11:23:53 | Donnerstag, 13. Oktober 2005
Was einem Priester oder kirchlichen Mitarbeiter im Bistum Regensburg den Posten kostet, ist in der Diözese Fulda offenbar ein Beförderungsgrund.
(kreuz.net, Fulda) Kürzlich versammelte sich der sogenannte ‘Fuldaer Kreis für eine offene Kirche’ zu
seiner Generalversammlung. Darüber berichtete die ‘Fuldaer Zeitung’ am vergangenen Montag.
Die Generalversammlung –
„Diözesanversammlung“ genannt – ist das oberste beschlußfassende Organ des ‘Fuldaer Kreises’, der von
acht Fuldaer Diözesanpriestern gegründet wurde.
Ziel des ‘Kreises’ ist, die Kirche dem Zeitgeist anzupassen.
Sein ideologischer Horizont kreist um die Begriffe Dialogbereitschaft, jesuanische Geschwisterlichkeit,
Pluralität, synodale Strukturen, Pastoralkonzepte und Solidarität.
Die Pluralität soll nach Angaben
des Statutes der Gruppe den Vorrang vor „den Lehrmeinungen der Kirche“ haben.
Der Verein arbeitet eng
mit der kirchenfeindlichen Gruppierung ‘KirchenVolksBewegung – Kirche von unten’ zusammen.
In seinem
Tätigkeitsbericht während der Generalversammlung erinnerte der Sprecher des Leitungsgremiums, Klaus
Lukassek, daran, daß die Arbeit des Kreises nicht immer konfliktfrei ablaufe.
So wurde der als Priester
suspendierte Theologieprofessor Dr. Gotthold Hasenhüttl (71) eingeladen, um in den Räumen einer Kirchengemeinde
zum Thema „Ökumenische Gastfreundschaft“ zu sprechen.
Der Anlaß wurde vom Bistum offiziell untersagt.
Doch jetzt beschloß die Versammlung, Hasenhüttl erneut einzuladen. Man wolle sich gleichzeitig um einen
Fuldaer Gegenreferenten bemühen.
Der Österreicher Gotthold Hasenhüttl ist emeritierter Professor für
Dogmatik an der Philosophischen Fakultät der Universität des Saarlandes.
Er wurde im Juni 2004 wegen
einer öffentlichen Aufforderung zur Interkommunion vom Heiligen Stuhl als Priester suspendiert.
Kritiker
werfen dem Theologieprofessoren auch vor, ein Atheist zu sein. Denn Hasenhüttl versteht „Gott“ subjektivistisch
als „Ereignis der Liebe im zwischenmenschlichen Kontext“.
Sprecher Lukassek erinnerte in seinem Rückblick
ferner an eine sehr gut besuchte Veranstaltung zum Thema ‘Frauenpriestertum’. Sie stand unter dem Titel
„Neue Wege zum Amt?“.
Die Reaktionen dazu seien in der Öffentlichkeit und bei der Diözesanleitung „kontrovers“
gewesen.
Das Plenum beschloß weitere zukünftige Themenbereiche für Veranstaltungen: die Ökumene,
die soziale Frage und
der Fuldaer ‘Pastorale Prozeß’.
Letzter wird von Mitgliedern des ‘Fuldaer Kreises’
maßgeblich unterstützt.
Auch solle der „zurzeit ruhende“ Dialog mit Bischof Heinz Josef Algermissen
wieder belebt werden.
Kenner der Verhältnisse gehen aber davon aus, daß der ‘Fuldaer Kreis’ nicht ganz
ohne Kontakt zum Bischof lebt.
Von den acht Priestern, die den Kreis gründeten, sind nämlich inzwischen
drei Mitglieder des Fuldaer Priesterrates.
Einer von ihnen, Pfarrer Winfried Hahner, ist sogar dessen
Sprecher.
Der Priesterrat ist ein Beratergremium um den Diözesanbischof.
Ein drittes Gründungsmitglieder
des ‘Fuldaer Kreises’ – Pfarrer Peter Borta – ist außerdem der gegenwärtige Diözesanpräses der ‘Katholischen
Frauengemeinschaft Deutschlands’.
„Im Bistum Regensburg werden solche Personen gemaßregelt“, erklärt
auf Anfrage ein kirchlicher Mitarbeiter, der mit den Verhältnissen im Bistum Fulda gut vertraut ist:
„Doch in Fulda werden ihnen verantwortungsvolle Aufgaben übertragen.“
„In Regensburg hat sich die Kleruskongregation
hinter Bischof Müller gestellt. Was aber unternimmt die gleiche Kongregation in Fulda?“
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#5
Evelin 10:19:53 | Samstag, 4. Februar 2006
#3
Toby 18:01:00 | Freitag, 14. Oktober 2005
#2
adlimina 22:32:25 | Donnerstag, 13. Oktober 2005
#1
Peterchen 21:59:48 | Donnerstag, 13. Oktober 2005