Österreich
Zwei Regenten vor der Hochzeit?
Die Kirche der Alpenrepublik kommt nicht zur Ruhe. Nach dem annus horribilis 2004 stehen jetzt Skandale ähnlicher Größenordnung ins Haus.
(kreuz.net) Am Samstag fand eine Sitzung der österreichischen Regentenkonferenz statt.

Danach wurde bekanntgegeben, daß Ex-Regens Andreas Pumberger, ehemaliger Leiter des Priesterseminars der Diözese Linz, und Ex-Regens Josef Dionys Suntinger, bis vor kurzem Vorsteher des Priesterseminars der Diözese Gurk-Klagenfurt in Graz, nicht nur ihre wichtigen Ämter in der Priesterausbildung aufgegeben, sondern auch die Absicht bekundet haben, auf eine weitere Ausübung ihres Priesteramts zu verzichten.

Seit 1995 erfolgt die Ausbildung der Priesteramtskandidaten der Diözesen Gurk-Klagenfurt und Graz in einem Haus. Für das laufende Studienjahr übernimmt der Regens des steirischen Priesterseminars auch die Verantwortung für die Kärntner Seminaristen.

Die beiden Ex-Regenten galten als bedeutende Vertreter der liberal-progressistischen Linie und waren angesehene Mitglieder des klerikalen Establishments der österreichischen Kirche.

Sie führten beide fast leere Priesterseminare.

Die Entscheidung der Ex-Regenten ist mit deren Zurückversetzung in den Laienstand verbunden.

Gewöhnlich geht dieser Prozeß einer Verehelichung der betroffenen Kleriker voraus.

Die Sache ist um so brisanter, als der Gurker Ex-Regens Suntinger seit einiger Zeit sogar der Vorsitzende der österreichischen Regentenkonferenz war.

Noch vor einer Woche – am 16. Oktober – hatte er außerdem im österreichischen Rundfunk (Ö1) das Sonntagsevangelium ausgelegt.

Die Sendung wurde österreichweit ausgestrahlt.
      
