13:31:36 | Montag, 10. Oktober 2005
Benedikt XVI.
In der ersten Woche der Weltbischofssynode sprachen die Synodenväter über die Handkommunion, die Konzelebration, die Interkommunion und andere sensible Themen. Einmal meldete sich der Papst zu Wort. Ein Rückblick.
Kritik an der HandkommunionAm Mittwoch kritisierten gleich drei Synodenväter auf der in Rom tagenden
Weltbischofssynode die Handkommunion.
Der Bekenner-Erzbischof der lettischen Hauptstadt Riga, Janis Kardinal
Pujats, empfahl den Synodenvätern dringlich die ausschließliche Rückkehr zur knienden Mundkommunion.
Kurienkardinal Francis Arinze, der Präfekt der Gottesdienstkongregation, sekundierte mit gebotener kurialer
Vorsicht. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die der Handkommunion inhärenten Gefahr, daß der Leib
Christi nicht konsumiert werden könnte.
Der Erzbischof von Karaganda in Kasachstan, Mons. Jan Pawel
Lenga, „schlug demütig vor“ die Handkommunion abzuschaffen.
Massen-MessenDer Prälat des Opus Dei,
der spanische Bischof Javier Echevarría, fragte sich am Donnerstag, ob Messen mit einer übergroßen
Anzahl von Konzelebranten angemessen seien:
„Manchmal konzelebrieren so viele Priester bei einer Messe,
daß sie einander nicht einmal mehr sehen können.“
Dies verwirre die Gläubigen und verdunkle die Verbindung
zwischen Priester und Altar.
Gleichzeitig kritisierte Bischof Echevarría die Kommunionspendung an alle
Gläubigen bei Riesenmessen wie am Weltjugendtag oder großen Messen in der Peterskirche. Er fürchte
um den würdigen Umgang mit dem Allerheiligsten.
Eintauchen der HostieWährend der Diskussion am Donnerstag
abend erkundigte sich ein Synodenvater nach den Normen zum Eintauchen der Hostie in das Blut Christi.
Der Bischof erklärte, daß viele Mitbrüder seines Landes ein kürzliches vatikanisches Verbot der Intinktion
nicht verstünden.
Der Präfekt der Gottesdienstkongregation, Francis Kardinal Arinze, antwortete, daß
sich im Lateinischen Ritus nur Zelebranten und Konzelebranten die Kommunion selbst spenden können:
„Selbst
ein Kardinal muß – wenn er nicht zelebriert – den Leib Christi aus fremden Händen empfangen.“
Päpstliche
InterventionPapst Benedikt XVI. beteiligte sich am Freitag zum ersten Mal an der Diskussion. Der Heilige
Vater sprach 15 Minuten lang auf Italienisch.
Benedikt XVI. überschritt – so der Kommentar eines Journalisten –
die für die offene Diskussion festgesetzten drei Minuten pro Teilnehmer.
„Doch niemand drehte ihm das
Mikrofon ab“, erklärte ein Reporter in Anspielung auf die Unterbrechung einer Rede von
Kardinal Alfredo
Ottaviani auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil.
Benedikt XVI. sprach während der offenen Diskussion
über die Natur des Allerheiligsten.
Er unterstrich, daß es keinen Widerspruch zwischen dem Opfer- und
dem Mahlcharakter der Eucharistie gebe.
Ein Synodenteilnehmer erklärte, daß der Papst damit einer Debatte
über einen künstlich erzeugten Gegensatz zwischen dem Opfer- und Mahlaspekt der Messe zuvorkommen wollte.
Kommunion an Gläubige und UngläubigeAm Samstag vormittag sprachen die Synodenväter über die Kommunionspendung
an Nicht-Katholiken.
Der Theologe des päpstlichen Hofes, der Schweizer Kurienkardinal George Cottier
(83), erklärte, daß die Kommunion die Einheit voraussetze: „Ich kann nicht mit jemandem feiern, mit
dem ich mich nicht verstehe – schon rein menschlich nicht.“
Ein Synodenvater aus der byzantinisch-katholischen
Kirche meinte im Gegensatz dazu, daß die gemeinsame Eucharistie den Weg zur Einheit begleiten könne.
Der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Walter Kardinal Kasper, sprach über
Einzelfälle:
„Der evangelische Vater von katholisch getauften Kindern, der am Tag ihrer Erstkommunion
aufgrund seines Verständnis der Eucharistie mit dem Einverständnis des Pfarrers zur Kommunion geht.“
Derartige in der Kirche bereits erlaubten Einzelfälle müßten ausgeweitet werden: „Das wünschen sich
viele.“
Der Bischof von Chur in der Südostschweiz, Mons. Amédée Grab, erklärte, daß die Oberhirten
die Sehnsucht vieler Menschen nach der Kommunion ernst nehmen müßten:
„Denn auf der anderen Seite spenden
die Priester auch solchen Katholiken die Kommunion, die an nichts mehr glauben.“
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Toby 18:35:38 | Dienstag, 11. Oktober 2005
#5
Toby 19:50:35 | Montag, 10. Oktober 2005