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An einem sonnigen Sonntag + Revoluzzerpapst + Polnischer Präzedenzfall + Ein Priester als Zuhälter + Zu arm für die Priesterehe
An einem sonnigen Sonntag

Vatikan. Papst Benedikt XVI. empfing am gestrigen Samstag nachmittag auf dem Petersplatz rund 100.000 Kinder mit ihren Eltern. Es handelte sich um Erstkommunikanten dieses Jahres. Der Anlaß wurde von Gesängen und Tänzen begleitet. Zur Unterhaltung traten auch Clowns auf. Der Papst erinnerte sich in einer Ansprache an seine eigene Erstkommunion: Es sei ein sonniger Sonntag gewesen, als er seine lebenslange Freundschaft mit Jesus geschlossen habe. Zur Beichte erklärte Benedikt XVI: „Es ist sehr nützlich, einmal in der Woche zur Beichte zu gehen. Das hilft für die Reinigung der Seele.“

Revoluzzerpapst

Vatikan. Papst Benedikt XVI. läßt sich seine Kleider nicht mehr beim vatikanischen Hausschneider Gammarelli anfertigen. Das berühmte Geschäft Gammarelli, das sich in der römischen Innenstadt unweit des Pantheon befindet, versorgt die Päpste seit mehr als 200 Jahren mit weißen Talaren. „Der Papst hat den Schneider gewechselt“, berichtete die Mailänder Zeitung ‘Corriere della Sera’ am Samstag. Das habe im Kirchenstaat zu einer ziemlichen Aufregung geführt. Der Heilige Vater wird vom Schneider eingekleidet, der ihn schon in den vergangenen 20 Jahren bediente. Einige Medien sprechen in diesem Zusammenhang von „Revoluzzerpapst“.

Polnischer Präzedenzfall

Polen. Ein Ehepaar aus Lomza bekam gerichtlich eine Entschädigung zugesprochen, weil ihr behindertes Kind nicht rechtzeitig getötet wurde. Lomza liegt rund 120 km nordöstlich von Warschau. Während ihrer zweiten Schwangerschaft ließ die Mutter ihr Kind untersuchen, weil sie befürchtete, daß es an der gleichen Erbkrankheit wie ihr Erstgeborenes leiden würde. Doch der Arzt erklärte, daß sich die Leibesfrucht normal entwickle und daß eine Tötung deshalb nicht in Frage komme. Nach der Geburt stellte sich heraus, daß das Kind ebenfalls krank ist. Es kann nicht laufen und leidet an einer Deformation der Knochen und Gelenke. Die Eltern klagten daraufhin gegen den Arzt. Der polnische Oberste Gerichtshof gab dem Paar am Donnerstag Recht. Die Höhe der Entschädigung entscheidet eine untere Instanz. Die Eltern fordern umgerechnet knapp 400.000 Euro.

Ein Priester als Zuhälter

Griechenland. Die Polizei hat auf der griechischen Insel Lesbos einen griechisch-orthodoxen Priester (42) wegen Zuhälterei verhaftet. Lesbos ist die drittgrößte Insel Griechenlands und liegt unweit der türkischen Küste. Der Kleriker ging in der Hafenstadt Petra auf Lesbos einem verdeckt arbeitenden Polizisten ins Netz. Der Gottesmann führte den angeblichen Freier nach Zahlung von 100 Euro zu einer 20jährigen Polin. Daraufhin wurde er festgenommen.

Zu arm für die Priesterehe

„Kardinal Lehmann fügte auch gleich ein Beispiel an: Ein französischer Bischof habe ihm persönlich gesagt, daß das Thema der ‘viri probati’ in Frankreich nicht praktizierbar sei. Wenn man verheiratete Männer zu Priestern weihen wollte, könne man nur solche nehmen, deren Kinder schon aus dem Haus seien. Priester mit Familie könnten sich die französischen Diözesen schlicht und einfach nicht leisten.“

