Die Geheimnisse des Konklave
In der September-Nummer der Zeitschrift ‘Limes’ veröffentlichte Lucio Brunelli seinen berühmten Artikel über das letzte Konklave. Brunelli ist Vatikanist der Tagesschau des zweiten italienischen Fernsehens. Der Beitrag beruht angeblich auf dem Tagebuch eines Kardinals, der am Konklave teilnahm. Der Text.
(kreuz.net) Sonntag, 17. April. „Am Nachmittag zog ich in mein Zimmer in der Casa Santa Marta ein. Nachdem
ich das Gepäck niedergelegt hatte, versuchte ich die Rolläden zu öffnen, weil das Zimmer verdunkelt
war. Doch es gelang mir nicht. Man erklärte mir, daß die Rolläden versiegelt wurden. Klausur des Konklave…“So beginnt das Tagebuch eines bedeutenden Kardinals, der in seinem Notizheft nicht nur Eindrücke und pointierte Bemerkungen, sondern auch den Ausgang der vier Abstimmungen niedergeschrieben hat, die zur Wahl von Benedikt XVI. führten.
Den Autor der Niederschrift können wir natürlich nicht identifizieren. Aus seinem Text geht ein bisher unbekanntes, bewegteres Bild der Wahl von Kardinal Joseph Ratzinger hervor.
Im dritten Wahlgang scharrte sich die Minderheit, die sich der Wahl des Ex-Präfekten der Glaubenskongregation widersetzte, um den argentinischen Kardinal Jorge Mario Bergoglio und erreichte das Ziel von 40 Stimmen: zuwenige, um den ersten lateinamerikanischen Papst der Geschichte zu wählen, aber genug, um arithmetisch und theoretisch das Erreichen der Minimalzahl von 77 Stimmen, die nötig sind um den Papst zu wählen, zu verhindern (115-40= 75).
Die Verpflichtung zur Verschwiegenheit?
Diese wurde von den Päpsten beschlossen, um die Freiheit des Konklave zu gewährleisten: Eine voreilige Nachricht vor oder während des Konklave – während die Wahlurnen noch geöffnet sind – könnte die folgenden Abstimmungen beeinflussen.
Eine andere, weniger schwerwiegende Angelegenheit ist – wie wir glauben – die Verletzung des Geheimnisses post factum.
Montag, 18. April, 16.33 Uhr. „Die langsame Prozession der Kardinäle beginnt sich von der ‘Aula delle Benedizioni’ zur Sixtinischen Kapelle in Bewegung zu setzen…
Die 115 Kardinäle – das Konklave mit den meisten Teilnehmern der modernen Geschichte – verteilen sich auf die sechs großen Tische, die den Wänden der Kapelle entlang aufgestellt wurden. Die Stimmzettel werden verteilt.
In seinem Tagebuch schreibt unsere Quelle nur jene Stimmen auf, die an die wichtigsten Kandidaten gehen und läßt die vielen vereinzelten Stimmen aus.
Das Konklave öffnet mit einer einzigen „organisierten“ Kandidatur, die auf einen Block von im voraus entschiedenen Stimmen zählen kann, jene von Kardinal Ratzinger.
Die Vorhersagen der am besten informierten Vatikanisten schwanken zwischen 30 und 50 bereits sicheren Stimmen für den Ex-Präfekten der Glaubenskongregation.
Er erhält 47 Stimmen.
Eine hervorragende Ausgangslage. Aber dem Kardinal fehlen noch 30 Stimmen, um die für die Wahl notwendigen zwei Drittel zu erreichen.
Viel weniger als vorausgesagt sind dagegen die Stimmen für Kardinal Martini. Verschiedene Informationsorgane vermuteten in der ersten Abstimmung ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden herausragenden Persönlichkeiten. Einige gingen in den folgenden Tagen sogar so weit, zu erklären, daß Martini in der ersten Abstimmung sogar mehr Stimmen bekommen habe als Ratzinger.
