Politik
Wenigstens den Sozialisten die Show gestohlen
Die Köder-Kandidatin für die katholischen Wiener ÖVP-Wähler grüßt aus dem politischen Fettnäpfchen. Der Trostpreis: Sie ist im sozialistischen Wien zum einzigen Wahlthema avanziert.
(kreuz.net, Wien) Zumindest ist die Abtreibung wieder einmal im Gespräch. Das wenigstens hat die christdemokratische Köderkandidatin in Wien – wenn auch ungewollt – erreicht.

Die Parteien im Wiener Wahlkampf haben sich auf ein Thema eingeschossen: die zaghafte Lebensschützerin Dr. Gudrun Kugler-Lang, die gegenwärtig als Parteilose für die Christdemokraten kandidiert.

Der Streit entzündete sich an einem in Wien tausendfach ausgeschickten alternativen Wahlplakat, das die brutale Kinderpolitik der Wiener Abtreibungssozialisten offenlegt.

Die Sozialisten und die Wiener Frauenstadträtin kamen dadurch in arge Bedrängnis.

Darum besannen sich beide auf ein Ablenkungsmanöver.

Dazu gingen sie – politisch der einzige Ausweg – in die Offensive.

Als Opfer wählten sie Frau Gudrun Kugler-Lang, die Letztplazierte auf der Wahlliste der Wiener Christdemokraten – eine aufstrebende Jungpolitikerin und ehemalige katholische Lebensschützerin.

Frau Kugler-Lang war auf die christdemokratische Wahlliste gesetzt worden, um ÖVP-frustrierte Katholiken ins Boot zu holen.

Wie entwickelte sich das rote Ablenkungsmanöver?

Die Abtreibungssozialisten besannen sich auf eine Wahlaussendung der Lebensschutz-Organisation ‘Human Life International’ zugunsten von Frau Kugler-Lang.

‘Human Life International’ (HLI) führt in Wien Straßenberatungen vor Abtreibungsstationen durch und hat so bereits Tausende von Kindern gerettet.

Doch die HLI-Kinderretter sind im defensiven und tatenscheuen katholischen Lager nicht gerne gesehen.

Sie gelten – weil zu aktiv – als politisch inkorrekt.

Die Sozialisten wußten natürlich, daß es genügt, die HLI-Fahne zu schwenken, um den überzeugungslosen und opportunistischen katholischen Gegner in die Flucht zu schlagen.

Dazu schickten sie die Jungsozialisten vor.

Wie erwartet ging die Rechnung auf: Frau Kugler-Lang kroch der sozialistischen Provokation mit olympischer Einfalt auf den Leim.

In einer Presseaussendung distanzierte sich die naive Jungpolitikerin hochoffiziell von ihren katholischen Wählern und Wahlhelfern.

Die Abtreibungssozialisten hatten ihren Blitzkrieg gewonnen.

Denn wer sich in der Politik entschuldigt, ist schuldig.

Jetzt kam die Stunde der bedrängten Frauenstadträtin, die in Wiener Kreisen auch Blut-Sonja heißt.

Blut-Sonja erklärte erwartungsgemäß, daß sie den Unschuldsbeteuerungen von Frau Kugler-Lang nicht glaube. Frau Kugler-Lang habe in der Wiener Politik keinen Platz.

Doch das Opfer durchschaute die sozialistische Taktik immer noch nicht.

Sie entschuldigte sich noch einmal und distanzierte sich sogar namentlich von ‘Human Life International’.

Ganz entblößte sich Frau Kugler-Lang, als sie – ungefragt – verkündigte, in Sachen Homo-Konkubinat und Kinderabtreibung mit der chamäleontischen ÖVP-Bundespartei übereinzustimmen.

Was soll’s?

Die Christdemokraten werden dann eine ernstzunehmende politische Kraft sein, wenn sie lernen, für konkrete Anliegen zu stehen und diese mit der Überzeugung und Standhaftigkeit ihrer politischen Gegner zu vertreten.

Gegenwärtig sind sie nicht mehr als eine sozialistische Blockpartei.

Das hat die Feigenblattkandidatin der Wiener ÖVP auf groteske Weise bewiesen.
      
2 Lesermeinungen
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#2   Augustinus   14:07:33 | Freitag, 21. Oktober 2005
Wölfe im Schafspelz
Zitat Benedikt78 Sie hat sich selber abgeschossen!
So wie ich die restliche ÖVP Mannschaft in Wien einschätze, wäre Kugler-Lang sofort von der Liste gestrichen worden, hätte sie Ihren Vorschlag befolgt. Hier ist weniger die Lebensschützerin schuld, als die ÖVP, die nichts mehr von ihrem eigenen Parteiprogramm wissen will. Den einzigen Vorwurf, den man ihr machen kann ist, dass sie sich für das Leben engagiert, alles versucht und auf die Liste einer Partei setzen läßt, die unter einer sehr dünnen bürgerlichen Haut offenbar ziemlich sozialistisch und lebensfeindlich – zu den eigenen Leuten – ist. Ein sichtbarer Beweis gegen Lebensschützer, die für die ÖVP als dem kleineren Übel werben und glauben, dass das die Welt verändern wird.
Ich muß leider auch Kreuz.net kritisieren und tue das in der selben Objektivität und Loyalität gegenüber dem Anliegen, wie dieses Internetportal immer wieder Vorgänge kommentiert: Hinter dem abgebildeten Kreuz dieser Seite sieht man einen dicken Streifen mit SPÖ-blutroter Hintergrundfarbe. Da haben sich vermutlich ein paar Rom-abtrünnige polemik-liebende Katholiken mit der SPÖ zusammengetan. Mit seiner aggressiven und zerstörenden Wirkung folgt „kreuz.net“ direkt den „Catholics for a free choise“ nach. Auch hier befinden sich jede Menge Wölfe im Schafspelz.
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#1   Benedikt78   11:34:18 | Freitag, 21. Oktober 2005
Schmierenkomödie
Unglaublich, wie unglücklich Frau Kugler-Lang sich in diesem künstlich hochgespielten Schmierentheater verhält. Das kann man nur mit peinlich, peinlicher, am peinlichsten umschreiben.
Das ist wohl das grösste Problem bei den Politikern. Sie wollen immer lieb und nett erscheinen, damit sie – so ihre Annahme – gewählt werden. Hätte Frau Kugler-Lang Rückgrat bewiesen, den Vorwürfen nicht nachgegeben, ja vielleicht sogar ihre Meinung gegen Kindermord öffentlich und vehement vertreten, dann hätte sie sich einen Namen als charakterstarke und überzeugende Politikerin machen können. Aber so… Opportunisten sind in der Politik immer willkommen. Aber es müssen überzeugende Opportunisten sein. Nun ist sogar fraglich, ob sie jemals wieder auf irgendeine Liste kommt. Sie hat sich selber abgeschossen!
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