Benedikt XVI.
Aktive Teilnahme am Eucharistischen Hochgebet
Gestern rief ein Teilnehmer an der Weltbischofssynode seine Mitbrüder auf, sich des langweiligsten Teils der heiligen Messe anzunehmen. Ein anderer verteidigte Tanz und Trommel in der Liturgie.
(kreuz.net, Vatikan) „Um die Einheit mit den von uns getrennten Brüdern zu erreichen, dürfen wir uns untereinander nicht spalten.“

Das erklärte der Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano gestern Dienstag auf der seit zehn Tagen in Rom laufenden Weltbischofssynode.

Die Eucharistie sei vor allem ein Band der innerkirchlichen Einheit. Der Kurienkardinal mahnte, daß sich Priester speziell in bezug auf die Interkommunion an die geltenden Vorschriften halten sollten. Sonst würden sie mit der inner-katholischen Einheit brechen.

Ein US-Bischof erklärte, daß sich die Gläubigen bessere Predigten erwarteten:

„Die rituelle Präzision alleine wird jene, die von der Sonntagsmesse fernbleiben, nicht dorthin zurückbringen.“

Der Bischof aus Kopenhagen, Mons. Czeslaw Kozon, sagte, daß es in den skandinavischen Ländern praktisch keine liturgischen Mißbräuche gebe.

Auf dem Gebiet der Ökumene herrsche in den lutherisch geprägten Ländern des Nordens jedoch ein breites Unverständnis wegen der katholischen Haltung zur Interkommunion.

Die katholische Sicht werde von den Protestanten – und auch von manchen Katholiken – als „rückschrittlich“ betrachtet.

Abschließend erinnerte der Bischof an die schmerzhafte Situation vieler geschiedener wiederverheirateter Katholiken, die den Leib des Herrn nicht empfangen können.

Der Erzbischof von Bombay, Ivan Kardinal Dias (69), verwies im Zusammenhang mit der von anderen Synodenvätern zitierten Krise der Kirche auf die Heiligen. Er nannte den heiligen Pfarrer von Ars und den Diener Gottes Erzbischof Fulton Sheen († 1979).

Das Geheimnis ihres Erfolges habe darin bestanden, stundenlang vor dem Allerheiligsten anzubeten.

Kardinal Dias erzählte den Synodenvätern ein chinesisches Sprichwort: „Statt im Dunkeln zu fluchen, zünde eine Kerze an.“

Da wir in einer spirituellen und moralischen Umnachtung lebten, wäre es wunderbar – so der Vorschlag des Erzbischofs –, wenn Bischöfe und Priester weltweit jeden Tag eine Stunde vor dem Allerheiligsten beten würden.

Der Bischof der südafrikanischen Hauptstadt Johannesburg, Mons. Edward Gabriel Risi (56), sprach über das eucharistische Hochgebet.

Das sei der heiligste Teil der Liturgie. Dennoch sei das Hochgebet für die Gläubigen „am wenigsten attraktiv“ – der Bischof vermied die Formulierung „langweilig“:

Obwohl es sich beim eucharistischen Hochgebet um den zentralen Punkt der Messe handle, sei er in der konkreten Praxis eher der Anti-Höhepunkt.

Der Priester bete ihn alleine.

Die Gläubigen bewegten sich von einer zuvor aktiven zu einer passiven Teilnahme.

Der Bischof schlug vor, eine Art „responsorialer Teilnahme“ einzuführen. Dies würde den Gläubigen helfen, an diesem Teil der Messe aktiver teilzunehmen als bloß durch respektvolles Schweigen.

Ein nigerianischer Bischof, Mons. John Olorunfemi Onaiyekan (61), hatte bereits am Montag ähnliches gefordert.

Er gestand ein, daß es in der Liturgie Mißbräuche und unkluge Experimente gebe. Generell sehe er darin jedoch keinen Grund für falschen Alarm:

„Wir haben keine Kathedralen oder prächtigen Gemälde von Michelangelo oder Leonardo da Vinci. Aber was wir haben, geben wir mit Freuden: Unsere Gesänge, Gedichte, Trommeln und die Rhythmen unserer Tänze – alles zur Ehre Gottes.“

Papst Johannes Paul II. habe sich klar für diesen Inkulturationsprozeß ausgesprochen:

„In den letzten vierzig Jahren sind einige schöne Eucharistiefeiern gewachsen, die den Glauben der Leute vertiefen und die Qualität ihrer Teilnahme verbessern.“
      
