Benedikt XVI.
Dem Konzil folgten Verwirrung und Glaubensabfall
Ein Protestant erklärte gestern auf der Weltbischofssynode, die Heilige Kommunion schon öfters empfangen zu haben. Ein Anglikaner begründete seine Forderung nach Interkommunion mit dem Kommunionempfang von Prior Roger Schütz.
(kreuz.net, Vatikan) Auf der in Rom tagenden Weltbischofssynode haben gestern auch orthodoxe Patriarchen und protestantische Kirchenverantwortliche das Wort ergriffen.

Der orthodoxe Metropolit von Pergamon bezeichnete die Einladung zur Synode als „eine Geste von großer ökumenischer Bedeutsamkeit“.

Die türkische Stadt Pergamon liegt im Nordwesten von Kleinasien.

Der Metropolit bedauerte, daß die Katholische Kirche und die Orthodoxen ihren identischen Glauben an die Eucharistie nicht „an einem Tisch“ teilten.

Ein armenisch-orthodoxer Bischof berichtete stolz: „Unsere Liturgie ist Jahrhunderte alt und hat so gut wie keine Änderungen erfahren.“

Der anglikanische Bischof von Chichester in Südengland sprach über die Interkommunion:

„Unter welchen Umständen kann man sich die Heilige Kommunion gegenseitig spenden? Wie sollen wir den öffentlichen Kommunionempfang des Protestanten Frère Roger Schütz deuten?“

Es müsse endlich Kriterien für die Anerkennung der Eucharistie in verschiedenen Kirchen geben.

Ein lutherischer Bischof aus Norwegen erklärte, die Kommunion schon mehrfach aus der Hand von wichtigen katholischen Prälaten empfangen zu haben. Er sei sehr traurig darüber, daß die Interkommunion in der katholischen Kirche „noch nicht generell geduldet“ werde.

Daneben äußerten sich auf der Synode auch zahlreiche katholische Bischöfe.

Der Erzbischof von Colombo auf Sri Lanka forderte, heidnische Anbetungsweisen zu analysieren und in die Liturgie zu integrieren.

Er warnte gleichzeitig vor „dem ernsten Problem des christlichen Fundamentalismus“ – ohne genau zu erklären, was er meinte.

Die Synode müsse diese Gefahr ernstnehmen: „Andernfalls würde sie einen wunderschönen Baum pflanzen – unseren Glauben an die Eucharistie –, während ihn ein gefährlicher Virus attackiert.“

Der Kardinal von Sydney, George Pell, erinnerte an die Krisen der Kirche in der ganzen Welt. Einige dieser Schwierigkeiten seien hausgemacht:

„Das Zweite Vatikanische Konzil brachte großen Segen und substanzielle Früchte. Aber ihm folgten speziell im Westen auch Verwirrung, teilweise Glaubensabfall, und verschiedentlich Zusammenbruch.“

Gute Absichten würden nicht genügen.

Die Synode solle angesichts dieser „Schatten“ die alte Tradition und lebensspendende Disziplin des Zölibats bewahren.

Die Abschaffung des Zölibates würde das Problem des Priestermangels nicht beseitigen, sondern wäre ein „schwerer Fehler“.

Die Priesterehe würde in den Missionsgebieten Verwirrung stiften und im Westen die geistliche Vitalität schwächen. Sie würde von Christi eigenem Handeln abweichen, der Kirche praktische Nachteile bringen und das Zeugnis der Liebe zum Opfer schmälern.

Andere Redner auf der Synode erklärten, daß die Priester keine Freizeitkleidung tragen sollten, speziell während der Meßzelebration:

„Viele von ihnen sind in der Kirche mit T-Shirt und Jeans zu sehen.“

Weiters wurde gefordert, daß Beichtstühle im Innern der Kirche gut sichtbar und der Tabernakel erkennbar auf dem Hauptalter sein sollte.

Der Bischof von Hongkong, Mons. Joseph Zen, bat die Unterscheidung zwischen der katholischen Untergrundkirche und der von den Kommunisten kontrollierten ‘Patriotischen Vereinigung’ aufzugeben.

Alle chinesischen Katholiken sehnten sich nach Einheit mit dem Papst. Das Ausreiseverbot für vier chinesische Bischöfe durch die chinesische Regierung bezeichnete Mons. Zen als eine „verpaßte Chance“.

Der brasilianische Kardinal Geraldo Majella Agnelo meinte, daß die Kirche angesichts des Priestermangels mehr Laien brauche, welche die Kommunion zu Kranken und Alten brächten.

Der Ordensobere der Passionisten forderte mehr Raum für die Frauen in Kirche und Liturgie.

Der Präfekt der Gottesdienstkongregation, Francis Kardinal Arinze, erklärte gestern am Rande der Bischofssynode, daß die Messe keine ökumenische Feier sei:

„Der Kommunionempfang gilt nur für Katholiken.“

Innerhalb der katholischen Kirche stimme etwas nicht, wenn „man in einer Pfarrei sieht, daß fast alle die Kommunion empfangen, aber nur einige wenige beichten gehen“.
      
