Frauenordination
Keine Diskussion über Frauenpriesterinnen
Der Erzbischof von München hat gestern eine umstrittene Diskussion mit noch umstritteneren Veranstaltern verboten. Sie hätte im Saal einer katholischen Pfarrei stattfinden sollen.
(kreuz.net, München) Ein für gestern Abend geplanter Diskussionsabend über ein katholisches Thema konnte nicht am angekündigten Ort stattfinden.

Das berichtet die Homepage der Erzdiözese München und Freising.

Angekündigt war ein Informations- und Diskussionsabend zum Thema „Gottes selbstbewußte Töchter – Priesterinnen in der katholischen Kirche“.

Der Anlaß wurde vom ‘Puchheimer Podium’ organisiert. Dieses arbeitet im Landkreis Fürstenfeldbruck im Bereich der Erwachsenenbildung.

Puchheim liegt rund 15 km westlich von München.

Als besonderer Leckerbissen war geplant, Gottes selbstbewußten Töchtern im Saal der katholischen Pfarrei St. Josef zu Puchheim ein Podium zu geben.

Doch der Erzbischof von München bekam in letzter Minute Wind von der Sache und machte den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung.

Die Erzdiözese entnahm nämlich der Ankündigung der Veranstaltung in der Presse, daß die Veranstalter aus dem Dunstkreis der sieben Frauenpriesterinnen vom Donauschiff stammten.

Diese hätten im Juni 2002 vom exkommunizierten Gründer einer sektiererischen und schismatischen Gruppe eine angebliche „Priesterinnenweihe“ erhalten, heißt es auf der Homepage des Erzbistums.

Es wird dort auch darauf hingewiesen, daß die besagten Damen durch ein Dekret der Römischen Glaubenskongregation wegen ihres Vergehens und weil sie trotz eines Mahnschreibens nicht umkehrten, im Juli 2002 exkommuniziert worden sind.

Zwei der Frauen behaupten inzwischen von sich, zu angeblichen Bischöfinnen ordiniert worden zu sein. Sie würden jetzt selber Frauenweihen vornehmen.

Einer solchen Gruppe könne im Pfarrsaal einer katholischen Pfarrei kein Raum geboten werde.

„Nach der für Veranstaltungen in Pfarrsälen katholischer Pfarreien geltenden Ordnung dürfen dort grundsätzlich keine Veranstaltungen stattfinden, die gegen Glaube und Lehre der katholischen Kirche verstoßen“, heißt es auf der Homepage.
      
