Deutschland
Bischof verzeiht – und wird dafür geprügelt
Das Bistum Regensburg nahm die Pensionskürzung für einen aufsässigen Pfarrresignaten zurück, nachdem sich dieser bereiterklärte, seinen Namen aus dem Impressum einer kirchenfeindlichen Zeitung zu streichen.
(kreuz.net, Regensburg) Der pensionierte Pfarrer Siegfried Felber (68) habe glaubhafte Schritte unternommen, um zur Einheit mit seinem Diözesanbischof zurückzukehren.

Das erklärte das Bistum Regensburg in einer Pressemitteilung vom Freitag.

Dem aufmüpfigen Geistlichen war Anfang August die Pension gekürzt worden.

Er hatte zuvor einem konfessionsverschiedenen Brautpaar bei dessen Trauungsmesse die Heilige Kommunion gereicht.

Es gab noch einen weiteren Grund für die disziplinären Schritte des Bischofs.

Pfarrer Felber ist Mitglied des umstrittenen ‘Aktionskreises Regensburg’ (AKR). Der ‘Aktionskreis’ ist ein Zusammenschluß von Priestern und Laien, die sich selber als „kirchenkritisch“ bezeichnen.

Außerdem figuriert sein Name im Impressum eines Mitteilungsblattes, das sich ‘Pipeline’ nennt und vom ‘Aktionskreis’ publiziert wird.

In einem Schreiben an den Bischof versicherte Resignat Felber, daß er seinen Namen aus dem Impressum von ‘Pipeline’ streichen lasse.

Er werde auch die Verwaltung des sogenannten „Trustfonds“ aufgeben.

Dieser wurde im Zusammenhang mit der Absetzung des ehemaligen Regensburger Theologieprofessors Dr. August Jilek eingerichtet.

In der Pressemitteilung des Bistums heißt es, daß Bischof Müller in den vergangenen Jahren wiederholt versucht habe, Pfarrer Felber gütlich zur Einheit des Presbyteriums der Kirche von Regensburg zurückzuführen.

Daß dies nun gelungen sei, gebe Anlaß zur Freude.

Mons. Müller verzeiht dem Rebellenpriester nicht zum ersten Mal.

Vor zwei Jahren wollte der Bischof den widerspenstigen Geistlichen als Pfarrer der Pfarrei Bad Abbach absetzen. Doch nach heftigen Protesten aus der Pfarrei und Gesprächen mit Pfarrer Felber gab der Bischof nach.

Der bayerische Kurort Bad Abbach befindet sich 10 km südlich von Regensburg.

Im Gegenzug gab Pfarrer Felber unter anderem das später gebrochene schriftliche Versprechen, die liturgischen Regeln der Kirche künftig zu beachten.

Doch jetzt scheint der Friede wenigstens zum Teil wieder eingekehrt zu sein.

Denn der kirchenfeindliche ‘Aktionskreis Regensburg’ nützte die Pressemitteilung des Bistums zum Fall Felber, um Bischof Müller erneut zu beschimpfen:

Es sei unfaßbar, wie unverfroren das Bischöfliche Ordinariat in der Darstellung der Rücknahme der Strafaktion gegen den Priester die Tatsachen verfälsche und die wahren Vorgänge verdrehe, heißt es in einer Stellungnahme.

Die „Bischöfliche Behörde“ wiederhole gebetsmühlenartig fingierte Vorwürfe und beschwöre die angeblich verletzte volle Einheit mit dem Bischof.

Mit schwammigen Beschimpfungen gegen die Zeitung ‘Pipeline’ werde eine mehr wehleidige als sachbezogene Diskussion angeheizt:

„Die Pipeline muß vernichtet werden!“ – zitiert der Zusammenschluß Bischof Müller.
      
6 Lesermeinungen
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#6   Bernado   08:01:08 | Freitag, 11. November 2005
@Benedikt
Sie schrieben:„Wer fördert hier das Versauern von Pfarrern im Rätesystem?“
Ob gewollt gefördert oder der Not gehorchend erlitten – das Rätesystem hat wirklich absurde Auswirkungen. Hier der komplette Text der Pressemeldung www.bistum-regensburg.de/default.asp?op=show&id=181… aus Regensburg.
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#5   Benedikt   00:55:18 | Freitag, 11. November 2005
Gerhard Ludwig Müller
Sehr interessanter Artikel:
www.zeitung.org/…/791120-100,1,0.html
Zitat: „Den Diözesanrat wird es im Bistum Regensburg nicht mehr geben. Den Dekanatsrat auch nicht, und im Pfarrgemeinderat hat der Pfarrer künftig den Vorsitz.“
Blöd nur, dass es im Bistum Regensburg 770 Pfarreien, aber nur 583 aktive Weltpriester gibt. Wer fördert hier das Versauern von Pfarrern im Rätesystem?
Wieder ein undurchdachter Vorstoß von Bischof Müller. So wird das nix…
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#4   Laurentius2   17:28:37 | Montag, 10. Oktober 2005
@Justus
Bei wem genießt der Visitator (oder Usurpator?) eigentlich Autorität ?
Ich meine jetzt mal nicht den unvermeidlichen Dr.Pytlik, sondern sonstige Katholiken …
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#3   Justus   14:17:24 | Montag, 10. Oktober 2005
Impressum
Im Impressum des österreichischen Modernistenblattes „Ja – die neue Kirchenzeitung“ scheint neben dem kürzlich von Bischof Küng rehabilitierten P. Udo Fischer die selbsternannte „Bischöfin“ Christina Mayr-Lumetzberger auf.
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#2   Nólimon   12:50:50 | Montag, 10. Oktober 2005
Der kleine Unterschied …
Vielleicht liegt das daran, daß das Herausreißen von Nebenaltären und Anbringen eines Pentagramms in einer Kirche etc. keine Aktionen sind, die sich dezidiert gegen die Autorität des Diösesanbischofs richten…
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#1   Laurentius2   09:42:37 | Montag, 10. Oktober 2005
gutmütige Obersofties
Ein neuerlicher Beweis dafür, wie „softy“ und gutmütig die wenigen rom- und glaubenstreuen Oberhirten sind. Was geschieht aber mit Priestern, die sich bspw. im Bistum Fulda mit ganzer Kraft gegen den pastoralen Prozeß stemmen? Was geschieht mit Priestern bspw. dem Beichtvater von Mel Gibson, der sich erdreistet die Alte Messe auch in Piuskapellen zu feiern ? Wie werden junge Priester behandelt, die lediglich papsttreu sind ? Das Netzwerk katholischer Priester (Pfr. Rodheudt und Jolie) kann ein Lied davon singen …
Dagegen sind mir persönlich etliche „Priester“ bekannt, die in einem schwulen Konkubinat leben, „ihre“ Kirchen mit Pentagrammen ausschmücken und vorher Seitenaltäre rausreißen lassen.
Pensionskürzung, Suspension ?
Pah, wo denkst Du hin ?
–--
das ganze ist doch ein einziger todtrauriger Witz …
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