Blasphemie
Eine münzenweinende Muttergottes
In Belgien könnte ein Strafverfahren gegen einen Priester eingeleitet werden. Der Geistliche der Erzdiözese Brüssel ist der Blasphemie angeklagt.
(kreuz.net, Brüssel) Am 7. Oktober berichtete die belgische Tageszeitung ‘Het Laatste Nieuws’ über ein mögliches Strafverfahren gegen Pfarrer Marc Scheerens aus der Erzdiözese Brüssel.

Die Vereinigung ‘Belgien und Christentum’ soll den Priester wegen Blasphemie angezeigt haben.

‘Belgien und Christentum’ ist ein Verein, der sich um die Strafverfolgung von natürlichen oder juristischen Personen bemüht, die „rassistische Akte antichristlicher oder antibelgischer Natur“ begehen.

Die Organisation sieht ihre Notwendigkeit darin begründet, daß das Christentum die einzige Religion ist, über die man sich heute ungestraft lächerlich machen kann.

Die Anzeige bezieht sich auf eine Ausstellung, die der Priester vor vier Jahren in seiner damaligen Pfarrkirche Notre-Dame de Louredes in der Ortschaft Jette erlaubte.

Jette befindet sich wenige Kilometer nordwestlich von Brüssel.

Die Ausstellung wurde von der Organisation ‘Atelier 340’ organisiert.

Der Priester wollte seinen Gläubigen durch die Ausstellung ermöglichen, einen kritischen Blick auf den eigenen Glauben zu werfen.

Doch die Veranstaltung führte eher dazu, daß sich viele Pfarreimitglieder über die ausgestellten Objekte empörten.

Zu sehen waren unter anderem ein aus Lego zusammengebauter Beichtstuhl oder eine Muttergottesstatue, die Münzen weinte.

Unzufriedene Besucher kontaktierten darauf die Organisation ‘Belgien und Christenheit’, die kürzlich die Klage eingereicht hat.

Der Priester, der inzwischen die Pfarrei gewechselt hat, bedauert, die Ausstellung damals zugelassen zu haben.
      
4 Lesermeinungen
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#5   Irenäus   19:46:47 | Samstag, 15. Oktober 2005
Irenäus meint:
Auch wenn diese Ausstellung keine besonders gute Idee war, sollte man doch nicht einen Priester, der öffentlich sein Bedauern über diesen Fehler ausgedrückt hat, dafür strafrechtlich verfolgen. Schließlich sind gerade jene Denkstöße, die er uns damit geben wollte, ernst zu nehmen. Gerade bei der Münzen weinenden Madonna fühlte ich mich spontan an Medjugorje erinnert. Wann werden endlich jene selbsternannten „Seher“ vor ein Gericht, und sei es auch kein staatliches sondern ein kirchliches, zitiert, um sich dort wegen Blasphemie zu verantworten?
PS:selbstverständlich billige ich obige Ausstellung nicht; aber man sollte sie nicht auf eine Stufe mit eindeutigen Blasphemien stellen, die wrklich unter jeder Kritik sind.
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#4   Lilith   02:00:21 | Samstag, 15. Oktober 2005
Gut…
Gut dass es soetwas für Deutschland nicht gibt…
Unkritisches Denken kann ganz schön gefährlich sein.
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#3   esperanto   19:00:33 | Freitag, 14. Oktober 2005
diskurs verhindert
dieser verein verhindert einen kritische auseinandersetzung des kommerziellen mißbrauchs von religiösen stätten und symbolen.
die idee dieses pfarrers ist ein interessanter denkanstoß
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#2   Athanasius   21:32:09 | Donnerstag, 13. Oktober 2005
Belgien und Christenheit.
www.bechrist.be/
Belgique et Chrétienté.
België en Christenheid.
Eingetragener römisch-katholische Verein belgischer Rechtsanwälte und Juristen die ihre Kompetenz verwenden wollen um die christliche Religion im zentralsten Lande Europas vor dem Missbrauch zu schützen mit legalen Mitteln.
cathcon.blogspot.com cathcon.blogspot.com/
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