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Dienstag, 11. Oktober 2005 12:53
Der Erzbischof von Sao Paolo in Brasilien erklärte vor der Weltbischofssynode, daß die katholische Bevölkerung in Südamerika jährlich um 1% schwindet.
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Freitag, 14. Oktober 2005 14:11
Marcel: Logik
Benedikt schrieb: Ich schrieb ja vom „Zang“ zu einem bestimmten Bekenntnis. Von diesem Zwang steht aber nichts bei Leo XIII…

Werter Benedikt, niemand außer Ihnen sprach vom Zwang zu einem Kult. Deswegen verfehlen Sie das Thema. Ihre Antwort stellte sich gegen Brandenburgis, der die möglichen Schranken der Toleranz anschnitt, d.h. die mögliche Einschränkung der Ausübung falscher öffentlicher Kulte durch einen katholischen Staat.

Brandenburgis schrieb: Gegen einen katholischen Staat, der ggf. keine fremden Kulte toleriert, ist nicht das Geringste einzuwenden.
Absolut rätselhaft, wo Sie dann in Ihrer Erwiderung darauf den Zwang zu einem Bekenntnis herholten: Ihnen ist doch wohl klar, dass der ZWANG zu einem gewissen Bekenntnis bloß zu hohlen Phrasen führt.

Niemand sagt, daß jemand dazu gezwungen wird, katholisch zu sein.
Die überlieferte Lehre sagt, daß es dem katholischen Staat obliegt, in weiser Abschätzung der Zustände im Staat, die falschen Kulte öffentlich zu tolieren – oder einzuschränken, wenn sie z.B. eine Gefahr für das Seelenheil katholischen Staatsbürger darstellten.

Wie der hl. Tomas sagt: „Das Königsamt {=Staat} muß für das gute Leben der Menge sorgen gemäß dem, was nötig ist, um sie die himmlische Seligkeit erlangen zu lassen, das heißt, es muß vorschreiben (in seiner Ordnung, die eine zeitliche ist), was dorthin führt, und im Maß des Möglichen untersagen, was dagegensteht.
Freitag, 14. Oktober 2005 13:16
An der Lehre Papst Leos XIII. über die Rechte des Christkönigs über die Gesellschaft ist nichts auszusetzen.
Gunther.
Freitag, 14. Oktober 2005 11:32
Benedikt: @ Marcel
In dem was Sie hier schreiben ist doch kein Widerspruch zu dem, was ich geschrieben habe. Ich schrieb ja vom „Zang“ zu einem bestimmten Bekenntnis. Von diesem Zwang steht aber nichts bei Leo XIII…
Freitag, 14. Oktober 2005 09:13
Marcel: Das öffentliche Recht der Kirche
Benedikt, auch Sie verstehen leider nicht die überlieferte Lehre vom sozialen Christkönigstum:

Es gibt keinen Zwang, katholisch zu werden. Die Kirche verweigert den falschen Kulten das „bejahende“ Recht, ihren Kult auszuüben und gewährt ihnen das „negative“ Recht, an der öffentlichen oder privaten Ausübung ihres Kultes nicht gehindert zu werden.
Leo XIII. erklärt das wunderbar: „Während die Kirche Rechte nur dem gewährt, was wahr und ehrenhaft ist, widersetzt sie sich doch nicht der Toleranz, von welcher die öffentliche Macht mit Rücksicht auf gewisse der Wahrheit und Gerechtigkeit entgegenstehende Dinge Gebrauch machen zu sollen glaubt in Hinblick auf ein größeres Übel, das zu vermeiden, oder ein größeres Gut, das zu erlangen oder zu bewahren ist.“

„Sie haben Ihn entthront“:
>> 13. {…}
„Die bürgerliche Gesellschaft“, lehrte Leo XIII., „wenn sie schon den öffentlichen Wohlstand fördert, muß für das Wohl der Bürger sorgen derart, daß sie nicht nur keinerlei Hindernis schafft, sondern alle möglichen Erleichterungen verbürgt für die Verfolgung und Erlangung jenes höchsten und unveränderlichen Gutes, nach welchem sie streben.“

„Das Königsamt (wir würden sagen: der Staat)“, sagt der hl. Thomas, „muß für das gute Leben der Menge sorgen gemäß dem, was nötig ist, um sie die himmlische Seligkeit erlangen zu lassen, das heißt, es muß vorschreiben (in seiner Ordnung, die eine zeitliche ist), was dorthin führt, und im Maß des Möglichen untersagen, was dagegensteht.“ <<
Donnerstag, 13. Oktober 2005 23:29
Benedikt: @ Brandenburgis
Gegen einen katholischen Staat, der ggf. keine fremden Kulte toleriert, ist nicht das Geringste einzuwenden,

