Heilige
„Schwester – ich habe keine Schmerzen mehr!“
Vor zehn Jahren wurde ein Jugendlicher in Indonesien auf die Fürsprache von Kardinal von Galen, der am kommenden Sonntag seliggesprochen wird, geheilt.
(kreuz.net, Münster) Zur Seligsprechung von Clemens August Graf Kardinal von Galen († 1946) werden am Sonntag Tausende deutsche Pilger in Rom eintreffen.

Papst Benedikt XVI. wird ausnahmsweise an dem um 9.30 Uhr beginnenden Gottesdienst im Petersdom teilnehmen. Der Heilige Vater wird am Ende der Zeremonie ein Wort an die Wallfahrer richten und die Reliquie des neuen Seligen verehren.

Die Leitung der Seligsprechungszeremonie übernimmt Kurienkardinal Jose Saraiva Martins. Der portugiesische Kardinal ist der Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen.

Kardinal von Galen war von 1933 bis 1946 Bischof von Münster. Das Bistum Münster liegt in zwei nicht zusammenhängenden Teilen in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

Der Kirchenfürst erhob in der Zeit des Nationalsozialismus seine Stimme gegen das Regime. Er nannte beispielsweise das Verbrechen der Euthanasieprogramme beim Namen.

Einen Monat vor seinem Tod am 22. März 1946 ernannte ihn Papst Pius XII. zum Kardinal. Das nun abgeschlossene Seligsprechungsverfahren wurde 1956 eingeleitet. Das für die Seligsprechung anerkannte Wunder ereignete im Jahr 1995.

Damals eilte der Kardinal einer deutschen Missionsschwester in Indonesien zu Hilfe.

Davon berichtete die Onlineausgabe des Bistumsblattes der Diözese Münster.

Die Steyler Missionsschwester Vianelde Keuß (85), die 35 Jahre in Südostasien verbrachte, besuchte im Jahre 1995 täglich das öffentliche Krankenhaus unweit ihres Klosters, um dort mit den Schwerkranken zu sprechen.

Einmal wies sie eine Krankenschwester auf einen 13jährigen Jugendlichen hin, der im Sterben lag.

Sr. Vianelde erinnert sich, am Bett des Kindes auch den Vater und die hochschwangere Mutter des totkranken Kindes angetroffen zu haben. Der Vater habe ihr erklärt, daß er seinen Sohn bereits dem Herrgott übergeben habe.

Die Atmung sei flach gewesen, zu schwach zum Sprechen. Der Kleine habe sich „glühend heiß wie ein Ofen“ hin- und hergewälzt.

Sein Zustand war die Folge eines Blinddarmdurchbruchs, der den Bauchraum entzündet hatte.

Eine junge Ärztin hatte in dem schlecht ausgestatteten Krankenhaus eine Notoperation durchgeführt. Diese verbesserte die Situation des Jungen kaum.

Die Schmerzen seien geblieben, erinnert sich Schwester Vianelde: „Er lag wirklich im Sterben.“

In diesem Moment habe sie zu Kardinal von Galen gebetet: „Auf Indonesisch, damit die Eltern es verstanden.“

Gleichzeitig legte die Missionsschwester dem Jungen ein Bild des Kardinals auf den Bauchverband. Sie habe gebetet: „Lieber Kardinal, du bist an der gleichen Krankheit gestorben – jetzt hilf, damit dieser Junge gesund wird!“

Die Eltern hätten zuvor nichts von dem Kardinal gehört, aber sie habe bemerkt, wie in diesem Augenblick die Hoffnung in ihre Augen zurückkehrte:

„Das war ein wichtiger Augenblick für uns alle. Die Eltern haben vielleicht gespürt, mit welcher Zuversicht und Sicherheit ich sprach, und beteten mit ganzem Herzen mit.“

Gemeinsam mit einer anwesenden Krankenschwester beteten die Versammelten noch ein Gesätzchen des Rosenkranzes.

Als Schwester Vianelde am nächsten Tag zurückkehrte, saß der Junge aufrecht in den Kissen – ohne Dränagen und Infusionen: „Schwester – ich habe keine Schmerzen mehr!“

Der Junge wurde wieder gesund, machte das Abitur und fand eine Arbeit.

