Der 38. Vers im ersten Kapitel des Johannesevangeliums ist für Bischof Klaus Küng eine besonders beeindruckende Bibelstelle. Franz von Sales einer seiner Lieblingsheiligen. Der neue Diözesanbischof stellte sich privaten Fragen seiner Dompfarrei.
(kreuz.net, St. Pölten) Diözesanbischof DDr. Klaus Küng (64) stellte sich den Fragen des Nachrichtenblattes
der St. Pöltner Dompfarre ‘dom aktuell’. Zehn Fragen persönlicher Natur über Wünsche, Visionen, Vorbilder,
Lieblingsbücher und Wendepunkte im Leben des gebürtigen Vorarlbergers.
Im Interview hebt Bischof Küng
die zentrale Bedeutung der Familie für die Vermittlung des Glaubens hervor. Alle Anstrengungen müßten
darauf abzielen, christliche Familien heranzubilden. Man müsse bei den Eheleuten das Bewußtsein für
ihre Verantwortung als Keimzelle des Glaubens wecken.
Als geistliche Vorbilder nannte der neue Bischof
von St. Pölten neben dem hl. Franz von Sales den Heiligen Pfarrer von Ars und die große Theresia von
Avila. Als Pionier des Laienapostolates hat für ihn auch der Gründer des Opus Dei, der hl. Josemaria
Escriva, große Bedeutung.
Seine bevorzugte Lektüre sind die Klassiker der Spiritualität. Die Werke
der hl. Theresa von Avila, die „Nachfolge Christi“ von Thomas a Kempis, die „Philothea“ des hl. Franz
von Sales oder Augustinus „Bekenntnisse“ habe er zum Teil schon mehrmals gelesen.
Auf die Frage, welche
Bibelstelle ihn besonders beeinflußt habe, antwortet Küng mit Johannes 1,38. „Meister, wo wohnst du?“
Die ersten Jünger werden auf Jesus hingewiesen und folgen ihm. „Sie verbrachten den ganzen Tag mit ihm.“
Seine spirituelle Kraftquelle ist das Gebet. In Bischof Küngs Tagesplan hat es seit vielen Jahren einen
ebenso fixen Platz wie die Mahlzeiten. Selbstverständlich ist es für ihn, daß die heilige Messe das
Zentrum seines Lebens ist.
Als Wendepunkte in seinem Leben erkennt der Bischof die Erfahrung eines wirklichen
und ernsthaften Gebetes. So kam die Entscheidung, Priester zu werden, trotz seiner Liebe zum ursprünglich
gelernten Arztberuf. Die Ernennung zum Bischof von Feldkirch bedeutete für ihn eine weitere Wende. Eine
neue Veränderung stelle jetzt die unerwartete Berufung nach St. Pölten dar.
Grundlegend ist für Bischof
Küng die Verbundenheit mit Christus, dem vollkommenen Abbild Gottes. Mit ihm allein kann der Mensch werden,
was er sein soll.
Das Wichtigste, das der Mensch von Gott wissen muß, ist, so Bischof Küng, daß Gott
die Liebe ist und die Menschen, als Abbilder Gottes zur Liebe bestimmt sind.
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2 Lesermeinungen
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Ein Seelenhirte St. Pölten ist mit diesem Bischof wahrlich gesegnet. Die Vorarlberger trauern ihm nach.
Hoffentlich wissen die Niederösterreicher wirklich zu schätzen, was sie an diesem Gottesmann haben,
und nützen die Chance für St. Pöltens Kirche. Man muß viel für diese Diözese beten.