14 Lesermeinungen
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#14   Elendester Sünder   12:04:11 | Freitag, 7. Oktober 2005
Bibeltreue
Alisa meint, daß die Praxis, nicht die Lehre der Kirche, in einzelnen Gemeinden (z.B. das Predigen von Weibern) der Bibel widerspricht („Das Weib hat in der Kirche das Maul zu halten!“).
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#13   Römisch-Katholisch   11:57:19 | Freitag, 7. Oktober 2005
@alisa
Welche Lehren der katholischen Kirche widersprechen denn der Bibel? Nennen Sie mir nur eine. Es ist doch klar: Ursprünglich war nur die katholische Kirche. Im Verlaufe der Jahrhunderte haben sich die anderen Konfessionen von ihr abgespalten. Hinter diesen Gründungen steht immer ein Mensch (Luther, Zwingli…), denen irgendwas nicht passte und die danach etwas Eigenes gründeten. Aber das Wesentliche, nämlich das Altarsakrament, mit Christus, der sich uns selber schenkt, wurde verschmäht.
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#12   Alisa   11:18:24 | Freitag, 7. Oktober 2005
Frauenpriesterinnen
Leider hat die kath. Kirche Lehren, die sich mit der Bibel widersprechen. Es ist erfreulich, dass sie sich gegen Abtreibung, Homo-Ehen, usw., aussprechen. Auch ist es gemäss der Bibel richtig, dass die Frau in der Gemeinde schweigen soll. Ich bin in einer Freikirche. Auch hier handhabt man das so. Eine Frau kann eigentlich alles tun, auch Ämter übernehmen. Doch predigen sollte sie nicht.
Ich war einmal in einem Gottesdienst einer anderen Freikirche, wo eine Frau predigte. Sogar mich als Frau befremdete das. Daraufhin wollte ich wissen, was für mögliche Konsequenzen das haben könnte. Die Antwort: Mit der Zeit zieht es noch andere Abwendungen nach sich. In jener Freikirche ist es inzwischen normal, dass Frauen Theologie studieren und predigen. Gleichzeitig sind sie schon so weit, dass Homosexualität im einzelnen akzeptieren, damit sind sie noch einen kleinen Schritt vor der totalen Akzeptanz.
Oder die protestantische Kirche hier in der Schweiz. Hier ist es schon seit Jahrzehnten normal, dass Frauen predigen. Und die Kirchenleitung, Herausgeber der Zeitung Kirchenbote, befürworten die Homo-Ehe. Sie greifen andere verbal an, die sich dagegen aussprechen und sagen, dass man die Worte von Römer 1 heute nicht mehr wörtlich nehmen dürfe.
Es ist in der Tat sehr gesund, wenn man sich daran hält, was die Bibel uns lehrt. Es ist tödlich, wenn man meint, diese ändern zu müssen und nach eigenem Gutdünken zu handeln.
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#11   Beatrix   00:03:05 | Freitag, 7. Oktober 2005
Sog. Theologie der Befreiung
Die zentrale Häresie der sog. Befreiungstheologie ist die Annahme, die Politik könne dem Menschen Heil verschaffen: Diese Lehre läßt Gott den Vater, dessen Existenz nicht negiert wird, allerdings funktionslos werden in dieser Welt.
Ferner wird durch die Politisierung des Menschen Jesus in diesem Zusammenhang ein trinitarisches Mißverhältnis kreiert.
Zusammenfassend: Die sog. Theologie der Befreiung gehört zu den dreistesten Häresien des 20. Jahrhunderts, was nicht bedeutet, daß die z.T. stark korrupten Systeme Lateinamerikas keine Hinwendung zum Leid der Menschen bedürften – doch das sind zweierlei paar Schuhe!
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#10   Benedikt   23:40:20 | Donnerstag, 6. Oktober 2005
@ Julia
Erkläre mal ein Kind, ein Mädchen, warum sie niemals eine Priesterin werden kann
Es wäre schön, wenn Eltern ihren Kindern häufiger über Dinge aufklären würden, die eben nicht gehen. Und die Erklärung hier ist ziemlich einfach und wird von jedem Kind begriffen: Jesus war ein Mann.
Ein Kaplan und Relilehrer, den ich kenne, ließ in seiner 5. Klasse Papstwahl nachspielen. Kein Kind kam auf die Idee, ein Mädchen zu wählen. Die Kinder kapieren das schon.
