Benedikt XVI.
Bischöfe im Endspurt
Die Synodenväter arbeiten gegenwärtig in Rom an den Abschlußvorschlägen für den Papst. Dabei fiel die lateinische Kleingruppe ins Wasser. Ein Blick auf die letzten und die nächsten Tage der Weltbischofssynode.
(kreuz.net, Vatikan) Die Mitglieder der 11. ordentlichen Vollversammlung der Bischöfe in Rom vetieften sich am vergangenen Montag ins Gebet. Deshalb gab es am Montag morgen keine Zusammenkünfte.

Am Montag abend scharten sich zudem Tausende Gläubige im Petersdom um den Papst und die Bischöfe, um Christus im allerheiligsten Sakrament des Altares anzubeten.

Es handelte sich um den einzigen gemeinsamen Anbetungstermin im Petersdom während der Bischofssynode.

Die Aussetzung wurde mit dem mittelalterlichen Hymnus ‘Pange lingua’ eröffnet. Auf eine Lesung folgte der Hymnus ‘Adoro te devote’ – zu deutsch: Gottheit tief verborgen – des heiligen Theologen Thomas von Aquin († 1274).

Jeder Strophe wurde ein biblisches Motto vorangestellt, das Synodenväter auf Spanisch, Französisch, Hindi, Arabisch, Deutsch und Portugiesisch vortrugen.

Am gestrigen Dienstag wurde den Bischöfen eine Liste mit fünfzig Vorschlägen präsentiert, die am Ende der Synode dem Papst überreicht werden.

In den zwölf kleinen Sprachgruppen – die geplante lateinische Arbeitsgruppe kam nicht zustande – bemühten sich die Synodenväter um eine Kürzung und Präzisierung der Vorschläge.

Ursprünglich waren in den Kleingruppen 280 Vorschläge erstellt worden.

Nach der Entfernung von Verdoppelungen blieben zuerst 120 und schließlich noch die genannten 50 Vorschläge. Jeder dieser thesenartigen Texte umfaßt rund einer Seite.

Es wird vermutet, daß einer der Vorschläge die allgemeine Erlaubnis der Alte Messe betrifft.

Heute Mittwoch werden die Bischöfe weiter an den 50 Vorschlägen für den Papst arbeiten.

Über deren endgültige Fassung werden die Synodenväter Ende der Woche abstimmen.

Sie können zu jedem Vorschlag entweder ihr Ja – „placet“ – oder ihr Nein – „non placet“ – erklären.

Der Heilige Vater wird auch die Berichte der einzelnen Kleingruppen erhalten.

Diese Texte werden ihm als Grundlage für die Ausarbeitung eines nachsynodalen Apostolischen Schreibens dienen.

Dieses dürfte erwartungsgemäß wohl erst in einem Jahr veröffentlicht werden.

Zum Abschluß der Weltbischofssynode gedenkt der Papst, allen Synodenvätern einen Bischofsring zu schenken. Dieser wird mit dem eucharistischen Symbol des Pelikans verziert sein.

Nach einer alten Tradition ernährt der Pelikan seine Jungen mit dem eigenen Blut. Er wurde deshalb zu einem Symbol für Christus.

Der heilige Thomas von Aquin arbeitete dieses Motiv in seinen Hymnus „Gottheit tief verborgen“ ein: „Gleich dem Pelikane, starbst du Jesu mein.“

Die Synode endet am kommenden Weltmissionssonntag mit der Kanonisierung von fünf neuen Heiligen.
      
4 Lesermeinungen
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#4   Agiafortuni   13:20:46 | Montag, 24. Oktober 2005
Kirche ohne Latein
Mit dem Verzicht auf das Latein hat die Kirche ihr eigenes Gedächtnis verworfen und damit einen Teil ihrer Identität preisgegeben.
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#3   Didimus   22:13:31 | Mittwoch, 19. Oktober 2005
@ Gotthard
Richtig, Europa ist nur ein Teil der Weltkirche, die meisten Katholiken leben in Lateinamerika…
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#2   Gotthard   19:45:43 | Mittwoch, 19. Oktober 2005
Europas Kultur
in Rom tagt zur Zeit die Welt-Bischofssynode … und Europa ist nur der kleinere Teil der kath. Kirche.
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#1   Carolus   19:06:35 | Mittwoch, 19. Oktober 2005
Synode ohne Latein
Es ist doch ein Armutszeugnis, dass die meisten unserer Herrn Bischöfe die Sprache ihrer eigenen Kirche nicht mehr oder unvollkommen beherrschen. Es tut not, dass die Kirche daran etwas tut. Die Kirche gibt ein Stück ihrer Identität auf, wenn sie das Latein einen stillen Tot sterben lässt. Die 68ger Revolution und ihre Kinder lassen grüßen. Europas Kultur ist ohne Latein undenkbar!!!
Man darf auf das angekündigte Dokument der Bildungskongregation gespannt sein, dass auf mehr Latein in der Ausbildung der Priester insistiert.
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