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Geheimes Interview + Boxerhund mit Schuhgröße 36 + Töten statt Erziehen + Mutter Teresas Schwestern nach China? + Der Millionenhut + Eine Erklärung
Geheimes Interview

Italien. Gestern erschien in der Turiner Tageszeitung ‘La Stampa’ ein bisher nicht publiziertes Interview mit Papst Johannes Paul II. Das Gespräch mit dem bekannten Journalisten und Europa-Abgeordneten Jas Gawronski war am 11. Oktober 1988 bei einem Abendessen im Vatikan aufgezeichnet worden. Am darauffolgenden Tag habe ein Mitarbeiter des Papstes gebeten, das Interview nicht zu veröffentlichen. „Das Interview ist in all diesen Jahren geheim geblieben“, berichtete Gawronski. Johannes Paul II. äußert sich darin über den Kommunismus: „Sogar die afrikanischen Länder versuchen heute die Sowjets und ihre Ideologie los zu werden. Sie wollen nichts mehr von der Ineffizienz und der Unproduktivität dieses Systems wissen.“ Perestrojka bedeute vor allem eines: „Wie man aus diesem System aussteigen kann.“

Boxerhund mit Schuhgröße 36

USA. US-Präsident George W. Bush hat seine langjährige Vertraute und persönliche Rechtsanwältin Harriet Miers (60) für die frei gewordene Stelle am Obersten Gerichtshof vorgeschlagen. Die Texanerin soll die Juristin Sandra Day O’Connor ablösen. Frau Miers arbeitete bereits in Texas für den gegenwärtigen Präsidenten. Von dort zog sie mit ihm als Rechtsberaterin ins Weiße Haus. Sie gilt als hervorragende Anwältin, hat jedoch als Richterin keine Erfahrung. Bush bezeichnete sie einmal als „Boxerhund mit Schuhgröße 36“. Frau Miers gilt nicht als sehr überzeugte Verfechterin der Lebensrechte der Ungeborenen. Die Bedeutung der Neubesetzung erklärt sich aus dem Stellenwert, den das höchste Gericht der USA besitzt. In kaum einem anderen Land üben die Richter einen derart aktiven Einfluß auf Politik und Gesetzgebung aus.

Töten statt Erziehen

Deutschland. Neun von zehn in Deutschland gemeldete Abtreibungen werden vom Steuerzahler finanziert. Das kostet die Bundesländer jährlich 40 Millionen Euro. Die Zahlen stammen vom Osnabrücker Sozialwissenschafter Prof. Manfred Spieker. Spieker sprach bei einem Symposium in Berlin. Das Symposium wurde am vergangenen Freitag vom Bundesverband ‘Lebensrecht’ zum zehnten Jahrestag seit Inkrafttreten des Abtreibungsparagraphen 218 veranstaltet. Der Bundesverband Lebensrecht ist ein überkonfessioneller Zusammenschluß verschiedener deutscher Lebensrechtsgruppen mit Sitz in Berlin. „Sozialhilfe zwecks Tötung eines Kindes ist leichter zu bekommen als Sozialhilfe zum Aufziehen eines Kindes“, kritisierte der Sozialwissenschafter.

Mutter Teresas Schwestern nach China?

Indien. Die vom kommunistischen Regime kontrollierte Staatskirche ‘Patriotische Vereinigung’ hat im vergangenen April die ‘Missionarinnen der Nächstenliebe’ gebeten, ein Haus in China zu eröffnen. Die ‘Missionarinnen der Nächstenliebe’ sind eine Gründung von Mutter Theresa von Kalkutta. Sollten die Verhandlungen positiv verlaufen, wäre das die erste offizielle Niederlassung eines katholischen Ordens in der Volksrepublik China seit Beginn der Diktatur von Mao Tse-Tung im Jahre 1949. Im Gespräch mit der italienischen Nachrichtenagentur ‘asianews’, erklärte die Nachfolgerin von Mutter Teresa, Schwester Nirmala Joschi, daß sie sich über das Angebot freue. Sie bewerte die Initiative als einen weiteren Schritt Chinas, sich diplomatischen Verhandlungen mit dem Vatikan zu öffnen. Mutter Teresa sei selber dreimal in China gewesen und habe um Niederlassungen in der Volksrepublik gebeten. Einmal habe ihr ein Parteigenosse erklärt, daß es in China keine Armen gebe.

Der Millionenhut

Deutschland. In Königstein bei Frankfurt am Main wurde kürzlich das Pater-Werenfried-Zentrum eröffnet. Es umfaßt vier Räume. Sein Herzstück ist das unberührt gebliebene Arbeitszimmer des im Januar 2003 verstorbenen Gründers des Hilfswerkes ‘Kirche in Not’. Das Zentrum bietet einen Film und eine Video-Präsentation über Pater Werenfried. Zu den interessantesten Exponaten gehören der berühmte „Millionenhut“, mit dem der wortgewaltige Niederländer im Lauf seines Lebens mehr als drei Milliarden Euro für die verfolgte und bedrängte Kirche in mehr als 140 Ländern der Erde gesammelt hat.

Eine Erklärung

Die Bischofssynode ist eine von Papst Paul VI. († 1978) eingeführte kirchliche Einrichtung. Sie soll – so Paul VI. bei einem Angelusgebet im Herbst 1974 –, die Einheit und Zusammenarbeit der Bischöfe der ganzen Welt mit dem Apostolischen Stuhl fördern. Dazu solle die Lage der Kirche gemeinsam studiert werden, um einträchtige Lösungen von Fragen zu finden, welche die Sendung der Kirche betreffen: „Die Bischofssynode ist kein Konzil, kein Parlament, sondern eine Synode besonderer Art.“
      
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