Schon lange wird darüber gerätselt, wann der Papst die Zelebration der Alten Messe freigeben wird. Eine US- amerikanische Homepage weiß Details.
(kreuz.net) Am Samstag, dem 19. November, wird der Papst angeblich eine allgemeine Erlaubnis für die
Feier der tridentinischen Messe verkündigen.
Diese Information stammt von der US-Homepage ‘Angelqueen.org’.
Die Seite enthält nach eigenen Angaben katholische Nachrichten, Diskussionen und Information.
‘Angelqueen.org’
setzt sich auch für Reinheit und Tradition im Katholizismus ein.
Auf der Homepage gibt es außerdem
ein Diskussionsforum.
Dort veröffentlichte ein gewisser ‘ecumenicaltraddie’ am 11. Oktober eine Meldung.
‘ecumenicaltraddie’ behauptet, daß eine gut plazierte römische Quelle ihn davon unterrichtet habe,
daß die römische Kurie am 19. November ein Dokument promulgieren werde, das jedem Priester des Lateinischen
Ritus erlaube, die traditionelle Lateinische Messe zu zelebrieren.
Die Novus Ordo Messe werde weiterhin
„normativ“ bleiben.
Dieser Entscheid sei ein Meilenstein.
Er unterstütze die theologische Meinung vieler
Traditionalisten, wonach es die berühmte Bulle ‘Quo Primum’ des heiligen Papstes Pius V. († 1572) allen
nachfolgenden Päpsten verbiete, den klassischen Römischen Meßritus in der universalen Kirche abzuschaffen.
Mit diesem Schritt erfülle der Vatikan die erste Forderung der Bischöfe der von Erzbischof Marcel Lefèbvre
gegründeten Piusbruderschaft.
Diese Bischöfe – die bei ihrer unerlaubten Konsekration exkommuniziert
wurden und mit Rom regelmäßige Kontakte auf höchster Ebene unterhalten – verlangen schon seit langem
eine weltweite Freigabe der Alten Messe.
„Bleiben Sie für weitere Neuigkeiten gefaßt“, beschließt
‘ecumenicaltraddie’ seinen ominösen Beitrag.
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23 Lesermeinungen
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#23 Brandenburgis 17:58:26 | Sonntag, 23. Oktober 2005
Lutherische Wandlung Gültig oder nicht – die Lutheraner gehen im Gegensatz zu den Kalvinern von der Wandlung
und von der Realpräsenz aus und sehen den Altar daher nicht als Tisch und die Eucharistie nicht als Mahl.
Da sie aber die konsekrierten Elemente nicht aufbewahren wollen, gilt bei ihnen die strenge Regel, daß
alle konsekrierten Elemente innerhalb der Meßfeier verzehrt werden müssen. In meiner lutherischen Heimatlandeskirche
(Pommern) gab es zumindest in meiner Kindheit nicht einen einzigen Volksaltar, hingegen waren alle von
den Katholiken „ererbten“ Hochaltäre etc. in ungetrübter Schönheit vorhanden. Ein Volksaltar ist in
meinen Augen kein Altar, sondern ein Monstrum.