9 Lesermeinungen
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#9   athanasius1957   11:19:50 | Freitag, 14. Oktober 2005
Zur Frage der „Partizipatio actuosa“ im Kanon
Zwei Punkte zum u.a. Zitat:
1. Durch das laute Beten des Kanons (Muttersprache oder Latein ist hier völlig egal) bzw. durch die Akklamation nach der Wandlung ist die persönliche Kontemplation über das Zentralereignis verloren gegangen.
2. In der liturgischen Musikliteratur bis zum 2. Vatikanum hingegen waren Sanktus und Benediktus zwei völlig unterschiedliche Kompositionen und rein musikalisch gesehen Programmmusik.
Ersteres meist im Chorsatz bzw. Solisten-Duett -Trio kompniert, welches mit einer offenen Quint endete, führte zum zu vollziehenden Mysterium hin. Dieses wurde nur durch das engelsgleiche Glöckchen bei den Elevationen unterbrochen. Das Benediktus hingegen wurde als Alt oder Sopransolo begonnen und führte mit dem Chorhosanna zur Doxologie. Durch diese Kompositionstechnik war es dem Gläubigen möglich sich zur Meditation des Mysteriums auf einer ununterbrochenen sinuskurvenähnlichen „Trägerwelle“ einzuklinken und es kam nicht zum jähen „Absturz“ durch ein „gebrülltes oder gesungenes“ Mysterium fidei.
Zufall oder Vorsehung?!!!
Der Bischof der südafrikanischen Hauptstadt Johannesburg, Mons. Edward Gabriel Risi (56), sprach über das eucharistische Hochgebet. Das sei der heiligste Teil der Liturgie. Dennoch sei das Hochgebet für die Gläubigen „am wenigsten attraktiv“ – der Bischof vermied die Formulierung „langweilig“: Obwohl es sich beim eucharistischen Hochgebet um den zentralen Punkt der Messe handle, sei er in …
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#8   Ignatius   20:52:03 | Mittwoch, 12. Oktober 2005

