Die Alte Messe ist auf der Bischofssynode kein Thema
Der nigerianische Kurienkardinal Francis Arinze sprach gestern über die Bischofssynode und erteilte dabei der Kommunionspendung an Ehebrecher eine klare Absage.
(kreuz.net, Vatikan) Der Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst, Francis Kardinal Arinze, äußerte
sich gestern Donnerstag zur Halbzeit der Bischofssynode bei einer Pressekonferenz.
Der Kurienkardinal
erklärte, daß das Verbot der Kommunionspendung an wiederverheiratete Ehebrecher unabänderlich sei:
„Wir betrachten das nicht als kirchliches, sondern als göttliches Recht.“
Wenn eine vor Gott und der
Kirche geschlossene Ehe aus Schuld eines Ehegatten oder aus anderen Gründen „nicht gelinge“, habe die
Kirche keine Macht, diese zu lösen.
Katholisch verheiratete Ehebrecher, die in einem staatlich anerkannten
Konkubinat lebten, seien vom Empfang der Heiligen Kommunion ausgeschlossen.
Der Kurienkardinal wandte
sich ausdrücklich gegen jeden Spielraum für Einzelfälle aus angeblichen „seelsorgerischen Gründen“.
Als einzige Lösung bleibe den Betroffenen der Gang vor ein kirchliches Ehegericht. Dieses muß darüber
befinden, ob die gescheiterte Ehe überhaupt gültig geschlossen worden sei.
Diese Untersuchung dürfe
allerdings nicht „gegen die Wahrheit“ handeln oder „allzu großzügig“ durchgeführt werden, betonte der
Kardinal.
Der Präfekt der Gottesdienstkongregation sprach auf der Pressekonferenz noch über ein weiteres
Thema:
Die Meßzelebration im überlieferten Ritus.
Bisher habe kein einziger Bischof auf der Synode
die alte Lateinische Messe angesprochen. Damit habe dieses Thema für die Synode keinen Vorrang:
„Wenn
es Gruppen gibt, die sich nach der tridentinischen Messe sehnen, ist hierfür bereits gesorgt.“ Die Ortsbischöfe
könnten ihnen die entsprechende Erlaubnis geben.
Die Weltbischofssynode sorge sich vielmehr darum, daß
viele Menschen überhaupt nicht mehr zur Messe gingen:
„Und jene die kommen, verstehen die Messe nicht.
Sie gehen zur Kommunion, aber nicht zur Beichte – so, als wären sie sündenlos.“
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19 Lesermeinungen
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Problem – tridentinische Messe – gelöst Bisher habe kein einziger Bischof auf der Synode [sich getraut???]
die alte Lateinische Messe angesprochen. Damit habe dieses Thema für die Synode keinen Vorrang: „Wenn
es Gruppen gibt, die sich nach der tridentinischen Messe sehnen, ist hierfür bereits gesorgt.“ Die Ortsbischöfe
könnten ihnen die entsprechende Erlaubnis geben. Hm… Zwischen den Zeilen gelesen: jeder Ortsbischof
kann, wenn er will, einen seiner Priester die Erlaubnis geben die tridentinische Messe öffentlich zu
feiern – Falls es traditionalistische Kreise in seiner Pfarre gibt. Hm… Damit könnte man das ganze
Problem „tridentinische Messe“ mit einem Schlag lösen, ohne große Änderungen zu verursachen. Frei nach
dem Satz: Vorwärts immer, Rückwärts nimmer!!! Lockerung der Erlaubnisfreigabe, Recht auf öffentliche
Zelebration nach tridentinischen Ritus… Die Traditionellen Kreise haben ihre Messe – wenn sie es denn
wirklich wollen die Entfaltung der Kirche dreht sich nicht um 180° (Rückkehr in vorkonziliäre Zeit)
die liberalen Kreise brauchen keine Angst vor Schismen in ihren Diözesen zu haben. Eine Antwort auf die
Problematik? Hm…
ad virumOblationis et Athanasium ad virumOblationis: … wiederverheiratete Ehebrecher … … Katholisch
verheiratete Ehebrecher … … staatlich anerkannten Konkubinat … ad Athanasium: Ich habe schon Anfang
Juli von einem Mitarbeiter des Vatikans gehört, daß noch in diesem Jahr die Alte Messe freigegeben werde
und daß dieses auch ein Thema auf der Bischofssynode sein werde. Es scheint sich ja zu bestätigen…
#16 Athanasius 00:15:02 | Sonntag, 16. Oktober 2005
Die Alte Hl. Messe ist ein Thema! Doch! Kardinal Castrillón Hoyos gab am Samstag bekannt es würde eine
klare Erweiterung des Indults für die Tridentinische Hl. Messe geben. …ionalcatholicreporter.org/word/
Die Una Voce Tagung (Una Voce ist ein vom Vatikan anerkannter Verein für die Verbreitung der Tridentinischen
Liturgie) fand ja vor einigen Tagen im Vatikan statt. Und diese Laien haben – scheint es – korrekt spioniert
Seit Mittwoch wurden Berichte verbreitet, es komme ein Generalindult, wenn auch ohne diesen Namen zu tragen.
