09:20:00 | Mittwoch, 12. Oktober 2005
Benedikt XVI.
Gestern rief ein Teilnehmer an der Weltbischofssynode seine Mitbrüder auf, sich des langweiligsten Teils der heiligen Messe anzunehmen. Ein anderer verteidigte Tanz und Trommel in der Liturgie.
(kreuz.net, Vatikan) „Um die Einheit mit den von uns getrennten Brüdern zu erreichen, dürfen wir uns
untereinander nicht spalten.“
Das erklärte der Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano gestern Dienstag
auf der seit zehn Tagen in Rom laufenden Weltbischofssynode.
Die Eucharistie sei vor allem ein Band der
innerkirchlichen Einheit. Der Kurienkardinal mahnte, daß sich Priester speziell in bezug auf die Interkommunion
an die geltenden Vorschriften halten sollten. Sonst würden sie mit der inner-katholischen Einheit brechen.
Ein US-Bischof erklärte, daß sich die Gläubigen bessere Predigten erwarteten:
„Die rituelle Präzision
alleine wird jene, die von der Sonntagsmesse fernbleiben, nicht dorthin zurückbringen.“
Der Bischof
aus Kopenhagen, Mons. Czeslaw Kozon, sagte, daß es in den skandinavischen Ländern praktisch keine liturgischen
Mißbräuche gebe.
Auf dem Gebiet der Ökumene herrsche in den lutherisch geprägten Ländern des Nordens
jedoch ein breites Unverständnis wegen der katholischen Haltung zur Interkommunion.
Die katholische
Sicht werde von den Protestanten – und auch von manchen Katholiken – als „rückschrittlich“ betrachtet.
Abschließend erinnerte der Bischof an die schmerzhafte Situation vieler geschiedener wiederverheirateter
Katholiken, die den Leib des Herrn nicht empfangen können.
Der Erzbischof von Bombay, Ivan Kardinal
Dias (69), verwies im Zusammenhang mit der von anderen Synodenvätern zitierten Krise der Kirche auf die
Heiligen. Er nannte den heiligen Pfarrer von Ars und den Diener Gottes
Erzbischof Fulton Sheen († 1979).
Das Geheimnis ihres Erfolges habe darin bestanden, stundenlang vor dem Allerheiligsten anzubeten.
Kardinal
Dias erzählte den Synodenvätern ein chinesisches Sprichwort: „Statt im Dunkeln zu fluchen, zünde eine
Kerze an.“
Da wir in einer spirituellen und moralischen Umnachtung lebten, wäre es wunderbar – so der
Vorschlag des Erzbischofs –, wenn Bischöfe und Priester weltweit jeden Tag eine Stunde vor dem Allerheiligsten
beten würden.
Der Bischof der südafrikanischen Hauptstadt Johannesburg, Mons. Edward Gabriel Risi (56),
sprach über das eucharistische Hochgebet.
Das sei der heiligste Teil der Liturgie. Dennoch sei das Hochgebet
für die Gläubigen „am wenigsten attraktiv“ – der Bischof vermied die Formulierung „langweilig“:
Obwohl
es sich beim eucharistischen Hochgebet um den zentralen Punkt der Messe handle, sei er in der konkreten
Praxis eher der Anti-Höhepunkt.
Der Priester bete ihn alleine.
Die Gläubigen bewegten sich von einer
zuvor aktiven zu einer passiven Teilnahme.
Der Bischof schlug vor, eine Art „responsorialer Teilnahme“
einzuführen. Dies würde den Gläubigen helfen, an diesem Teil der Messe aktiver teilzunehmen als bloß
durch respektvolles Schweigen.
Ein nigerianischer Bischof, Mons. John Olorunfemi Onaiyekan (61), hatte
bereits am Montag ähnliches gefordert.
Er gestand ein, daß es in der Liturgie Mißbräuche und unkluge
Experimente gebe. Generell sehe er darin jedoch keinen Grund für falschen Alarm:
„Wir haben keine Kathedralen
oder prächtigen Gemälde von Michelangelo oder Leonardo da Vinci. Aber was wir haben, geben wir mit Freuden:
Unsere Gesänge, Gedichte, Trommeln und die Rhythmen unserer Tänze – alles zur Ehre Gottes.“
Papst Johannes
Paul II. habe sich klar für diesen Inkulturationsprozeß ausgesprochen:
„In den letzten vierzig Jahren
sind einige schöne Eucharistiefeiern gewachsen, die den Glauben der Leute vertiefen und die Qualität
ihrer Teilnahme verbessern.“
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Benedikt 18:52:10 | Mittwoch, 12. Oktober 2005
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Benedikt 18:14:00 | Mittwoch, 12. Oktober 2005
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PetrusII 13:12:59 | Mittwoch, 12. Oktober 2005
#1
Aurelius 10:49:07 | Mittwoch, 12. Oktober 2005