„Innerlich bin ich ganz und gar Jesuit“
„Schließlich wurde ich wegen Ungehorsams entlassen“. Der aus Schlesien stammende Pater Andreas Hönisch ist in Deutschland als Pfadfinderpriester und Ordensgründer bekannt. Interview.

Pater Hönisch, welche ist die schönste katholische Erinnerung, die Sie aus Ihrer schlesischen Heimat mitgebracht haben?
Pater Andreas Hönisch SJM: Es ist sehr schwer, unter den vielen herrlichen Erinnerungen die schönste herauszufinden, weil sie nämlich alle erfreulich waren.
Zum Beispiel: der Beicht- und Kommunionunterricht, den ich als 7jähriger von Kaplänen, die aus Habelschwerdt zu uns nach Niederlangenau kamen, erhalten habe:
Kaplan Schedewik, Kaplan Hirschfelder, Kaplan Heinze, um nur ein paar Namen zu nennen, die mir noch in Erinnerung sind.
Dann die Wallfahrten des Dorfes nach ‘Maria Schnee’ auf den ‘Spitzberg’.
Vor allem aber der Ministrantendienst am Ende des Krieges und während der Besatzungszeit in der öffentlichen Klosterkirche zu Bad Langenau. Maiandachten und die Mitternachtsmesse zu Weihnachten sind auch unvergessliche Erinnerungen.
Dann vor allem unsere Familie, in der der Glaube eine Selbstverständlichkeit und Freude war.
Wenn die Hitlerjugend „Dienst“ am Sonntag vormittag angesetzt hatte, hat mein Vater immer erst auf den Besuch der Sonntagsmesse bestanden.
Er war Lehrer und wußte, daß er sich durch die religiöse Praxis bei den Nationalsozialisten unbeliebt macht.
Wie erinnern Sie sich an die Vertreibung und die erste Zeit in Westdeutschland?
Pater Andreas Hönisch SJM: Ich habe alles noch wie heute vor Augen. Es würde zu lange dauern, alles zu erzählen.
Nur zwei Dinge: Meine Eltern haben unter der Vertreibung sehr gelitten. Mir hat es weniger ausgemacht. Fast könnte man sagen, es war ein Abenteuer.
Vertreibung im Winter durch Schnee mit einem einzigen Rucksack und zu Fuß bis zum Bahnhof Mittelsteine; Verladung in Viehwagen mit Stroh und Kanonenofen; Abtransport in Richtung „Unbekannt“ etc.
Westdeutschland war zunächst gleichsam eine kalte Dusche. Schlesien war kulturell österreichisch geprägt – Westdeutschland preußisch. Aber man gewöhnt sich an vieles…
Was gab für Sie den Ausschlag, Jesuit zu werden?
Pater Andreas Hönisch SJM: Als ich 14 Jahre alt war, wurde mir nach einer Beichte klar, daß ich Priester werden sollte und wollte. In Bad Godesberg war ich dann auf dem Aloisiuskolleg, welches von Jesuitenpatres geleitet wurde. Da reifte der Entschluß in mir, selber Jesuit zu werden.
Meine Mitgliedschaft in der Marianischen Kongregation (MC) am Aloisiuskolleg tat ein übriges. Ich begann, den Jesuitenorden zu lieben und mich für ihn zu begeistern. Dies ist bis heute so geblieben. Innerlich bin ich ganz und gar Jesuit.
Ich pflege zu sagen: „Nach Jesus und Maria liebe ich am meisten den Jesuitenorden – auch nach meiner Entlassung!“
Ihr werdet nie ein böses Wort über den Orden von mir hören. Sollte es in der Kirche wieder zu normalen katholischen Verhältnissen kommen, ersehne ich nichts sehnlicher als eine Fusion der SJ und der SJM!
Wie haben sich die Auflösungserscheinungen im Jesuitenorden nach dem Zweiten Vatikanum zuerst bemerkbar gemacht?
Pater Andreas Hönisch SJM: Aufgewachsen bin ich noch in der „alten Zeit“ des Jesuitenordens. Es war streng und zugleich wohltuend weit und im guten Sinn frei.
Bindung und Freiheit sind ja keine Gegensätze.
