Eine zweifache Mutter mußte für ihren Einsatz gegen die Ein-Kind-Politik schlimmste Mißhandlungen ertragen. Eine chinesische Menschenrechtsorganisation klagt an.
(kreuz.net, Shanghai) Nach einem Bericht der chinesischen Menschenrechtsorganisation ‘Human Rights in
China’ (HRIC) wurde die Chinesin Mao Hengfeng wegen öffentlicher Proteste gegen die Ein-Kind-Politik
gefoltert.
Frau Mao wohnt in der großen Hafen- und Industriestadt Shanghai im Osten Chinas. Vor 15 Jahren
wurde die Chinesin mit ihrem zweiten Kind schwanger. Man versuchte sie unter schwersten Schikanen zu einer
Abtreibung zu zwingen. Unter anderem lieferte man die junge Mutter in eine psychiatrische Klinik ein und
stellte sie medikamentös ruhig. Frau Mao weigerte sich. Sie behielt ihre zweite Tochter – und verlor
ihre Arbeitsstelle in einer Seifenfabrik.
Ab diesem Zeitpunkt begann sich die Chinesin aktiv für die
Menschenrechte einzusetzen. Im vergangenen April ließ das städtische Sicherheitsbüro die Aktivistin
für 18 Monate in eine „Arbeitserziehungsanstalt“ einweisen. Nach Berichten von HRIC mußte Mao schwerste
Mißhandlungen ertragen. Im Oktober wurde sie an Händen und Beinen gefesselt und – frei in der Luft hängend –
geschlagen.
„Kürzlich“, so berichtete HRIC vergangenen Mittwoch, „sei Frau Mao noch brutaleren Behandlungen
unterworfen worden“. Nach dem Bericht wurden ihre Fußknöchel und Armgelenke mit Lederriemen gebunden.
Danach streckte man ihren Körper, indem man ihre Gliedmaßen in verschiedene Richtungen zog. Ziel der
Folter war, ein Geständnis für „Falschhandeln“ zu erzwingen.
Die chinesische Ein-Kind-Politik wurde
1979 eingeführt. Eheleuten, die sich nicht daran halten, drohen Geldstrafen. Menschenrechtsorganisationen
berichten auch von Abtreibungen und Zwangssterilisationen. China kämpft seitdem vor allem in den Großstädten
mit zunehmender Überalterung und fehlenden sozialen Kompetenzen von Einzelkindern.
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2 Lesermeinungen
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#2 Aldo Carigiet 08:58:48 | Montag, 23. Oktober 2006
Ohne Glauben, Ethik und Moral Wohin das System mit Staatsdirigismus (ob kommunistisch oder in einem sog.
Rechtsstaat wo das Volk -Souverän- umgangen wird) führt, zeigt CHINA deutlich auf. Auch der Staat ohne
Glauben, Ethik und Moral ist zum Scheitern verurteilt. Dieses Problem hat nicht nur China -leider- auch
der Wohlstands-Verwahrloste-sich-alles-leistende- nur noch auf kapitalistische Werte konzentrierende WESTEN.
Quo vadis liebes ex-chrisliches Abendland???
Letztes Kommunismusrelikt Wie sollen viele Bauern am Land überleben, wenn sie nur ein Kind haben dürfen?
Auch auf die Stadt wirkt sich das „one child only“ nicht positiver aus. Nach dem De facto-Ende des Kommunismus
in China (zugunsten einer Parteienautokratie) wird sich in den nächsten Jahren noch vieles ändern. Das
leere Ostrußland wird bereits jetzt von den Chinesen erschlossen, während sich die Russen als Arbeiter
verdingen.