Politik
Die Lebensschutz- Kandidatin hat sich selber abgetrieben
Als Vorzeigekatholikin ist sie angetreten. Doch ihr Wiener Wahlkampf degenerierte zuerst zu einem Trauerspiel und dann zu einem Lügenmärchen.
(kreuz.net) Das ÖVP-kritische Internet-Tagebuch der Schwarzen Witwe weist auf einen heute in der Wiener Tageszeitung ‘Presse’ erschienenen Artikel hin.

Dort wiederholt der wegen seiner Haltung zum Homo-Konkubinat umstrittene Vorsitzende der ÖVP Wien, Gio Hahn, seine Theorie, daß Frau Kugler-Lang von angeblichen „Radikalinskis“ vereinnahmt worden sei.

Der ÖVP-Politiker kündigt sogar an, daß Frau Kugler-Lang dagegen rechtliche Schritte einleiten werde.

Das stelle – so die Schwarze Witwe – „einen neuen Tiefpunkt der »Lebensschützerin« in der Beziehung zu ihrer Basis“ dar.

Um den katholischen ÖVP-Wählern die letzten Zweifel an ihren Zweifeln zu nehmen, benützt ÖVP-Chef Gio Hahn die Medienaufmerksamkeit, um sich auch als Abtreibungspolitiker zu outen:

„Wir sind grundsätzlich auf der Linie der gesetzlichen Regelung und wollen daran nichts ändern.“

Über die gegenwärtige Praxis hinaus könne er sich höchstens eine begleitende Statistik über Abtreibungsgründe vorstellen, so wie sie SPÖ-Bundeskanzler Bruno Kreisky schon in den 70er Jahren vorgeschlagen habe.

Am Ende des Artikels erwähnt der ‘Presse’-Artikel eine Anfrage bei Frau Gudrun Kugler-Lang.

Dabei beteuert die überforderte ÖVP-Kandidatin „keine Fundamentalistin“ zu sein und nimmt- so die Schwarze Witwe – sogar zu einer Lüge Zuflucht:

Ihr Name sei ohne ihr Wissen auf die Broschüre von ‘Human Life International’ Wien gesetzt worden.

„Woher weiß die Schwarze Witwe, daß Frau Kugler-Lang lügt?“ – fragt die Internet-Seite:

Antwort: Es liege ihr eine mit 15. September datierte ältere Ausgabe der Zeitung der Wiener ‘Human Life International’ vor.

Darin werde mit Slogans wie „Wien darf nicht New Orleans werden“, „Gebetssturm“ und „Leben oder Tod“ namentlich für Dr. Gudrun Kugler-Lang geworben.

Also bereits vor fünf Wochen.

„Es ist wohl kaum anzunehmen, daß dem selbsterklärten Medienprofi Kugler-Lang diese Werbeaktion der Gruppe – auf die sie ihre Kampagne hauptsächlich aufbaute – entgangen ist.“
      
