Euthanasie
Wie führt man die Euthanasie ein?
Die staatliche Legalisierung der Tötung lebensunwürdiger Menschen ist problemlos zu erreichen, wenn der Sozial- und Gesundheitspolitiker die folgenden fünf Anweisungen beachtet.
(kreuz.net) Die Zeit ist reif, um die von den Nationalsozialisten entwickelten Euthanasieprogramme in einer gereinigten und zeitgemäßen Form in die Tat umzusetzen.

Es ist schon lange erwiesen, daß geistig Weggetretene und Schwerstbehinderte nicht nur wirtschaftlich nutzlos sind, sondern eine schwere Last für unsere Sozialsysteme darstellen.

Außerdem leiden diese Leute natürlich furchtbar, was alleine schon ein Grund wäre, sie alle umzubringen.

Es ist ja so, daß die meisten dieser Menschen selber sterben wollen. Darum ist es unsere heilige Pflicht, ihnen ihren freudigen Wunsch nach Selbstmord zu erfüllen.

Natürlich sind viele, vor allem einfache Menschen aus dem Volk noch in alten christlichen Tabus gefangen.

Darum muß die Hilflosentötung mit Behutsamkeit eingeführt werden.

Es soll ja niemand unnötigerweise aus seinem demokratischen Schlaf geweckt werden.

Um eine reibungslose Legalisierung der Euthanasieprogramme zu garantieren, sind darum folgende fünf Schritte zu beachten:

1. Um das Thema erst einmal ins Gespräch zu bringen, ist zunächst ein Skandal zu produzieren.

Man kann dazu einen Euthanasie-Ideologen und Patientenmetzger aus einem Staat einfliegen, wo die Hilflosentötung legal ist.

Dieser Provokateur hat die Aufgabe, die Notwendigkeit der Hilflosentötung in einigen möglichst unqualifizierten und plakativen Interviews ins Land hinauszuposaunen.

Dadurch wird das Tabu der Krankentötung über Nacht zu einem aktuellen Thema, von dem alle reden.

2. Ziel dieser Schockbehandlung ist, eine öffentliche Empörung über die Hilflosentötung zu erzeugen.

Es gehört schließlich zum guten Ton, daß sich jedermann von einem so abscheulichen Vorschlag angewidert abwendet. Denn soviel natürliches gesellschaftliches Moralempfinden existiert trotz allem noch.

Die allgemeine Empörung besitzt einen reinigenden Effekt.

Sie gibt dem Bürger den Eindruck, seine Pflicht getan und den vorgeschlagenen Angriff auf die menschlichen Grundwerte angemessen abgewehrt zu haben.

Nach einigen, wenigen Tagen wird die Welle der Empörung wieder abschwellen.

3. Jetzt ist die Stunde gekommen nachzuhaken. Dazu soll ein Politiker – möglichst aus einem Lager, von dem man es am wenigsten erwarten würde – den Vorschlag zur Hilflosentötung noch einmal aufs Tapet bringen.

Natürlich mit vielen Wenn und Aber und mit mehr Nuancen als am Anfang.

Am besten ist, wenn der unverdächtigte Politiker den ursprünglichen Vorschlag angreift und sich von ihm distanziert, – aber in der Sache das gleiche fordert.

Eine zweite Empörungswelle wird es nicht mehr geben, denn das Publikum hat sich in der Zwischenzeit an das Thema gewöhnt und das dazugehörige Wort „Euthanasie“ – „guter Tod“ – gelernt.

Damit ist dem Thema der Empörungseffekt genommen, umso mehr als sich darüber von Amtes wegen eher das christlich-konservative Lager zu entsetzen hat.

Doch deren Vertreter sind dafür bekannt, einen kurzen Atem und ein kurzes Gedächtnis zu besitzen sowie keine tiefwurzelnden Überzeugungen zu vertreten.

