07:29:14 | Montag, 3. Oktober 2005
Heute am 3. Oktober feiert Pater Andreas Hönisch SJM seinen 75. Geburtstag. Trotz des nachkonziliären Zusammenbruchs gelang ihm in Deutschland der Aufbau eines blühenden Jugendapostolates.
(kreuz.net) Andreas Hönisch wurde am 3. Oktober 1930 in Habelschwerdt in Schlesien geboren und dort am
12. Oktober getauft. Die Stadt heißt heute auf polnisch Bystrzyca Klodzka.
Die Volksschule besuchte
er in Langenau – Grafschaft Glatz. Anschließend wechselte er für drei Jahre an das altsprachliche Gymnasium
der Stadt.
Langenau heißt heute auf polnisch Dlugopole Zdroj.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs
wurde die Familie Hönisch enteignet und aus ihrer Heimat zuerst nach Ostfriesland vertrieben.
Im Westen
setzte der junge Hönisch sein Gymnasialstudium bei den Jesuiten im Aloisiuskolleg in Bad Godesberg bei
Bonn fort.
Nach dem Abitur trat er 1952 in die Gesellschaft Jesu ein. Er absolvierte sein Noviziat unter
der Leitung von Pater Otto Pies SJ auf dem Jakobsberg bei Bingen am Rhein.
Von dort wechselte der junge
Jesuit im Jahr 1954 ins österreichische Tisis bei Feldkirch, direkt an der Schweizer Grenze. Dort begann
er sein Juniorat.
Das Juniorat ist bei den Jesuiten die Ausbildungszeit, die auf das Noviziat folgt.
Von Ende 1954 an bis 1957 studierte Hönisch Philosophie in Pullach bei München.
Danach reiste er in
die Philippinen und vertiefte in Manila seine englischen Sprachkenntnisse.
Anschließend besuchte er
von 1958 bis 1960 die Sprachschule in Yokosuka in Japan.
Auf der von den Jesuiten geführten ‘Sophia
Universität’ in Kojimachi in Tokio dozierte er sodann zwei Monate lang Englisch und Deutsch. Doch aus
gesundheitlichen Gründen mußte er wieder in die deutsche Heimat zurückkehren.
In Deutschland studierte
er von 1960 bis 1964 an der Jesuitenfakultät in Sankt Georgen bei Frankfurt Theologie.
1963 wurde er
vom Erzbischof von Berlin, Alfred Kardinal Bengsch, zum Priester geweiht.
Von 1964 bis 1965 absolvierte
er in Paray-le-Monial sein Tertiat. Der Ort befindet sich im Burgund. Das Tertiat ist eine im Jesuitenorden
übliche dritte Ausbildungsphase.
Anschließend wurde Pater Hönisch als Jugendseelsorger und Religionslehrer
an das Rathenau-Gymnasium nach Berlin berufen.
Von 1966 bis 1977 war er in Gießen in der Pfarrei St.
Albertus elf Jahre lang Kaplan. Gießen befindet sich 50 km nördlich von Frankfurt am Main.
1976 gründete
er zusammen mit dem Oberstudiendirektor Günther Walter die
‘Katholische Pfadfinderschaft Europas’ (KPE),
um dem Niedergang katholischer Jugendarbeit entgegenzuwirken.
Er war von Anfang an auch Bundeskurat bei
der KPE.
Ein Jahr später wechselte er nach Langen in Hessen, wo er bis 1981 als Religionslehrer am Gymnasium
tätig war. Langen befindet sich 15 km südlich von Frankfurt am Main.
Seine erfolgreiche katholische
Jugendarbeit brachte den Jesuiten schon bald in Konflikt mit seinem Orden. Schließlich wurde der eifrige
Pater deswegen aus der Gesellschaft Jesu ausgeschlossen.
Bischof Josef Stimpfle inkardinierte ihn als
Weltpriester in die Diözese Augsburg.
1988 gründete Pater Hönisch in Mussenhausen – Diözese Augsburg –
eine neue Ordensgemeinschaft, die
‘Servi Jesu et Mariae’ (SJM).
Der junge und aufstrebende Orden ist
eine neojesuitische Gründung im Geist des heiligen Ignatius von Loyola.
Mit der Ankunft eines neuen
Bischofs von Augsburg im Jahre 1993 begann die Diözesanleitung immer mehr gegen den jungen Orden zu arbeiten.
Die Servi Jesu et Mariae mußten schließlich ihre Niederlassung in Mussenhausen verlassen und fanden
in Blindenmarkt – 55 km östlich von Linz – Unterschlupf. Dort ist der Orden noch heute ansässig.
Die
Gemeinschaft wurde im Jahre 1994 als Kongregation päpstlichen Rechtes anerkannt.
Mitglieder des Ordens
arbeiten in deutschen und österreichischen Pfarreien sowie in Kasachstan, Albanien, Rumänien, der Ukraine
und Frankreich. Neben der Pfarrseelsorge bietet die Gemeinschaft Exerzitien, religiöse Bildungskreise
und Katechesen an.
Sie ist auch in der Kinder- und Jugendarbeit engagiert, führt ein Internat in Norddeutschland
und begleitet die Gruppenarbeit der ‘Katholischen Pfadfinderschaft Europas’.
Der Orden ist auch im Lebensschutz
und Presseapostolat tätig und führt einen eigenen philosophisch-theologischen Lehrbetrieb.
Pater Hönisch
ist der gegenwärtige Generalobere.
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#9
esra 11:54:41 | Dienstag, 4. Oktober 2005
#2
Marcel 10:04:33 | Montag, 3. Oktober 2005
#1
Justus 09:07:05 | Montag, 3. Oktober 2005