Pastoraler Prozeß
Pastorale Neuschöpfungen im Bistum Fulda
Der Bischof von Fulda scheint entschlossen zu sein, eine neue Kirche mit einer neuen Pfarreistruktur und neuen Ämtern einzuführen. Daß das Kirchenrecht dabei übergangen wird, ist ein Schönheitsfehler.
(kreuz.net, Fulda) Der Bischof von Fulda, Mons. Heinz Josef Algermissen, setzt sich erneut über geltendes Recht hinweg.

Der Bischof hat bereits angekündigt, daß er im Rahmen des „Pastoralen Prozesses“ die Altersgrenze für Pfarrer entgegen der geltenden kirchenrechtlichen Ordnung von 75 auf 70 Jahre senken will.

Jetzt taucht seit geraumer Zeit eine neue verwaltungstechnische Regelung auf, die im Kirchenrecht ebenfalls nicht vorgesehen ist: das Amt des sogenannten Daueradministrators mit dem Titel „Pfarrer“.

Laut Presseberichten wurde diese selbstgemachte pastorale Funktion bereits einigen Priestern der Diözese Fulda übertragen.

Nach der Römischen Instruktion ‘Der Priester, Hirte und Leiter der Pfarrgemeinde’ stellt die Übertragung einer Pfarrei an einen Administrator nur „eine provisorische Lösung“ dar.

Die Instruktion stammt von der vatikanischen Kleruskongregation.

Sie wurde am 4. August 2002 von deren Kardinalpräfekt Darío Kardinal Castrillón Hoyos unterzeichnet.

Das vatikanische Schreiben stellt bei Nr. 19 ausdrücklich fest, daß die Übertragung einer Pfarrei an einen Administrator niemals auf Dauer angelegt sein dürfe. Es verweist dabei auf die Canones 539 und 526 § 1 des Kirchenrechtes.

Die Instruktion erinnert ferner daran, daß „das Amt des Pfarrers – weil es seinem Wesen nach ein Hirtenamt ist – vollen Anspruch und Stabilität erfordert“.

Die entsprechenden Normen finden sich im Kirchenrecht in den Canones 151 und 539-540.

Dagegen ist die Besetzung von Pfarreien mit sogenannten „Daueradministratoren“ nach der gültigen kanonischen Ordnung der Kirche nirgends vorgesehen.

Der Begriff des „Daueradministrators“ existiert im kirchlichen Gesetzbuch überhaupt nicht.

Damit setzt sich der Bischof von Fulda, Mons. Heinz Josef Algermissen, erneut über die kanonische Ordnung der katholischen Kirche hinweg.

Mit der Ernennung sogenannter Daueradministratoren soll nach Ansicht von Beobachtern die von ihm angeordnete „pastorale Umstrukturierung“ weiter vorangetrieben werden.

Ein zum sogenannten Daueradministrator ernannter Kaplan dürfte in den von der Diözese anvisierten Pastoralverbünden zum Hilfspriester unter einem Oberpfarrer umfunktioniert werden. Ein „Administrator“ besitzt nämlich keinen Rechtsanspruch, einmal kanonischer Pfarrer zu werden.

Ein Beispiel für die selbstgestrickte Regelung im Bistum fand sich am 15. August in der ‘Fuldaer Zeitung’.

Das Blatt berichtete, daß Kaplan Bernhard Preis auf den 1. September zum „Daueradministrator“ der Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit in Pilgerzell unweit von Fulda mit dem Titel „Pfarrer“ ernannt worden sei.
      
