Afrika
Kardinal bricht mitten in der Predigt zusammen
„Danach bin ich in das Land zurückgekehrt“, erklärte der Kirchenfürst während seiner Predigt. Dann stand er wie versteinert vor den Gläubigen und mußten notfallmäßig ins Spital gebracht werden.
(kreuz.net, Kinshasa) Der Erzbischof von Kinshasa, Frédéric Kardinal Etsou Nzabi Bamungwabi, mußte am vorletzten Sonntag mitten aus einem Pontifikalamt ins Spital. Kinshasa ist die Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo in Zentralafrika.

Das berichtete die kongolesische Tageszeitung ‘Le Potentiel’ am 10. Oktober.

Der Kardinal war erst vor einer Woche – nach einer Abwesenheit von fast sechs Monaten – ins Land zurückgekehrt. Er zelebrierte die erste öffentliche Messe nach seiner Rückkehr.

Nach den Lesungen und dem Evangelium begab sich der Kardinalerzbischof an den Ambo seiner Kathedrale, um zu predigen.

Sein Kanzelwort enthielt drei Punkte: die verschiedenen Etappen seiner sechsmonatigen Abwesenheit, der Ablauf des Konklaves und der Streik der Lehrer im Land.

Der Kardinal hatte die ersten beiden Punkte behandelt, als er plötzlich von einem Unwohlsein ergriffen wurde. Dabei wiederholte er zweimal den Satz: „Nasima, nadzongi o mboka“ – „danach bin ich ins Land zurückgekehrt“.

Anschließend hielt er sich zwar noch aufrecht, war aber nicht in der Lage etwas zu sagen.

Unterstützt von seinem Weihbischof, vom Apostolischen Nuntius, dessen Sekretär und anderen Priestern wurde der Kardinal in kleinen Schritten zu einem Wagen gebracht und ins medizinische Zentrum von Kinshasa gefahren.

Der anwesende Weihbischof setzte die heilige Messe fort.

Am Ende des Gottesdienstes berichtete der Generalvikar der Diözese, daß der Kardinal wohlauf sei und wieder zu sprechen begonnen habe.

Das beruhigte die Gläubigen, die sich an das Schicksal von Kardindal Joseph Malula († 1989) erinnerten, der nach einem Unwohlsein während der heiligen Messe gestorben war.

Kardinal Etsou verließ das medizinische Zentrum bereits am Sonntag nachmittag und befindet sich jetzt in seiner Residenz.

Sein Unwohlsein sei möglicherweise eine Folge der emotionalen Anstrengung, die ihm der begeisterte Empfang der Gläubigen bereitet habe, gewesen.

Der Kardinal hatte Kinshasa Ende März verlassen, um sich in Belgien in Spitalpflege zu begeben.

Von dort reiste er zur Beerdigung von Papst Johannes Paul II. und zum Konklave nach Rom.

Während des Konklave stürzte er im Badezimmer der Casa Santa Marta.

Seitdem verspürte er Schmerzen in der Wirbelsäule. Sie machten nach dem Konklave die Einweisung in eine römische Klinik nötig.

Anschließend begab sich der Kardinal für zwei Augenoperationen nach Deutschland.
      
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