Priester will nicht gehen – Bischof findet eine Lösung
Der Bischof der Diözese Norwich im US-Bundesstaat Connecticut fand einen Ausweg, um einem widerspenstigen Priester den Weg in die Wüste zu weisen.
(kreuz.net) Ein langer Disput zwischen einem Priester und seinem Bischof ist zuende. Das berichtete die
Tageszeitung ‘Journal-Inquirer’ am Sonntag auf ihrer Webseite.
Norwich befindet sich im US-Bundesstaat
Connecticut im Nordosten der USA. Connecticut ist ein Teil von Neuengland.
Der aus Tansania stammende
Priester Justinian B. Rweyemamu lag mit seinem Bischof schon seit April 2004 im Streit.
Damals wurde
der Priester bei einer Beförderung übergangen und behauptete daraufhin, daß dies aus rassistischen
Gründen geschehen sei.
Der Bischof von Norwich, Mons. Michael Cote (56), widersprach dieser These heftig.
Er erklärte aber, daß es Klagen wegen der Predigten des Priesters und wegen privater – angeblich karitativer –
Geldsammlungen gegeben habe, die von ihm organisiert wurden.
Der Streit eskalierte.
Schließlich forderte
der Bischof den Weggang von Pfarrer Rweyemamu.
Seit Jahresbeginn habe er ihn dreimal aufgefordert, die
Pfarrei zu verlassen und das Pfarrhaus zu räumen, heißt es in einer bischöflichen Stellungnahme.
Doch
der rebellische Priester widersetzte sich.
Darum versuchte der Bischof auch mit rechtlichen Mitteln gegen
den Priester vorzugehen. Doch das mißlang.
Im Frühjahr lehnte das Oberste Gericht des US-Bundesstaates
Connecticut den Antrag des Bischofs ab, den Priester mit Gewalt aus dem Pfarrhaus zu jagen.
Dort lebte
der Priester inzwischen auch ohne Lohn. Doch Rweyemamu hielt sich mit staatlichen Arbeitslosengeldern
über Wasser und appellierte bei der Kleruskongregation gegen die Entscheidung des Diözesanbischofs.
Der Appell wurde abgelehnt.
Um das Problem zu lösen, griff der Bischof vor einigen Tagen zu ungewöhnlichen
Mitteln.
Als der abgesetzte Pfarrer Rweyemamu am Samstag abend von einer Einladung in sein Pfarrhaus
zurückkehrte, konnte er die Eingangstüre nicht öffnen: Die Schlösser waren ausgewechselt und seine
Habe aus dem Haus entfernt worden.
„Ich bedaure es, daß er mir keine andere Wahl gelassen hat“, erklärte
der Bischof diesen Schritt.
Der Priester verbrachte die Nacht im Haus von Freunden.
Er erschien am vergangenen
Sonntag morgen mit einigen Anhängern vor der Kirche. Doch private Sicherheitskräfte hinderten ihn, das
Gotteshaus zu betreten.
„Man hat mir erklärt, daß ich die Kirche Gottes nicht betreten dürfe“, erklärte
Rweyemamu: „Ich kann nicht einmal hineingehen, um zu beten.“
Rweyemamu hat den Bischof zwischenzeitlich
wegen Verleumdung und Diskriminierung angezeigt.
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7 Lesermeinungen
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„die vermutliche Originalfundstelle „ wiederum weißt du es nicht sicher! ja, es kann tatsächlich so
sein und nach unseren alltäglichen Erfahrungen mit Medien wird es wohl auch so gewesen sein – aber wie
gesagt: es ist „die vermutliche Originalfundstelle“
@ Yersinia: kreuz.net hat jedenfalls richtig übersetzt Das zeigt die vermutliche Originalfundstelle von
Journal Inquirer „Father Justinian story – Locked out: Bishop bars priest from rectory; his car, belongings
missing“ www.journalinquirer.com/site/news.cfm?newsid=1532094… vom 3. Oktober 2005. Dort kommen auch
Kritiker zu Wort. Rom hat dem Bischof jedenfalls Recht gegeben. Die Absetzung hat mit „Rassismus“ aber
schon gar nichts zu tun!
#5 Yersinia 18:41:34 | Donnerstag, 6. Oktober 2005
@evelin: „scheint ja ein besonderes „Früchtchen“ zu sein“ aber nichts Genaues weiß man nicht, oder? –
aber ein Artikel genügt, um zu ver-urteilen; wobei umgekehrt natürlich nicht ausgeschlossen ist, dass
der Priester „daneben“ ist, der Bericht völlig zutrifft; es ist nur eigenartig, gleich zu vermeinen,
man wüßte Bescheid – wo man doch nur eine Geschichte gelesen hat!
Quantität und Qualität Es zeigt sich einmal mehr, daß nicht die Quantität der Priester „zählt“, sondern
die Qualität. Einer der Vorzüge der FSSPX übrigens, aber darum soll es mir nun gar nicht gehen. Als
ein schweizer FSSPX-Priester an Pfingsten 2000 in London einen Vortrag hielt, sagte der anwesende Michael
Davis: „Wissen Sie, hier in England gibt es noch eine Million praktizierende Katholiken. Aber jährlich
geben 50.000 die religiöse Praxis auf.“ Bei einer Million macht das 20 Jahre, dann gibt es keinen praktizierenden
Katholiken mehr in England. Eine Milchmädchenrechnung, die dennoch die Richtung weist. Davies weiter:
„Wissen Sie, Rom sieht die Dinge so: ‘Hier in Europa geht es zwar abwärts, aber schauen Sie nach Asien,
nach Afrika! Da gibt es viele Berufungen, Priesterzuwachs usw.’ Aber wie sind diese Leute vorbereitet
auf ihr priesterliches Amt, was für eine innere Kraft haben sie?“ Der Priester erwähnt dann, daß in
den Schweizer Massenmedien damals offen darüber diskutiert wurde, daß ungefähr 50% der Priester in
der Schweiz im Konkubinat leben, und ergänzt, daß es in Afrika bei weitem mehr sind: Michael Davies
nannte ihm eine Prozentzahl – und er ist ein Mann, ein Historiker, der nicht einfach ins Blaue hineinredet,
sondern von Tatsachen ausgeht, die ihm bekannt sind –, Davies sprach von 90%. Es geht hier nicht einmal
um das Konkubinat, sondern um die Tatsache, daß solche Priester nichts taugen. Sie gesunden die Kirche
und die Gläubigen nicht, sondern schaden ihnen.
Pfarrer Rweyemamu scheint ja ein besonderes „Früchtchen“ zu sein. Mit Verleumdungen („Rassismus“) ist
der scheinbar schnell zur Hand. Scheinheiligkeit gehört auch zu seinem Metier (man hat mir gesagt, ich
darf nicht in das Gotteshaus hinein). „Tragisch“, wenn es ihm ums Gebet geht, kann er woanders beten,
dazu braucht er nicht einmal Anhänger… Ein Skandal ist die Untätigkeit der amerikanischen Gerichte –
sie zwingen den Eigentümer einer Dienstwohnung (nichts anderes ist die Wohnung des Pfarrers) zu Selbsthilfemaßnahmen.
Wenn ein Ex-Beamter seine Dienstwohnung nicht räumen wollte, wären die US-Gerichte da auch untätig?
Der Gatte der Evelin
#1 Rosa von Lima 16:01:52 | Mittwoch, 5. Oktober 2005
Sabo – ebenfalls rauswerfen? Dieses Verfahren könnte auch im Fall von Röschenz angewandt werden. Aber
leider wohnt Sabo nicht im Pfarrahaus, sondern in einer WG.