Doch der Abstand ist sehr groß und eindeutig.
Die wahre Überraschung der ersten Abstimmung ist der argentinische Kardinal Bergoglio – auch er Jesuit wie Martini, obwohl zwischen den beiden Mitbrüdern nicht immer eine perfekte Übereinstimmung herrschte.
In den 70er Jahren – während der Amtszeit des Jesuitengenerals Pedro Arrupe († 1991) und der flammenden Debatten über die Befreiungstheologie mußte Bergoglio als Provinzial der Gesellschaft Jesu zurücktreten, weil er die „Linie der Öffnung“ der Ordensleitung nicht teilte.
Der Erzbischof von Buenos Aires erwarb sich aber besonders in den letzten Jahren weitum ein Ansehen als Mann Gottes. Er gilt als zuverlässig auf dem Gebiet der Lehre, offen für soziale Fragen, doch in der Pastoral als empfindlich gegen die Strenge, die einige Mitarbeiter von Johannes Paul II. in Fragen der Sexualethik an den Tag legten („Sie wollen die ganze Welt in ein Präservativ stecken“, sagte er am Vorabend des Konklave vor Freunden).
Weil ein wahrer Kandidat der ‘Linken’ fehlt, der eine Alternative zu Ratzinger sein könnte, machen diese Charakteristiken aus Bergoglio den Bezugspunkt für jene Gruppe von Kardinälen, die zögern, den Dekan des Heiligen Kollegiums zu wählen.
Bemerkenswert sind in der ersten Abstimmung auch die Stimmen, die Ruini (6) und Sodano (4) erhalten. Dieses Resultat ist zwar numerisch bescheiden, aber politisch nicht ohne Bedeutung.
Montag abend. Das Abendessen findet um 20.30 Uhr statt. „Man unterhält sich bei Tisch und tauscht Eindrücke über die erste, ins nichts gegangene Abstimmung aus.
Weitere Unterredungen finden nach dem Abendessen mit großer Diskretion in den Zimmern statt: kleine Gruppen, zwei-drei Personen. Es gibt keine Großversammlungen.
Wie in anderen Hotels fügt sich an die tausend Bestimmungen, die es bereits gibt, auch das Rauchverbot. Der portugiesische Kardinal José Policarpo da Crux, der im Ruf steht, ein eingefleischter Raucher zu sein, widersteht nicht und geht ins Freie, um sich eine gute Zigarre anzuzünden.“
In diesen wenigen Stunden schmieden die verschiedenen Gruppen ihre Strategien für den kommenden Morgen.
Die Unterstützer von Ratzinger konzentrieren sich auf den großen Block der Ungewissen: mehr als 30 vereinzelte Stimmen. Die Freunde von Kardinal Ruini erklären, daß ihr kleines Stimmenpaket (6) dem Kardinaldekan zufließen wird.
Auf der gegenüberliegenden Seite zeigt sich die Absicht, auf Bergoglio zu bestehen. Auch die Kardinäle, die für Martini gestimmt haben, lassen sich davon überzeugen, auf den Erzbischof von Buenos Aires zu setzen. Das wäre der erste lateinamerikanische Papst der Geschichte. Ein Teil der zwanzig Kardinäle aus Lateinamerika würde ihn bestimmt unterstützten. Ein Teil, wenigstens.
Es ist allen Teilnehmern am Konklave bekannt, daß mindestens zwei Kardinäle aus diesem Kontinent sich eng um Ratzinger scharren: der kolumbianische Kurienkardinal Alfonso Lopez Trujillo, ein starker Gegner der Befreiungstheologie, und der chilenische Kurienkardinal Jorge Arturo Medina Estevez, der frühere Verantwortliche für die chilenische Ausgabe der Zeitschrift ‘Communio’, an deren Entstehung Ratzinger beteiligt war.
Das realistische Ziel der Minderheit, die Bergoglio unterstützt, besteht darin, eine Patt-Situation herzustellen, die zum Rückzug der Kandidatur von Ratzinger führen könnte.
