15:50:55 | Samstag, 27. November 2004
Homo-Gen und Gottes-Gen sind nur der Beginn einer Reihe von aufregenden Entdeckungen in der Gen-Forschung. In der Fachwelt besteht jetzt die begründete Hoffnung, auch jene Gene zu entdecken, die für das Phänomen des lügenden Politikers oder des rückgratlosen Bischofs verantwortlich sind. Von Dr. James Bogle, Rechtsanwalt.
(kreuz.net) Ich beziehe mich auf Ihren Artikel, der berichtete, daß Dr. Dean Hamer das VMAT2-Gen, das
sogenannte „Gottes-Gen“, entdeckt habe. Es solle die Menschen zum Glauben an Gott animieren. Vor Jahren
hat Dr. Hamer bereits das berühmte „Homosexuellen-Gen“ bekannt gemacht.
Wie es scheint, ist das nur
der Beginn einer Reihe neuer und aufregender wissenschaftlicher Entdeckungen in der Genforschung.
In
der Zwischenzeit haben Wissenschaftler das DGG1-Gen entdeckt. Es handelt sich um einen vesikulären Triamin-Dreher,
der den Fluß der Chemikalien reguliert, die im Gehirn die Gutgläubigkeit steuern. Träger des DGG1-Gens
entwickeln mit großer Wahrscheinlichkeit eine Krankheit, die in Fachkreisen unter dem Namen SDS bekannt
ist. SDS führt dazu, daß Schriftsteller und Journalisten wissenschaftliche Märchen so ernst nehmen
wie Mitglieder primitiver Kulturen ihre Medizinmänner und Geistergeschichten.
Der Name des Gens DGG1
steht für die Fachbezeichnung „Dumme Gelegenheitsgeschichte 1“. Das DGG1-Gen wird für verschiedene Symptome
bei Schriftstellern und Journalisten verantwortlich gemacht. Das häufigste Krankheitsbild ist die erwähnte
Krankheit mit dem Namen SDS. Der Name steht für die Fachbezeichung „Sonntagsjournalisten-Dummheits-Syndrom“.
Diese Erkrankung ist nach einer Auskunft von Prof. Dr. Liber Quarck, dem Direktor der Genmythologieforschungsanstalt
am Nationalen „Institut für Ansonsten-ziemlich-normale-Wissenschaften“ der USA, die häufigste.
An freien
Tagen beschäftigt sich Prof. Dr. Liber Quarck übrigens als Haupthexer der Amerikanischen Medizinmännergesellschaft.
Eine Tatsache, die seinen Fachkollegen in konventionelleren Disziplinen etwas auf dem Magen liegt.
Hans
Halbwahr, der Präsident des Deutschen Journalistenverbands (DJV) unterstrich in einer Stellungnahme,
daß „die Vorstellung eines ‘journalistischen Leichtgläubigkeits-Gens’ sich allen meinen persönlichen
Überzeugungen widersetzt. Sonntagsjournalismus kann nicht auf das kleinste gemeinsame Vielfache des genetischen
Überlebens reduziert werden. Eine solche Theorie zeigt die Armut des nichtjournalistischen Denkens“,
meinte Hans Halbwahr.
Dr. Karl von Kassestimmt, der Präsident der Mediengruppe „OWE“ äußerte sich
auf Anfrage ebenfalls zum neuentdeckten Journalisten-Gen: „Der Sonntagsjournalismus hängt nicht bloß
mit der persönlichen Konstitution eines Menschen zusammen. Mehrere Faktoren spielen eine Rolle: die Gesellschaft,
die Tradition, die Geldmacherei. Mir scheint die Existenz eines Gens, das all das fertigbringt, höchst
unwahrscheinlich.“
Dagegen unterstrich Prof. Dr. Liber Quarck, daß seine Forschung in keiner Weise gegen
den Sonntagsjournalismus gerichtet sei. Dr. Quarck wies darauf hin, daß die sensationelle Entdeckung
des Leichtgläubigkeitsgens eine Gelegenheit für Journalisten und Zeitungsbesitzer sei, darauf in aufregenden
Artikeln hinzuweisen, um so weitere wertlose Geschichten zu produzieren und gleichzeitig mit denselben
noch mehr Geld zu verdienen.
Prof. Dr. Quarck führte weiter aus, daß er es nicht für nötig befinde,
die erwähnten Kommentatoren zu kommentieren, weil die ausgewählten Kommentatoren ganz und gar voraussehbare
Kommentare abgegeben hätten. Diese seien von Anfang an so angelegt gewesen, um die Ergebnisse der neuen
Studie in keiner Weise in Frage zu stellen. Das alleine sei schon ein gutes Beispiel für das „Sonntagsjournalisten-Dummheits-Syndrom“
und das „journalistische Leichtgläubigkeits-Gen“.
Das Prinzip bestehe darin, dümmliche Gelegenheitsgeschichten
von dümmlichen Vertretern des Establishments prüfen zu lassen, weil diese keine effektive Kritik hervorbrächten.
Andernfalls hätten sie es nicht zu ihren Establishment-Positionen gebracht.
Prof. Dr. Quarck hat inzwischen
genug Geld gesammelt, um ein „Institut für die Erforschung von Spinner-Wissenschaften“ einzurichten.
Es soll „Elizabeth-Tag-Zentrum“ heißen, zu Ehren der britischen Journalistin, welche die „Gottes-Gen“-Geschichte
als erste publiziert und damit bewiesen hat, daß die Produktion von dummen Gelegenheitsgeschichten nicht
von der Fähigkeit abhängt, rational oder kritisch zu denken oder überhaupt denken zu können.
Prof.
Dr. Quarck hegt jetzt die Hoffnung, weitere Gene zu isolieren, die für andere Veranlagungen verantwortlich
sind, wie z.B. das „Syndrom des lügenden Politikers“, des „rückgratlosen Bischofs“ oder des „geschmacklosen
Künstlers“.
Auf die Frage, welche Chancen bestünden, das Gen zu finden, welches bestimmte Individuen
dazu veranlaßt, verrückte pseudowissenschaftliche Theorien zu entwickeln, antwortete Prof. Dr. Quarck
kurzangebunden, daß ein solches Gen nicht existiere. Es sei absolut lächerlich zu glauben, daß ein
simples Gen eine solche Veranlagung erzeugen könnte. Eine solche Theorie sei ein vollkommener Unsinn.
Prof. Quarck verweigert sich weiteren Fragen, eilte schnell davon, um den Rest des Tages mit Schmollen
zuzubringen.
Zweifellos wird die internationale Presse diese Ereignisse in nächster Zeit als feierliche,
wissenschaftliche Tatsachen berichten.
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