Die behandelnden Ärzte konnten die Genesung nicht erklären. Für Schwester Vianelde stand fest: „Ein Wunder, keine Frage.“
      
10 Lesermeinungen
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#10   Brandenburgis   22:30:07 | Samstag, 8. Oktober 2005
Wunder
Gedenk ich nur zurück,
was du, mein Gott, von zarter Jugend an
bis diesen Augenblick
an mir getan,
so kann ich deine Wunder, Herr,
so wenig als die Sterne zählen.
Vor deine Huld, die du an meiner Seelen
noch alle Stunden tust,
indem du nie von deiner Liebe ruhst,
vermag ich nicht vollkommnen Dank zu weihn.
Mein Mund ist schwach, die Zunge stumm
zu deinem Preis und Ruhm.
Ach! sei mir nah
und sprich dein kräftig Hephata,
so wird mein Mund voll Dankens sein.
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#9   Elendester Sünder   14:31:36 | Samstag, 8. Oktober 2005
Chris,
ich nehme nur zum letzten Absatz Deines letzten Beitrages Stellung, weil ich den Sinn der ersten beiden nicht verstanden habe. Es tut mir Leid. Ich mache im Moment eine ganz miese Phase durch. Nur noch Aggressionen, wenn ich manche Leserbriefe lese und so.
Was Sedia schreibt ist klug: Wenn einem auf den ersten Blick die Kanonisation einer bestimmten Person unglaubwürdig erscheint, sollte man aweng nachforschen. Dann wird man verstehen. Das ist mir auch schon so gegangen.
Das hat folgenden Grund: Heiligsprechungen müssen von Gott durch ein nachweisbares Wunder abgesegnet werden. Wenn allein aufgrund menschlichen Urteils kanonisiert würde, würden auch Leute wie z.B. Willy Brandt oder so heiliggesprochen werden. Da göttliches Urteil aber unfehlbar ist, können wir davon ausgehen, daß stets zu Recht heiliggesprochen wird.
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#8   Chris   12:30:53 | Samstag, 8. Oktober 2005
Gegen Anmaßung
Jeder Titel ist eine Verschwörung gegen diejenigen, die nicht dazu gehören. Petrus oder Jesus würden heute gar nicht nach kononischem Recht anerkannt werden, weil ihnen die entsprechende Qualifikation fehlt und selbst ein Studium würde ihnen nicht dazu verhelfen. Die Kirche hat perfekt die Rolle der Pharisaer, Saduzäer und Hohenpriester übernomme als sie Jesus fragten, aus was für Vollmacht tust du das. Ich will euch auch ein Wort fragen: War die Taufe des Johannes von Gott oder von Menschen… den Rest kennt ihr ja, denn Johannes hielt das Volk für heilig. Ach schau an, das Volk entschied wer heilig ist, betone ist, und nicht die Hohenpriester?
2. In eueren kleinen philosophischen Geist will nicht reinpassen, was nicht reinpassen darf. Richtet nicht, auf das ihr nicht gerichtet werdet und paulus ließ sein Urteil vom Herrn am tage des Gerichts sprechen.
Wer jemand selig oder Heilig spricht (Seligscprechungskongregation des Vatikans) der richtet ja schon, aber es heißt doch : du sollst nicht richten. Selig Heiligsprechung ist ein Urteil und zwar noch stärker, als würde ich sagen JPII. hat nicht an Jesus geglaubt und sein Geheimnis war seine Zugehörigkeit zum Freimaurerbund. Ein Urteil kann positiv oder Negativ sein, aber du sollst nicht richten! Genau das tut aber die Kurie oder Vatikan oder Papst, halt es wie du willst!
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#7   sedia   09:22:18 | Samstag, 8. Oktober 2005
Chris, woher willst du wissen,
dass „keiner von denen“, die du für mindestens scheinheilig hälst, nicht heilig war. Nur, weil dir die römische Kurie (ich würde dich gerne fragen, ob du überhaupt weißt, was sie ist) nicht paßt! Natürlich gibt es unzählige heiligmäßige Menschen unserer Zeit, die sich für den Glauben oder die Familie aufopfern. Und etliche Frauen und Männer sind auch zur Ehre der Altäre erhoben worden. Es ist aber auch, ohne deren „Leistung“ zu schmälern, die Frage inwieweit sich deren Tun auch im größeren Bereich der Kirche bemerkbar gemacht hat. Gefragt werden darf sicher. Auch die Verleihung des Nobelpreises ist nicht unumstritten. Laßt euch doch einmal darauf ein und informiert euch über die Heiligen bevor hier jemand nur weil z.B. das platte Schlagwort „Opus Dei“ unreflektiert im Raum steht gleich aus Prinzip dagegen ist, wie Chris. Mißgunst ist übrigens kein Zeichen von Heiligkeit. Aber ich wünsche dir, lieber Chris, daß du das noch begreifst!