Vierungsaltar Benedikt schrieb: Der Vierungsaltar ist eine ganz normale Form des Altars und hat nichts
mit dem diskreditierenden Begriff des „Volksaltars“ gemein. Richtig – das muß man festhalten. Der Vierungsaltar
wurde in einigen Kirchen zu einer Zeit eingerichtet, als die Zahl der Chorherren immer geringer wurde
(oft Ende 19./Anfang 20. Jh.) und der Hauptaltar im Chorscheitel damit durch eine lange „unbelebte“ Zone
von den Gläubigen im Hauptschiff getrennt erschien. Auf diesen neu errichteten Vierungsaltären gab es
jedoch einen Tabernakel und die hl. Messe wurde regelmäßig „ad orientem“ gefeiert. In anderen Fällen
gab es neben dem Hauptaltar im Chor „schon immer“ einen Vierungsaltar vor Chorschranke oder Lettner, der
zu großen Festen benutzt wurde, wenn einer der zahlreichen Seitenaltäre nicht ausreichte. Auch dort
wurde „ad orientem“ gelesen, etwas anderes war meistens auch gar nicht möglich, weil diese „sekundären
Hauptaltäre“ fest an den Lettner angebaut waren. Die Form des Altares selbst – Block oder Tisch – ist
eher sekundär, historisch gibt es oft Mischformen, z.B. die Mensa hinten auf einem Steinsockel oder an
der Wand befestigt, vorne auf Säulen ruhend
Historisierendes Verständnis? @ Gatte der Evelin alias Stimme aus dem Tradiland Die Beispiele Benedikts
bezeugen nur ein falsches historisierendes Verständnis. Ah? Welche Beispiele meinen Sie? Die mit den
Vierungsaltären? Dann schauen Sie doch mal hier: www.bildindex.de unter Mainz, Limburg, Köln usw usf
Dort können Sie Fotografien (!) von Vierungsaltären aus der vorkonziliaren Zeit sehen. Die Fotografie
gibts noch nicht allzu lange. Von „historisierend“ kann keine Rede sein. Vierungsaltäre hat es zu jeder
Zeit gegeben. Wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht, steht auch der Altar in Ecône nicht an der Wand,
sondern etwas Richtung Apsis verschoben in der Vierung. Der Vierungsaltar ist eine ganz normale Form des
Altars und hat nichts mit dem diskreditierenden Begriff des „Volksaltars“ gemein. Dr. Reggazoni hat es
ja schon präzisiert: Mit „Volksaltar“ ist ein Altar in Tischform gemeint. Ich würde sogar noch hinzusetzen:
Er ist ein Altar, der in die Kirche gebaut wurde, obwohl es in der Kirche bereits einen Wandaltar in der
Apsis gibt. Oder was man bisweilen auch sieht: Bei Kirchen, bei denen der Vierungsaltar aufgrund einer
Apsis sehr hoch steht (Speyer) wird manchmal ein zweiter vor die Treppe gestellt.
Frage Was ist genau der Unterschied zwischen lutherischen, kalvinistischen und/oder reformierten Bekenntnissen
innerhalb des Protestantismus? Ich hab’ auf jeden Fall noch nie eine evagelische Kirche gesehen, die einen
sogenannten Volksaltar enthält. Zumindest in Deutschland ist der Volksaltar geradezu zu einem Erkennungszeichen
für katholische Kirchen geworden, fast mehr noch als das Ewige Licht … Gibt es kalvinistische Kirchen
mit Volksaltar nur in der Schweiz?
#19 Athanasius 12:33:53 | Sonntag, 16. Oktober 2005
Tatsächlich: Der Volksaltar muss ein Tisch darstellen, wie sie die Kalvinistische Liturgie auch verwendet.
Erzhäretiker Martin Luther wollte selber nicht einmal das Latein ganz ausrotten, und Luther warnte eifrige
Protestanten davor alle Statuen zu vernichten. Man solle nur langsam vorgehen und Kreuzbilder stehen lassen.
Der Volksaltar ist typisch kalvinistisch. Der Punkt ist, dass man ad-orientem zelebrieren sollte. Mit
dem Rücken zum Volk oder nicht, ist nicht wichtig. Übrigens wurde in den römischen Basiliken des 4.
Jahrhunderts der versum-populum, sed-ad-orientem Altar aus dem Sicht genommen mit Seidentüchern, damit
der Zelebrant nicht zu den Leuten schauen würde. In Herculaneum, dass 79 n.Chr. mit Pompeïi unter Asche
und Lava verschwand, wurde eine frühchristliche Hauskapelle mit Agapè-Seitentischen und einen Hauptaltar
ausgegraben. Der Altar steht fast gegen die Ostwand der Kapelle, auf der von diesen frühen Katholiken
ein Kreuz gemalt wurde. Zwei Mythen der häretischen Liturgiker werden so entlarvt: Celebration zum Volke
hin wäre frühester Brauch und die frühen Christen gebräuchsten keine Kreuzzeichen.
