18:25:32 | Montag, 26. September 2005
Die Schlacht vom 7. Dezember 1962
Die Liberalen gewannen die Schlacht um die Liturgiekonstitution, als das von ihnen gewollte Vorwort der Konstitution angenommen wurde. Das erkannten damals auch weltliche Journalisten. Von
Michael Davies.
(kreuz.net/
UnaVoce) Nach Robert Kaiser – dem damaligen Berichterstatter des US-Magazins ‘Time’ – gewannen
die Liberalen die Schlacht um die Liturgiekonstitution bereits am 7. Dezember 1962.
An diesem Tag wurde
das von ihnen gewollte Vorwort und das erste Kapitel der Liturgiekonstitution mit nur elf ablehnenden
Stimmen angenommen.
Kaiser schreibt:
„Für die Progressisten am Konzil, die sich bereits wegen anderer
gewonnener Schlachten in einer euphorischen Stimmung befanden, war das eine glückliche Botschaft. Gewiß,
es mußte noch über die anderen Kapitel der Konstitution abgestimmt werden.
Aber das würden reine Formalitäten
sein.
»Im Vorwort und im ersten Kapitel« – so sagte mir ein Mitglied der Liturgiekommission – »liegen
die Grundlagen für alle anderen Reformen.«
Es stimmte zwar, daß der Papst die Abstimmung ratifizieren
mußte.
Aber niemand glaubte, daß er versuchen würde, ein Veto gegen das einzulegen, was sich das Konzil
so lange zu erreichen bemüht hatte.“Der Papst tat es auch nicht.
Eine der ersten Zweckbestimmungen
im Vorwort der Liturgiekonstitution sagt, daß das Konzil beabsichtigt, zu „fördern, was immer zur Einheit
aller Christgläubigen beiträgt, und zu stärken, was immer helfen kann, alle in den Schoß der Kirche
zu rufen“ (Liturgiekonstitution, Art. 1).
Die Autoren der Konstitution sahen in der Liturgie eindeutig
ein Instrument im Dienste des Ökumenismus.
Folgerichtig mußte die traditionelle römische Messe, die
gerade jene Aspekte unseres Glaubens betonte, die für die Protestanten am allerwenigsten annehmbar waren,
für den Ökumenismus als hinderlich betrachtet werden.
Doch die Liturgiekonstitution vermittelte den
Eindruck, daß damals keine Gefahr einer drastischen Änderung der geltenden Meßriten – insbesondere
des Römischen – bestand, denn das Konzil erklärte, daß „die heilige Mutter Kirche allen rechtlich anerkannten
Riten gleiches Recht und gleiche Ehre zuerkennt“ (Art. 4).
Es sei der Wille der Kirche, „daß
diese Riten
auch in Zukunft erhalten und in jeder Weise gefördert werden.“
Diese beruhigenden Worte werden durch
einen weiteren Wunsch des Konzils eingeschränkt, nämlich, daß diese Riten „soweit es nottut, in ihrem
ganzen Umfang gemäß dem Geist gesunder Überlieferung überprüft und im Hinblick auf die Verhältnisse
und Notwendigkeiten der Gegenwart mit neuer Kraft ausgestattet werden“ (Art. 4).
Wie es möglich ist,
die Riten zu erhalten und gleichzeitig im Hinblick auf nicht näher definierte Verhältnisse und Notwendigkeiten
der Gegenwart zu überprüfen, wird nicht erklärt.
Auch wird nicht gesagt, wie eine solche Überprüfung
im Geist gesunder Überlieferung durchgeführt werden soll, weil es der gesunden und unveränderlichen
Überlieferung des Römischen Ritus entspricht, daß seine Riten niemals drastisch verändert wurden.
Es handelte sich um eine Überlieferung von mehr als tausend Jahren, die nur in den Gebieten der protestantischen
Reformation unterbrochen wurde, als im 16. Jahrhundert jede häretische Sekte neue eigene Riten ersann,
die ihren neuen Lehren entsprachen.
Nächster Teil: Das platte Produkt des AugenblicksAuszug aus dem
16. Kapitel des Buches „Pope John’s Council“ des Präsidenten der Internationalen UNA VOCE-Föderation,
Michael Davies († 25. September 2004). Übersetzt von Katharina Wagner.
UNA VOCE Deutschland e. V. – Geldorpstr.
4, 50733 Köln
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#20
Irenäus 22:13:15 | Donnerstag, 29. September 2005
#19
Agiafortuni 10:36:07 | Donnerstag, 29. September 2005
#18
Stimme aus Wien 06:53:50 | Donnerstag, 29. September 2005
#17
Agiafortuni 22:21:58 | Mittwoch, 28. September 2005
#16
Stimme aus Wien 17:41:20 | Mittwoch, 28. September 2005
#15
Agiafortuni 14:14:17 | Mittwoch, 28. September 2005
#14
Belisar 23:13:28 | Dienstag, 27. September 2005
#13
Stimme aus Wien 13:54:09 | Dienstag, 27. September 2005
#12
Benedikt 13:32:01 | Dienstag, 27. September 2005
#11
Stimme aus Wien 13:18:53 | Dienstag, 27. September 2005
#10
Benedikt 12:35:35 | Dienstag, 27. September 2005
#9
Stimme aus Wien 12:12:42 | Dienstag, 27. September 2005
#8
Benedikt 11:19:38 | Dienstag, 27. September 2005
#7
bonifatius 21:37:28 | Montag, 26. September 2005
#6
Yersinia 20:30:47 | Montag, 26. September 2005
#5
Irenäus 20:06:13 | Montag, 26. September 2005
#4
MilesChristi 19:56:24 | Montag, 26. September 2005
#3
Yersinia 19:49:56 | Montag, 26. September 2005
#2
MilesChristi 19:18:35 | Montag, 26. September 2005
#1
Stimme aus Wien 19:04:44 | Montag, 26. September 2005