Schlechter Kundendienst in einer englischen Apotheke. Doch was des einen Leid ist, ist des anderen große Freude: die Verweigerung der ‘Pille danach’.
(kreuz.net, London) Nach einem Bericht der britischen Tageszeitung ‘The Daily Mirror’ vom 24. November
beschloß ein katholischer Apotheker, daß der Kunde nicht in jedem Falle König ist. Er weigerte sich
nämlich, einer jungen Dame namens Kerrie Gooch (24) die sogenannte ‘Pille danach’ zu verkaufen.
Frau
Gooch ist bereits mehrfache Mutter. Ihr erstes Kind ist zwei Jahre alt, das andere neugeboren. Jetzt ist
wegen eines gerissenen Präservatives möglicherweise ein drittes unterwegs. Deshalb eilte der 22-jähriger
Freund von Frau Gooch zur britischen Supermarktkette Tesco, um die ‘Pille danach’ zu kaufen. Dort aber
erklärte man ihm, daß seine Freundin diese ‘Pille’ nach geltenden Gesetzesbestimmungen selber kaufen
müsse.
Deshalb ging die junge Mutter in eine Filiale der Apothekenkette ‘Lloyds Pharmacy’ in Swindon
(Zentralengland). Der katholische Pharmazeut verweigerte ihr die ‘Pille danach’ standhaft. Als Begründung
führte er seine persönliche Überzeugung an. Er sei gegen Verhütung und Kinderabtreibung.
Der Direkter
der Lloyds Kette meinte darauf, der katholische Apotheker habe sich auf religiöse Gründe berufen: „Er
ist völlig im Recht, so zu handeln.“ Es hätte diesbezüglich bereits klärende Gespräche mit Kerry
Gooch gegeben.
Doch die verhinderte Abtreiberin meinte zornig über den Apotheker: „Wer gibt ihm das
Recht, Gott zu spielen?“ Der katholische Apotheker verweigerte das Präparat aufgrund der gleichen Frage.
Wer gebe ihm das Recht, über Leben oder Tod des möglichen Embryos zu entscheiden?
Die ‘Pille danach’
ist ein hochdosiertes Hormonpräparat. Es wird bis zu maximal 48 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr verabreicht
und über die Dauer von vier bis fünf Tagen eingenommen. Die befruchtete Eizelle kann sich nicht einnisten,
weshalb die ‘Pille danach’ das Kleinstkind im ersten Stadium abtreibt.
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