14:17:54 | Freitag, 30. September 2005
Kürzlich ließ die Bochumer Stadtkirche verlauten, daß die Marienkirche in Bochum-Mitte nun doch nicht abgerissen werden. Doch der ‘Förderverein’, der sich seit Jahren für das Gotteshaus einsetzt, traut der frohen Botschaft nicht.
(kreuz.net, Bochum) Die Nachricht, daß die Marienkirche in Bochum-Mitte offenbar doch nicht abgerissen
werde, sei zunächst erfreulich:
„Doch aus Erfahrung klug geworden, kann der Förderverein dieser Nachricht
noch keinen Glauben schenken.“
Das erklärte der ‘Förderverein Pro Marienkirche Bochum-Mitte’ in einer
gestrigen Stellungnahme.
Der von Propst Hermann-Joseph Bittern veranlaßte
Ausbau der Chorfenster würde
eine andere Sprache sprechen.
Das sei ein grober Verstoß gegen den auferlegten Bestandschutz. Müssen
erst enorme Wasserschäden auftreten, bis die Stadt endlich etwas dagegen unternimmt? – fragt sich der
‘Förderverein’.
Man bekomme den Eindruck, daß Propst Bittern im Vergleich zu einem Normalbürger einen
rechtlichen Sonderstatus genieße.
Der Verbleib der verschwundenen Stiftungsurkunde der Stifterfamilien,
die das Grundstück im 19. Jahrhundert für den Bau einer Kirche schenkten, sei ebenfalls immer noch ungeklärt.
Der ‘Förderverein’ verweist auch darauf, daß man sich bis in jüngster Zeit intensiv um einen Abbruch
der Kirche bemüht habe.
Das sei erst Mitte des Jahres auf der von der CDU veranstalteten Podiumsdiskussion
über die Zukunft der Marienkirche sichtbar geworden.
Damals stand der kirchliche Vorschlag im Raum,
auf dem Grund der abgerissenen Marienkirche ein Altenheim zu bauen.
Mitarbeiter des Altenheims seien
von den Entscheidungsträgern offensichtlich massiv unter Druck gesetzt worden, um während der Diskussion
lauthals grölend für einen schnellen Abriß des Gotteshauses einzutreten.
Diese Protestler dürften
sich nach den jetzigen Neuigkeiten seitens der Stadtkirche – so der ‘Förderverein’ – „verschaukelt und
an der Nase herumgeführt vorkommen“.
Darum erklärt der ‘Förderverein’, daß er der jüngsten Nachricht
erst Glauben schenken könne, wenn schriftlich vorliege, daß das stadtbildprägende Gotteshaus in seiner
Gesamtheit nicht abgerissen werde.
Solange das nicht der Fall sei, werde man weiterhin öffentlich für
den Erhalt der zweitältesten katholischen Kirche Bochums eintreten.
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