Es ist genau so wie mit der Islam, nicht?
Eine Frau kann in der Kirche bis auf ein Amt alles werden. Es war zuerst das Christentum, dass sich für die Freuen eingesetzt hat. Dies wird immer als selbstverständlich vorausgesetzt, ist es aber nicht. Siehe Islam.
Ja, wie der Islam. Bitte zieh dir einen Schleier an, wenn du außer Haus gehst, deinen Führerschein gib ab und ohne deinen Bruder gehst du nirgendwo mehr hin. Tust du es doch, bringt dich dein Bruder um: Das nennt man dann Ehrenmord. Viel Vergnügen.
Das Schicksal der Frau ist in jeder Religion das Gleiche
Befreiungstheologie. Es wäre eine gute Chance gewesen um die Kirche Glaubwürdig zu machen im Sachen Armut,
Die Befreiungstheologie ist purer Marxismus. Das Himmelreich ist im Himmel und nicht auf Erden. So einfach ist das.
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#9   Julia   23:26:15 | Donnerstag, 6. Oktober 2005
„Patchwork-Religion-Synkretimus“
Bitte, Herr Dr. Enderfers,
erklär mich deine These. Ich bin neugierig.
Gruß, Julia.
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#8   Beatrix   20:26:21 | Donnerstag, 6. Oktober 2005
@ Julia
Sie sind scheinbar auch eine Vertreterin des „Patchwork-Religion-Synkretismus“?!
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#7   Julia   20:18:53 | Donnerstag, 6. Oktober 2005
Die Arroganz der Macht
So sehe ich es auf jedem Fall. Diskutieren über kontroversielle Thesen ist nicht die stärkste Seite der katholischen Kirche. Dafür ist die Hierarchie der Kirche zu Starr. Erkläre mal ein Kind, ein Mädchen, warum sie niemals eine Priesterin werden kann. Dann bitte nicht mit der Unsinngeschichte die ich hier schon gelesen habe. Das ist nur ein Kind verarschen.
Die Kirche, ein Wort weibliches Wort, doch ein Männerbollwerk. Wer kann mich erklären warum?
Es ist genau so wie mit der Islam, nicht?
Das Schicksal der Frau ist in jeder Religion das Gleiche, sie ist unterlegen an dem Mann. Ich kann mich damit nicht abfinden und ich möchte es auch nicht.
Im Algemeinem ist es mit Religionen so, Das Haupt der Familie ist der Mann, doch weißt Ihr, die Frau is der Nacken worauf das Haupt dreht. Vielleicht war es früher Gerecht das der Mann das Haupt war, doch Zeiten ändern sich, zum Glück. Nur die Kirche ändert sich nicht, sie bleibt festhalten an Mittelalterlichen Denkbilder.
In der Katholischer Kirche gibt es auch unterschiedliche Strömungen, wovon das Vatikan manchmal sagt, es sind Ketzer. Ein großes Beispiel dafür ist die Befreiungstheologie in Süd-Amerika, sie wurde von dem Vatikan verurteilt. Es wäre eine gute Chance gewesen um die Kirche Glaubwürdig zu machen im Sachen Armut, bisher bleibt es nur bei Worten.
Gruß, Julia.
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#6   athanasius1957   09:18:21 | Donnerstag, 6. Oktober 2005
Frauenpriestertum
kleine kathechese in der familie:
meine Tochter, 11 Jahre, fragte mich vor kurzem: „Warum darf ich nicht Priesterin sein?“
Ich (aus dem Bauch heraus): „Du bist es schon!“
Sie entrüstet: „Papa, red keinen Blödsinn“
Ich: Nein, ich mein’s Ernst.
Sie unsicher: Und wieso?
Ich: Was habt Ihr, Du als Frau und der Priester gemeinsam, was ich als Mann und Familienvater nie haben kann?
SIe: Keine Ahnung.
Ich: Ihr beide könnt Leben schaffen, der Priester durch die Wandlung von Brot und Wein zu Fleisch und Blut Christi und Du, wenn Du einmal schwanger sein wirst.
Nebstbei, viele von uns erinnern sich sicherlich an die alte Sitzordung mit Blick zum Hochaltar in den röm.-kath. Kirchen, Frauen links und Männer rechts. Rechts war die Epistelseite, links die Evangeliumseite, Zufall? Kaum.
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#5   Beatrix   20:03:55 | Mittwoch, 5. Oktober 2005