Volksaltar lutherisch? Den Volksaltar lutherisch zu bezeichnen ist falsch. In der evangelisch lutherischen
Kirche staht der Pastor mit dem Rücken zum Volk bei der Pseudonachfeier des Opfers Christi. Vielleicht
sollten daher die Ökumeniker mal vorschlagen endlich diese überdimensionierten Beistelltische aus den
katholischen Kirchen zu verbannen, dass wir wie die Lutheraner auch mit dem Rücken zum Volk celebrieren
können.
#17 Agiafortuni 01:15:31 | Sonntag, 16. Oktober 2005
zum Volksaltar Ich bin Benedikt sehr dankbar dafür, dass er mich auf Ungenauigkeiten in meiner Rede aufmerksam
gemacht hat. Natürlich verstehe ich unter Volksaltar, den uns durch Paul VI aufgezwungenen Luthertisch.
Dieser passt zwar zum NOM für eine katholische Messe ist er jedoch ein Fremdkörper. Der NOm ist zwar
nicht haeretisch, nichtsdestoweniger schlecht, denn er wurde ins Leben gerufen, um eine Annäherung an
die Protestanten auf Kosten der katholischen Identität zu bewerkstelligen. Anders kann ich mir nicht
erklären, weshalb so wunderbare Texte wie den iudica Psalm und den lavabo Psalm entfernt hat. Introibo
ad altarem Domini: wie herrlich klingen diese Worte und wie banal ist der Auftritt des Priesters gemäss
dem NOM. Die Messe feiern heisst zum Herrn gehen.
Lex orandi lex credendi Das Gesetz des Betens bestimmt das Gesetz des Glaubens. Das wichtigste Gesetz
des Betens ist das Meßbuch, weiters gehören die anderen liturgischen Vorschriften hierher, also die
gesonderte Zulassung von Handkommunion und „Volksaltar“ etwa. Ändert man also das Gesetz des Betens,
wirkt sich dies auch auf das Gesetz des Glaubens aus. Wenn also der zelebrierende Priester die überwiegende
Zeit den Rücken Christus im Tabernakel zuwendet (= „Volksaltar“), kann dies nicht ohne Auswirkung auf
seinen Glauben an diesen bleiben, ebensowenig bei den Gläubigen. Das gleiche gilt für Tabernakelverlegungen,
um dieses Problem zu vermeiden: Bei diesen wird Christus aus dem Zentrum gerückt. Daraus resultiert dann
eine falsche Lehre, die seit V2 auch den Priestern und Gläubigen aufgezwungen werden soll (z.B. Ökumenismus).
Die Früchte der Post-V2- und post-NOM-Entwicklung bestätigen diesen Befund. Am „Volksaltar“ (vulgo Luthertisch,
Freimaurertisch) festhalten zu wollen, ist nicht als modernistische Ideologie. Die Beispiele Benedikts
bezeugen nur ein falsches historisierendes Verständnis. Bis V2 entfaltete sich der Glaube zu einem Höhepunkt
in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg. Die Reformen seither begünstigten die Abkehr von Glauben und Lehre
und bedeuteten keine behutsame Fortentwicklung (wie bis dahin), sondern radikal-revolutionären Umsturz.
Der Gatte der Evelin
@ Irenäus Warum denn gleich so verärgert Oh keine Spur, ehrlich… wenn man Dich ein bißchen aufs Korn
nimmt? Jederzeit… ein mahnendes Wort hat jeder nötig… Und außerdem warum denn bei unter 30-jährigen
denn gleich SIE. Ja mittlerweile hat sich ja Sie durchgesetzt, aber wenn du meinst können wir auch das
du beibehalten Freilich solltest Du Marcel als Katholiken gelten lassen Ich würde nie bestreiten, dass
Marcel katholisch ist. Ich bin nicht immer seiner Meinung, klar. Aber bestreiten würde ich das dennoch
nie. Wenn ich den Eindruck erweckt haben sollte, dann entschuldige ich mich hiermit dafür.
@Benedikt Ach…Irenäus.Man kann sogar katholisch sein, wenn man nicht(immer) Ihrer Meinung ist. Warum
denn gleich so verärgert, wenn man Dich ein bißchen aufs Korn nimmt? Und außerdem warum denn bei unter
30-jährigen denn gleich SIE. Freilich solltest Du Marcel als Katholiken gelten lassen, auch wenn Du nicht
immer bist.