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#6   Evelin   23:18:26 | Freitag, 7. Oktober 2005
Das Wunder ist für mich nachvollziehbar,
dies zum Unterschied von angeblich heiligen Jose Maria Escrivar. Dass Clemens August v. Galen zur Zeit des dritten Reiches vergleichsweise recht mutig war, muß man ihm auch zubilligen.
Die Kritik von Chris kann ich nicht nachvollziehen. Das einzige, was man richtiger Weise bemängeln kann, ist die große Zahl von Selig- und Heiligsprechungen, die den Einzelfall auch als Vorbild für die Gläubigen untergehen läßt.
Der Gatte der Evelin
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#5   Chris   20:12:49 | Freitag, 7. Oktober 2005
Weiterer Kardinalfehler
Was Heilig oder Selig ist, ist nicht eine Frage der Kopetenz. Jeder Normale Christ kann den Zustand der Seligkeit oder Heiligkeit erreichen, dazu brauch er nicht den Vatikan den Papst oder einen Bischof. Auch kann kein Mensch heilig oder selig werden, weil die Kurie es so beschlossen hat, das steht allein bei Gott.
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#4   Benedikt   17:32:26 | Freitag, 7. Oktober 2005
@ Chris
Zu befinden wer heilig ist oder nicht entzieht sich – bei allem Respekt – Ihrer Kompetenz. Insbesondere entzieht es sich weiter Ihrer Kompetenz, darüber zu befinden was die richtigen Voraussetzungen für die Heiligkeit sind.
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#3   Chris   17:01:03 | Freitag, 7. Oktober 2005
Kardinalfehler
Es ist ein Kardinalfehler zu Glauben, Päpste oder Bischöfe seinen die besseren Christen, denn nichts anderes sugeriert der Vatikan dem Kirchenvolk.
Ich halte es mit dem Heiland der sagte, das so manch einer von denen die Berufen waren nicht in das Reich Gottes kommen werden und das Gleichnis von Lazarus dem Bettler auf der Straße ist nicht umsonst gegeben.
Oder was sagte er zu einem Hochzeitsgast: „Wie bist du hier reingekommen, wo du doch kein Festkleid anhast, packt ihn und schmeißt ihn raus und es werden reichlich fliegen, die ach so heilig gesprochen wurden, Amen
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#2   Benedictus   16:46:41 | Freitag, 7. Oktober 2005
Seligsprechung des Cardinal v. Galen
Ich bin froh und freue mich, dass unsere Mutter Kirche zur Zeit der Weltbischofssynode diesen großen Cardinal seligspricht. So stellt der Papst auch den Bischöfen eine große Gestalt vor Augen, die zu ihrer Zeit dem Zeitgeist getrotzt hat und sich mutig für die Freiheit der Kirche und ihre Rechte sowie die Verfolgten eingesetzt hat.
„Weder durch Lob noch durch Furcht“ war sein Wappenspruch. Gebe der gute Gott auch unseren Bischöfen und Cardinälen wieder auf die Fürsprache dieses großen Kirchenfürsten den Geist der Unerschrockenheit, wo es gilt, die Kirche zu schützen und zu verteidigen und den Geist der Liebe und des Gehorsams zur Kirche und ihrem Oberhaupt, dem Stellvertreter Christi auf Erden!
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#1   Chris   16:41:24 | Freitag, 7. Oktober 2005
Jetzt hört endlich auf
Jetzt hört doch endlich mit diesem Schwachsinn auf. Kaum ist ein Papst oder ein besonders moderner Kardinal gestorben, augenblicklich stellen sich Wunder ein, die zu seinen Lebzeiten geschehen sein sollen. Innerhalb der Kirche geschieht schon seit Jahren kein Wunder mehr! Aber anscheinend tausende in den Archiven und Köpfen des Vatikans, der Kurie oder irgendwelcher ordensleute. Schluss mit dem Betrug, keiner von Ihnen war heilig, das ist die wahrheit!
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