Um dieses Ziel zu erreichen, muß die Marke von 39 Stimmen überschritten werden – das heißt – ein Drittel + 1 Stimme. Damit wäre es dem stärkeren Kandidaten mathematisch unmöglich, die 77 notwendigen Stimmen zu erreichen. Dann würde man weitersehen.
Das Spiel könnte dann von neuem eröffnet werden.
Dienstag 19. April. Der Wecker läutet um 6.30 Uhr. Die Abstimmungen beginnen um 9.30 Uhr. Auch dieses Mal spricht unsere Quelle nicht von den vereinzelten Stimmen, die aber deutlich weniger werden (9).
Wie erwartet bekommt Ratzinger noch mehr Stimmen (65). Er bleibt aber 12 Stimmen unter dem Gipfel. Im Vergleich zur ersten Abstimmung gewinnt er 18 Stimmen: Sie kommen teilweise von den Unterstützern von Ruini (6), teilweise von den Unentschlossenen (12). Die Unterstützer von Sodano (4) haben noch nicht für ihn gestimmt.
30 Stimmen hinter ihm – aber eindeutig im Wachsen – ist Bergoglio, der weitere 25 Stimmen auf sich vereinigt. Ihm fließen wie erwartet die Unterstützer von Martini (9) zu, der keine Stimmen mehr erhält, sowie auch eine ansehnliche Zahl von Kardinälen, die vorher für vereinzelte Kandidaten gestimmt haben (16).
Der argentinische Jesuit steht kurz vor den 39 Stimmen, die es einer organisierten Minderheit theoretisch erlauben könnte, die Wahl eines anderen Kandidaten zu blockieren.
Um 11.00 Uhr schreitet man – wie von den Regeln vorgesehen – zur zweiten Abstimmung des Morgens. Die Hoffnungen der Minderheit scheinen Wirklichkeit zu werden.
Ratzinger wächst noch von 65 auf 72 Stimmen. Es fehlen ihm gerade 5 Stimmen, um der 264. Nachfolger des Apostels Petrus zu werden.
Aber auch Bergoglio wächst von 35 auf 40 Stimmen. Er überschreitet damit die Schwelle, welche die Wahl von Ratzinger mathematisch unmöglich macht, knapp – aber er überschreitet sie.
Würden sich die Unterstützer des Erzbischofs von Buenos Aires geschlossen entschließen, bis zuletzt Widerstand zu leisten, indem sie die Barrikaden auf dieser Höhe halten würden, könnte der deutsche Kardinal maximal 75 Stimmen erreichen. Damit würde seine Wahl wegen nur zwei Stimmen verunmöglicht.
„Große Sorge bei den Kardinälen, die sich die Wahl von Kardinal Ratzinger wünschen…“. Trujillo wird von vielen gesehen, wie er die lateinamerikanischen Kardinäle anspricht. Er versucht sie zu überzeugen, daß es keine wahren Alternativen zu Ratzinger gibt.
Auf der anderen Seite verbreitet sich ein sehr vorsichtiger Optimismus, das Rennen des bayerischen Kardinals wenige Meter vor dem Ziel aufhalten zu können.
„Morgen gibt es große Neuigkeiten“, flüstert Kardinal Martini während der Mittagspause einem Kollegen mit einem sibyllinischen Lächeln zu. Um eine Erklärung gebeten, erklärt er, für den Morgen des folgenden Mittwochs einen Kandidatenwechsel vorauszusehen, sofern auch die zwei kommenden Nachmittagsabstimmungen ergebnislos zu Ende gehen würden.
Der emeritierte Erzbischof von Mailand beginnt auf der Suche nach neuen möglichen Kandidaten für den nächsten Tag sogar einige informale Meinungsumfragen. Einige Zeugen sehen, wie er den portugiesischen Kardinal Jose Saraiva Martins anspricht: Die zwei kennen sich seit den 70er Jahren, als beide Rektoren von Päpstlichen Universitäten in Rom waren.