Ihnen ist doch wohl klar, dass der ZWANG zu einem gewissen Bekenntnis bloß zu hohlen Phrasen führt. Man kann jemanden eben nicht zwingen, sondern nur aus der Freiheit heraus überzeugen. Der Überzeugte taugt mehr als der Gezwungene. Wie der hl. Thomas sagt: „Die Wahl ist frei, aber dann muss man dabei bleiben.“

Kein Mensch kann und soll zum Heil gezwungen werden, die Christen sollen sich bemühen, dass alle zum Heil finden. Zwang aber ist kein Bemühen. So macht man es sich nun wirklich zu einfach.
Donnerstag, 13. Oktober 2005 22:36
Brandenburgis: Reli-Freiheit
Freiheit gibt es nur bei Christus und seiner Kirche. Keine Gemeinschaft, die außerhalb der Kirche steht, kann Rechte oder gar Freiheit genießen. Mit „Verfolgung“ hat das nicht das Geringste zu tun, dies ist zunächst eine fundamentale Tatsache, die erkannt, geglaubt und gelebt sein will. Gegen einen katholischen Staat, der ggf. keine fremden Kulte toleriert, ist nicht das Geringste einzuwenden, im Gegenteil, erst dieser Staat ist in der Lage, seinen Bürgern Freiheit und Gerechtigkeit zu vermitteln und sogar zu garantieren.
Wer also gerechtigkeit will, muß zunächst die „Reli-Freiheit“ abschaffen, und zwar gründlich.
Donnerstag, 13. Oktober 2005 09:35
Marcel: Religiöse Toleranz versus Kultfreiheit (Teil 2 von 2)
(Fortsetzung)

… und der modernistischen Irrlehre namens „Religionsfreiheit“, unterbreitet von Kardinal Bea:
Kapitel 11. Religiöse Freiheit (englische Übersetzung):

Ab Seite 116: „Ottiviani behandelt seinerseits die Frage sehr korrekt: ‘Ebenso wie sich die weltliche Gewalt für berechtigt erachtet, die Staatsbürger vor den Verführungen des Irrtums zu schützen, … kann sie auch von sich aus die öffentlichen Kundgebungen anderer Kulte regeln und beschränken und die Staatsbürger gegen die Verbreitung falscher Lehren schützen, die nach dem Urteil der Kirche ihr ewiges Heil gefähren.’ {…}
Dennoch befürwortet die Kirche in der Praxis nicht etwa einen blinden Starrsinn hinsichtlich des öffentlichen Kultes dieser {falschen} Religionen. Sie hat immer offen bekundet, daß dieser Kult von der Staatsgewalt toleriert werden kann, um ein größeres Übel zu vermeiden. Deshalb hat Kardinal Ottaviani die Bezeichnung ‘religiöse Toleranz’ vorgezogen.“

Der Brief Mgr. Pies meint nichts anderes. Derselbe Geist im Brief Papst Leos XIII. an den Kaiser von Brasilien (19.7.1889), in welchem er die Kultfreiheit verurteilte, die er bereits ein Jahr zuvor in seiner Enzyikla „Libertas praestantissimum“ mitsamt den übrigen liberalistischen „Freiheiten“ (=Freiheit von Gott) verurteilte.
Diesen Brief – Worte von Gold – ab S. 65 wollte ich zitieren, aber nun geht der Platz aus.
Donnerstag, 13. Oktober 2005 09:27
… gibts das Buch Entthront nicht irgendwo im Internet? Weil dann könntest du dir die elendesten langen Zitierungen sparen. War da nichtmal ein Projekt alle die Worte des Erzbischof Lefebvre zu digitalisieren? Hm… wer weiss es?
Donnerstag, 13. Oktober 2005 08:47
Marcel: „Religiöse Toleranz“ versus „Kultfreiheit“ (Teil 1 von 2)
Dolfus schrieb: {Diese Rede Mgr. Pies} würde ich als Irrtum beurteilen. {…}
Wer möchte schon Katholik in einem Staat sein, der einem zum Katholischsein zwingt!


