagner.
UNA VOCE Deutschland e. V. – Geldorpstr. 4, 50733
KölnMorgen: Die „Schlacht“ vom 7. Dezember 1962
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Benedikt 10:32:30 | Mittwoch, 28. September 2005
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