#15 virOblationis 19:44:23 | Samstag, 15. Oktober 2005
ad Aurelium Was Sie sagen, vermag ich nicht nachzuvollziehen. Wo wird in dem vorliegenden Artikel mit
dem Finger auf Menschen gewiesen? Wo wird „Ehebrecher etc.“ geschrien? Vielleicht könnten Sie mitteilen,
auf welchen Satz oder Abschnitt Sie sich beziehen.
@virOblationis Es hat überhaupt nichts mit „Unchristlichkeit“ oder „Menschenverachtung“ zu tun, wenn
man gegenüber den Geboten Gottes unbedingten Gehorsam fordert. In dem Artikel fordert kreuz.net nicht
den unbedingten Gehorsam gegenüber den Geboten Gottes. Der Autor zeigt mit dem Finger auf Menschen und
schreit „Ehebrecher“ und „Konkubinat“. Und das ist sowohl menschenverachtend wie unchristlich.
#13 virOblationis 22:36:39 | Freitag, 14. Oktober 2005
Ton und Töpfer Wenn man glaubt, Menschen hätten schon deshalb ein Recht darauf, die hl. Kommunion zu
empfangen, nur weil sie es wünschen, dann stellt man den Menschen in den Mittelpunkt anstelle Gottes.
„Der Mensch ist geschaffen dazu hin, Gott unseren Herrn zu loben, Ihm Ehrfurcht zu erweisen und zu dienen,
und damit seine Seele zu retten.“ – So der hl. Ignatius von Loyola zu Beginn seiner „Geistlichen Übungen“.
Es hat überhaupt nichts mit „Unchristlichkeit“ oder „Menschenverachtung“ zu tun, wenn man gegenüber
den Geboten Gottes unbedingten Gehorsam fordert. Verfährt man anders, stellt man das Verhältnis von
Schöpfer und Geschöpf, von Unendlichkeit und Endlichkeit, von Allmacht und Ohnmacht auf den Kopf.
–-- Súmunt bóni, súmunt máli: Sórte tamen inæquáli, Vítæ vel intéritus. Mors est mális, víta
bónis: Víde páris sumptiónis Quam sit díspar éxitus. (Thomas Auqinas)
Benedikt Bitte um Verzeihung, wegen meiner Abwehrhaltung – auf diesem Forum ist es nicht immer einfach,
einen kühlen Kopf zu behalten. Wir wissen alle, dass in einer Partnerschaft Vieles passieren kann, auch
aus eigener Schuld, das nicht rückgänglich gemacht werden kann. So etwas kann auch zu Ende einer Ehe
führen. Ich kann z.B. noch so stark eine Tat bereuen, zur Beichte gehen usw. – das verletzte Vertrauen
meiner Partnerin kann ich trotzdem nicht wiederherstellen – und die Ehe funktioniert nicht mehr. In so
einer Situation nach wie vor über Sakramentalität zu sprechen, finde ich falsch – diese Ehe ist kein
Zeichen der Liebe Gottes zu den Menschen mehr. Die nächste Frage: was passiert mit dem Übeltäter, der
das verschuldet hatte? Bleibt er aus der Gemeinschaft für immer ausgeschlossen? Hat er keine Möglichkeit
wieder neu anzufangen? Ein Mörder schon!
@Benedikt Ich habe Deinen Beitrag auch nicht als Bewertung verstanden, sondern als Steilvorlage genommen,
die Formulierungen, deren sich kreuz.net bei jeder Gelegenheit bedient zu kritisieren. Ich finde diee
Sprache einfach arrogant und menschenverachtend. Die ganze Angelegenheit des Verbotes des Kommunionempfanges
ist sehr problematisch und m.E. macht es sich die Kirche zu einfach, wenn sie auf „göttliches Recht“
pocht.
@ Aurelius & Stimme aus Wien Es war nicht meine Absicht, eine moralische Bewertung vorzunehmen. Ich wollte
nur aufzeigen warum sich die Situation so gestaltet, wie sie sich gestaltet. Ich habe diese Tag schon
unter einem anderen Artikel geschrieben, wie überaus schwierig dieses Problem in der Sache ist und das
mit den Betroffenen ein intensiver Austausch stattfinden muss. Ich halte die Erlaubnis unter gewissen
Voraussetzungen auch nicht für unmöglich. Es ist halt immer zu prüfen, warum eine Ehe gescheitert ist.