Sie mißverstehen die traditionelle Lehre der universellen Christkönigsherrschaft. Kein Vorwurf: kaum einer kennt sie noch. Wurde sie doch mit dem V.II eliminiert – als Folge davon brach die Mission zusammen – und durch die Religionsfreiheit ersetzt, gleich Kultfreiheit, von der vorkonziliaren Kirche immer verurteilt, weil sie die falschen Religionen mit der einzig wahren Religion gleichstellt.
Der selige Pius IX. nennt die Kultfreiheit „Wahnsinn“ und Papst Leo XIII. „Freiheit zum Untergang“.
Wie Sie selber sagen, ist die Gleichstellung der Wahrheit mit dem Irrtum unmöglich. Gott duldet keine Kultfreiheit.

Was ist die Lehre von der universellen Christkönigsherrschaft? Virobliationis hat sie gut angeschnitten. „Sie haben Ihn entthront“ definiert sie, doch ich finde die Stelle(n) jetzt nicht.
In Laienworten ausgedrückt besagt sie, daß in einem mehrheitlich katholischen Staat die katholische Religion staatlich geschützt wird und die falschen Religionen nicht dieses Bürgerrecht besitzen; sie besagt aber nicht, daß irgendein Bürger gezwungen würde, katholisch zu werden oder zu sein. Wie auch?

Nehmen wir den „Brief an die ratlosen Katholiken“ von Mgr. Lefebvre, das den Kampf auf dem V.II erläutert zwischen der überlieferten Lehre, unterbreitet von Kardinal Ottaviani, …

(Fortsetzung folgt)
Mittwoch, 12. Oktober 2005 22:09
virOblationis: Vivat Christus Rex!
Werter Dolfus!

Ich sehe in dem besprochenen Text von Kardinal Pie keinen Hinweis darauf, daß zum „Katholischsein“ gezwungen werden soll. Das ist ja auch gar nicht möglich, denn den Glauben vermag nichts zu erzwingen.

Es geht um einen Staat, in dem nicht-kath. Religionen nicht gleiches Recht zuteil wird; dies bedeutet keineswegs, daß man den vergeblichen Versuch unternehmen will, den Irrtum mit staatlichen Zwangsmitteln auszurotten.

Wenn die kath. Religion als Ausdruck der einen göttlichen Wahrheit allein einen öffentlichen Kultus praktizieren soll, dann deshalb, damit nicht mehr so unendlich viele Seelen verloren gehen. – Einige Glückliche werden immer zum wahren Glauben finden, doch die meisten Menschen laufen in die Irre, wenn die kath. Religion als ein Angebot unter vielen erscheint. Ein neutraler Beobachter mag das begrüßen, aber einem katholischen Gläubigen zerreißt es das Herz: Sie laufen in die Irre wie Schafe, die keinen Hirten haben. Ihre verschmachtenden Seelen schreien nach Gott, doch sie erkennen ihn nicht! Wieviel leichter würde ihnen das Heil zuteil in einer ganz und gar katholisch geprägten Gesellschaft!
Mittwoch, 12. Oktober 2005 16:42
Dolfus: Genau diese Rede vor Napoleon III…
… würde ich als Irrtum beurteilen.

Frankreich mag durch die Französische Revolution mit der Katholikenverfolgung in einer besonderen geschichtlichen Situation sein, aber die Rede des späteren Cardinals vor Napoleon III. ist wohl gut gemeint, aber hochgefährlich für die wahre Kirche Christi, die im Gottesstaatentum in die größten Mißstände verfiel.

Wer möchte schon Katholik in einem Staat sein, der einem zum Katholischsein zwingt!

Etwas anderes ist die freimaurerische Religionsfreiheit, in dem Sinne, daß man den Kult wählen könnte.

Gott kennt keine Kultfreiheit. Schon das Alte Bundesvolk wurde bei Abfall und Annahme fremder Kulte gestraft.
Mittwoch, 12. Oktober 2005 15:55
Marcel: „Sie haben Ihn entthront“
Dolfus schrieb: Wohl das beste mir bekannte Buch, das die FSSPX-Theologie erläutert.

Die FSSPX-Theologie ist „nur“ die Theologie der vorkonziliaren Kirche.
Vor 60 Jahren noch wurde ein diese Theologie bekennender Bischof zum Päpstlichen Thronassistent. Heute wird er dafür in der Konzilskirche verbannt. Nicht der Bischof oder seine Nachfolger haben sich geändert, sondern die Konzilskirche bis zur Unkenntlichkeit.

Der Erzbischof zitiert im Kapitel über die Religionsfreiheit ausdrücklich einen Bischof gegenüber Kaiser Napoleon III., dessen Rede Monseigneur Lefebvre als apostolisch-freimütig lobt.

Diese wäre interessant nachgelesen zu werden.


In der Tat. Es handelt sich um Kapitel „3. Unser Herr Jesus Christus und der Liberalismus“, ab Seite 27ff in der deutschen Übersetzung von 1988.