@ Carlo Reggazoni es handelt sich um einen Tisch ohne das Allerheiligste In dem Fall hat die Kirche den
größten Teil ihrer Geschichte nur unwürdige Zelebrationen erlebt. die Kleriker ihre Handlungen so vollbringen,
dass die anwesenden Nichtkleriker sie wahrnehmen Bei einem „Standard“-Wandaltar (z.B. got. Hochaltar mit
Tabernakel und durch drei Treppen erhöht) knien die Akoluthen (= Laien) links und rechts auf den um den
Altar führenden Treppen und nehmen so auch alles wahr. Nach Ihrer Definition handelt es sich demnach
um eine unwürdige Art der Zelebration. Auch bei in der Vierung stehenden Hochaltären (gabs in Rom, Köln,
Speyer, Mainz, Limburg usw usf.) kann man in der Vierung sitzend alles wahrnehmen. Der Priester wendet
sich nicht vom Volk ab, damit niemand etwas wahrnehmen kann, sondern weil er sich zu Gott hindreht. Ob
jemand etwas wahrnehmen kann oder nicht ist dabei völlig unerheblich.
+ Sehr geehrter Doktor! Auch der „Volks“altar ist ein Altar und kein gewöhnlicher Tisch. Das Allerheiligste
ist dort, nämlich ab der vollzogenen heiligen Wandlung. Aucb der „Volks“altar ist deshalb Thron Gottes
und mit entsprechender Ehrfurcht zu umgeben. Ob die heilige Messe mit Ehrfurcht zelebriert wird, hängt
nicht vom Ordo, alt oder neu, ab, sondern von der Haltung des Priesters. Man möge doch in diesem Forum
endlich aufhören, die katholische Kirche schlecht zu machen! Anscheinend merkt man nicht, daß man damit
Christus selber schlecht macht, dessen mystischer Leib die Kirche ist, und den Heiligen Geist, der die
Seele der Kirche ist. Gunther.
#11 Agiafortuni 16:25:46 | Samstag, 15. Oktober 2005
zur Definition des Volksaltars es handelt sich um einen Tisch ohne das Allerheiligste auf welchem die
Kleriker ihre Handlungen so vollbringen, dass die anwesenden Nichtkleriker sie wahrnehmen und gegebenenfalls
aktiv mitvollziehen können. Zwar gibt es Priester, die solche Handlungen würdig vollbringen, die meisten
pflegen jedoch den Kult der Banalität.
@ Dr. Reggazoni Was ist denn nach Ihrer Definition ein Volksaltar? @ Irenäus Ich wünsche nicht nur allen
Katholiken, sondern auch Dir ein gesegnetes Wochenende. Ach Irenäus… man kann sogar katholisch sein,
wenn man nicht (immer) Ihrer Meinung ist. Glauben Sie es mir
#9 Agiafortuni 22:25:00 | Freitag, 14. Oktober 2005
Volksaltäre Sie sind eine Beleidigung Gottes. Es wäre angebracht, wenn Benedikt XVI sich für den von
seinem Vorgänger Paul VI begangenen Frevel entschuldigen würde.
Wir werden sehen Es ist ganz interessant, hier auf Angelqueen die ursprüngliche englische Diskussion
zu verfolgen angelqueen.org/forum/viewtopic.php?t=3444&start=0, in der ein gewisser „Ecumenicaltraddie“
das von Kreuznet erwähnte Gerücht verbreitete: „19th November = Tridentine Mass day“. Ob der Schreiber
recht haben wird mit seiner Vemutung – vorausgesetzt, die überlieferte Messe würde weltweit freigegeben – :
„Faithful people will flock to Tradition--to the Society of St. Pius X, to indult parishes, to the FSSP
and to the ICKSP. It will take some time for the modernists to die out, but they will. And they have NO
FOLLOWERS. We have already won the war!“ Zwar tendiere ich zu der Position, nichts zu überstürzen und
die Behauptung erst dann als wahr anzusehen, wenn sie tatsächlich in die Praxis umgesetzt sein wird,
doch wir werden es sehen: der November steht für der Tür, man merkt es schon an den morgentlichen Temperaturen.