5 Lesermeinungen
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#5   Evelin   21:56:10 | Donnerstag, 20. Oktober 2005
Genau, Hr. Trzil!
Das ist ja das Perfide! Kommt GKL ins Wr. Rathaus, belohnt man die ÖVP für ihren an sich liberalen Kurs.
Kommt sie nicht hinein, weil zu viele ihrer Klientel blau oder weiß wählen, dann sagt man: „Seht’s, das Lebensschutzthema hat keine Relevanz!“
Schade, dass GKL sich so derart distanzieren musste, wie inzwischen in diversen Online-Zeitungen berichtet wurde. Nur so derart hämischwie das die „Schwarze Witwe“ und kreuz.net kommentiert, würde ich es nicht sehen.
Als „Dilettantin“ würde ich sie nicht sehen. Von außen ist leicht reden. Politik ist ein hartes Geschäft, das man eher von der Pieke auf lernen sollte (Eintritt in eine Partei, Übernehmen von Parteidiensten, parteieigene Schulungen in Kommunalpolitik, Wirtschaft, Medien – nicht nur eigene Lieblingsthemen vertreten, auch wenn man sich später sowieso spezialisieren würde etc.).
GKL wird daraus lernen und es später dann besser machen.
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#4   L. Trzil   21:40:49 | Donnerstag, 20. Oktober 2005
Scylla & Charybdis
Man kann sich gut vorstellen, daß Frau Dr. Kugler-Lang von der eigenen Partei zu den Distanzierungen gezwungen wurde.
Leider zeigt ja bereits die Reihung der Kandidatin deutlich genug, wie letztrangig die Wiener ÖVP das Thema Lebensschutz einstuft. Das Kalkül, ein paar konservative Stimmen zu lukrieren (mit denen dann vielleicht doch nur ein/e Liberale/r mehr ins Rathaus kommt) ist nur zu offensichtlich.
Andererseits: Schafft Dr. Kugler-Lang nicht einmal einen Anerkennungs-Erfolg, wird die Parteispitze dies als Bestätigung ihres Kurses sehen sowie als Indiz dafür, „daß das ohnehin keinen interessiert“ und daß man weiter mit den Parteien stimmen kann, die aktiv gegen das Leben der Ungeborenen vorgehen.
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#3   Stimme aus dem Tradiland   18:31:18 | Donnerstag, 20. Oktober 2005
„Die hat nicht einmal die Chance reinzukommen“
So lautet die Überschrift des nächsten Beitrages der „Schwarzen Witwe“ auf
Ein Archiv zur ÖVP – oevp.blogspot.com oevp.blogspot.com/
Da distanziert sich der zeitgeistige Wiener ÖVP-Obmann „Gio“ (Johannes) Hahn insoferne von der auf den letzten Platz gereihten Kandidatin, als er die in der Überschrift genannte Äusserung tätigt…
Feine Gesellschaft…
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#2   Filip Jovic   12:26:44 | Donnerstag, 20. Oktober 2005
Um Missverständnisse vorzubeugen …
… die durch den obigen Artikel hervorgerufen werden können, hier ein Interview, das www.kath.net mit der Kandidatin führte:
Interview veröffentlicht am 19.10.05, 12:14 Uhr unter www.kath.net www.kath.net/detail.php?id=11790
Dem Lebensschutz ist nicht gedient, wenn man jetzt an dieser Kandidatin herummäkelt und ihr alles mögliche unterstellt, weil sie unlautere Methoden – auch wenn sie gut gemeint sein mögen – ablehnt.
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#1   Ultramontes   11:51:17 | Donnerstag, 20. Oktober 2005
Politik ohne Prinzipien…
Man sieht wieder deutlich: Über Parteipolitik kann man gar nichts verändern. Sämtliche Berufspolitiker sind so sehr auf Partei- und Eigeninteressen fixiert und fürchten die berüchtigten Hetzkampagnen der Medien gegen alles, was auch nur entfernt nach konservativ oder christlich-konservativ riecht, so sehr, daß sie entweder selber umfallen und ihre Überzeugungen verleugnen oder von ihren Parteien unter dem Druck der Medien im Stich gelassen werden.
Man erkennt nicht, daß die Medien und die „Political Correctness“ der Verteidigungsmechanismus der geistig-kulturellen Hegemonie der 68er sind – wenn man sich nie auf die offene Auseinandersetzung mit ihr einläßt und sich an die PC hält, wird man niemals christliche oder konservative Politik gegen den Zeitgeist durchsetzen können.
Wir brauchen einen den 68ern entgegengesetzten Marsch durch die Institutionen! Eine geistig-moralische Wende ist nur über Familie, Schule, Medien und die akademische Elite zu bewerkstelligen – über Parteipolitik und das parlamentarische System wird man ein gesellschaftliches Umdenken nie herbeiführen können.
www.neokon.de.vu www.neokon.de.vu/ – die christlich-konservative Denkfabrik für junge Leute im Internet
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