Die schleichenden Änderungen mit ihrem verborgenen Gift habe ich – wie viele meiner Mitbrüder – zunächst gar nicht bemerkt.
Was da eigentlich geschehen war, habe ich richtig bewußt erst gegen Ende meiner Kaplanszeit in Gießen – um 1975 – wahrgenommen.
Lockerung der Disziplin, Zivilkleidung, Freizügigkeit beim Fernsehen, Verkürzung der Stunden des Gebets etc. gingen Hand in Hand mit gefährlichen Neuerungen in der Theologie.
Mitbrüder wurden – wie auch früher – an staatliche Universitäten zur Weiterbildung geschickt. Inzwischen aber waren Fächer wie Psychologie, Germanistik, Soziologie, Biologie nicht mehr wie früher.
So kamen eben gefährliche Gedanken und Irrtümer in die Ordenshäuser und veränderten die Einstellung vieler Mitbrüder.
Die Würzburger Synode tat ein Übriges und die Gruppendynamik setzte dann noch die Krone auf den „verarmten König“.
Wie haben Sie die Zeit der Liturgiereform erlebt?
Pater Andreas Hönisch SJM: Auch hier war ich anfänglich sehr unbedarft. Manche Lockerungen habe ich begrüßt, weil sie mir in der Jungendarbeit – zum Beispiel bei Lagermessen im Freien – zu Hilfe kamen.
Es dauerte einige Jahre, bis ich begriff, daß mit Änderungen der Gesten bei der Heiligen Messe auch die Inhalte verändert wurden, die für mich aber als unveränderbar galten.
Und so schaltete ich um und bewegte mich immer mehr zum Altbewährten zurück. Aber ich konnte die Lawine in der Kirche nicht aufhalten, hoffe aber, daß dies Papst Benedikt XVI. gelingt.
Wann und warum haben Sie die Jesuiten verlassen?
Pater Andreas Hönisch SJM: Ich habe sie nicht verlassen, sondern ich bin entlassen worden gegen meinen Willen. Ich habe mit Erlaubnis der SJ die KPE mitgegründet. Ein späterer Provinzial wollte meine Arbeit in der KPE verbieten.
Da wandte ich mich nach Rom. Der damalige Kardinal Ratzinger und jetzige Papst Bendikt XVI. schrieb mir, es sei nicht zu verantworten, die KPE-Arbeit aufzugeben.
Als ich das dem Orden mitteilte, hat er mich schließlich nach einigem Hin und Her „wegen Ungehorsams“ entlassen.
Welche Periode Ihres Lebens war die glücklichste? Warum?
Pater Andreas Hönisch SJM: Da ich immer glücklich und zufrieden bin, kann ich diese Frage nicht gut beantworten.
Wie sind Sie zum Ordensgründer geworden?
Pater Andreas Hönisch SJM: Aus der Not heraus. Weil die KPE-Gruppen keine Kuraten hatten, obwohl aus der KPE immer wieder geistliche Berufe hervorgingen und weil den jungen Priestern nicht erlaubt wurde, Kuratendienste in der KPE zu übernehmen, sah ich mich gezwungen, einen Priesterorden zu gründen, der seinen Mitgliedern die Jugendarbeit ans Herz legt, neben der normalen anderen Seelsorge oder den auswärtigen Missionen – wie in Kasachstan oder in Rumänien.
Welche Gründe gibt es, Mitglied der von Ihnen geführten Ordensgemeinschaft ‘Servi Jesu et Mariae’ zu werden?
Pater Andreas Hönisch SJM: Das hängt von dem ab, der bei der SJM eintreten will.
Wir versuchen, das Ordensleben der Jesuiten zu leben, wie es bis zur „Wende“ in den 60er Jahren gelebt wurde.
Wir haben in unseren Ordensregeln das ‘Summarium Constitutionum’ der Gesellschaft Jesu als verpflichtendes geistliches Direktorium.
Wer also im Sinne der „alten Jesuiten“ ein Ordensleben sucht, welches die Seelsorge verschiedenster Art mit einem tiefen geistlichen Gebetsleben anstrebt, und Priester in solch einer Gemeinschaft werden will, kann zu uns kommen.
Natürlich spielt sicher auch die Jugendarbeit eine Rolle. Und auch die Einstellung zur Liturgie, die manchen Jugendlichen bewegt, zu uns zu kommen.