Die Bedingung, unter der die Pläne der Minderheit gelingen können, besteht darin, daß sich im Block, der sich um die Kandidatur von Bergoglio gebildet hat, keine Risse bilden.
Doch ein Spalt – und kein so kleiner – ist im Begriff sich aufzutun. Als die 115 Wähler um 16.00 Uhr in die Sixtinische Kapelle zurückkehren, ist der Ausgang des Konklave bereits entschieden.
Dienstag 19. April, 16.30 Uhr. Das Ergebnis der letzten und entscheidenden Abstimmung des Konklave: Ratzinger 84 Stimmen, Bergoglio 26. In der Notiz über die Abstimmung hat unsere Quelle – weil sie „kurios“ sind – auch zwei Einzelstimmen festgehalten. Diese bekamen die emeritierten Kardinäle Bernard Law, ehemaliger Erzbischof von Boston, der wegen des Skandals um den pädophilen Klerus zum Rücktritt gezwungen wurde, und Giacomo Biffi, der kämpferische emeritierte Erzbischof von Bologna.
Das sind die letzten Erinnerungen im Tagebuch:
„Auch Kardinal Ratzinger schreibt auf seinem Blatt sorgfältig die Stimmen mit, während die Wahlzettel ausgezählt werden. Als dann um 17.30 Uhr das Quorum von 77 Stimmen überschritten wird, herrscht in der Sixtinischen Kapelle ein Augenblick des Schweigens, dem ein langer und herzlicher Applaus folgt.“
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Montag, 26. Dezember 2005 22:02
Agiafortuni: Zum vermeintlichen Sieg der Freimaurer am Konklave
ich bin weder Dogmatiker noch Kirchenrechtler, sondern einfacher Kultur und Geschichtsphilosophie. Für eine solche Philosophie ist der Mensch dasjenige Subjekt, dass die Folgen seines Tuns zu tragen hat. Die Wahl Roncallis war ein folgenschwerer Beschluss, den damit wurde eine Entwicklung in Kauf genommen, dass die bis dahin geltenden Kirchenregeln durch neue ihnen völlig widersprechende Regeln substituiert werden. Jedem neue Inhaber des Stuhles Petri bleibt dann keine andere Wahl offen, entweder diese neue Richtung zu verwerfen oder seine Loyalität gegenüber dem Neuen dadurch zu beweisen, dass er neue Präjudizien schafft. Roncalli räumte dem Oekumenismus den selben Stellenwert ein, wie den übrigen dogmatischen Disziplinen. Montini stellte die Liturgie auf den Kopf, Woytila klagte die vorkonziliare Kirche an. Wie soll es weiter gehen? Wir stehen hier vor einem Torso. Man kann also mit Recht fragen, ob bei den verschiedenen Konklaven nicht letzten Endes etwas schief gelaufen ist. Roncalli hing vielleicht mit seinem Herzen an der Tradition aber bestimmt nicht mit seinem Verstand. Das sage nicht ich, sondern abbé Simoulin FSSPX und Don Luigi Villa. Kurzum: wir stehen hier vor einer Lücke im juristischen Sinne, die zu schliessen zur Zeit unmöglich ist. Beide Seite haben gültige Argumente aufzuweisen, die aber nicht ausreichen, um Gewissheit im einen oder anderen Sinne zu schaffen. Daher kann es nur eine Antwort geben. Sie lautet: ausharren und Vorsicht mit voreiligen Schlüssen.
Donnerstag, 29. September 2005 13:18
Marcel: Der Siegeszug des freimaurerischen Modernismus in der Konzilskirche
Es gibt Hinweise und Worte von Siri, die andeuten, daß bei _den_ Papstwahlen nach Pius XII. großer Druck
auf die Kandidaten erfolgte und Siri mehrmals behindert wurde.
Siehe P. Härings Autobiographie.