15 Lesermeinungen
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#15   freddie   18:21:29 | Montag, 3. April 2006
Mag. Andreas Pumberger
Den Andreas kenne ich persönlich. Es wäre besser, seine Situation und die Umstände, die schließlich zu seiner Entscheidung geführt haben, näher zu kennen, bevor man Urteile gibt.
Andy, wo immer Du bist, kannst Du mich unter bluedanubeschool@yahoo.com kontaktieren.
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#14   Mjk7   10:20:07 | Dienstag, 27. Dezember 2005
Schändliche Kommentare von „Christen“
Ich bin enttäuscht über die Kommentare zu dem Rücktritt der beiden Regenten! Als Christen sollt ihr euch schämen solch „böse“ Gedanken zu haben! Ihr kennt diese beiden Menschen nicht und urteilt über sie – von solchen Menschen wie euch wurde auch Jesus verurteilt – gegeiselt und ans Kreuz geschlagen! Wenn Satan Einzug in die Kirche hält, dann über Menschen wir euch! Schämt euch!! Und ich schäme mich das Menschen wie ihr sich als Christen bezeichnen! mk
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#13   Gotthard   17:58:06 | Sonntag, 30. Oktober 2005
weise Einsicht
Ohne kolar und überhaupt ständig ohne geistliche kleidung unterwegs- wie kann das gut gehen?
es gibt schon erstaunliche und wirklich weise Einsichten in das Innere eines Menschen und Priesters…
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#12   sebastianus   15:01:04 | Sonntag, 30. Oktober 2005
Der Rauch Satans
Das die zwei nicht mehr lange priester sind, hab ich mir schon vor jahren gedacht. Ohne kolar und überhaupt ständig ohne geistliche kleidung unterwegs- wie kann das gut gehen? wie man sieht es geht nicht gut!!! das kommt von diesem progressivismus. die priester von heute schämen sich wenn sie geistliche kleidung tragen müssen und diejenigen die sie tragen werden verarscht und belächelt. so was nennt sich kirche. für mich ist es ein eindeutiges zeichen dass satan immer mehr in unsere kirche eindringt und er immer mehr schaden anrichtet. Verhindern wir dass er noch mehr anrichtet. Beten wir!!
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#11   Doritta   00:08:12 | Mittwoch, 26. Oktober 2005
Absprung
…Nach dem annus horribilis 2004 stehen jetzt Skandaleähnlicher Größenordnung ins Haus.…
Na, so schlimm wie 2004 ist diese Begebenheit nicht und schon gar nicht ein Skandal! Sie haben sich nichts zuschulden kommen lassen.
Symptomatisch: Sie führten fast leere Priesterseminare.
Die Motivation kann da verständlicherweise nicht hoch sein.
Es ist halt ein trauriges Kapitel, die Sache mit der Prieserausbildung. Helfen die Gebete um geistliche Berufe überhaupt? Die Hoffnung stirbt zuletzt! Wie kann der Priesterberuf für junge Menschen attraktiver gemacht werden? Durch Abschaffung des Zölibats? Wäre ein Weg, wenn auch nicht der Weisheit letzter Schluß. Davon wollen aber hochrangige Vertreter nichts wissen (siehe
Bischofssynode). Also fällt der Zölibat nicht. Über andere Vorschläge nachzudenken, würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Aber es könnte durchaus andere Rahmenbedingungen geben. Die Kirche in Österreich wird sich leider weiterhin mit dem Problem des Priestermangels konfrontiert sehen.
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#10   Elendester Sünder   12:26:54 | Dienstag, 25. Oktober 2005
Wenn Priester sich entscheiden zu heiraten,
ist das leider kein glücklicher Ausgang, sondern Apostatenfrucht für Satan(, falls es sich nicht schon von Anfang an um Strohmänner gehandelt hat).
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#9   Ghislieri   17:22:00 | Montag, 24. Oktober 2005
Hochzeit miteinander?
Ich weiß nicht ob die Überschrift absichtlich so gewählt wurde (zutrauen würde ich das ja den Machern von kreuz.net ;-), aber mein erster Gedanke war, dass die beiden als Homo-Beziehung heiraten. Gott sei Dank könnten sie das in Österreich noch nicht, aber doch im nahen EU-Ausland …
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#8   Sulpicius   16:52:41 | Montag, 24. Oktober 2005
@Rudolphus
Durchaus korrekt. Bevor diese Herren ihr geistiges Gedankengut noch weiter verbreiten können, haben sie sich selbst aus dem Verkehr gezogen. Bloß hätten sie von Anfang an anders handeln müssen.
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#7   Rudolphus   16:28:48 | Montag, 24. Oktober 2005
Fabelhaft!
Zwei Geweihte des Herrn mit Concilsgedankengut, die wenigstens klare Consequenzen aus dem Modernismus ziehen.
Die Concilskirche und ihre Funktionäre verdient einfach nicht die „Kirchenbeiträge“ der Gläubigen.
Immer mehr kristallisiert sich heraus, wie goldrichtig Seine Exzellenz Erzbischof Marcel Lefebre mit der Gründung der St. Pius X-Bruderschaft lag, die die alte römisch-katholische Kirche für bessere Zeiten conserviert, bis der Modernismus in Rom und der Weltkirche endgültig verdampft ist, so wie seinerzeit der Arianismus.