Vorzüglich, was Bischof Pie (später Kardinal) dem Napoleon III. ins Gesicht sagte. Was die Traditionsstimme früher hier schrieb, deckt sich damit.

Solche Bischöfe sollten heute die Kirche bevölkern. Doch man findet solche fast nur noch bei der FSSPX. Immerhin.

P.S. an Laurentius: Alles deutet darauf hin, daß Truman zum höchsten (US-) Freimaurergrad aufstieg als „Belohnung“ für den verbrecherischen Einsatz der Atombombe. Nachlesbar auch hier: MB 9/2005 (PDF), S. 31-36.
Interessantes Detail: der Prototyp der Atombombe hatte den Codenamen „Trinity“. Die freimaurerische Satanssekte spricht Klartext.
Mittwoch, 12. Oktober 2005 15:32
Stimme aus dem Tradiland: Kommentar zu bestimmten Wortmeldungen auf der Weltbischofssynode
Der Priester bete ihn alleine.

Echt „furchtbar“: Dass jemand so wie Christus (z.B. in der Wüste, am Ölberg) alleine betet. Sollte man nach der V2-NOM-Logik sofort verbieten…

Der Bischof schlug vor, eine Art „responsorialer Teilnahme“ einzuführen.

Das NOM-Gequatsche soll also ausgeweitet werden. Damit es weiter abwärts geht. Doch sie bekehrten sich nicht…

Ein nigerianischer Bischof, Mgr. John Olorunfemi Onaiyekan (61), Unsere Gesänge, Gedichte, Trommeln und die Rhythmen unserer Tänze – alles zur Ehre Gottes.“

Ein Irrtum. Pseudoliturgische Selbstverwirklichung ist nicht zur Ehre Gottes. Diese dient der Erheiterung der Daemonen, die auf den leeren Altären hausen.

Papst Johannes Paul II. habe sich klar für diesen Inkulturationsprozeß ausgesprochen

Eine der vielen Unsinnigkeiten des verstorbenen Hl. Vaters…
Mittwoch, 12. Oktober 2005 15:19
Marcel: Christkönigsherrschaft (Teil 2 von 2)
Fortsetzung im Zitat Mgr. Lefebvres: „Wahrhaftig eine Torheit, denn diese von der Offenbarung und den Prinzipien der natürlich Ordnung hergeleitete Lehre ist ebenso unveränderlich un zeitlos wie die Natur des Geimeinwohls und die göttliche Verfassung der Kirche.“

Die Lehre verurteilt den (Staats-) Liberalismus und macht klar, daß die Kirche keine Bevorzugung einer bestimmten Regierungsform zeigt. Sie verurteilt die demokratische Ideologie, d.h. den Liberalismus, der den Menschen an die Stelle Gottes setzt. Sie verurteilt _nicht_ die nichtliberale Demokratie, die auf katholische Weise realisierbar wäre, wie schon der hl. Thomas darlegt, oder die parlamentarische Monarchie, uvm.

In EDV-Form finde ich nur folgenden Hirtenbrief von 1955, der gegen Schluß das Gesagte kurz anschneidet.

Dolfus schrieb: Hier politisieren die vorkonziliaren Päpste,

Im Gegenteil sind zwei vorkonziliaren Päpsten sogar Versäumnisse unterlaufen beim Eintreten für die Christkönigstum, weil sie z.T. schlecht beraten waren und den Politikern zu sehr vertrauten: Stichwort Leos XIII. Empfehlung an die Franzosen, für die Republik einzutreten (unvollständige Kenntniss der franz. Regierungsform); Papst Pius’ XI. Verbot der Action Francaise (miserable Beratung); Pius’ XI. Weisung an die Christeros in Mexio, die Waffen der revolutionären Regierung zu übergeben, das in einem Massaker an den Christeros endet, usw.
Mittwoch, 12. Oktober 2005 15:17
Dolfus: „Sie haben Ihn entthront“
Wohl das beste mir bekannte Buch, das die FSSPX-Theologie erläutert.

Der Erzbischof zitiert im Kapitel über die Religionsfreiheit ausdrücklich einen Bischof gegenüber Kaiser Napoleon III., dessen Rede Monseigneur Lefebvre als apostolisch-freimütig lobt.

Diese wäre interessant nachgelesen zu werden.
Mittwoch, 12. Oktober 2005 15:15
Stimme aus dem Tradiland: @ Dolfus: Das Leben auf Erden und das ewige Leben
Die theoretische katholische Staatslehre ist doch von Bedeutung – denn ein Staat, der die „wahre Religion“ schützt und die „falschen Religionen“ verfolgt, ist die pure Definition von Religionsfanatismus wie uns das heute nur mehr aus der islamischen Gottesstaatswelt bekannt ist.