Siehe das Buch „Via col vento in Vaticano“: gemäß den Kurienprälaten war das Siri-Interview manipuliert worden, um ihn zu diskreditieren. Mgr. Luigi Marinelli gab 1999 zu dem Thema ein hochinteressantes Interview.
Leider ändert das am Resultat nichts: daß Siri leider Gottes nicht zum Papst gewählt wurde, die gewählten Päpste umso grauenvollere Modernisten waren und der Kirche schwerste Schäden zufügten.
Im Gegensatz zur Korrektur eines nichtdogmatischen „Konzils“ ist dies jedoch vorbei und also müßig, darüber zu spekulieren.
„The Angelus“ legt in einem Artikel über den Irrtum des Sedisvakantismus ab Abschnitt „4.3. The Case of Cardinal Siri“ (URL) dar, warum man auf die Siri-Affaire im Nachhinein nicht zuviel Energie verschwenden sollte.
Die FSSPX würdigt Siris einstigen Kampf gegen den Modernismus sehr, verklärt Siri jedoch nicht. Sie erinnert sich, daß er, als er die Altersgrenze erreicht hatte und seine Diözese verließ, alle Altäre umdrehen ließ, seine Seminaristen zur Umschulung in die modernistischen Institutionen schickte, kurz alles mit eigener Hand zerstörte, was er unter so großen Mühen bewahrt hatte.
Er stützte dieses seltsame Vorgehen auf ein falsches Gehorsamsverständnis und auf eine falsche Straftheorie.
Siehe P. Härings Autobiographie.
Siehe das Buch „Via col vento in Vaticano“: gemäß den Kurienprälaten war das Siri-Interview manipuliert worden, um ihn zu diskreditieren. Mgr. Luigi Marinelli gab 1999 zu dem Thema ein hochinteressantes Interview.
Leider ändert das am Resultat nichts: daß Siri leider Gottes nicht zum Papst gewählt wurde, die gewählten Päpste umso grauenvollere Modernisten waren und der Kirche schwerste Schäden zufügten.
Im Gegensatz zur Korrektur eines nichtdogmatischen „Konzils“ ist dies jedoch vorbei und also müßig, darüber zu spekulieren.
„The Angelus“ legt in einem Artikel über den Irrtum des Sedisvakantismus ab Abschnitt „4.3. The Case of Cardinal Siri“ (URL) dar, warum man auf die Siri-Affaire im Nachhinein nicht zuviel Energie verschwenden sollte.
Die FSSPX würdigt Siris einstigen Kampf gegen den Modernismus sehr, verklärt Siri jedoch nicht. Sie erinnert sich, daß er, als er die Altersgrenze erreicht hatte und seine Diözese verließ, alle Altäre umdrehen ließ, seine Seminaristen zur Umschulung in die modernistischen Institutionen schickte, kurz alles mit eigener Hand zerstörte, was er unter so großen Mühen bewahrt hatte.
Er stützte dieses seltsame Vorgehen auf ein falsches Gehorsamsverständnis und auf eine falsche Straftheorie.
Mittwoch, 28. September 2005 14:07
Didimus: O je, Verschwörungstheorien…
Welches Druckmittel sollen die geheimnisvollen Kräfte gegen Kardinal Siri denn in der Hand gehabt haben,
um ihn von der Annahme der Wahl abzuhalten?
Drohungen gegen ihn persönlich? Wäre der Erzbischof von Genua dann nicht trotzdem bereit gewesen, sich gegebenenfalls zu opfern, wie er es bei der Annahme des Kardinalspurpurs gelobt hatte?
Dunkle Punkte in der Vergangenheit Siris, so daß er erpressbar war? Dann wäre es richtig, daß er die Wahl nicht angenommen hätte.
Sonst etwas? Mysteriös, mysteriös…
Montini war 1963 Favorit. Und Luciani und Wojtyla waren Kompromisse zwischen dem Benelli- und dem Siri-Flügel. Hätten die Kardinäle einen Revolutinär gewollt, hätten sie Lorscheider und nicht Wojtyla gewählt.
