17:53:04 | Montag, 3. Oktober 2005
Im Frühjahr diesen Jahres kam es zu einem Eklat zwischen dem Bistum Würzburg und dem in der Diözese ansässigen ‘Initiativkreis’. Letzterer hat sich nun vor dem Bischof auf die Knie geworfen.
(kreuz.net, Würzburg)
Ein siebenmonatiger Streit zwischen dem Bistum Würzburg und dem dortigen ‘Initiativkreis’
scheint beigelegt.
Der ‘Initiativkreis katholischer Laien und Priester’ von Würzburg nennt sich ‘Liborius-Wagner-Kreis’.
Er wurde 1997 gegründet und ist ein eingetragener Verein.
Im Kreis ergreifen nach eigenen Angaben „glaubens-
und kirchentreue Katholiken die Initiative für die Verbreitung der Lehre der katholischen Kirche in Übereinstimmung
mit dem Lehr- und Hirtenamt des Papstes und der mit ihm verbundenen Bischöfe“.
Der Vorsitzende des Diözesanrates,
Norbert Baumann, hatte den ‘Initiativkreis’ im März des „Denuntiantentums“ bezichtigt.
Es sei verwerflich,
Gottesdienste zu besuchen, um zu beobachten, ob die liturgischen Vorgaben eingehalten würden: „Die Art
und Weise dieses Sammelns von Informationen ist eines Christen nicht würdig.“
Der ‘Diözesanrat’ ist
das oberste Laiengremium eines Bistums in Deutschland.
Der Bischof von Würzburg, Mons. Friedhelm Hofmann,
hatte dieselben Verdächtigungen wie sein Diözesanratsvorsitzender ausgesprochen.
Nun seien Voraussetzungen
für konstruktive Gespräche geschaffen worden, heißt es in einer Pressemeldung der Diözese.
Am Freitag
veröffentlichte der Bischof von Würzburg, Mons. Friedhelm Hofmann, anlässlich der Herbstvollversammlung
des Diözesanrates Auszüge aus einem Brief des ‘Liborius-Wagner-Kreises’.
Das Schreiben des Kreises
trägt das Datum vom 23. August und ist an den Bischof adressiert.
Darin nimmt der Initiativkreis eine
frühere Erklärung zurück, wonach der Vorsitzende des Diözesanrates „wenig glaubwürdig“ gehandelt
habe.
In einer Stellungnahme hatte der ‘Liborius-Wagner-Kreises’ kritisiert, daß auf der Frühjahrsvollversammlung
des diözesanen Laiengremiums über Mitchristen hergezogen worden sei:
„Angesichts dieses Umgangs mit
den Gläubigen des ‘Liborius-Wagner-Kreises’ wirkt es wenig glaubwürdig, wenn der Diözesanratsvorsitzende
Norbert Baumann auf der Versammlung an die Fairneß im Umgang miteinander appellierte und zur Vermeidung
von Konfrontationen aufrief.“
In einem Schreiben des Bischofs vom 28. Juli sei klargestellt worden –
so der nun veröffentlichte Antwortbrief an den Bischof –, daß sich Herr Baumann im Frühjahr dafür
stark gemacht habe, die Gespräche mit dem Initiativkreis nicht abreißen zu lassen.
Baumann habe sich
bemüht, den aufgetretenen Emotionen ihre Spitze zu nehmen, erklärte der Initiativkreis im Brief: „Der
Vorwurf der Unglaubwürdigkeit kann in Kenntnis dieser Umstände gegen Herrn Baumann nicht erhoben werden.“
Es sei richtig – so der Liborius-Wagner-Kreis –, daß man nicht übereinander, sondern miteinander reden
soll, wie Herr Baumann seinerzeit ausgeführt habe. „Wir sind daher gerne und ohne jede Vorbedingung zu
einem klärenden Gespräch bereit.“
Bischof Hofmann erklärte, daß einige Äußerungen des Diözesanrates
zum Teil zu schroffen Reaktionen und auch zu Anschuldigungen gegenüber dem ‘Initiativkreis’ geführt
hätten. Dabei seien die Äußerungen des Diözesanrates von der berechtigten Sorge über den innerkirchlichen
Umgangsstil getragen gewesen.
Bischof Hofmann zeigte sich froh über die „Verständigungsbereitschaft“
des Initiativkreises.
Er bedankte sich beim Vorsitzenden des diözesanen Laiengremiums für seine zugleich
klare wie auch vermittelnde Haltung in dieser Kontroverse.
Gerade bei unterschiedlichen Meinungen sei
ein offener, ehrlicher und deshalb glaubwürdiger Umgangsstil unter Christen notwendiger denn je.
Bischof
Hofmann und Diözesanratsvorsitzender Baumann haben ihrerseits die
Bezichtigungen des Denunziantentums
nicht zurückgenommen.
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#4
zwobbel 07:46:12 | Dienstag, 4. Oktober 2005
#3
Don Carlos 22:45:38 | Montag, 3. Oktober 2005
#2
Yersinia 20:02:35 | Montag, 3. Oktober 2005
#1
roemkath 18:24:42 | Montag, 3. Oktober 2005