Einspruch Euer Ehren!
Mal abgesehen davon, daß Sie mit Ihrem demokratieverherrlichendem Gehorsamkeitsexkurs das Thema ein Stück weit verfehlen, stimmt es nicht, daß der Glaube sich wandelt, jedenfalls kann er das nicht: semper idem!
Der Begriff der zeitlichen Wahrheit ist fehl am Plaste, da Frauenordination keine kirchenrechtliche Frage ist, sondern eine sakramententheologische.
Jetzt kommen die Oberhirten aus den Erkärungsversuchen gar nicht mehr heraus.
Ich sehe dieses Problem nicht; die Frage wurde von Johannes Paul II. abschließend geklärt. Mir scheint eher, diese besagten Pseudotheologen kommen mit Ihren faulen Argumenten nicht so ganz hinterher. Am Ende dieser Diskussion, die keine ist, würde im Ernstfall eine dogmatische Definition stehen, das weiß jeder; insofern ist es mir unbegreiflich, was es da zu diskutieren gibt.
Das Problem liegt nicht bei der Kirche, sondern bei Frauen, die aus welchen Gründen auch immer (mangelnder Glaube, mangelndes Wissen, Feminismus, Geltungsbedürfnis, sonstige psych. Verirrungen) ein falsches Berufungsgefühl zu spüren glauben.
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#4   methusalix †   19:41:32 | Mittwoch, 5. Oktober 2005
Hallo Doktor!
Früher war das ja wirklich alles besser, da konnte die Wahrheit, oder was man in der Hierarchie dafür hielt (da gibt’s ja auch zeitliche Wahrheiten), einfach befohlen werden.
Jetzt kommen die Oberhirten aus den Erkärungsversuchen gar nicht mehr heraus. Vielleicht ist das der bessere Weg zum Glauben, als Befehl und Gehorsam. Die Erkenntnis reift zwar langsam, aber sie reift: Glauben kann nicht befohlen werden; und er wandelt sich.
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#3   Beatrix   17:43:07 | Mittwoch, 5. Oktober 2005
Es geht nicht darum, Diskussionen zu verbieten!
An sich gilt: Es kann alles diskutiert werden, was nicht eindeutig geklärt ist.
Die Frage der Frauenordination ist aber theologisch eindeutig nicht möglich.
Darüber eine Diskussion zu erzwingen (deren Ende sowieso festünde), wäre ein Präzedenzfall für andere abwegige Diskussionen: „Kommt mein Haustier mit mir in den Himmel? Es hat doch schließlich so eine liebe Seele!“, …
Letztlich wird ein Fortwähren dieser Unthematik, die lediglich einen Mangel an Rechtgläubigkeit und Kirchenverständnis bezeugt, nur zu einem führen: der Dogmatisierung des Neins!
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#2   Yersinia   17:30:12 | Mittwoch, 5. Oktober 2005
jetzt kann man erste Reihe fußfrei zuschauen
wie sich der Diskussionsprozeß weiterentwickelt – oder glaubt jemand im Ernst, die Diskussion an sich wäre damit beendet? – bei einem Verbot der Diskussion kommt eben eine zusätzliche thematische Seite dazu: die Diskussion über das Verbot der Diskussion;
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#1   Beatrix   17:17:54 | Mittwoch, 5. Oktober 2005
Richtig so!
In den Medien wird es wahrscheinlich wieder heißen, die Kirche sei dialogunfähig, aber es gibt nunmal Themen, die nicht verhandelbar sind.
In diesem Zusammenhang möchte ich kurz in die Runde geben, was ich neulich (gestern glaube ich) in der WAZ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung) lesen mußte:
Es wurde über die gegenwärtig tagende Weltsynode berichtet und über die Themen, die zur Debatte stehen (sog. Priestermangel usw.) und irgendwo in diesem Kontext hieß es in etwa: „(…) und so soll neben den aktuellen Problemen der Kirche hauptsächlich über die Eucharistie debatiert werden (…) ein Komplex, der äußerst weltfremd erscheint (…).“
Ich frage mich, -vorausgesetzt man nimmt den Artikel ernst- was das nun für ein schlechtes Bild auf unsere Welt wirft…?!
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