4. Darum wird die Empörung nach dem zweiten Vorstoß sehr schnell in eine Diskussion überzugehen.

Damit ist die Schlacht um die Hilflosentötung bereits gewonnen und das Ziel erreicht.

Denn sobald die Diskussion zugelassen ist und man darüber nachdenkt, „wie es wäre wenn“, ist das oben erwähnte christliche Tabu gebrochen.

Die Dynamik der Diskussion wird jetzt dazu führen, daß zwei Gruppen entstehen.

Wie bei jeder öffentlichen Diskussion wird es Stimmen für und Stimmen gegen die Hilflosentötung geben.

Mit Hilfe weniger Medien wird es ein leichtes sein, die Gegner der Euthanasie als eine fundamentalistische, ewiggestrige, radikale, nationalsozialistische und gewaltbereite Randerscheinung hinzustellen.

Da die Gegner der Hilflosentötung keine öffentlichen Sprachrohre besitzen, werden sie dagegen machtlos sein.

Würden sie dagegen die öffentlichen Sprachrohre besitzen, täten sie dagegen nichts, weil sie feige und zu bequem sind, um für ihre Überzeugungen zu kämpfen.

5. Schon bald wird eine gut gesteuerte Diskussion allen klar gemacht haben, daß die nationalsozialistischen Euthanasieprogramme ein Gebot der Stunde und das Zeichen einer offenen Gesellschaft sind.

Dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die nächste christdemokratische Regierung ein entsprechendes Gesetz verabschiedet.

Der extremistische Spinner, der die Diskussion auslöste, wird schließlich Gesundheitsminister werden oder den Nobelpreis für Medizin erhalten.

Diese Fünf-Punkte-Methode eignet sich im übrigen auch für die Einführung jedes anderen Gesetzes, das dem gesunden menschlichen Moralempfinden widerspricht.
      