Wer spricht beim Staatskatholizismus von Verfolgung? Es geht darum, dass das Recht der öffentlichen Religionsausübung nur der wahren Religion zukommen soll, die private Religionsausübung könnte toleriert werden. Als Verfolgung kann die Festlegung des Staatskatholizismus nur bezeichnet werden, wenn man den Irrlehren ein Recht einräumt.

Mit noch größerer Berechtigung könnte man dann aber die strafgerichtliche Verfolgung von Räubern, Mördern, Kindsverderbern als moralisch bedenklich und de facto unsinnige Verfolgung bezeichnen. Denn Räuber, Mörder, Kindersverderber bedrohen direkt das Eigentum und den Körper des Menschen, das Seelenheil nur indirekt.

Irrlehrer bedrohen direkt das Seelenheil der Menschen, auch der katholischen Gläubigen. Menschen durch die Verkündung von Irrlehren vom Weg zum ewigen Leben abzubringen, ist ein größeres Unrecht, als sie zu berauben, zu bestehlen und zu vergewaltigen. Denn das Leben auf Erden ist begrenzt, das ewige Leben (oder der ewige Tod) nicht.

Da darf man sich durch relativistische Staatsideologien und freimaurerisches Menschenrechtsgeschwafel nicht von der Sicht auf das Wesen der Dinge abbringen lassen!
Mittwoch, 12. Oktober 2005 15:09
Marcel: Christkönigsherrschaft (Teil 1 von 2)
Danke Traditionsstimme für die Zurechtrückung einiger V.II-Irrtümer.

Dolfus schrieb: {Staatskirche}, aber nur, wenn die Mehrheit des Volkes dieser Religion angehört, was ja den Vorstellungen alter Päpste und des Erzbischofs zuwiderläuft.

Die katholische staatliche Religion bei einer katholischen Bevölkerungsmehrheit ist die Vorstellung der vorkonziliaren Päpste und somit auch Mgr. Lefebvres. Er ist „nur“ ihr Echo.

Erneut empfehle ich sein Vorlesungsbuch „Sie haben Ihn entthront“, in welchem er ausführlich unser Thema behandelt und zwar _überwiegend_ durch Zitieren der Lehre der vorkonziliaren Päpste.
Dabei besonders Kapitel 27f und 13: „Gibt es ein öffentliches Recht der Kirche?“, das die Unterschiedenheit von Kirche und Staat _sowie_ die Verbindung von Kirche und Staat im klaren Licht der überlieferten päpstlichen Lehre darlegt. Das Kapitel trägt als Unterschrift den für uns vortrefflich geltenden Satz Papst Leos XIII.: „Die Kirche ohne Staat ist eine Seele und Leib. Der Staat ohne die Kirche ist ein Leib ohne Seele.“

Mgr. Lefebvre: „Dieser durch die Jahrhunderte hin ständig bewahrten Lehre der Kirche gebührt die Einstufung als doctrina catholica und es gehört die ganze Unredlichkeit der Liberalen dazu, sie in den Obskurantismus einer vergangenen Zeit zu verbannen. Nach ihnen hätte sie für die ‘sakralen Monarchien’ des Mittelalters gegolten, aber nicht mehr für die modernen ‘konstitutionellen demokratischen Staaten’ (8).“

(Fortsetzung folgt)
Mittwoch, 12. Oktober 2005 14:37
Dolfus: @ Stimme aus dem Tradiland
Ich freue mich über Ihre Entgegnung.

Wenn Sie mir mit „eindeutig falsch“ aber theologische Irrtümer nachweisen wollen, sollten Sie aber auf meine sachlichen Einwände antworten, worüber ich mich stets freue.

Im Endziel wollen Päpste wie der selige Pius IX., der Erzbischof als auch die nachkonziliaren Päpste hoffentlich wohl dasselbe: die Bekehrung sämtlicher Seelen zum römischen Katholizismus als alleinseligmachenden Heilsweg.

Das Problem der Sekten muß anders in den Griff bekommen werden als durch staatlichen Zwang à la Islam, Hinduismus etc.
Mittwoch, 12. Oktober 2005 14:27
Stimme aus dem Tradiland: @ Dolfus: Eindeutig falsch
Denn genau das war das Ergebnis der V2-Religionsfreiheit: Dass die katholischen Länder entkatholisiert wurden vor allem durch das freimaurergesponserte Eindringen von prot. Sektierern in Südamerika und die Ausbreitung der atheist.-agnost. (ebenfalls freimaurergesponserten) Ketzer in Europa, während die nichtkatholischen Länder weiterhin die katholische Mission unterdrückten, insb. die islam. Staaten, Indien, die komm. Staaten.