Aus einem Bericht von Radio Vatikan vom 14. Okt. 2005
      
8 Lesermeinungen
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#8   Laurentius2   11:52:07 | Samstag, 22. Oktober 2005
@Gotthard -Pardon !
Flüchtigkeitsfehler, Mussinghoff … (gehört aber zur selben „LEHMANN“-Fraktion).
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#7   Gotthard   13:20:09 | Donnerstag, 20. Oktober 2005
Aachen
was hat Bischof Algermissen mit dem Bistum Aachen zu tun?
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#6   Laurentius2   12:48:57 | Donnerstag, 20. Oktober 2005
Fakten zu Beichte und Priestergehältern
1. Im Bistum Aachen gibt es überhaupt keine Beichtpastoral mehr bei den Erstkommunionkindern. Gebeichtet wird dort, wenn überhaupt, erst nach der Erstkommunionfeier. Herzlichen Glückwunsch, Herr Algermissen !
2. Die Gehälter sind nirgendwo so hoch wie in Deutschland. In Frankreich liegen sie bei weit weniger als der Hälfte. Manche müssen sogar mit geringen dreistelligen Beträgen auskommen …
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#5   Bernado   19:37:12 | Sonntag, 16. Oktober 2005
An einem sonnigen Sonntag + …
Athanasius schrieb
Übrigens finde ich Clowns für eine Kinderaudienz beim Papst recht unglaubwürdig, es geht gegen die Würde solch eines Moments.
„Vor“, lieber Athanasius, nicht „bei“. Auf Catholic Online www.catholic.org/…ernational_story.php?id=17178 gibt es übrigens einen Bericht, der nach dem Ereignis geschrieben wurde. Auch dort heißt es, daß es erst ein „Kinderprogramm“ gab, und „nachdem der Papst erschienen war, ging es andächtiger zu“.
Anders als von mir nach dem Vorbericht von Radio Vatican vermutet, stellten die Kinder Ihre Fragen übrigens direkt. Ein Junge: „Man sagte uns, Jesus ist in der Eucharistie anwesend – aber ich kann ihn nicht sehen?“ Darauf Benedikt (meine Übersetzung aus dem Englischen): „Wir sehen ihn nicht, aber es gibt viele wichtige Dinge, die wir nicht sehen können. Wir können unsere Vernunft nicht sehen – und doch haben wir Vernunft… Wir sehen den elektrischen Strom nicht, aber wir sehen seine Wirkung – hier an diesem Mikrofon und bei der Beleuchtung. Wir sehen den auferstandenen Herrn nicht mit unseren Augen, aber wir wissen, daß da, wo Jesus ist, die Menschen sich verändern, besser werden und etwas mehr im Stande sind, zu Frieden und Versöhnung zu kommen.“
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#4   Athanasius   19:03:30 | Sonntag, 16. Oktober 2005
H. Küng
Erzhäretiker Hans Küng beichtete in seinen Jahren als junger Student und Katholik jeden Tag. Ich wiederhole: er beichtete jeden Tag.
Täglich.
Ich halte mich (versuche mich zu halten) bei dem was die neuzeitlichen Heiligen empfehlen: monatliche Beichte. Natürlich muss man bei dem Begehen einer Todsünde möglich sofort beichten.
Übrigens finde ich Clowns für eine Kinderaudienz beim Papst recht unglaubwürdig, es geht gegen die Würde solch eines Moments.
Aber die echt-vatikanische Clownmesse kennen wir ja bereits von Johannes-Paul II.
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#3   Toby   18:27:17 | Sonntag, 16. Oktober 2005
An einem sonnigen Sonntag …
Zur Beichte erklärte Benedikt XVI: „Es ist sehr nützlich, einmal in der Woche zur Beichte zu gehen. Das hilft für die Reinigung der Seele.“
Wie bitte???
Einmal in der Woche???
Respekt, Respekt, wer das tut. Aber wer tut das überhaupt noch?
Da müsste mal eine grundlegend andere „Beichpastoral“ her. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Kommunionkinder in den deutschsprachigen Diözesen eine völlig unzureichende Vorstellung über Sinn und Zweck des Bußsakraments haben.
Die Kinderbeichte scheint – nach meinen Erfahrungen – so nach dem Motto zu laufen: „Hast Du schon mal was Lustiges oder Peinliches erlebt?“ Ich weiß beispielsweise von einem Kind, dass meinte, die Beichte sei dazu da, von mehr oder weniger lustigen Streichen zu berichten: „Ich habe meinem Bruder neulich eine Stecknadel ins Kissen gesteckt etc.“. Der nötige sittliche Ernst, der eigentlich dahintersteckt, dürfte den meisten Kindern dabei völlig abgehen, weil ihnen das in der Vorbereitung überhaupt nicht mehr vermittelt wird.
PS. Ähäm, also ich bin ja schon froh, wenn ich’s selbst einmal im Monat zur Beichte schaffe …
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#2   Sulpicius   16:17:54 | Sonntag, 16. Oktober 2005
„Zur Unterhaltung traten auch Clowns auf“
Das waren wahrscheinlich die Kurienkardinäle :-)
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#1   Bernado   14:41:42 | Sonntag, 16. Oktober 2005
An einem sonnigen Sonntag
Im Artikel heißt es: „Papst Benedikt XVI. empfing am gestrigen Samstag nachmittag auf dem Petersplatz rund 100.000 Kinder mit ihren Eltern. Es handelte sich um Erstkommunikanten dieses Jahres. Der Anlaß wurde von Gesängen und Tänzen begleitet. Zur Unterhaltung traten auch Clowns auf.“
Auf der Website von Vaticanradio …ecumene.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?Id=52364 wird das im Vorbericht zum Ereignis etwas anders dargestellt. Dort heißt es nämlich: „Bei der Begegnung, zu der der Papst die Kinder persönlich eingeladen hatte, wird er auf die Fragen von sieben Kindern antworten. Daran schließt sich eine eucharistische Anbetung an. Dem Treffen mit dem Papst geht ein Kinderfest voraus, beim dem unter anderem auch Clowns aus Bukarest auftreten.“
Anders als Ihre Formulierung „Der Anlaß wurde … begleitet“ vermuten läßt, gab es danach also eine klare Trennung: Erst gab es ein Kinderfest. Dann kam der Papst und beantwortete Fragen, die vermutlich vorher eingereicht worden waren, so daß diese Antworten die Form einer Katechese gehabt haben dürften. Als dritter Teil und Höhepunkt des Nachmittags erfolgte dann die Eucharistische Anbetung.
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