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#6   turk   16:27:48 | Montag, 24. Oktober 2005
Mit einem Homoskandal wie im ehem. Pölten nie vergleichbar
Richtig, die oben beschriebenen Schritte können in keiner Weise mit dem nachgewiesenen Homo- und Pornoskandal von St. Pölten verglichen werden. Gerade ein dauernd auf die „Homofrage“ abzielendes Portal wie kreuz.net sollte den entscheidenden Unterschied herauszuarbeiten wissen. Wenn die beiden oben genannten Priester z. B. ohne Versteckspiel ihr Amt wegen einer naturgemäßen Heirat (wenn es also so ist) nicht mehr ausüben und dann über Jahre auf eine Dispens warten, so ist dies im Vergleich zu getarnten homosexuellen Beziehungen und sogar einer ach so privaten Quasi-Eheringsegnung für ein Homopärchen im Zusammenhang mit dem ehemaligen St. Pöltener Seminar sicher kein Skandal, sondern höchstens bedauerlich.
Es muß endlich klar sein, daß es kein Aufrechnen geben kann. Sind wir froh, daß der Porno- und Homoskandal im ehemaligen Pöltener Seminar mit Auswirkungen bis in die Spitze der Diözese rechtzeitig gestoppt werden konnte. Und beten wir für glaubwürdige Priester – unabhängig von jeglichem verbohrten Lagerdenken – die sich um eine gute Priesterausbildung nach den Normen des Apostolischen Stuhles mühen.
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#5   Sulpicius   15:29:51 | Montag, 24. Oktober 2005
Tja, und jetzt…
… funktionieren sie halt nicht mehr. Lieber Titus, grundsätzlich d’accord, aber die Erfahrung zeigt, daß es genau diese Art von Kirchenfunktionären ist, die Seminaristen (und auch natürlich anderen Gläubigen) das Leben mit ihrer apodiktischen, intoleranten Art zur Hölle machen können. Ich kann da nur sagen: wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück.
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#4   Titus   15:21:50 | Montag, 24. Oktober 2005
Von „Skandal“ zu sprechen, ist wohl unangebracht
Es ist erfreulich, dass es kreuz.net gibt. Hier ist man am Laufenden, was sich so alles in der Weltkirche tut. Schade finde ich, dass immer öfter mit dem Finger auf Menschen, ob Priester oder Laien, gezeigt wird, die in einer schwierigen Situation sind. Das stimmt mich sehr nachdenklich.
Auch wenn man über Priester, die daran denken, ihr Amt niederzulegen, schwer enttäuscht sein darf (vielleicht sogar enttäuscht sein muss), ist es nicht angebracht, einen solchen Schritt mit den Vorfällen im St. Pöltener Priesterseminar auf eine Stufe zu stellen.
Auch ich plädiere dafür, für die beiden betroffenen Priester zu beten und von Vorverurteilungen Abstand zu nehmen.
Außerdem: Eine Rückversetzung von Priestern in den Laienstand gibt es (zur Zeit) nicht. Es ist allgemein bekannt, dass seit Johannes Paul II. diesbezügliche Ansuchen (Laisierungsverfahren) nicht beantwortet wurden. Außerdem gilt: Wer einmal gültig zum Priester geweiht wurde, bleibt Priester (unauslöschliches Prägemal). Ein Priester ohne Amt ist kein Laie und wird auch nie wieder ein Laie sein. Es gibt lediglich die Möglichkeit eines Weihenichtigkeitsverfahrens (vergleichbar mit der Ehe-Annulierung), falls der Weihekandidat nicht wirklich frei von Furcht und Zwang u.dgl. war, als er die Weihe empfing.
Der Autor weiß dies sicher alles, hat sich aber sehr ungenau ausgedrückt.
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#3   ottaviani   15:21:39 | Montag, 24. Oktober 2005
das neue Pingsten schreitet wacker voran
weiter geht der niedergang der diözesanen seminare
die boltzmanngasse existiert nur mehr am papier
das seminar von St. Pölten wurde auf nachkonzilarem stand gebracht Linz ist praktisch leer der Kärntner Regens heiratet
das nenne ich nachkonziliare erneuerung mit konsequenz es steht zu hoffen das wir das zusammenbrechen der nachkonziliaren kirchenstrukturen noch erleben dazu das gesicht des beschwichtigungshofrates aus dem wiener erzbischöflichen palais es hätte wirklich etwas belebendes und erfrischendes
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#2   Sulpicius   14:59:44 | Montag, 24. Oktober 2005
Die sehen ja aus,
wie Allianz-Versicherungsvertreter, wie Funktionäre also.
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#1   diakonos   14:24:03 | Montag, 24. Oktober 2005
Gebet!?
Anstatt zynisch-reißerische Artikel zu schreiben, wäre es sinnvoller für die betroffenen Personen zu beten.
Ich habe Josef D. Suntinger bei verschiedenen Gelegenheiten persönlich kennen und schätzen gelernt. Seine Entscheidung ist mir nahegegangen. Sie tut mir sehr leid, und ich hoffe, dass die „Ruhendstellung“ seines priesterlichen Dienstes nicht endgültig ist.
Ich bin ihm jedenfalls im mitbrüderlichen Gebet nahe.
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