Überhaupt gehen Sie von einer Art „sportlichen Fairneßbegriff“ aus, der angesichts des Seelenheils der Menschen – oder ihres Unheils – verfehlt ist. Entweder wahr oder falsch. Entweder Himmel oder Hölle. Dazwischen gibt es nichts, insb. keine „alternativen Heilswege“. Da der Mensch vor Gott kein Recht auf den Irrtum hat, ist es auch falsch, den Menschen dieses Recht einzuräumen.

Die ideol. Mißgeburt der Demokratie liegt ja gerade darin, Wahrheit und Irrtum zunächst das selbe Recht und sodann den selben Stellenwert einzuräumen; dazu noch die ebenfalls unsinnige Behauptung, dass die Wahrheit „in der Mitte“ liege. Dort liegt sie am seltensten.

Wer weiß, dass Christus die Hl. Kirche eingesetzt hat mit dem Petrusamt und der Berechtigung zu lösen und zu binden mit Wirkung für den Himmel, der kann redlicher Weise nichts anderes fordern, als dass die kath. Kirche durch jeden Staat als die einzig wahre Religion anerkannt werde, unabhängig davon, ob das Häretiker, Sektierer, Freimaurer, falsche Lehrer oder Dummköpfe für falsch oder sonst was halten.
Mittwoch, 12. Oktober 2005 12:54
Dolfus: Katholisch-altpäpstliche Gottesstaatsideologie
Die theoretische katholische Staatslehre ist doch von Bedeutung – denn ein Staat, der die „wahre Religion“ schützt und die „falschen Religionen“ verfolgt, ist die pure Definition von Religionsfanatismus wie uns das heute nur mehr aus der islamischen Gottesstaatswelt bekannt ist.

Die Logik wäre, daß nicht-katholische Staaten ein Eindringen katholischer Missionare als große Bedrohung ihrer Staatsverfassung wahrnehmen müßten, und es müßte im Interesse jedes nicht-katholischen Staates sein, katholische Missionare mit dieser innewohnenden Gottesstaatsideologie aus ihrem Staatsgebiet fernzuhalten.

Allein deswegen müßte man durch Vernunftgebrauch erkennen können, daß eine derartige Staatsideologie nicht zum Missionsbefehl Christi und zum apostolischen Erbe gehören kann.
Mittwoch, 12. Oktober 2005 12:39
Laurentius2: Unnützer Streit – Harry S.- Truman
Wir streiten uns hier über den Idealfall eines katholischen Staates und diskutieren, ob das Hinwirken auf einen solchen zur Lehre der Kirche gehört oder nur zu ihrer (optimalen) Politik.
Dabei hat nun offenbar ein Katholik herausgefunden, daß im Truman-Museum in den USA doch ganz offiziell doukmentiert ist, daß Harry Truman, der Verantwortliche für Hiroshima und Nagasaki (hätte nicht eine (!) kleinere (!) Stadt oder ländliche Gegend (!) zur militärischen Erpressung gereicht ??) wirklich Hochgradfreimaurer war und zwar mit besonderer Beförderung bzw. Auszeichnung im Oktober 1945 (also nur Wochen nach diesem scheußlichen Verbrechen)?

Bestimmt nicht also längst offiziell die Gegenkirche das politische Schicksal unserer Welt ? Muß dies die Kirche nicht anprangern ? Darf sie das überhaupt noch ?
Mittwoch, 12. Oktober 2005 10:07
Dolfus: @ Marcel
Früher hatten wir ja nicht eine Theokratie in Europa, von Kirchenfürstenstaaten abgesehen, aber doch eine Einheit von Thron und Altar.

Eine Staatskirche finde ich o.k., aber nur, wenn die Mehrheit des Volkes dieser Religion angehört, was ja den Vorstellungen alter Päpste und des Erzbischofs zuwiderläuft.

Wie will man aber einen One-Religion-Only-Staat kreieren, wenn nur eine Minderheit dieser Religion angehört?

Hier politisieren die vorkonziliaren Päpste, ebenso wie die heutigen demokratiefreundlichen Päpste politisieren, und hierin genießt kein Papst höchste Lehrautorität.

