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Drei Elemente + Hamburger Konkordat + Wallfahrt für gute Ehepartner + Rebell will keine Rehabilitation + Grüße vom Stammtisch
Drei Elemente

Vatikan. Papst Benedikt XVI. ist gestern morgen aus Castelgandolfo in den Vatikan zurückgekehrt. Rund 30.000 Pilger begrüßten ihn bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz. Der Papst sprach über Psalm 134: „Darin treten drei wesentliche Elemente der gottesdienstlichen Feier des Alten Bundes hervor: die Einladung zum gemeinschaftlichen Lobpreis, das Bekenntnis der Größe Gottes und die Erinnerung an die Wohltaten, die der Herr aus Liebe zu seinem Volk vollbracht hat.“ Diese drei Elemente Lobpreis, Bekenntnis und Gedächtnis seien auch für die Liturgie des Neuen Bundes, der Kirche, prägend: „Sie haben die Aufgabe, die göttlichen Gaben wirksam zu vergegenwärtigen, Gott zu danken und ihn zu verherrlichen.“ Der Gottesdienst finde seinen Höhepunkt in der Eucharistie, dem Opfer Christi. Der Heilige Vater bat die Gläubigen, für die Bischofssynode über die Eucharistie zu beten, die am kommenden Sonntag beginnt.

Hamburger Konkordat

Deutschland. Der Staatskirchenvertrag von Hamburg wird voraussichtlich im kommenden November unterzeichnet. In dem Vertragswerk regeln die Katholische Kirche und die evangelischen Gemeinschaften ihre Beziehung zur Stadt. Der Hamburger Senat hat seit Februar mit den beiden Konfessionen verhandelt. Früchte der Gespräche sind die Aufwertung des Religionsunterrichts. Religion wird in staatlichen Schulen künftig ein ordentliches Schulfach sein. Weiters wird an der Universität Hamburg ein Lehrstuhl für Katholische Theologie und Religionspädagogik errichtet. Hamburg zählt neben Schleswig-Holstein, Berlin und Hessen zu jenen vier deutschen Ländern, die noch kein Konkordat mit der Katholischen Kirche geschlossen haben.

Wallfahrt für gute Ehepartner

Deutschland. Zum dritten Mal veranstaltet die Aktion „Gebet für die Familie“ am 27.-30. Oktober die beliebte Wallfahrt für gute Ehepartner zum Heiligen Antonius nach Padua. Als geistlicher Begleiter ist diesmal neben Pater Richard Pühringer auch der Geistliche Leiter des katholischen Hilfswerks ‘Kirche in Not’, Pater Hermann-Josef Hubka, mit dabei. Der Heilige Antonius gilt als Fürsprecher für Menschen, die den richtigen Ehepartner suchen. In Padua soll auch dafür gebetet werden, daß viele heilige Familien entstehen. Geistliche Impulse sollen dabei helfen. Die Teilnahme mit Busfahrt ab München und Unterkunft direkt neben der Wallfahrtskirche kostet 230 Euro.

Rebell will keine Rehabilitation

„Ich habe nie auf eine bestimmte Form der Rehabilitation Gewicht gelegt. Ich wollte und werde den Papst nicht um die Rückgabe der Missio Canonica bitten, da ich auch ohne sie eine anerkannte katholische Theologie betreiben kann, die ich aber niemandem als die einzig richtige katholische aufdränge.“

Der Tübinger Theologieprofessor Hans Küng sprach am Dienstag mit der ‘dpa’ über seinen Besuch bei Papst Benedikt XVI. Küng wurde 1979 die Lehrerlaubnis entzogen.

Grüße vom Stammtisch

Der bei Paris lebende österreichische Autor Peter Handke sprach kürzlich mit dem österreichischen Wochenmagazin ‘News’, um Reklame für ein neues Buch zu machen. Das Interview ist in der heutigen Donnerstagsausgabe von ‘News’ veröffentlicht. Der Schriftsteller glaubt darin, daß Johannes Paul II. „kein großer Papst“ gewesen sei: „Kein großer Mensch, sondern ein Herrenmensch“. Er habe gesehen, wie der Papst lateinamerikanische Befreiungstheologen niedergeschrieen habe: „Ihn heilig zu sprechen, finde ich den totalen Irrtum.“ Papst Benedikt XVI. sei sehr klug, aber – so Handke – es falle ihm schwer, einen „Hitlerjungen als Papst“ zu sehen: „Wäre ich wie er mit dem Kainszeichen herumgelaufen, hätte ich die Wahl abgelehnt. Warum hat er nicht Widerstand geleistet? Einer, der jetzt Papst wird, muß damals Widerstand geleistet haben.“ Da helfe kein rhetorisches Herumreden über die Versöhnung: „Ansonsten bin ich mit ihm total einverstanden, weil er sich wieder auf die Heilige Schrift konzentriert.“
      
