China
Der böse Mann in China
Die angebliche Annäherung zwischen dem Vatikan und der Volksrepublik China ist in jüngster Zeit auf den Boden der Realität zurückgeholt worden. Eine chinesische Zeitung weiß warum.
(kreuz.net, New York) Jüngst hat der Vatikan erklärt, daß Liu Bainian jene Person sei, die eine Versöhnung zwischen dem Vatikan und China aufzuhalten versuche.

Das berichtete die in New York erscheinende chinesischsprachige Tageszeitung ‘World Journal’ mit Bezug auf chinesische Quellen.

Der Regierungsbeamte Liu Bainian ist der Generalsekretär und oberste Verantwortungsträger der sogenannten ‘Patriotischen Vereinigung’.

Die ‘Patriotische Vereinigung’ ist eine Regierungsorganisation, die versucht, sich anstelle der in den Untergrund gedrängten Katholiken als Gegenkirche zu etablieren.

Der Vatikan nenne in seinen Stellungnahmen zur ‘Patriotischen Vereinigung’ nur sehr selten Namen bestimmter Einzelpersonen.

Liu Bainian arbeitete seit der Gründung der ‘Patriotischen Vereinigung’ als kommunistischer Spitzel unter den chinesischen Katholiken.

Als er schließlich zum Generalsekretär der ‘Patriotischen Vereinigung’ aufstieg, setzte er sich vehement gegen eine Versöhnung des Vatikan und China ein.

Zu Jahresanfang erklärte der Vatikan, den Weihbischof von Schanghai und den Koadjutorbischof von Xian im Zentrum von China mit angeblich „schweigender Zustimmung“ durch die kommunistische Partei ernannt zu haben.

Liu dementierte diese Ankündigung vehement.

Als drei patriotische und ein katholischer Bischof zur gegenwärtig tagenden Römischen Bischofssynode eingeladen wurden, verweigerte ihnen Liu die Reisedokumente.

Liu stellte kürzlich klar, daß die chinesischen Katholiken unter der Leitung der ‘Patriotischen Vereinigung’ und nicht des Papstes stünden.

Die ‘Patriotischen Vereinigung’ und die patriotischen Diözesen werden von Regierungsbeamten geleitet und kontrolliert. Die patriotischen Bischöfe sind ihnen untergeordnet und besitzen vor allem Repräsentationsaufgaben.

US-Experten für das chinesische Kirche-Staat-Verhältnis sind davon überzeugt, daß die Haltung Liu Bainians jener des kommunistischen Regimes entspricht.

Die Versuche des Vatikan, die Beziehungen mit Peking zu verbessern, seien einseitig.
      
3 Lesermeinungen
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#3   Laurentius2   12:59:27 | Donnerstag, 20. Oktober 2005
Heiligmäßiger Bischof Chang …
… ora pro nobis !
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#2   L. Trzil   22:09:12 | Montag, 17. Oktober 2005
Patriotische Tradition
Immerhin kam der gegen Exz. Lefebvre und die von ihm Geweihten zur Geltung gebrachte Kanon, welcher Bischofsweihen ohne päpstliches Mandat mit der Exkommunikation belegt, erst anläßlich der damals unmittelbar bevorstehenden ersten „patriotischen“ Weihen in China in den CIC. Die heutige Situation der „patriotischen katholischen Kirche“ (Tianzhujiao ai guo hui) ist naturgemäß recht delikat, eine schismatische Haltung wird man ihren Anhängern aber nicht global zuschreiben können. Immerhin erlitten sie in den zehn Jahren der Kulturrevolution eine noch weit schwerere Verfolgung als die Katholiken in Osteuropa – vielleicht mit Ausnahme der albanischen.
Und es soll auch nicht vergessen werden, daß die „Patrioten“ trotz der immensen sprachlichen Schwierigkeiten die „alte“ Messe gerade in jenen Jahren hochhielten, als sie im freien Westen der Auslöschung am nächsten schien. Es gab damals sogar Kommentare aus China, welche die Liturgiereform als Ausdruck westlicher Dekadenz ablehnten …
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#1   Brandenburgis   21:34:00 | Montag, 17. Oktober 2005
Patriotische Vereinigung
Trotzdem liebt der hl. Stuhl die ‘Patriotische Vereinigung’ mehr als die FSSPX …
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