Außerdem ist Pius IX. selig, nicht heilig (im kirchenrechtlichen Sinn).
Mittwoch, 12. Oktober 2005 09:09
Bernado: Christkönigsherrschaft
Ach Marcel,

finden Sie nicht, daß das eine ziemlich irdische Vorstellung von „Christkönigsherrschaft“ ist, die Sie uns da mit nicht enden wollendem Wortschwall nahebringen wollen?

Sie behaupten zwar, Ihre Forderungen hätten nichts mit Theokratie zu tun – aber genau darauf laufen sie doch hinaus. Nun tun Sie mal Butter bei die Fische und werden Sie konkret: Wie wollen Sie Ihre oder des verblichenen Erzbischofs Vorstellungen in der Epoche des allgemeinen Wahlrechts zur Geltung bringen?

Oder ist die Demokratie nur eine freimaurerische Verwirrung, deren Abschaffung Sie verlangen? Nicht, daß ich die konsensfixierte Kirchensteuerkirche deutscher Bauart für eine Frucht der Offenbarung hielte – aber wollen sie die Kirche des 3. Jahrtausends wirklich in die verfassungsfeindliche Ecke und dann in die Katakomben treiben?

Man merkt Ihren Beiträgen ja an, daß Sie eine Vorliebe fürs kleine aber reine haben – doch wollen Sie die Exklusivität soweit treiben, daß letztlich nichts mehr vor Ihrem strengen Urteil bestehen kann und das Erlösungswerk Jesu vergebens gewesen sein müßte?
Mittwoch, 12. Oktober 2005 08:06
Marcel: „Christus muß herrschen!“ (St. Paulus) – Die universelle Christkönigsherrschaft
Herzlichen Dank an Viroblationis für seinen exzellenten Exkurs in die überlieferte Lehre der universellen Christkönigsherrschaft.

Ein Staat könne über die wahre und falsche Religion urteilen, die wahre sei der römische Katholizismus.

Wie Sie und alle traditionellen Katholiken wissen, ist die einzig wahre Religion die katholische.
Der hl. Pius IX. verurteilte den Irrtum namens Kultfreit (Sätze 77 bis 79 im Syllabus), eingeführt durch den Gegensyllabus namens V.II. Die Irrlehre hält nicht einmal 50 Jährchen.
Mgr. Lefebvre nannte katholische Staaten: sie wurden mutwillig zerstört, durch die Konzilskirche.

Ein katholischer Staat könne nicht gleichzeitig die Wahrheit und den Irrtum schützen, von Fällen des Notstands abgesehen.

Absolut logisch; niemand kann das.

Diese Einstellung war seit jeher ein Manco in päpstlichen Staatslehren, worin sich auch Päpste keiner Unfehlbarkeit erfreuen können {…} nicht Theokratie

Mgr. Lefebvre zeigte häufig auf, daß die Einforderung der universellen Christkönigsherrschaft nichts mit Theokratie zu tun hat und durch die vorkonziliaren Päpste so beständig wiederholt wurde und über den hl. Thomas bis auf St. Paulus zurückreicht, daß sie in der Tat höchste Lehrautorität genießt.

Schon die Kinder im Katechismusunterricht lernen von St. Paulus: Jeder Staat, der sich von Gott löst, verfällt. Was der Christkönig gegenüber der Gesellschaft ist, ist die Kirche, seine mystische Braut, gegenüber dem Staat.
Mittwoch, 12. Oktober 2005 07:21
virOblationis: der christliche Staat
Wir sehen es an der Entwicklung der Staaten im 20. Jahrhundert: Mit der Abwendung vom christlichen Staat einher geht der Rückfall in die Barbarei – wobei die vorchristliche vergleichsweise harmlos gegenüber der jetzigen gewesen zu sein scheint.

Welchen Staat muß sich die Kirche wünschen: Zumindest einen, der das Naturrecht beachtet. Aber kann die Kirche vom göttlichen Recht absehen? Kaum – wenn sie sich zeigen will als das, was sie in Wirklichkeit ist. Welcher Raum bleibt dann aber noch für den Laizismus? Keiner.

Der Staat entscheidet nicht über die Wahrheit, sondern er hat sich wie alles Geschöpfliche der offenbarten Wahrheit zu beugen. – Toleranz gegenüber dem Irrtum ist dabei möglich, doch ist diese keine Beliebigkeit, wie sie die Religions-Freiheit mit sich bringt.

Der christliche Staat ist keine Theokratie, denn er läßt dem Staat die Selbständigkeit, die ihm zukommt bei der Sorge um das zeitliche Wohl des Volkes.
Dienstag, 11. Oktober 2005 16:42
Marcel: Die faulen Früchte des faulen Baumes (Teil 2 von 2)
(… Fortsetzung …)

Es wird nur noch ein laizistischer, praktisch ein atheistischer Staat herrschen.

