16:51:22 | Samstag, 8. Oktober 2005
Benedikt XVI.
Am gestrigen Freitag disputierten die Synodenväter über zwei besonders medienwirksame Themen: die Priesterehe und die Kommunionspendung an Ehebrecher oder andere öffentliche Sünder.
(kreuz.net, Vatikan) Der liberale Präsident der Bischofskonferenz von Neuseeland erkor am Freitag die
Einführung der Priesterehe zum Thema seiner Stellungnahme.
Bischof Denis George Browne (68) ist Oberhirte
der Diözese Hamilton.
Neuseeland liegt rund 1600 km südöstlich von Australien. Hamilton befindet sich
im Landesinneren der Nordinsel von Neuseeland.
Bischof Browne erklärte, daß die Kirche Wege finden
müsse, die Eucharistie allen Gläubigen zugänglich zu machen. Sie müsse auf die von den Gläubigen
gestellten Fragen sensibel sein.
Der Oberhirte verwies als Beispiel dieser Fragen auf die anglikanische
Gemeinschaft.
Verheirateten anglikanischen Pastoren, die zum Katholizismus konvertieren, stehe die Möglichkeit
offen, zu katholischen Priestern geweiht zu werden und seelsorglich tätig zu sein. Dagegen sei eine pastorale
Tätigkeit für katholische Priester, die von ihrem Gelübde des Zölibats dispensiert wurden, unmöglich.
Der byzantinisch-katholische Patriarch von Antiochien, Nasrallah Kardinal Sfeir (85), hatte bereits am
Donnerstag
über die Priesterehe gesprochen.
In der Diskussion über den Zusammenhang zwischen dem gegenwärtigen
angeblichen Priestermangel und dem Zölibat verwies ein Oberhirte aus Neuguinea auf entlegene Pfarreien.
Dort könne die Messe nur selten gefeiert werden.
Die Insel Neuguinea liegt nördlich von Australien.
Angesichts dieser Situation fragte der Bischof, ob die Kirche nicht „reife christliche Männer, die standhaft
im Glauben und sehr engagiert sind und den Respekt der Leute genießen“, zu Priestern weihen sollte.
Der Erzbischof von Hagåtña, Mons. Anthony Sablan Apuron, knüpfte die Forderung nach der Priesterehe
ebenfalls an fehlende Berufungen sowie an die starke Mitgliederwerbung durch protestantische Sekten.
Hagåtña ist die Hauptstadt der Insel Guam im Westen des Pazifiks. Guam gehört zu den Vereinigten Staaten
und liegt rund 2000 Kilometer nördlich von Neuguinea.
„Ich dränge die Kirchenführer heute, alles in
ihrer Macht stehende zu tun“ – so der Erzbischof zur Frage der Priesterehe –, „daß die Menschen Jesus
Christus im Sakrament der Eucharistie wirklich kennenlernen.“
Der als eher konservativ geltende niederländische
Kardinal Adrianus Simonis erklärte, daß die Priesterehe keine Lösung für die Probleme der Kirche sei.
Über die Kommunionspendung an öffentliche Sünder sprach der Präsident des päpstlichen Rates für
die Familie, Alfonso Kardinal Lopez Trujillo.
Kardinal Lopez nannte Menschen in „irregulären Lebenssituationen“ –
staatlich wiederverheiratete Geschiedene, Wilde Ehen oder konkubinierende Homosexuelle:
„Können wir
das übersehen? Können wir so tun, als gäbe es das nicht, oder müssen wir daraus Konsequenzen für
den Kommunionempfang ziehen?“
Der Kardinal ließ die Frage unbeantwortet.
Dagegen fand er für den Kommunionempfang
von abtreibungsfreudigen Politikern klare Worte:
Die Ehescheidung, die Kinderabtreibung, die staatliche
Anerkennung von Homo-Konkubinaten sowie die Adoption von Kindern durch Homos seien – so der für die Familie
verantwortliche Kurienkardinal – „klar gegen das göttliche Gesetz und unvereinbar mit dem Naturrecht“.
Kardinal Lopez erklärte, daß Politiker, die solche ungerechte Gesetze unterstützten, die Heilige Kommunion
nicht empfangen sollten.
Der Kurienkardinal war der erste Synodenvater, der diese Thematik ansprach.
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