Benedikt Eine Ehe, nach dem göttlichen Recht, in der die Partner getrennt vom „Tisch und Bett“ leben:
wie kann diese Ehe als Zeichen der Liebe Gottes zu den Menschen gelten? Wie kann man in dieser Situation
behaupten, diese Partnerschaft ist noch immer ein Sakrament? Und dann noch mit gutem Gewissen zur Hl.
Kommunion gehen?
„Formulierungen im Artikel“ Menschen, deren Ehe aus was für Gründen auch immer gescheitert ist und die
glücklich mit einem anderen Partner leben, als „Ehebrecher“ zu bezeichnen, oder deren neue, staatlich
geschlossene Ehe als „Konkubinat“ ist schon menschenverachtend und alles andere als christlich.
@ Stimme aus Wien Nach dem göttlichen Recht gibt es eben keinen Geschiedenen. Ein Wiederverheirateter
begeht Ehebruch und darf deswegen nicht zur Kommunion. Siehe auch die Formulierung im Artikel.
virOblationis Ein Irrtum: Jesus hatte zwar die Ehescheidung verboten – die Geschiedenen dürfen aber trotzdem
zur Hl. Kommunion. Eigentlich ist dies nur den Wiederverheirateten verboten. Also mit dem „göttlichen
Recht“ zu argumentieren ist hier etwas fehl am Platz.
#4 virOblationis 10:55:18 | Freitag, 14. Oktober 2005
Verwechslung Nicht der Ausschluß von der hl. Kommunion ist unchristlich, sondern das, was diese zwangsläufig
nach sich zieht: die Ehescheidung; diese nämlich hat der Herr selbst untersagt.
göttliches recht „Wir betrachten das nicht als kirchliches, sondern als göttliches Recht.“ Wenn ich
diesen Satz schon lese, könnte ich wütend werden. Ich finde den Ausschluss der wiederverheirateten Geschiedenen
von der Kommunion als zutiefst unchristlich. Und dieses Unrecht noch als „göttliches Recht“ zu benennen
ist einfach furchtbar. Aber wahrscheinlich sehen sich unsere „guten Hirten“ schon selbst als Götter an.
So wundert es mich nicht, das die katholische Kirche in Europa den Bach runter geht.
Falsifikation Athanasius schrieb: „Und jene die kommen, verstehen die Messe nicht. Sie gehen zur Kommunion,
aber nicht zur Beichte – so, als wären sie sündenlos.“ Ich dachte nun gerade, daß wäre alles mit der
„Messe in der Landessprache“ geklärt? Das war doch die Lösung. So ist es. In der Wissenschaft nennt
man das eine erfolgreich durchgeführte Falsifikation einer angenommenen Theorie. Doch obwohl die alte
Kirche sehr wissenschaftlich im Denken war [1], gilt in der neuen „Kirche“ [2]: Augen zu und durch. Eines
Tages, wenn nichts mehr da ist von der neuen Theologie, werden auch die letzten es merken. [1] Wissenschaft
im klassischen Sinn, gemäß Thürkauf, hat nichts mit der heute üblichen Wisserschaft zu tun. [2] Es
sind nur neue Kirchenfürsten mit einem neuen Evangelium, die die Kirche besetzt halten und auch sie werden
die ewige Kirche nicht zerstören können. 2000 Jahre Kirchengeschichte beweisen dies.
#1 Athanasius 09:02:11 | Freitag, 14. Oktober 2005
Na logisch… Die Weltbischofssynode sorge sich vielmehr darum, daß viele Menschen überhaupt nicht mehr
zur Messe gingen: „Und jene die kommen, verstehen die Messe nicht. Sie gehen zur Kommunion, aber nicht
zur Beichte – so, als wären sie sündenlos.“ Ich dachte nun gerade, daß wäre alles mit der „Messe in
der Landessprache“ geklärt? Das war doch die Lösung. Daß nicht über die Überlieferte Alte Hl. Messe
gesprochen wird, kommt letztendlich dadurch, daß nur das unter Modernisten noch Tabu ist. Es kostet einem
Modernisten den Kopf wenn er sich unter seinesgleichen dafür aussprechen würde. Und was erwartet man
schon von einer Synode, auf der anglikanische und lutherische „Bischöfe“ frei mitreden, mitdiskutieren?
Martin Luther fand ja das größte Prostitutionshaus noch weit besser als die „verfluchte römische [=die
tridentinische, alte] Messe“. Und für den Neomodernismus gibt es beim Leerlauf nur noch das Schweigen
zum altüberlieferten. Denn das passt nicht in den Kram einer evolutionären, ökumenistischen Weltkirche.