Ich habe den Eindruck, wenn der Ausgang einer Papstwahl nicht dem persönlichen Geschmack entspricht, müssen halt irgendwelche Verschwörer ihre schmutzigen Hände im Spiel gehabt haben. Für die Linken ist es das Opus Dei, das im Hintergrund die Fäden zieht, für die Ultra-Tradis sind es Freimaurer.
Drohungen gegen ihn persönlich? Wäre der Erzbischof von Genua dann nicht trotzdem bereit gewesen, sich gegebenenfalls zu opfern, wie er es bei der Annahme des Kardinalspurpurs gelobt hatte?
Dunkle Punkte in der Vergangenheit Siris, so daß er erpressbar war? Dann wäre es richtig, daß er die Wahl nicht angenommen hätte.
Sonst etwas? Mysteriös, mysteriös…
Montini war 1963 Favorit. Und Luciani und Wojtyla waren Kompromisse zwischen dem Benelli- und dem Siri-Flügel. Hätten die Kardinäle einen Revolutinär gewollt, hätten sie Lorscheider und nicht Wojtyla gewählt.
Ich habe den Eindruck, wenn der Ausgang einer Papstwahl nicht dem persönlichen Geschmack entspricht, müssen halt irgendwelche Verschwörer ihre schmutzigen Hände im Spiel gehabt haben. Für die Linken ist es das Opus Dei, das im Hintergrund die Fäden zieht, für die Ultra-Tradis sind es Freimaurer.
Mittwoch, 28. September 2005 10:39
Benedikt: @ Marcel: Komplott Komplott
Was soll das schon heißen? Siri und Benelli haben sich 1978 gleich zweimal im Konklave blockiert, so
das keiner eine Chance hatte. Das das nicht unwahrscheinlich ist, können Sie im obigen Artikel nachlesen.
Der Begoglio-Block hätte nur standhaft sein müssen, dann wäre Ratzinger nie Papst geworden. Ist das
jetzt auch ein Komplott, dass der Block nicht standhaft blieb?
So etwas hat es vermutlich bei dutzenden und aberdutzenden Papstwahlen gegeben, dass ist ganz einfach das Wesen einer solchen Wahl. Siri hatte wohl viele Kardinäle hinter sich, aber offenbar nicht genug. Wenn man dann 4-5 mal abstimmt, ohne das sich etwas ändert, dann bedeutet das, dass der Kandidat nicht durchsetzbar ist. Oder wollen Sie wieder dreijährige Konklave, weil man sich nicht einigen kann?
Man sollte in diesen Dingen einmal auf dem Teppich bleiben, und nichts überinterpretieren. Führt im Endeffekt auch zu nichts.
So etwas hat es vermutlich bei dutzenden und aberdutzenden Papstwahlen gegeben, dass ist ganz einfach das Wesen einer solchen Wahl. Siri hatte wohl viele Kardinäle hinter sich, aber offenbar nicht genug. Wenn man dann 4-5 mal abstimmt, ohne das sich etwas ändert, dann bedeutet das, dass der Kandidat nicht durchsetzbar ist. Oder wollen Sie wieder dreijährige Konklave, weil man sich nicht einigen kann?
Man sollte in diesen Dingen einmal auf dem Teppich bleiben, und nichts überinterpretieren. Führt im Endeffekt auch zu nichts.
Mittwoch, 28. September 2005 08:23
Marcel: Kardinal Siri
Es gibt Indizien dafür, daß beim Konklave 1958 von außen manipiliert wurde. Wäre leider leider nicht
das erste Mal gewesen.
Paul Williams, ehemaliger FBI-Agent und damaliger Konklaven-Beobachter, schrieb in einem Buch, daß Kardinal Siri 1958 zum Papst gewählt, dann aber dazu gezwungen worden sei, die Wahl nicht anzunehmen.
