Christenverfolgung
Mit einem heraushängenden Auge
Im kommunistischen Vietnam werden immer noch ganze Familien aus ihren Häusern gejagt, wenn sie sich weigern, ihren Glauben zu verleugnen.
(kreuz.net) Die Christenverfolgung in Vietnam hält unvermindert an. Das berichtete kürzlich die katholische Nachrichtenagentur ‘AsiaNews’.

Im Juli 2005 zerstörten die Behörden in der Provinz Quang Nai die Häuser von zehn evangelikalen christlichen Familien, nachdem sie sich geweigert hatten, den christlichen Glauben zu verleugnen.

Die Provinz Quang Nai befindet sich im Süden des Landes.

Die Behörden teilten den Familien mit, daß die „christliche Religion die Religion Amerikas sei“.

Im August wurde eine Menschenmenge von Beamten in der gleichen Provinz aufgewiegelt, das Haus einer evangelikalen Familie niederzubrennen. Der Familienvater hatte sich geweigert, seinen christlichen Glauben schriftlich zu verleugnen.

Das Haus der Familie wurde aus diesem Grund schon zum dritten Mal niedergebrannt.

Seit 1999 erleidet der Familienvater Verfolgung und mußte sich vor sogenannten Volksgerichten verantworten. Er wurde auch öffentlich verprügelt, ohne Gerichtsverhandlung eingesperrt und aus seinem Haus vertrieben.

Im Oktober 2001 drangen zwei Soldaten in sein Haus ein. Zwei seiner Kinder wurden bewußtlos geschlagen. Eines blieb mit einem heraushängenden Auge zurück.

Im Mai 2002 wurde er mit seiner Frau vor der versammelten Dorfgemeinschaft blutig geschlagen.

Im Juli 2002 versammelte sich das kommunistische ‘Volkskomitee’ vor seinem Haus und ordnete die Niederbrennung des Gebäudes an.

Anschließend wurde die Familie aus dem Dorf vertrieben.

Sie wohnt jetzt im Dorf der Eltern der Ehegattin, bekommen dort aber keine Erlaubnis, ein Haus zu bauen.

Regierungsstellen bezeichneten Meldungen über das Schicksal dieser Familie als „vollständige Erfindung von anti-vietnamesischen Kräften“.

Die Nachrichten wurden aber nicht dementiert.

Die Behörden erklären, daß die Angriffe gerechtfertig gewesen seien, weil sich der Familienvater nicht als guter Bürger erwiesen habe. Er habe die Dorfbevölkerung zum Beispiel angehalten, nicht zu arbeiten.

Örtliche Christen widersprachen dieser Darstellung.

Experten gehen davon aus, daß die Zunahme der Christenverfolgung im Land vom Regime und von der kommunistischen Partei gebilligt wird.

Vietnam hat kürzlich ein Gesetz verabschiedet, daß die religiöse Freiheit garantiert und erzwungene Bekehrungen oder Verleugnungen der eigenen Religion verbietet.
      
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