Allen Katholiken wünsche ich eine gesegnete hl. Messe am Wochenende. Instaurare omnia in Christo: Alles
in Christus erneuern.
@ Toby Gute Frage. Die meisten Diözesanpriester dürften heute weder willens noch mangels Kenntnis überhaupt
mehr in der Lage sein, den alten Ritus zu zelebrieren. Vermute ich auch. Und wenn ein kundiger und frommer
Priester es dennoch wagen sollte, würde er sicher gleich weggemobbt werden, Kommt drauf an. Wenn ein
Priester nach der Erlaubnis einfach beginnt, ohne weiteres nur noch Messen im überlieferten Ritus in
seiner Pfarrei zu zelebrieren, könnte es Probleme geben. Er könnte aber zB eine Morgenmesse im überlieferten
Ritus anbieten und er müsste Sorge für eine angemessene Unterrichtung halten, was die Rituale bedeuten
und am besten ein Heftchen mit dem Ordo Missae Latein / Deutsch drucken lassen und es in der Kirche auslegen.
Würde Rom mit der „Freigabe“ der alten Messe also auch offiziell einräumen, dass der neue Ritus ein
tatsächlich ein neuer Ritus ist? Also ein ganz anderer Ritus als der alte? Seit ich von einer möglichen
Freigabe gehört habe, habe ich mir die Frage gestellt. Ich denke, man wird sie einfach ignorieren.
– Hoffen wir dass es stimmt! Das wär ein erster Durchbruch wenn dann ALLE Menschen guten Willens ohne
Schickane die alte Messe sehen könnten, und dann würde sich schon zeigen wie sehr das darin so gut sich
ausdrückende Geheimnis der Erlösung Christi die Besucher ERFASST. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte
und die alte Messe ist voll von Bildern Gesten Zeichen –--> Mysterium. Ha und wär täte schon behaupten
wollen dass der Opfertod Christi kein Mysterium ist! PS Es wär auch ein Teilerfolg für die Piusbruderschaft.
Ein zweischneidiger zwar wie die Bischöfe betonten aber doch ein guter weil er so einiges lostreten könnte.
Was bedeutet „Freigabe“ der alten Messe eigentlich? Ich frage mich, was sich durch eine „Freigabe“ der
alten Messe bzgl. der liturgischen Praxis in den deutschsprachigen Diözesen konkret ändern würde. Die
meisten Diözesanpriester dürften heute weder willens noch mangels Kenntnis überhaupt mehr in der Lage
sein, den alten Ritus zu zelebrieren. Und wenn ein kundiger und frommer Priester es dennoch wagen sollte,
würde er sicher gleich weggemobbt werden, beispielsweise in einem Pastoralverbund wie in Fulda und anderswo.
Sogenannte „Ecclesia-Dei-Gemeinschaften“ wie die Petrusbruderschaft hätten dann wohl auch kaum das Recht,
in den Diözesen Pfarreien zu übernehmen. Dies würde nach wie vor von der Zustimmung der Diözesanbischöfe
abhängen. Außerdem wäre zu fragen, ob der klassische Ritus nach einer „Freigabe“ tatsächlich auch
ein „rechtlich anerkannter Ritus“ im Sinne von Artikel vier der Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen
Konzils wäre. Offiziell gibt es ja nur einen römsichen Ritus. Würde Rom mit der „Freigabe“ der alten
Messe also auch offiziell einräumen, dass der neue Ritus ein tatsächlich ein neuer Ritus ist? Also ein
ganz anderer Ritus als der alte? Das wäre tatsächlich eine Revolution, ich kann mir es aber kaum vorstellen.
Die offiziell gelehrte universitäre Liturgiewissenschaft der letzten vierzig Jahre müsste in dieser
Hinsicht komplett umgeschrieben werden. Außerdem ist – wie berichtet wurde – die Frage der alten Messe
überhaupt kein Thema bei der Bischofssynode. Viele Fragen …