Liturgie
Neues über die kirchliche Geheimhaltung
Eine von der zuständigen kirchlichen Kommission hergestellte vertrauliche englische Übersetzung von Meßtexten wurde kürzlich im Internet versteigert.
(kreuz.net) In der Kirche happert es mit der Geheimhaltung von Dingen, die geheimgehalten gehören, gehörig.

Am 5. Oktober wurde im Internet-Auktionshaus ‘eBay’ ein 44seitiges Dokument versteigert, das noch nicht publizierte offizielle englische Übersetzungen lateinischer Meßtexte enthält.

Das berichtete die US-amerikanische Nachrichtenagentur ‘Catholic News Service’.

Der Text erzielte einen Preis von umgerechnet 48 Euro.

Beim Text handelt es sich um die provisorische Übersetzung des ‘Ordo Missae’. Sie wurde von der ‘Internationalen Kommission für Englisch in der Liturgie’ hergestellt.

Die Kommission arbeitet für elf Bischofskonferenzen und übersetzt liturgische Texte aus dem Lateinischen.

Die kürzlich verkaufte Textversion ist den englischsprachigen Bischöfen noch nicht zugeschickt worden.

Der Maulwurf, der das Dokument an die Öffentlichkeit brachte, muß darum ein Mitglied der internationalen Kommission von Übersetzern sein.

Der Text enthält den ‘Ordo Missae’, das heißt, die festen Teile der heiligen Messe wie zum Beispiel den Bußakt, das Gloria, das Glaubensbekenntnis, sowie die eucharistischen Gebete.

Eine frühere Version des jetzt ersteigerten Dokumentes war im Jahr 2004 an die englischsprachigen Bischöfe zu Begutachtung ausgesendet worden.

Schon seit längerem bemühen sich konservative Kräfte im englischen Sprachraum, eine wörtlichere und feierlichere Übersetzung der lateinischen Originalmeßtexte für die englische Sprache herzustellen.

Die Arbeiten dazu verliefen bisher recht kontrovers.

Der konservativen Seite steht nämlich eine Gruppe liberaler Liturgiker und Bischöfe gegenüber, die sich freier übersetzte Texte wünschen, die stärker an die Alltagssprache angepaßt sind.

Diese Auseinandersetzung erklärt wohl auch die vorzeitige Bekanntmachung des Textes. Sie könnte ein Versuch sein, die gegenwärtige Arbeit der Kommission zu diskreditieren.
      
1 Lesermeinung
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#1   Athanasius   19:18:10 | Mittwoch, 12. Oktober 2005
Macht kein Unterschied…
…da es hier – im Gegensatz zum Kanon des Missale Pii V im Bild zum Artikel – um den Novus Ordo Missae geht, welcher von sechs Protestanten, Erzbischof Bugnini und progressistische Liturgiker zusammengestellt wurde damit die „katholische Messe sich der kalvinistischen Liturgie annähere“ (Paul VI. zu Jean Guitton).
Ob man da King James Version Englisch benutzt, Lateinisch oder Rapster-Englisch, macht kein Unterschied. Nur für die Nostalgiker. Für die treuen Katholiken ist die Neue Messe – auch wenn den Büchern nach zelebriert – zu meiden. So Kardinal Bacci und Ottaviani.
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