8 Lesermeinungen
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#8   Benedikt   23:19:35 | Donnerstag, 13. Oktober 2005
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Ein lutherischer Bischof aus Norwegen erklärte, die Kommunion schon mehrfach aus der Hand von wichtigen katholischen Prälaten empfangen zu haben. Er sei sehr traurig darüber, daß die Interkommunion in der katholischen Kirche „noch nicht generell geduldet“ werde.
Man sollte in dem Fall mal die Diplomatie vergessen und den lutherischen Bischof konkret fragen, ob er denn das katholische Eucharistieverständnis hat, ob er sich im Stande der Gnade befunden hat, und warum er – wenn er beides hat – noch lutherisch ist. Wenn nicht muss man ihn fragen, was er denn seiner Meinung nach das isst. Offenbar wissen auf der Welt ja nicht einmal mehr Theologen, was da die Unterschiede sind, da wirds Zeit, mal nachzuhaken.
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#7   Agiafortuni   22:36:11 | Donnerstag, 13. Oktober 2005
Glaubensabfall: eine Folge des Aggiornamento Schwachsinns
Es ist höchste Zeit, dass der ganze Aggiornamento Schwachsinn über Bord geworfen und der katholische Glaube in seiner Intgralität zur Norm erklärt wird. Im Lichte von Pascendi und Humani Generis liesse sich dann eine Pathologie von Vatikanum II ausarbeiten.
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#6   Rosa von Lima   20:43:27 | Donnerstag, 13. Oktober 2005
Wie recht er hat…
Wenn nur alle Anwesenden auf der Stufe von Francis Kardinal Arinze wären. Der hat den Nagel auf den Kopf getroffen mit seiner Aussage, dass beinahe alle zur hl. Kommunion, aber nur einige wenige zur Beichte gehen.
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#5   Athanasius   17:08:41 | Donnerstag, 13. Oktober 2005
Die machen…
…doch gar nicht den Unterschied zwischen Christlicher Friedsamen Glaubensfestigkeit und terroristischem Fanatismus…
So ein Bischof von Kolombo spricht wie Radio Pravda aus Moskau über Papst Pius XII. in 1955.
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#4   PetrusII   14:00:44 | Donnerstag, 13. Oktober 2005
Der Erzbischof von Colombo: Fundamentalismus
Was hat er gegen Fundamentalismus? Wir haben unseren Glauben von dem Fundament, welches von Jesus Christus gelegt wurde. Petrus du bist der Felsen auf dem ich meine Kirche bauen werde. Also können wir nur an dieses Fundament festhalten. Dieses Fundament ist von Gotteshand gelegt, nicht von Menschenhand wie die neue Messe und die neuen Glaubensansichten… Gehen wir zurück zu unserem wahren Fundament des überl. Glauben. Also mit freuden Fundamentalist – es muss nur das richtige Fundament sein
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#3   Bonaventura   13:26:28 | Donnerstag, 13. Oktober 2005
Gemeinsames Eucharistieverständnis
@Fiore
Da liegen Sie vollkommen falsch lieber Herr Fiore, das Eucharistieverständnis der Lutheraner, ist ebenso wie das der anderen Reformierten und Sektiererischen Evangelikalen ein vollkommen anderes als das der Katholischen Kirche.
Nach dem „Lutherisch / Protestantischen Verständnis“ kommt eine Realpräsenz (Wenn überhaupt!)
Durch den persönlichen Glauben des einzelnen Zustande und nicht durch einen geweihten Priester.
(Den es, aufgrund falschen Kirchenverständnisses und fehlender Apostolischer Sukzession auch nicht gibt)
So unterliegt die Realpräsenz, um die es maßgeblich im Eucharistieverständnis geht, vollkommen dem subjektiven Empfinden jedes Einzelnen.
So ist es auch möglich das nicht verwendetes, also nicht „kommuniziertes“ Brot, nach Lutherischen Gottesdiensten in den Müll geworfen wird!
Zu dem muss hervorgehoben werden, dass es selbst innerhalb der vielen Evangelikalen Sekten, oder wenn sie wollen „Kirchenähnlichen Gemeinschaften“ kein einhelliges, gemeinsames Verständnis, von der Erlösungstat Christi und dem damit einhergehenden Verständnis von Eucharistie und Latreutasie gibt.
Denn substantiell erklärt das Katholische Verständnis, das das Allerheiligste ein Eucharistisches, d.h. „Danksagendes“ Opfer und zugleich ein Latreutisches, d.h. „Sündentilgendes“ Opfer ist.
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#2   FioreGraz   12:01:42 | Donnerstag, 13. Oktober 2005
NAja
Der lutherische Bischof vergisst das er ja mit uns den Glauben an die Realpräsenz teilt, weshalb die hier ne Sakramentenspendung möglich ist (gleiches verständnis), aber das dies bei den Reformierten nicht der Fall ist.
Was die heidnischen Bräuche angeht, die muß man net unbedingt „Zwangseinbringen“. Lokal ist es logisch das man Gebräuche und Eigenheiten auch in die Liturgie einbrachte, das war immer so und wird imemr so sein. Dennoch hat das immer noch Platz in einem Gerüst eines festen Ablaufs. Hier kann man kulturspezifische Dinge unterbringen.
LG
Fiore
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#1   Athanasius   09:50:07 | Donnerstag, 13. Oktober 2005
Was man sieht…
…sind die Folgen des 43. Jahrestages der Eröffnung des II. Vatikanischen Konzils.
Es herrscht nicht nur ‘im Westen’ Apostasie und Häresie, sondern vor allem bei den Prälaten, wie wir hier lesen können.
‘Heidnische Anbetungsweisen…’ Hätte der hl. Franz Xaver diese konziliare Kirche noch als seine Una Sancta wiedererkennt? Nein, seine Gläubigen in India zerstörten die Götzenbilder, brannten die heidnischen KultElemente ab, und gaben den Tempeln eine christliche Bestimmung. Aber die waren falsch. Denn das waren noch die vorkonziliaren Katholiken. Die Fundamentalisten. (Der Kardinal von Colombo warnt vor allem für die FSSPX, welche in Indien immer stärker wird.)
Jetzt haben wir eine Neue Kirche. ‘Und es war als hätte man die Alte Kirche entzündet und abgeschrieben. Aber Gott hat es anders geplant.’ – Anna Katharina Emmerick, venerabilis-beata, Vision, Dülmen, 1820.
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