Der Nuntius kündigte den Fortschritt an, sprach über die Evolution und ich weiß nicht was noch – eine freimaurerische Ansprache.

Dahingegen drückte der Präsident der kolumbianischen Republik sein Bedauern aus. {…} Er versicherte daher in seiner Ansprache: „Solange ich Präsident von Kolumbien bin, werde ich als Katholik meinen katholischen Glauben bekräftigen. Wir werden katholisch bleiben. Wir wollen, daß unser Land katholisch bleibt.“
Diese Beteuerungen sind allerdings nur Worte. Was können sie gegen die offizielle Abschaffung des katholischen Charakters des kolumbianischen Staates bewirken? {…}
Der erste Stein war bereits herausgebrochen. Das Gebäude begann zusammenzubrechen. Acht Tage nach dieser Rede verlangten die protestantischen Sekten die gleichen Privilegien wie die Katholiken.

Inzwischen ist ein wahrer Sturm der protestantischen Sekten, aller Arten der pfingstlerischen Sekten, der Buddhisten und ich weiß nicht welcher Sekten noch, eingetreten. Alle Religionen stürzen sich auf Südamerika aus dem Grund der Kultfreiheit. Es gibt kein Mittel mehr, diesen Sekten legal Herr zu werden.
Dieser schwere Irrtum wurde durch das Konzil angerichtet. Müssen wir das zulassen? Müssen wir gehorchen, wie die Bischöfe von Kolumbien, Spanien, Italien, vom Wallis in der Schweiz oder von anderen Kantonen? {…} <<

(Fettdruck durch mich.)
Dienstag, 11. Oktober 2005 16:36
Dolfus: Erzbischof Lefevbre’s katholisches Gottesstaatentum
So muß man leider die Staatslehre des verdienstvollen Erzbischofs nennen, in der Tradition vorkonziliarer Päpste.

Ein Staat könne über die wahre und falsche Religion urteilen, die wahre sei der römische Katholizismus.

Ein katholischer Staat könne nicht gleichzeitig die Wahrheit und den Irrtum schützen, von Fällen des Notstands abgesehen.

Diese Einstellung war seit jeher ein Manco in päpstlichen Staatslehren, worin sich auch Päpste keiner Unfehlbarkeit erfreuen können, und es ist auch ein Manco bei der verdienstvollen St. Pius X.-Bruderschaft, diese Lehre weiterhin als Idealfall hochzuhalten, und diesen politischen Staatskatholizismus nahezu als sichere katholische Lehre zu behandeln.

Es gibt einen Unterschied zur freimaurerischen Religionsfreiheit, aber der darf nicht Theokratie in einem Staat lauten.
Dienstag, 11. Oktober 2005 16:09
Marcel: Die faulen Früchte des faulen Baumes (Teil 1 von 2)
Ich wiederhole die Worte Mgr. Lefebvres. Spart Zeit und er weiß sowieso mehr. Sein Vortrag am 20.11.1980 in Angers:

>> {…} Heute werden die freimaurerischen Ideen in der ganzen Welt verbreitet. Die wahrhaft katholischen Staaten sind verschwunden. Noch vor kurzem existierten einige dieser Staaten – Spanien, Italien, Irland, viele Länder in Südamerika und noch einige andere. Deren Verfassung hatte offen erklärt, daß die katholische Religion vom Staat und von der Regierung öffentlich anerkannt wird.
Auf dem Konzil hatte man sich jedoch besonders durch die Erklärung über die Religionsfreiheit der Herrschaft Unseres Herrn über die Gesellschaft widersetzt. Der Heilige Stuhl selbst verlangte von den Staaten, ihre Verfassung zu laizisieren. {…}

Ich selbst hörte das Bedauern des Präsidenten von Kolumbien. Bei der Änderung der Verfassung stand er vor dem Nuntius und den Delegierten des kolumbianischen Episkopates. Zuerst sprach der Nuntius, dann der Repräsentant der Bischöfe und schließlich der Präsident der kolumbianischen Republik. Von den drei Rednern war die Ansprache {des Präsidenten} am meisten katholisch. Die Bischöfe sprachen darüber, nach den Prinzipien zu handeln, die das Konzil in der Erklärung über die Religionsfreiheit vorschreibt. Außerdem erklärten sie, es soll erreicht werden, daß die Freiheit aller Religionen in allen Staaten anerkannt wird. Das ist das Ende der katholischen Staaten.
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