08:34:58 | Sonntag, 9. Oktober 2005
Zahnbohrer und RöntgengerätVatikan. Im Apostolischen Palast gibt es seit kurzem ein zahnärztliches
Behandlungszimmer sowie eine Einrichtung für radiologische Untersuchungen. Das berichtete die Nachrichtenagentur
‘Adnkronos’ unter Berufung auf Vatikankreise. Die neuen Räume seien während der sommerlichen Umbauarbeiten
eingerichtet worden. Ärztliche Behandlungsräume existierten bereits in einfacherer Form. Sie befinden
sich im Stockwerk über den Gemächern des Papstes.
Interessantes DetailVatikan. Heute Sonntag wird
der Bischof von Münster, Clemens August Graf Kardinal von Galen († 1946), seliggesprochen. ‘Radio Vatikan’
sprach darum mit dem Postulator des Seligsprechungsprozesses: „Obwohl er nicht selten explodierte – denn
von Galen war ein temperamentvoller Mensch –, war er doch ein mutiger und in gewisser Weise ausgeglichener
Prophet.“ Einige behaupten, die Verfolgung der Juden habe von Galen nicht interessiert. Das stimmt nicht,
zitierte der Postulator aus Zeitdokumenten: „Ein Zeuge hat in dem Prozesses ausgesagt, daß er eines Tages
als Gesandter von einigen Juden zum Kardinal geschickt wurde. Er überbrachte die Bitte, der Bischof möge
öffentlich für die verfolgten Juden eintreten.“ Aus eigenen Stücken hätte Graf von Galen das sofort
gemacht. Doch er sagte dem Zeugen, daß dies möglicherweise zum Nachteil für die Juden gereichen könnte:
„Daraufhin haben die Juden den Bischof – abermals durch denselben Boten – gebeten, von einer öffentlichen
Parteinahme für sie abzusehen.“
Ein RückschrittSchweiz. Der Vorstand der ‘Katholischen Volkspartei
Schweiz’ hat sich gegen eine sonntägliche Öffnung von Nebenbetrieben in den großen Bahnhöfen der Schweiz
gewendet. Damit hat sie für die Volksabstimmung vom 27. November die Nein-Parole beschlossen. Die beabsichtigte
Schwächung des Sonntags sei ein Rückschritt, der kleinere und mittlere Betriebe benachteilige. Die Verletzung
des Sonntages gefährde außerdem das menschliche Zusammenleben sowie das Wohl der Familien und des Einzelnen.
Schwierig aber lukrativUSA. Die Erzdiözese New York hat kürzlich ein innovatives Programm für lasterhafte
Priester gestartet. Raucher und Übergewichtige erhalten umgerechnet rund 400 Euro, wenn sie ihre Laster
erfolgreich bezwingen. Leicht ist das Taschengeld allerdings nicht zu verdienen. Tabaksüchtige müssen
mindestens ein Jahr ohne Zigaretten auskommen. Um die Belohung fürs Abnehmen zu erhalten, muß ein Priester
in einem Jahr zehn Punkte seines Körpermaßenindex abspecken. Dazu müßte ein ungefähr 1.80 Meter und
110 kg schwerer Geistlichen fast 32 kg abnehmen. Ein Diözesanpriester fragte scherzhaft, ob das Geld
auch rückwirkend ausgezahlt werde. Er habe vor 40 Jahren – am Tag der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen
Konzils – mit dem Rauchen aufgehört.
Zitatensammlung„Priesterseminare auf der ganzen Welt sollen vor
Homosexuellen geschützt werden.“
„Die Kirche weiht keine Männer mehr zu Priestern, wenn sie öffentlich
ihre Homosexualität ausleben, dubiose Gruppen unterstützen oder Sympathie dafür bekunden.“
„Die Kandidaten
dürfen weder eindeutige Filme schauen noch Bilder sammeln.“
„Homosexuelle Anwärter müssen mindestens
drei Jahre keusch leben. Erst dann entscheidet eine Kommission über die Zulassung zum Priesteramt.“
Die deutsche Boulevardzeitung ‘Bild’ veröffentlichte obenstehende Zitate aus der apostolischen Konstitution
über Homosexuelle in Priesterseminarien die offiziell erst im November veröffentlicht werden soll.
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