13 Lesermeinungen
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#13   sedia   08:24:18 | Sonntag, 2. Oktober 2005
Noch mehr Bereichte wären gut!
Da muß ich Toby recht geben. Aber dann auch über die anderen Bistumsprozesse. Warum wird dann z.B. gar nicht über das was in Mainz oder anderswo geschieht geschrieben? Je mehr solche Pläne an die Öffentlichkeit kommen, desto mehr Aufmersamkeit wird geweckt und es wird endlich deutlich, daß es vielfach so etwas gibt. Ich vermute sogar, daß die Sache wiedereinmal über die Lehmann-Schiene gelaufen ist. Denn er hat ja vorher damit angefangen. Kann mir mal einer erklären, warum denn eigentlich keiner über Lehmann’s Bistumsprozeß schreibt??? Da passiert ja doch genau das gleiche. Nicht nachlassen und immer wieder berichten und auch besser die Drahtzieher für solche zerstörerischen Prozesse ausmachen. Ich glaube mittlerweile, vor allem nach der dubiosen Wiederwahl Lehmanns, daß man dort einmal genauer hinschauen solle und seinen schützenden Medienpanzer endlich einmal knacken sollte!
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#12   Toby   19:38:33 | Samstag, 1. Oktober 2005
@ Rogade
es mag ja zutreffend sein, dass der sogenannte „Pastorale Prozess“ an sich keineswegs so neu oder originell ist.
Neu am Fuldaer Phänomen ist jedoch die Tatsache, dass hier erstmals überhaupt eine Diskussion über dieses Thema in Gang gekommen ist, die nun schon sein Monaten andauert, beispielsweise in den Leserbriefspalten der „Tagespost“.
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#11   Rogade   17:36:07 | Samstag, 1. Oktober 2005
Nicht nur in Fulda…
Das Fuldaer Phänomen ist keineswegs so neu oder originell. Auch im Bistum Mainz gibt es neuerdings einen solchen „Prozess“. Darüber erfährt natürlich keiner etwas, weil es vom „guten Onkel“ Lehmann kommt. Auch im Bistum Mainz werden aufgrund solcher Pastoral bzw. Pfarrverbünde Pfarrer zu Hilfskaplänen auf Dauer umgemünzt. Sie dienen dann unter einem Oberpfarrer, der ihnen und den hauptamtlichen Laien ebenbürtig ist. Der „Hilfspfarrer“ hat in „seiner“ Pfarrei und gegenüber den hauptamtlichen Mitarbeitern überhaupt nichts mehr zu sagen und ist dem Oberpfarrer vollkommen weisungsgebunden. Im Bistum Mainz heisst dieses Konstrukt allerdings Vicarius Paroecialis (Pfarrvikar mit dem Titel „Pfarrer“) und ist nur ein anderer Name um Pfarrern von der Ausübung ihrer Leitungsvollmacht fernzuhalten und sie den Laien gleichzuschalten. Wer überprüft eigentlich, ob ein Bischof so etwas am Recht vorbei einfach machen kann? Die katholischen Pfarrer tun mir wirklich Leid! Kaplan auf Lebenszeit unter einem Linientreuen Lehmannideologen als leitender Oberpfarrer. Arme Kirche!
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#10   bonifatius   22:07:15 | Montag, 26. September 2005
Yersinia, ja, man ist verwirrt
Als der Papst die Deutschen Bischöfe um Einstellung des „Tötungsscheines“ bat und letztendlich befahl gehorchten der „Leitbischof“ und die anderen nicht oder nicht sofort. „Der Rauch des Satans ist in die Kirche eingedrungen“. Demut, Bescheidenheit, Opferbereitschaft, Frömmigkeit, Glaubensstärke Tapferkeit kann man bei vielen Hirten nicht erkennen. (Welches Beispiel gab Dyba!!!). Dann aber ist es logisch, daß sich Schafe auch irren. Dein Posting wollte provozieren, aber er beschrieb leider Realität.
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#9   jolie   20:08:23 | Montag, 26. September 2005
jolie würde gerne etwas dazu sagen
aber er darf ja nicht (mehr).
seufz.
so schweigt er.
www.kreuz.net/promotion.17.html
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#8   MilesChristi   20:04:44 | Montag, 26. September 2005
@ Yersinia
