21:13:19 | Samstag, 8. Oktober 2005
Benedikt XVI.
Am Freitag ging in Rom ein Kongreß anläßlich des 100. Geburtstages des nicht unumstrittenen Schweizer Theologen Hans Urs von Balthasar zuende. Papst Benedikt XVI. trug dazu eine persönliche Botschaft bei.

Benedikt XVI.
© Catholic Church (England and Wales), CC(kreuz.net, Rom) Der Kongreß fand am vergangenen Donnerstag und Freitag an der päpstlichen Lateranuniversität
statt.
Als der Schweizer Theologe und designierte Kardinal im Juni 1988 starb, reiste der damalige Präfekt
der Glaubenskongregation persönlich nach Luzern, um die Beerdigungsmesse für von Balthasar zu zelebrieren.
In seinem Schreiben erklärt der Papst, daß er sich mit besonderer Freude mit den Feierlichkeiten anläßlich
des 100. Geburtstages des herausragenden Schweizer Theologen verbinde.
Er habe persönlich die Freude
gehabt, Balthasar zu kennen und mit ihm Umgang zu pflegen.
Darum sei es leicht, in persönliche Erinnerungen
zurückzufallen. Er sei mit dem Theologen durch eine ehrliche Freundschaft und durch viele gemeinsame
Unternehmungen verbunden gewesen, erklärt der Papst:
„Die Gründung der Zeitschrift ‘Communio’ kurz
nach dem Zweiten Vatikanum bleibt das sichtbarste Zeichen unseres gemeinsamen Einsatzes in der theologischen
Forschung.“
Das Geheimnis der Menschwerdung sei der privilegierte Gegenstand der Studien von Balthasars
gewesen.
Dieser habe im Triduum Paschale die ausdruckreichste Form des Herabsteigens Gottes in die Geschichte
der Menschen gesehen.
„Ich kann bezeugen, daß sein Leben eine echte Suche der Wahrheit war, die er als
Suche nach dem wahren Leben verstand.“
Von Balthasar habe die Spuren der Gegenwart Gottes und der Wahrheit
überall gesucht: in der Philosophie, Literatur und in den Religionen.
Dabei habe er die Theologie und
die Spiritualität zusammengedacht. Papst Benedikt zitiert aus einem Werk des Schweizer Theologen:
„Nahm
die wissenschaftliche Theologie erst mit Petrus Lombardus ihren Anfang? Und dennoch: Wer sprach vom Christentum
angemessener als Cyrill von Jerusalem, als Origenes in seinen Predigten, als Gregor von Nazianz und der
Meister der theologischen Andacht: der Areopagit?“ (Verbum Caro)
Die so verstandene Theologie habe von
Balthasar zu einer tiefen existentiellen Auslegung der Texte geführt.
Darum sei ein zentrales Thema
seiner Theologie die Notwendigkeit der Bekehrung.
„In diesem bedeutenden Augenblick erinnern wir uns
an ihn als an einen Menschen des Glaubens und einen Priester, der in Gehorsam und Verborgenheit nie die
persönliche Bestätigung, sondern im ignatianischen Geist immer die größere Ehre Gottes gesucht hat.“
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#1
hvonsury 21:55:44 | Dienstag, 18. Oktober 2005