Es gibt auch ein Interview mit Siri, in welchem er diese Möglichkeit andeutet.
In der Autobiographie „Meine Erfahrung mit der Kirche“ (1989) beschreibt P. Häring, wie scheinbar menschliche „Zufälle“ so folgenschwere Ereignisse wie die Papstwahl beeinflussen und entscheiden können. Obwohl Siri auch 1978 der Favorit und Wunschkandidat der großen Mehrheit der Kurienkardinäle war, galt für die modernistische Lobby ein Papst, der nach dem Konzil geäußert hatte: „hundert Jahre werden nicht genügen, um all die Fehler und Irrtümer Papst Johannes XXIII., Papst Pauls VI. und des Konzils wieder gutzumachen“, als postkonziliarer Super-GAU. Häring schreibt, wie mittels eines aufgesetzten Interviews mit Siri kurz vor dem Konklave dessen Wahl in letzter Sekunde verhindert wurde. Der Weg war frei für den Revolutionär Wojtyla.
Deutlicher findet diese Verhinderung Siris im italienischen Bestseller „Via col vento in Vaticano“ (1998/99) Erwähnung, den eine Gruppe hoher Prälaten der Kurie schrieb. Die Monsignores gehen deutlich weiter als Häring: daß es sich um ein Freimaurerkomplott gehandelt habe, der das Interview manipulierte und 1978 Siri als Papst verhinderte.
Paul Williams, ehemaliger FBI-Agent und damaliger Konklaven-Beobachter, schrieb in einem Buch, daß Kardinal Siri 1958 zum Papst gewählt, dann aber dazu gezwungen worden sei, die Wahl nicht anzunehmen.
Es gibt auch ein Interview mit Siri, in welchem er diese Möglichkeit andeutet.
In der Autobiographie „Meine Erfahrung mit der Kirche“ (1989) beschreibt P. Häring, wie scheinbar menschliche „Zufälle“ so folgenschwere Ereignisse wie die Papstwahl beeinflussen und entscheiden können. Obwohl Siri auch 1978 der Favorit und Wunschkandidat der großen Mehrheit der Kurienkardinäle war, galt für die modernistische Lobby ein Papst, der nach dem Konzil geäußert hatte: „hundert Jahre werden nicht genügen, um all die Fehler und Irrtümer Papst Johannes XXIII., Papst Pauls VI. und des Konzils wieder gutzumachen“, als postkonziliarer Super-GAU. Häring schreibt, wie mittels eines aufgesetzten Interviews mit Siri kurz vor dem Konklave dessen Wahl in letzter Sekunde verhindert wurde. Der Weg war frei für den Revolutionär Wojtyla.
Deutlicher findet diese Verhinderung Siris im italienischen Bestseller „Via col vento in Vaticano“ (1998/99) Erwähnung, den eine Gruppe hoher Prälaten der Kurie schrieb. Die Monsignores gehen deutlich weiter als Häring: daß es sich um ein Freimaurerkomplott gehandelt habe, der das Interview manipulierte und 1978 Siri als Papst verhinderte.
Dienstag, 27. September 2005 23:17
Athanasius: Wer die FBI-Dossiere kennt
weiss, dass bereits 1958 und 1963 Giuseppe Kardinal Siri gewählt wurde, aber durch das Verbrechen der Konklavensiegel und Einmischung auswendiger Organisationen gezwungen wurde den Tiara vorbei gehen zu lassen. Das gleiche geschah sicherlich 1963 noch mal mit dem selben Kardinal, und vielleicht sogar noch mal 1978 (2 x). Er war bei allen Wahlen damals Favorit. Und er galt als jüngster Kardinal und Erzkonservativer („Wir brauchen hunderte Jahre um die Vernichtung jenes Konzils von einigen Jahren gutzumachen“) bereits in den fünfziger Jahren als der erwählte Nachfolger von Pius XII. (vom Papste still favorisiert). Er starb 1989.
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