Kennen Sie Papst Benedikt XVI. persönlich?
Pater Andreas Hönisch SJM: Ja.
Wenn Sie drei Tage Papst wären: Welches Dekret würden Sie erlassen?
Pater Andreas Hönisch SJM: Da ich niemals drei Tage Papst sein werde, ist es leicht ein erdachtes Dekret zu Papier zu bringen.
Unter diesem Vorbehalt will ich es aber wagen, das „Dekret“ hier im Interview stichwortartig niederzuschreiben: Rücknahme der Königsteiner Erklärung; Verbot der Handkommunion nach einer gewissen Umgewöhnungszeit und die Erlaubnis für alle katholischen Priester die Heilige Messe in der tridentinischen Form feiern zu dürfen. Die letzte Bestimmung soll so lange gelten, bis ein Papst die Liturgie unter Rücksichtnahme der „alten“ neu ordnet.
Welchen Ratschlag würden Sie geben, um die Jugend wieder für Christus und die Kirche zu gewinnen?
Pater Andreas Hönisch SJM: Zurück zur mindestens monatlichen Beichte; zurück zum würdigen Kommunionempfang; zurück zur eucharistischen Anbetung; zurück zur Pflege des Rosenkranzes. Die persönliche Weihe an das Heiligste Herz Jesu und an das Unbefleckte Herz Mariens.
Besitzen Sie ein Lieblingsgebet?
Pater Andreas Hönisch SJM: Nein, weil ich soviele Lieblingsgebete habe, daß es mir schwerfällt, unter ihnen einem exklusiv den Vortritt zu geben.
Pater Hönisch, herzlichen Dank für das Gespräch.
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Montag, 10. Oktober 2005 14:24
Justus: Hönisch for pope!
Wenn Sie drei Tage Papst wären… Bei diesem sagenhaften Regierungsprogramm wäre es sehr zu wünschen, dass P. Hönisch tatsächlich Papst wird – natürlich erst nach Benedikt XVI., der lange und glücklich regieren möge! P. Hönisch ist schließlich mit 75 noch weit klarsichtiger und tatkräftiger ist als manch anderer mit 50.
Montag, 10. Oktober 2005 12:20
esra: Pater Hönisch
Shalom!
Nochmal, herzlichen Glückwunsch und Gottes Segen
Ihnen, P. Hönisch, zu Ihrem Geburtstag.
Ja, Gott ist barmherzig, so hat er uns in der Zeit
massiven kirchlichen Niederganges die SJM und die
KPE_Pfadfinderschaft geschenkt.
Möge die SJM und KPE blühen zur Ehre Gottes und zum
Seelenheil ungezählter Jugendlicher.
Ihnen, P. Hönisch herzlichen Dank für die von Ihnen
empfohlenen Heilmittel. Möge doch diese Empfehlungen
der Hl. Erzengel Raphael sie in das Herz eines jeden dt.
Bischofs schreiben und entzünden.
Eine kleine Bitte am Schluß, vergraben Sie doch Ihren
Spaten gegen die Landeplätze unserer Hl. Mutter Gottes.
Unsere Hl.Mutter Gottes segne und behüte Sie, die SJM
und die KPE.
Shalom!
Nochmal, herzlichen Glückwunsch und Gottes Segen
Ihnen, P. Hönisch, zu Ihrem Geburtstag.
Ja, Gott ist barmherzig, so hat er uns in der Zeit
massiven kirchlichen Niederganges die SJM und die
KPE_Pfadfinderschaft geschenkt.
Möge die SJM und KPE blühen zur Ehre Gottes und zum
Seelenheil ungezählter Jugendlicher.
Ihnen, P. Hönisch herzlichen Dank für die von Ihnen
empfohlenen Heilmittel. Möge doch diese Empfehlungen
der Hl. Erzengel Raphael sie in das Herz eines jeden dt.
Bischofs schreiben und entzünden.
Eine kleine Bitte am Schluß, vergraben Sie doch Ihren
Spaten gegen die Landeplätze unserer Hl. Mutter Gottes.
Unsere Hl.Mutter Gottes segne und behüte Sie, die SJM
und die KPE.
Shalom!
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