Wenn unser Heiland gesagt hat dass der Priester nicht ein Gewöhnlicher von dieser Welt sein soll dann hat er sicherlich nicht gemeint was diese Bischöfe da nun mehrheitlich veranstalten: die zeigen dass sie nicht mehr IN dieser Welt leben. Ich weiss nicht auf welchem Mond aber die haben jede Bodenhaftung verloren. Das Schiff sauft ab sagte Paparatzi und die Bischöfe quasseln über die angeblich langweiligen Kronleuchter. Ah mei es isch sehr tragisch des mit ansehen müssen.
Frauen und Kinder zuerst!
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#7   Benedikt   18:52:10 | Mittwoch, 12. Oktober 2005
@ Rosa von Lima
Es kann natürlich wenn überhaupt nur auf Pfarrei Ebene funktionieren. Ich kann mir es höchstens so vorstellen, dass es klärende Gespräche mit dem Pfarrer gibt inkl. Beichte (ohne Absolution). Bei jemandem, der ein brennendes Verlangen nach der Eucharistie hat kann ich mir nicht vorstellen, dass er da lügen würde.
Aber man sieht schon: Es ist schwierig. Trotzdem muss man darüber reden, damit nicht der Eindruck entsteht, dass solche Leute aus der Kirche ausgeschlossen sind.
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#6   Rosa von Lima   18:27:24 | Mittwoch, 12. Oktober 2005
@Benedikt
Das wäre ja eine unlösbare Aufgabe, müsste man bei jedem geschiedenen und wiederverheirateten Paar recherchieren. Bei den heutigen Scheidungzahlen… und diese sind noch im Steigen begriffen.
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#5   Benedikt   18:14:00 | Mittwoch, 12. Oktober 2005
Hochgebet
Der Bischof schlug vor, eine Art „responsorialer Teilnahme“ einzuführen.
Responsorien könnten die Gläubigen im Überfluss haben, wenn das Stundengebet endlich wieder auf breiter Basis zurückkehren würde. Im Überfluss könnten die Gläubigen dann singen!
Es treibt halt schon seltsame Blüten dzdz…
@ Stimme aus dem Tradiland
Bezügl. Geschieden und wiederverheiratet: Natürlich haben Sie im Grundsatz nicht so unrecht, aber bedenken Sie auch, dass es um die Würdigung von Einzelfällen geht. Nicht immer stand hinter der Trennung eine böse Absicht. Viele sind vielleicht auch erst später wieder gläubig geworden. Ich denke, dass man da schon mit Fingerspitzengefühl vorgehen muss und sich jeden Fall einzeln betrachten muss. Wobei es natürlich auch nichts bringt, die bisherige Prxis einfach sang und klanglos aufzugeben.
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#4   Rosa von Lima   16:54:57 | Mittwoch, 12. Oktober 2005
Das Hochgebet
Mgr. Edward Gabriel Risi aus Südafrika: Obwohl es sich beim eucharistischen Hochgebet um den zentralen Punkt der Messe handle, sei er in der konkreten Praxis eher der Anti-Höhepunkt. Der Priester bete ihn alleine.
Frage: Was haben denn unsere vorkonziliären Gläubigen während der hl. Messe gemacht, als diese vollumfänglich und in aller Stille vom zelebrierenden Priester gefeiert wurde. Es war damals auf jeden Fall viel ruhiger und man hatte mit Sicherheit mehr Andacht als heute, wo ein ständiges Aufstehen, Knien und Sitzen stattfindet. Gerade das Hochgebet sollte in stiller Andacht mitgefeiert werden.
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#3   Stimme aus dem Tradiland   13:32:37 | Mittwoch, 12. Oktober 2005
Wahrheit, Schein, Gerüchte, Lügen – und kein „Jota“ wird verschwiegen…
Der Bischof aus Kopenhagen, Mgr. Czeslaw Kozon, sagte, daß es in den skandinavischen Ländern praktisch keine liturgischen Mißbräuche gebe.
S. Ex. Kozon hat keine Ahnung (oder er lügt gezielt): Die Charismatisiererei mit „Tanz in der Liturgie“ sowie der prakt. angewandte Modernismus mit der Handkommunion und der Mißachtung von Leib und Blut Christi hat längst Skandinavien erreicht (ich weiß das konkret von einem kath. Kloster in Skandinavien).
breites Unverständnis wegen der katholischen Haltung zur Interkommunion. Na und?
schmerzhafte Situation vieler geschiedener wiederverheirateter Katholiken
Schmerzhaft ist daran besonders, dass diese die Gebote Gottes nicht halten und sich nicht im Stande der Gnade befinden, bei Fortsetzung ihres Handelns also nur in die Hölle kommen können.
Der Erzbischof von Bombay, Ivan Kardinal Dias (69) …Vorschlag –, wenn Bischöfe und Priester weltweit jeden Tag eine Stunde vor dem Allerheiligsten beten würden.
Eine der wenigen vernünftigen Wortmeldungen.
Das sei der heiligste Teil der Liturgie. Dennoch sei das Hochgebet für die Gläubigen „am wenigsten attraktiv“ – der Bischof vermied die Formulierung „langweilig“
Diese Wortmeldung zeigt, dass sich das Hl. Meßopfer und der NOM so vertragen wie Feuer und Wasser. Die Konsequenzen werden aber nicht gezogen.
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#2   PetrusII   13:12:59 | Mittwoch, 12. Oktober 2005
Weltbischofssynode
…Bischof erinnert an schmerzhafte Situation vieler geschiedener wiederverheirateter Katholiken, die den Leib des Herrn nicht empfangen können Sind unsere Bischöfe überhaupt noch Bischöfe? Warum sagt unser Herr Jesus Christus als Ihn jemand fragt ob man sich scheiden lassen kann. Nehme einen Eimer Wasser und einen Eimer Milch mische diese beiden Flüssigkeiten und versuche diese wieder zu trennen. Genau so ist es mit der Ehe. Wer sich bindet ist vor Gott gebunden mit all seinen konsequenzen. Kardinalsstaatssekretär Sodano: Priester sollten sich an die geltenden Vorschriften halten WAS? Kann also jeder machen was er will? Er müsste sagen MUSS sich daran halten und es gibt Strafen. Sind den hier nur Kasper am Werk? Schon im II VK lümmelten sich die Teilnehmer wie Kinder auf den Tischen herum. Lesen Sie bitte die Berichte von S.E. H.H. Erzbischof Lefebvre über den Ablauf des II VK
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#1   Aurelius   10:49:07 | Mittwoch, 12. Oktober 2005
Jahrhundertelange Lageweile und was ma dagegen tun kann
Das sei der heiligste Teil der Liturgie. Dennoch sei das Hochgebet für die Gläubigen „am wenigsten attraktiv“ – der Bischof vermied die Formulierung „langweilig“:
Klar. Was für eine Langeweile mussten denn bloß die armen Gläubigen über Jahrhunderte hinweg ertragen, als sie der Stille des Canons ausgesetzt waren? Oh, Horror!
Und genau aus diesem Grunde müssen jetzt alle auch noch am Eucharistischen Hochgebet mitmachen, denn es geht ja in erster Linie darum, in der Messe vernünftig unterhalten zu werden. Schließlich ist das ja nun Dienst am Menschen und der soll sich ja dabei wohlfühlen. Und wenn der Gläubige anfängt sich bei den Hochgebeten 2 – 4 zu langweilen (der Römische Kanon wird ja kaum noch gebraucht, weil er wohl nicht mehr zeitgemäß ist), könen ja die Gläubigen reihum ein Hochgebet improvisieren. Jeder eine Zeile oder so… Oder sie können ja Zettelchen ziehen, auf denen schon ewas vom Liturgiearbeitskreis vorformuliert ist. Der Ideen gäbe es da sicher genug.
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