„Wir sind Kirche“ ist nicht katholisch, sie wollen eine neue Kirche die mit der Römisch-Katholischen Kirche, die ja von unserem Herrn Jesus Christus gestiftet wurde, nichts mehr zu tun hat. Sie wollen eine Einheitsreligion wo jeder glauben darf was er will. Sie wollen eine Art „Katholizismus Light“ die von dem (deutschen) Protestantismus unwesentlich unterschiedlich ist.
Es ist mir egal, ob du diese Meinung von mir überheblich findest oder nicht; ich weiß was römisch-katholisch ist, und lasse mich mit häretischen und teilweise antichristlichen Gruppen (wie „Wir sind Kirche“, „Kirche von Unten“ u.dgl.) nicht gleichstellen. Es bringt nichts mit solchen Leuten zu diskutieren. Es bringt nichts mit dir zu diskutieren.
Aus verschiedenen Anlässen ist dieses mein letztes Posting in diesem Forum. Vielleicht komme ich irgendwann wieder.
Alles Gute an Euch alle!
Unsere liebe Frau von Fátima, bitte für uns !
Heilige Pius X, bitte für uns !
Miles Christi
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#7   Yersinia   19:40:41 | Montag, 26. September 2005
ist der Glaube
nicht in allen wesentlichen Fragen, bei allen „Heißen Eisen“ betroffen? – so wie du könnten auch Gruppierungen wie „Wir sind Kirche“ argumentieren – tun sie übrigens auch; was sich zeigt ist, dass alle jeweils für sich in Anspruch nehmen, gerecht zu handeln und recht zu haben; – abgesehen davon: derartige Umstrukturierungen gibts ja in anderen Diözesen auch;
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#6   MilesChristi   19:16:15 | Montag, 26. September 2005
Gehorsam…
… hat Grenzen, vor allem wenn der Glauben betroffen ist oder die Weitergabe desselben und eine ordentliche Feier der Sakramente und der Hlg. Messe.
Alles andere ist Kadavergehorsam und das ist nicht und ist nie katholisch gewesen.
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#5   Yersinia   18:33:39 | Montag, 26. September 2005
ich gestehe, ich bin verwirrt
wie ist das nun mit dem Gehorsam gegenüber dem Bischof?
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#4   MilesChristi   17:33:13 | Montag, 26. September 2005
Rom
Rom ist informiert, und wetten, daß nichts unternommen wird um diese Ungeheuerlichkeit zu verbieten ?
Das „Kirchenvolk“ ? Es ist von protestantischem Gedankengut vergiftet und weiß nicht mehr, was römisch-katholisch ist. Es nimmt alles ruhig und gelassen an, schließlich handelt es sich ja um einen Verein.
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#3   Toby   17:07:51 | Montag, 26. September 2005
Ich verstehe nicht …
… dass Mgr. Algermissen einfach so schalten und walten kann, ohne dass es nennenswerten Widerstand gegen seine unglaublichen Vorgehensweisen gibt.
Warum lässt sich das Volk alles gefallen und wegnehmen?
Und Rom scheint auch sehr weit weg zu sein …
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#2   Benedikt   14:18:28 | Montag, 26. September 2005
Fuldaer Verwirrungen
Pfarrer die keine sind, aber so heißen, Administratoren, die keine Pfarrer-Befugnis haben, aber wie Pfarrer eingesetzt werden, Titel wie Oberpfarrer und Daueradministrator, die es nicht gibt… ja also was soll denn das Ganze? Wozu ist das nützlich, wenn jemand auf Dauer Administrator bleibt anstatt das man ihn an seinem Sitz zum Pfarrer macht? Wo ist der Unterschied? Einer Pfarrstelle Befugnisse über die andere (Oberpfarrer) zu übertragen ginge auch ohne diesen ganzen Hokus Pokus. Diese Struktur aber kapiert niemand. Die Verbürokratisierung der Gesellschaft macht vor nichts mehr halt.
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#1   st. polterer   14:15:33 | Montag, 26. September 2005
danke dass ihr nicht www.bischofspredigt.net seid
Bischof Algermissen: Eucharistie und Priestertum unauflösbar verbunden www.kath.net/detail.php?id=10572
„Christus ist der eigentliche Vorsteher der eucharistischen Liturgie“ www.kath.net/detail.php?id=7849
+ 50 weitere „tolle“ Predigten auf www.bischofspredigt.net www.kath.net/
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