10:51:40 | Sonntag, 2. Oktober 2005
Bespitzelter Papst + Keine Ausreise + Unerlaubte Messe + Man schweigt + Verfassungsklage + Ein neuer Gerichtstermin
Bespitzelter PapstDeutschland. Papst Benedikt XVI. soll ab 1974 vom DDR-Ministerium für Staatssicherheit
bespitzelt worden sein. Dies berichtet die ‘Bild am Sonntag’. Sie beruft sich dabei auf Akten der für
Stasi-Unterlagen zuständigen Birthler-Behörde. Die Stasi habe nach belastenden Dokumenten des nunmehrigen
Papstes im Zusammenhang mit dem Dritten Reich gesucht. Die mindestens acht DDR-Spitzel seien dabei jedoch
nicht fündig geworden. Bislang ist die Identität zweier Spione bekannt. Papst Benedikt XVI. gilt als
einer der schärfsten Gegner des Kommunismus.
Keine AusreiseVatikan. Den
vier chinesischen Bischöfen,
die an der Weltbischofssynode in Rom teilnehmen sollten, wurde bisher die Ausreise verweigert. Dies berichtete
der italienische Nachrichtendienst ‘asianews’. Drei von ihnen sind Vertreter der schismatischen ‘Patriotischen
Vereinigung’, die vom kommunistischen Regime kontrolliert wird. Ein Bischof gehört der romtreuen Untergrundkirche
an. Von Seiten der chinesischen Behörden gibt es keine offizielle Begründung für die Maßnahme des
Regimes.
Unerlaubte MesseSchweiz. Der ehemalige
Pfarradministrator von Röschenz hat gestern abend –
trotz Entzugs der Missio canonica – in seiner ehemaligen Pfarrei eine illegale Heilige Messe gelesen.
Laut der ‘Basler Zeitung’ war die Kirche überfüllt. Am Ende des Gottesdienstes bedankte sich Sabo bei
seinen Anhängern. Zur Tatsache, daß nicht mehr er Pfarradministrator in Röschenz sei, erklärte er
selbstsicher: „Röschenz hat einen Pfarrer. Es braucht keine drei Pfarrer.“ Der Bischof von Basel, Mons.
Kurt Koch, entzog dem Priester Franz Sabo per 30. September die kirchliche Beauftragung. An seiner Stelle
wurden für die Pfarrei zwei neue Priester ernannt.
Man schweigtDeutschland. Der Erzbischof von Berlin,
Georg Kardinal Sterzinsky, hat den Deutschen Bundestag aufgerufen, das Abtreibungsgesetz des Landes zu
überprüfen. Der seit zehn Jahren geltende Paragraph 218 des Strafgesetzbuches schütze das Lebensrecht
des ungeborenen Kindes nicht wirksam genug, meinte der Kardinal am Samstag im ‘Rundfunk Berlin-Brandenburg’.
Seit 1995 seien offiziell 1,3 Millionen Kinder im Mutterleib getötet worden. Laut Schätzungen müssen
dieser Zahl weitere 1,2 Millionen nicht gemeldete Kinderabtreibungen hinzugefügt werden. Etwa jedes vierte
deutsche Kind falle der Abtreibung zum Opfer, so Kardinal Sterzinsky. In der Öffentlichkeit würde diese
erschreckende Entwicklung kaum wahrgenommen oder diskutiert. Vielmehr gelte die Kinderabtreibung in weiten
Teilen der Gesellschaft quasi als „Spätverhütung“. Deswegen könne von einem wirksamen rechtlichen Schutz
des ungeborenen Menschen keine Rede sein.
VerfassungsklageSpanien. Die oppositionelle ‘Volkspartei’
hat in Spanien drei Monate nach der
staatlichen Anerkennung des Homo-Konkubinats dagegen eine Verfassungsklage
eingebracht. Das Homo-Konkubinat „entstellt die Natur der Ehe als soziale und juristische Institution“,
heißt es in der Klageschrift. Sie wurde am Freitag dem Obersten Gericht von Spanien zugestellt. Seit
Anfang Juli ließen nur etwa 600 Homos ihr Konkubinat staatlich anerkennen. Zuvor versuchten die Kirche
und zahlreiche Bürgerinitiativen vergeblich, die Abwertung der Familie durch die herrschenden Sozialisten
zu vereiteln.
Ein neuer GerichtsterminUSA. Der Priester Gerald Robinson wird am 17. April 2006 vor
Gericht erscheinen müssen. Der Geistliche gehört zur Diözese Toledo im Bundesstaat Ohio im Nordosten
der USA. Er ist angeklagt, in der Osterwoche des Jahres 1980 die Ordensschwester Margaret Ann Pahl ermordet
zu haben. Der Leichnam der Klosterfrau wurde in einer Spitalkapelle von Toledo gefunden. Die Schwester
war erwürgt worden und wies Stichwunden auf. Der Diözesanbischof hat den Priester vorübergehend beurlaubt.
Der Geistliche kann auf die Unterstützung vieler Gläubiger zählen. Diese bezahlten für ihn auch eine
Kaution von umgerechnet 470.000 Euro. Darum befindet sich der Priester gegenwärtig auf freiem Fuß.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#1
methusalix † 19:58:14 | Sonntag, 2. Oktober 2005