Der neue Bischof von Linz kritisierte „kleine Randgruppen“, die bis vor einigen Monaten eine heftige Kampagne gegen die liturgischen Mißstände in seiner Diözese führten. Er habe mit diesen Leuten „klar geredet“ – und sie hätten Einsicht gezeigt.
(kreuz.net, Linz) Der neue Bischof von Linz, Mons. Ludwig Schwarz (65), wies Darstellungen zurück, wonach
sein Bistum „gespalten“ sei.
Der Salesianerpater und ehemalige Weihbischof von Wien wurde Mitte September
in sein neues Amt als Diözesanbischof eingeführt.
Bischof Schwarz äußerte sich am Mittwoch abend
bei einem Treffen katholischer Publizisten in Wien.
Es gebe in seiner Diözese „kleine Randgruppen“ sowohl
auf „konservativer“ als auch auf „progressiver“ Seite, erklärte der Bischof paritätisch.
Mit „jenen
Leuten“, die im Frühjahr in der Öffentlichkeit und auch im Vatikan den Eindruck erweckt hätten, daß
in seiner neuen Diözese schwere liturgische Mißstände vorhanden seien, habe er bereits „sehr klar“
geredet.
Ein solches Vorgehen sei „nicht akzeptabel“.
Diese Kampagne habe seinen Vorgänger Bischof
Maximilian Aichern „sehr verletzt“, erklärte Mons. Schwarz.
Im Gespräch hätten die dafür Verantwortlichen
inzwischen Einsehen bekundet.
Die Aussagen des Bischofs beziehen sich auf eine lange Artikelserie, die
im Frühjahr von der Linzer Nachrichtenplattform ‘kath.net’ veröffentlicht wurde und auf schwere liturgische
Mißbräuche in der Diözese Linz hinwies.
Die Kampagne von ‘kath.net’ – um die es in der Zwischenzeit
ganz still geworden ist – erhielt auch einige internationale Aufmerksamkeit.
Über sein neues Bistum
äußerte sich Bischof Schwarz zufrieden: „Ich staune wie gut die Diözese organisiert ist und funktioniert.“
Das Bistum Linz gilt als eine der liberalsten Diözesen Österreichs mit schwersten Problemen in der
Glaubenslehre, Liturgie und Priesterausbildung.
Er treffe auf allen Ebenen auf sehr viel Engagement –
von den diözesanen Gremien und Einrichtungen über den Klerus, die Orden und die Laienorganisationen
bis zur Caritas und den Pfarreien.
Bischof Schwarz äußerte sich auch zur Frage der Priesterehe. Sie
sei eine, aber sicher nicht die einzige Möglichkeit, auf den Priestermangel in manchen Teilen der katholischen
Weltkirche zu reagieren.
Als einzelner Bischof könne er die Zölibatspflicht jedoch nicht abschaffen.
Auch die Österreichische Bischofskonferenz sei dazu nicht befugt. Diese Frage sei auf weltkirchlicher
Ebene zu regeln – durch den Papst oder durch ein Konzil.
Die Debatte um die Priesterehe habe nichts mit
einer Geringschätzung des Zölibats zu tun, erklärte der Linzer Bischof:
„Ich halte weiterhin den Zölibat
in seiner ganzen Tiefe für die ideale Lebensform des Priesters im 21. Jahrhundert.“
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10 Lesermeinungen
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Eiskalt Das war keine Glanzleistung der Vermittlung durch den Bischof, sondern eiskalte Berechnung: Statt
dieser üblichen Verfolgungswahn-Ideen bitte doch mal handfeste Beweise für die „eiskalt berechnende“
Vorgehensweise des Bischofs. Der Bischof hatte nichts zu vermitteln, sondern eine Klärung dieser Vorwürfe
herbeizuführen, was ihm wohl gelungen ist durch den Rückzieher der Kläger.
@Gotthard Das war keine Glanzleistung der Vermittlung durch den Bischof, sondern eiskalte Berechnung:
eine Seite hätte bei Nicht-Einlenken nämlich den kürzeren gezogen, und zwar finanziell, vermutlich
existenzieller Art. Auf solche unehrliche Vermittlungen kann man verzichtet.
mea culpa Im Gespräch hätten die dafür Verantwortlichen inzwischen Einsehen bekundet. Die Verantwortlichen
für diese unsägliche Kampagne haben ein Einsehen bekundet. DAS ist die Hauptaussage. Sie haben also
einen Rückzieher gemacht, zumindest was die Art und Weise ihres Vorgehens betraf! Bischof Ludwig redet
mit allen – eines echten Hirten würdig!
Schönreden & Beschwichtigen In der V-II-Kirche werden Skandale verschwiegen oder, wenn es sich partout
nicht verhindern läßt, schöngeredet. Das sind Symptome geistlich-geistiger Impotenz.
Demokratismus eines kath. Bischofs Der Bischof Schwarz hat auch den post-V2-Demokratiewahn. Danach ist
nicht die Wahrheit (=Christus) entscheidend, sondern irgendwelche „Mehrheiten“ (idR durch Manipulation
zustandegekommen), die heute so und morgen anders sind. Dass jemand bzw. eine Gruppe als „Randgruppe“
bezeichnet wird, belegt nicht, dass die nicht Recht hätten. Die Bezeichnung ist lediglich ein Totschlagvokabel,
welches eines Bischofs unwürdig ist. Im übrigen halte ich die kath.net-Artikelserie über die liturgischen
Mißbräuche für die Sternstunde überhaupt von kath.net. So mutig waren die selten. Auf gleicher Ebene
sind noch die Berichte über „Ave Eva“ und Mariazell sowie der Kartoffelsack-Artikel (die Bischöfe charaktisiert
als „Kartoffelsäcke“ – wo man sie hinstellt, bleiben sie stehen) von Don Reto Nay angesiedelt (beide
zusammen waren das vorläufige aus für die Subventionen der österr. Bischofskonferenz für kath.net).
Wirksam war die Sache auch: Bischof Aichern hat sich entfernt, wenn auch unter einem Vorwand…
Virus Das Bistum Linz gilt als eine der liberalsten Diözesen Österreichs mit schwersten Problemen in
der Glaubenslehre, Liturgie und Priesterausbildung. Für welche Kreise diese unbelegte Aussage gilt, wird
wohlweislich nicht gesagt. Der virus reaktionis wütet weiterhin …
68er-Virus Dazu gibt es nur ein Wort zu sagen: 68er-Virus Dieses Virus ist wirklich besonders hartnäckig,
wird wohl aber bis in spätestens 25-30 Jahren ausgerottet sein. Es brach Mitte 60er Jahre aus und schlug
heftig um sich und stürzte die Kirche in eine schwere Krise. Besonders anfällig sind solche, die kurz
vor, während, oder kurz nach 1960-1970 geweiht worden sind. Es kommt schon mal vor, dass es aber noch
solche trifft, die wesentlich älter sind und vorallem noch jünger sind.