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Montag, 17. Oktober 2005 19:29
Wer sagt die Unwahrheit?
Der Rektor des Heiligtums von Fatima hat angeblich Vorwürfen widersprochen, wonach die Verantwortlichen des Heiligtums eine Wallfahrt der Priesterbruderschaft St. Pius X. gezielt gestört hätten.
Wallfahrt nach Fatima
Wallfahrt nach Fatima
(kreuz.net, Fatima) Am vergangenen 22. August veranstaltete die von Erzbischof Marcel Lefèbvre gegründete Priesterbruderschaft St. Pius X. eine Wallfahrt mit ihren 4 Weihbischöfen sowie 150 Klerikern und rund 2000 Gläubigen nach Fatima.

Nach der Wallfahrt beklagten die Veranstalter angeblich gezielte Störaktionen während einer Andacht in der Erscheinungskapelle. Die Behinderungen seien von den Verantwortlichen des Heiligtums ausgegangen.

Heute veröffentlichte das Linzer Nachrichtenportal ‘kath.net’ dazu eine angeblich englischsprachige Erklärung des Rektors der Wallfahrtskirche, Mons. Luciano Guerra.

Es ist nicht klar, woher der Brief stammt, wann er geschrieben wurde und ob es eine portugiesische Originalversion gibt.

Der in und über Fatima hinaus als sehr liberal bekannte Kirchenrektor erinnert in diesem Brief an ein freundschaftliches Treffen mit einem Priester der Piusbruderschaft, das Mitte Juli stattfand.

Er habe dabei bekräftigt, daß er nichts gegen ein privates Gebet von Pilgern einzuwenden habe.

Gleichzeitig habe er erklärt, daß jedes öffentliche Gebet von Pilgern der Einwilligung aller Verantwortlichen von Fatima bedürfe.

In den römischen Basiliken – die Petersbasilika eingeschlossen – wurden der Piusbruderschaft im Jahr 2000 offizielle Prozessionen erlaubt und im Kirchenraum Mikrophone zur Verfügung gestellt. Alleine der Einzug der Pilger in die Peterskirche dauerte fast eine Stunde.

Mons. Guerra schreibt weiter, daß er den Lefèbvristen während der Mittagszeit nicht mehr als eine halbe Stunde habe gewähren können, da die Messe in der Erscheinungskapelle bis 13.30 Uhr dauere und jeweils um 14.00 Uhr eine Sühneandacht zum Unbefleckten Herzen Mariens beginne.

Dagegen erklärte die Priesterbruderschaft St. Pius X. nach der Wallfahrt, daß mit Mons. Guerra ein Zeitrahmen von 13.30 Uhr bis 14.30 Uhr vereinbart worden sei.

Weiter schreibt Mons. Guerra, daß ihm der gleiche Priester Anfang August schriftlich mitgeteilt habe, daß sich die Traditionalisten auf die Rezitation des Rosenkranzes und die üblichen Fatimagesänge beschränken würden.

Daraus habe er geschlossen, daß sich die Pilger auf ein privates Gebet beschränken würden.

Er sei aber überrascht gewesen, als die Prozession mit Lautsprechern anmarschiert sei.

Als dann auch das Zeitlimit von 14.00 Uhr überschritten worden sei, habe er die Schwestern des Heiligtums widerstrebend beauftragt, mit der Sühneandacht zu beginnen.

Darauf habe ein Pater der Bruderschaft es gewagt, über die etwa ein Meter hohe gemauerte Absperrung zwischen Kirchenschiff und Altarbereich zu klettern, weil deren Türen abgesperrt waren.

Dieser Schritt habe das Eingreifen von Ordnungshütern verlangt.

Staubsaugen in der Erscheinungskapelle
Staubsaugen in der Erscheinungskapelle
Nicht erwähnt ist im Brief der Vorwurf der Priesterbruderschaft, wonach bei der Ankunft der Pilger im Heiligtum gerade gestaubsaugt wurde.

Mons. Guerra schreibt weiter, daß er zum Ziel von Lügen und Falschdarstellungen geworden sei, aber trotzdem keine Rachegefühle hege.

Gleichzeitig interpretiere er die Wallfahrt – ohne ihre Aufrichtigkeit zu negieren – als „Akt der Feindschaft gegen mich und den Bischof von Leiria-Fatima“.

Rektor Guerra stellt auch fest, daß er die Priesterbruderschaft wegen ihrer Verleumdungen objektiv „der Blasphemie und des Sakrilegs“ anklagen könnte.

Doch er beabsichtige keine Anklagen, weil er an den guten Willen der Priesterbruderschaft glaube.

Er werde sie weiterhin als „Brüder, sogar als Katholiken“ betrachten, obwohl sich die Bruderschaft im erklärten Schisma befinde.

Es sei seine Überzeugung, daß die Priesterbruderschaft – trotz ihrer Haltung gegen den Ökumenismus – riskiere eine weitere Gruppe zu werden, mit der die Kirche von Rom nur über ökumenische Kontakte verhandeln könne.