4 Lesermeinungen
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#4   Ephasus   18:49:10 | Donnerstag, 29. September 2005
Stammtischinterview
@Benedikt
Handke: „Ich habe gesehen, wie er die lateinamerikanischen Befreiungstheologen niedergeschrien hat. Er hat den Ustascha-Kardinal Stepinac selig gesprochen und damit sein eigenes Urteil verkündet. Ihn heilig zu sprechen, finde ich den totalen Irrtum. Ratzinger ist sehr klug, aber mir fällt es schwer, einen Hitlerjungen als Papst zu sehen.“
Das ‘Ihn’ der als „irrtümlich“ gebrandmarkten Heiligsprechung scheint sich auf das vorausgehende „sein [Johannes Pauls] Urteil“ zu beziehen – also doch auf den Papst.
Lesenswert in dem Interview ist auch folgende Frage:
news: Gehen Sie in die Kirche?
Handke: Ja, in die russisch-orthodoxe, jeden Sonntag. Ich brauche die Messfeier, in der die Heilige Schrift vorgelesen wird. Und jetzt sage ich Ihnen ein großes Geheimnis: Ich gehe in die Messe, um nichts reden zu müssen. Nur hören und sehen, was passiert. Welche Leute zur Kommunion gehen, wie die ausschauen. Wie die Kinder grinsen, wenn sie mit der Hostie zurück kommen. Wie die Alten mit den Stöcken und den Trainingsanzügen, die einem auf der Straße verwahrlost vorkommen, in der Kirche knien und plötzlich ganz anders sind. Alles ändert sich. Das nennt man Verwandlung
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#3   Benedikt   11:05:33 | Donnerstag, 29. September 2005
Handke und Johannes Paul
„Ihn heilig zu sprechen halte ich für den totalen Irrtum“. Dumm nur, dass sich Handke offenbar auf den kroatischen Kardinal Stepinac bezogen hat.
Tztz
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#2   Marcel   10:13:19 | Donnerstag, 29. September 2005
Konkordat
Früchte der Gespräche sind die Aufwertung des Religionsunterrichts. Religion wird in staatlichen Schulen künftig ein ordentliches Schulfach sein.
Aufwertung? Meistens umgekehrt. Jüngst mußten wir unser Grundschulkind vom katholischen Religionsunterricht abmelden, weil das, was sie dort lernen, alles ist, nur nicht katholisch. Es ist hohler Unsinn und noch schlimmeres: gottlose Quasselstunde, Ringelreihe-Tänze, Mandala-Malen, atheistische Geschichten, „Gebete“ ohne daß das Wort Gott auch nur noch ein einziges Mal vorkommen würde, geschweige denn Jesus Christus (oder die Kirche), usw.
(Und dies nicht im protestantisierten Norden, sondern im angeblich katholischen Süden.)
Weiters wird an der Universität Hamburg ein Lehrstuhl für Katholische Theologie und Religionspädagogik errichtet.
Wer am schnellsten und sichersten seinen teilweise vorhandenen Glauben verlieren möchte, sollte Theologie an einer Universität studieren. Frage man Prof. May.
Hamburg zählt neben Schleswig-Holstein, Berlin und Hessen zu jenen vier deutschen Ländern, die noch kein Konkordat mit der Katholischen Kirche geschlossen haben.
Das mit dem „Führer“ abgeschlossene Konkordat hat einen entscheidenen Beitrag dazu geleistet, daß die katholische Kirche in Deutschland geistlich ausgehölt werden konnte. Man hat sie in ein goldenes Käfig gesetzt. Nun ist nur noch die Hülle da und diese implodiert gerade (vgl. steigende Zahl der Abstoßung von Kirchengebäuden).
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#1   Niclaas   08:11:10 | Donnerstag, 29. September 2005
Peter Handke
Äußerungen wie diese machen deutlich, wie total überschätzt dieser Autor in den Literaturkreisen wird. Ein aufgeblasenes Ego mit geringer realitätsbezogener Substanz. Gerade diese dreiste Dummheit hat Handke ursprünglich und seitdem ins Gespräch gebracht. Seitdem bewundern alle des Kaisers neue Kleider …
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