Ein echter Sucher der Wahrheit?
Am Freitag ging in Rom ein Kongreß anläßlich des 100. Geburtstages des nicht unumstrittenen Schweizer Theologen Hans Urs von Balthasar zuende. Papst Benedikt XVI. trug dazu eine persönliche Botschaft bei.

Als der Schweizer Theologe und designierte Kardinal im Juni 1988 starb, reiste der damalige Präfekt der Glaubenskongregation persönlich nach Luzern, um die Beerdigungsmesse für von Balthasar zu zelebrieren.
In seinem Schreiben erklärt der Papst, daß er sich mit besonderer Freude mit den Feierlichkeiten anläßlich des 100. Geburtstages des herausragenden Schweizer Theologen verbinde.
Er habe persönlich die Freude gehabt, Balthasar zu kennen und mit ihm Umgang zu pflegen.
Darum sei es leicht, in persönliche Erinnerungen zurückzufallen. Er sei mit dem Theologen durch eine ehrliche Freundschaft und durch viele gemeinsame Unternehmungen verbunden gewesen, erklärt der Papst:
„Die Gründung der Zeitschrift ‘Communio’ kurz nach dem Zweiten Vatikanum bleibt das sichtbarste Zeichen unseres gemeinsamen Einsatzes in der theologischen Forschung.“
Das Geheimnis der Menschwerdung sei der privilegierte Gegenstand der Studien von Balthasars gewesen.
Dieser habe im Triduum Paschale die ausdruckreichste Form des Herabsteigens Gottes in die Geschichte der Menschen gesehen.
„Ich kann bezeugen, daß sein Leben eine echte Suche der Wahrheit war, die er als Suche nach dem wahren Leben verstand.“
Von Balthasar habe die Spuren der Gegenwart Gottes und der Wahrheit überall gesucht: in der Philosophie, Literatur und in den Religionen.
Dabei habe er die Theologie und die Spiritualität zusammengedacht. Papst Benedikt zitiert aus einem Werk des Schweizer Theologen:
„Nahm die wissenschaftliche Theologie erst mit Petrus Lombardus ihren Anfang? Und dennoch: Wer sprach vom Christentum angemessener als Cyrill von Jerusalem, als Origenes in seinen Predigten, als Gregor von Nazianz und der Meister der theologischen Andacht: der Areopagit?“ (Verbum Caro)
Die so verstandene Theologie habe von Balthasar zu einer tiefen existentiellen Auslegung der Texte geführt.
Darum sei ein zentrales Thema seiner Theologie die Notwendigkeit der Bekehrung.
„In diesem bedeutenden Augenblick erinnern wir uns an ihn als an einen Menschen des Glaubens und einen Priester, der in Gehorsam und Verborgenheit nie die persönliche Bestätigung, sondern im ignatianischen Geist immer die größere Ehre Gottes gesucht hat.“
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Dienstag, 18. Oktober 2005 21:55
hvonsury: Polemik durch Satzzeichen?
Sowohl dieser Artikel als auch die zitierten Aeusserungen des Papstes sind kurz, klar und wahrheitsgemäss. Das Fragzeichen im Titel ist dagegen polemisch, frech und unsachlich, die ungesagte Aussage dahinter hinterhältig und ebenfalls ziemlich klar. Aha, so meint es also die Redaktion…oder vielleicht doch nicht ?
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