9 Lesermeinungen
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#9   richard   13:36:22 | Samstag, 29. Oktober 2005
Totengräber
hatten und haben keine Konjunkturkrise – sie leb(t)en immer gut, seit es Menschen gibt. Aber auch dieses Gewerbe kann man gezielt ankurbeln, sozusagen mit 100%tiger Gewinnaussicht an die Börse bringen. Was liegt näher, zuerst schwer kranken, Behinderten und später dann sechzigjährigen Menschen mittels moderner Psychotechnik nahe zu legen, „freiwillig“ aus dem Leben zu gehen. Man schlägt damit nicht nur Kapital aus dem Sterben, sondern sehr „viele Fliegen mit einer Klappe“.
Ob „Klassenfeind“ laut Karl Marx, ob „lebensunwertes Leben“ laut Julius Tandler, ob „Mein Bauch gehört mir“ (rot-grüne Massenbewegung) oder jetzt „freiwilliger Selbstmord“ – man wird im Hintergrund für all diese Mordprogramme immer wieder die roten Bonzen finden, die geistigen Träger des „rothen Schildes“, seit dem Jahre 1789.
richard
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#8   virOblationis   21:13:03 | Freitag, 21. Oktober 2005
ad Methusalix
Ich persönlich würde auch nicht jede Therapie – insbesondere solche mittels Organen Sterbender – akzeptieren, nur um mein Leben um eine Spanne zu verlängern. In dieser Hinsicht stimme ich Ihnen zu. Aber im Falle Schiavo ging es doch nicht um Therapie, sondern um die Ernährung der Patientin.
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#7   methusalix †   22:29:44 | Donnerstag, 20. Oktober 2005
@vir
Hier sitmme ich vollkommen zu. Nur muss das Sterben nicht unbedingt in eine Quälerei für alle Beteiligten ausarten.
Beispiel: Mein bester Freund starb vor einigen Jahren an einem Glioblastom, dem bösartigsten Gehirntumor den es gibt. Er quälte sich über acht lange Monate in den Armen seiner Frau zu Tode, machte zwei Operationen klaglos mit und ging durch die Hölle einer Radiatio und einer Chemotherapie.
Ohne Therapie und mit ordentlicher Anästhesie wäre dieses qualvolle Sterben unnötig gewesen.
Gott verpflichtet uns absolut NICHT zu jeder möglichen Therapie.
Hier kommen wir wieder zum Fall Schiavo; wenn sie im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte bestimmte Therapien abgelehnt hat, und die Gerichte haben dies bestätigt, war ihr Tod von Gott so bestimmt.
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#6   virOblationis   09:09:26 | Donnerstag, 20. Oktober 2005
Schöpfer und Geschöpf
Gott gibt das Leben; er erschafft die unsterblichen Seelen. Darum hat auch er allein das Recht, den Menschen ihr Leben wieder zu nehmen.
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#5   methusalix †   01:38:50 | Donnerstag, 20. Oktober 2005
@ultra
Das kann aber eine ganz schöne Quälerei werden; bei unserem Minimalverbrauch an ordentlich wirksamen Analgetika und unserem Mangel an Palliativstationen in Deutschland.
Einziger Ausweg: Patientenverfügung mit der Einschränkung der vollkommenen Therapiefreiheit für die Therapeuten.
Guckst du dort: www.hospiz.net www.kreuz.net/www.hospiz.net
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#4   Ultramontes   22:17:44 | Mittwoch, 19. Oktober 2005
Währet den Anfängen…
Diejenigen, welche in derartigen Fragen – sei es Euthanasie, Abtreibung, therapeutisches Klonen oder was auch immer – eine Liberalisierung der Gesetze fordern, erkennen nicht, daß auf diese Weise unser aller Leben potentiell zur Disposition steht.
Denn selbst wenn in den Ohren der Nichtchristen der Verweis auf das Leiden und den mangelnden Lebenswillen der Kranken und Alten oder auf die ach so schwierige Situation von werdenden Müttern, die abtreiben wollen, in diesen Fällen eine Relativierung des Lebensrechtes recht einleuchtend nahelegen mag: Es ist jederzeit möglich, daß in diesem Land irgendjemand auf vernünftige Weise begründen kann – und sei es mit humanitären Floskeln –, daß es für diesen oder jenen von uns besser sei zu sterben als zu leben. Und wenn die Entscheidungsgewalt in einem rechtspositivistischen Staatswesen dann bei den Relativierern liegt – dann gnade uns Gott!
www.neokon.de.vu www.neokon.de.vu/ – die christlich-konservative Denkfabrik für junge Leute im Internet
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#3   methusalix †   19:49:58 | Mittwoch, 19. Oktober 2005
Vademecum zur Einfühhrung der Euthansie
Wenn diejenigen, die die Euthanasie einführen wollen, das wirklich so machen würden, wie es hier beschrieben wird, dann können alle, die die Euthanasie ablehnen, vollkomen beruhigt schlafen gehen. So klappt das nie!
@humer
Das Gejammer über den Verfall der öffentlichen Ordnung, dient oft nur der Tarnung des eigenen Verlanges nach dem „starken (in Ihrem Fall katholischen) Diktator“.
Sie wünschen sich doch nicht etwa eine katholische Diktatur herbei? So wie Franco oder den klerikal-faschistischen Ständestaat unter Dollfuss?
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#2   Initiative "Nie wieder!"   19:37:27 | Mittwoch, 19. Oktober 2005
Wiederholung der Geschichte
Wenn der Verfall der öffentlichen
Ordnung weiter so zunimmt,
dann fürchte ich sehr, daß unsere
„Demokratie“ in eine Diktatur
umkippen wird.
(Das nennt man Wiederholung der Geschichte)
Scheusale und Volksverräter
von heute
werden dann wieder die
„Hilfswilligen“ des Diktators
von morgen sein.
Martin Humer (www.babycaust.at)
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#1   Gallowglas   16:39:11 | Mittwoch, 19. Oktober 2005
Witzig …
wie hier versucht wird, anderen die eigenen, noch dazu ziemlich erfolglosen, Methoden unterzuschieben …
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