Am Ende des Briefes versichert der Kirchenrektor, daß die Priesterbruderschaft auch in Zukunft im Heiligtum willkommen sei.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 19 Lesermeinungen:
Donnerstag, 20. Oktober 2005 09:15
Athanasius: Ach was redet ihr doch…
…ist doch klar. All diese Familien (die oft 6 oder mehr Kinder zu erziehen haben), Katholiken, Priester und Bischöfe sind nach Fatima gegangen um das Heiligtum zu stören und ein Drama zu machen. Sie haben drei Tage gebetet, alle Heilige Messen gelesen, alles um ein Drama zu machen. Die Amerikanischen, Australischen usw. Pilger haben $5000 p. Person bezahlt um Drama zu machen. Alles inszeniert für ein Drama. – So der Rektor in seinem Brief.

Wer glaubt man jetzt wohl. War diese Wallfahrt eine Verschwörung der Traditionalisten gegen einen armen Heiligtumsrektor. Natürlich. Es sind ja schliesslich Schismatiker und Häretiker die der Hölle würdig sind. In der Hölle gibt es ja nur diese Traditionalisten-Extremisten. Denn alle andere (Juden, Heiden, Buddhisten) gehen alle in den Himmel. Denn das II. Vatikanum lehrt das. Urs von Balthasar war 1966 recht als er behauptete die Hölle sei leer. Denn da gab es noch nicht die Traditionalisten. Die haben jetzt die Hölle zum ersten Mal gefüllt seit 1970 Ecône gegründet wurde.
Mittwoch, 19. Oktober 2005 17:13
Agiafortuni: zum Fatima Frevel
ich habe seinerzeit eine Stellungnahme zum Fatima Frevel verfasst. In dieser Stellungnahme definiere ich den Frevel. Wer daran interessiert ist kann sie von mir haben.
Dienstag, 18. Oktober 2005 22:02
Evelin: Vielleicht sollte der hw. H. Rektor
einmal die Aufnahmen des portug. Fernsehens ansehen sowie das Besprechungsprotokoll mit dem FSSPX-Pater durchsehen. Dann kennt er sich besser aus.
Dienstag, 18. Oktober 2005 15:13
Marcel: Ausführliche Fatima-Dokumentation
Toby schrieb: Offen ist nach wie vor auch die Farge, was es mit jenem ominösen interreligiösen Kongress auf sich hatte, der im Oktober 2003 in Fatima stattfand. Die Vorträge wurden meines Wissen bislang nicht publiziert, so dass man sich inhaltlich damit leider gar nicht auseinandersetzen kann …

Warum wohl werden die Ergebnisse jenes Kongresses unter Verschluss gehalten?


Urteilen Sie selbst:
Interreligöse Konferenz in Fatima vom 10. bis 12. Oktober 2003; sehr ausführlich dokumentiert durch die FSSPX.

Und natürlich auch nachzulesen auf www.fatima.org, teilweise jedoch nur in englisch.

Leopold schrieb: Wie kommt es, dass die konservative Piusbruderschaft Fatima für so wichtig nimmt?

Weil sie sehr marianisch ist, wie alle Katholiken.
Keinem Katholiken ist es egal, wenn die allerseligste Jungfrau Maria beleidigt wird. Am allerwenigstens ihrem Sohn Jesus Christus. Ob im Rahmen einer anerkannten Privatoffenbarung, spielt keine Rolle. Das besondere an Fatima ist, daß dort die allerseligste Jungfrau Maria den Päpsten und allen Bischofen eine gewichtige Bitte übermitteln ließ, die zwar bis heute nicht vollständig erfüllt worden ist, aber bei Erfüllung weltweite Auswirkungen haben wird.

P.S. Bernado: Sind Sie Mitglied der FSSP?
Dienstag, 18. Oktober 2005 14:14
Agiafortuni: Stimme der Vernunft: wer sagt die Wahrheit
Selbst wenn Mgr. Guerra der von der Konzilskirche eingesetzte Verwalter des Heiligtums von Fatima ist, so lässt sich daraus nicht schliessen, dass man ihm deswegen glauben muss. Fest steht, dass die Priesterbruderschaft während des Betens des Rosenkranzes gestört wurde. Ohne die Billigung durch Mgr. Guerra hätte dies nicht geschehen können.
Dienstag, 18. Oktober 2005 12:55
Dolfus: Die neuen Herren von Fátima
Nicht ohne Zufall geschieht all dies in Fátima, da ja eben diese Fátima-Madonna zu Sr. Lucia gesagt hat, daß man nicht mehr darauf warten soll, daß uns die Oberen zur Buße aufrufen, sondern man müsse eigenständig handeln, verbunden mit den apokalyptischen Fátima-Geheimnissen, und der berühmte Schluß des II. Geheimnisses: „Portugal wird das Dogma des wahren Glaubens stets erhalten bleiben.“
Ins Bild fügen sich die Visionen und Befürchtungen der Päpste Leo XIII. und St. Pius X. vom Eindringen widerchristlicher Mächte.
Heute ist es schlimmer als Leo XIII. und St. Pius X. jemals befürchtet hätten.
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