Benedikt XVI.
Sensible Themen
Am gestrigen Freitag disputierten die Synodenväter über zwei besonders medienwirksame Themen: die Priesterehe und die Kommunionspendung an Ehebrecher oder andere öffentliche Sünder.
(kreuz.net, Vatikan) Der liberale Präsident der Bischofskonferenz von Neuseeland erkor am Freitag die Einführung der Priesterehe zum Thema seiner Stellungnahme.

Bischof Denis George Browne (68) ist Oberhirte der Diözese Hamilton.

Neuseeland liegt rund 1600 km südöstlich von Australien. Hamilton befindet sich im Landesinneren der Nordinsel von Neuseeland.

Bischof Browne erklärte, daß die Kirche Wege finden müsse, die Eucharistie allen Gläubigen zugänglich zu machen. Sie müsse auf die von den Gläubigen gestellten Fragen sensibel sein.

Der Oberhirte verwies als Beispiel dieser Fragen auf die anglikanische Gemeinschaft.

Verheirateten anglikanischen Pastoren, die zum Katholizismus konvertieren, stehe die Möglichkeit offen, zu katholischen Priestern geweiht zu werden und seelsorglich tätig zu sein. Dagegen sei eine pastorale Tätigkeit für katholische Priester, die von ihrem Gelübde des Zölibats dispensiert wurden, unmöglich.

Der byzantinisch-katholische Patriarch von Antiochien, Nasrallah Kardinal Sfeir (85), hatte bereits am Donnerstag über die Priesterehe gesprochen.

In der Diskussion über den Zusammenhang zwischen dem gegenwärtigen angeblichen Priestermangel und dem Zölibat verwies ein Oberhirte aus Neuguinea auf entlegene Pfarreien. Dort könne die Messe nur selten gefeiert werden.

Die Insel Neuguinea liegt nördlich von Australien.

Angesichts dieser Situation fragte der Bischof, ob die Kirche nicht „reife christliche Männer, die standhaft im Glauben und sehr engagiert sind und den Respekt der Leute genießen“, zu Priestern weihen sollte.

Der Erzbischof von Hagåtña, Mons. Anthony Sablan Apuron, knüpfte die Forderung nach der Priesterehe ebenfalls an fehlende Berufungen sowie an die starke Mitgliederwerbung durch protestantische Sekten.

Hagåtña ist die Hauptstadt der Insel Guam im Westen des Pazifiks. Guam gehört zu den Vereinigten Staaten und liegt rund 2000 Kilometer nördlich von Neuguinea.

„Ich dränge die Kirchenführer heute, alles in ihrer Macht stehende zu tun“ – so der Erzbischof zur Frage der Priesterehe –, „daß die Menschen Jesus Christus im Sakrament der Eucharistie wirklich kennenlernen.“

Der als eher konservativ geltende niederländische Kardinal Adrianus Simonis erklärte, daß die Priesterehe keine Lösung für die Probleme der Kirche sei.

Über die Kommunionspendung an öffentliche Sünder sprach der Präsident des päpstlichen Rates für die Familie, Alfonso Kardinal Lopez Trujillo.

Kardinal Lopez nannte Menschen in „irregulären Lebenssituationen“ – staatlich wiederverheiratete Geschiedene, Wilde Ehen oder konkubinierende Homosexuelle:

„Können wir das übersehen? Können wir so tun, als gäbe es das nicht, oder müssen wir daraus Konsequenzen für den Kommunionempfang ziehen?“

Der Kardinal ließ die Frage unbeantwortet.

Dagegen fand er für den Kommunionempfang von abtreibungsfreudigen Politikern klare Worte:

Die Ehescheidung, die Kinderabtreibung, die staatliche Anerkennung von Homo-Konkubinaten sowie die Adoption von Kindern durch Homos seien – so der für die Familie verantwortliche Kurienkardinal – „klar gegen das göttliche Gesetz und unvereinbar mit dem Naturrecht“.

Kardinal Lopez erklärte, daß Politiker, die solche ungerechte Gesetze unterstützten, die Heilige Kommunion nicht empfangen sollten.

Der Kurienkardinal war der erste Synodenvater, der diese Thematik ansprach.
      
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#1   HippoDOCkrates   20:18:00 | Samstag, 8. Oktober 2005
Zölibat-1
Das Zölibat ist die freie, wertfreie Entscheidung eines Menschen, die mich und unseren Vater glücklich macht, weil sie uns würdigt und nicht bewertet. Nie darf diese Entscheidung von anderen Menschen oder einer Kirche erzwungen oder zur Bedingung gemacht werden, weil damit dieser Entscheidung die Würde genommen wird. Aber wer sich freiwillig zum irdischen Hirten im Namen unseres Vaters entscheidet, sei es Priester, Arzt, Richter oder Polizist, der sollte sich bewusst sein, dass der Tag kommen kann, an dem er sich für Gott UND gegen seine Familie entscheiden muss und seine Familie die Entscheidung FÜR Gott nicht annehmen wird! Sie wird unseren Vater dafür hassen!
Michael Kreuscher
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