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Von den Dächern gerufen + Geschnetzelt nach Zürcher Art + „Pauper lingua latina“ + Margot wiederholt Martin + Nur ein Foto
Von den Dächern gerufen

Vatikan. Die neue Enzyklika von Papst Benedikt XVI. soll am 8. Dezember – zum 40. Jahrestag des Abschlusses des Zweiten Vatikanischen Konzils – veröffentlicht werden. Natürlich sickerten darüber wieder einmal vertrauliche Informationen aus dem Vatikan an italienische Journalisten. Der sehr lange, nämlich 50seitige Text besitze in Teilen den Charakter einer geistlichen Lesung. Der Heilige Vater habe die Enzyklika auf Deutsch verfaßt. Ein Team von Übersetzern arbeite gegenwärtig an Textversionen in verschiedenen Sprachen.

Geschnetzelt nach Zürcher Art

„Es wird ein Termin mit dem Arzt und einer oder zwei Personen als Sterbebegleiter vereinbart. Dann reist das Mitglied möglichst mit seinen Angehörigen an. Sie sollen bis zum letzten Moment dabei sein. Wir empfangen sie in einer Zürcher Wohnung. Der Arzt prüft, ob der Mensch urteilsfähig ist und ob er sich das Mittel selbst zuführen kann, sonst wäre es ja kein Suizid. Das Mitglied wird von uns noch einmal eingehend befragt, ob es nicht vielleicht doch lieber nach Hause fahren möchte. Bleibt der Betreffende, bekommt er ein Medikament gegen Erbrechen, und etwa eine halbe Stunde später ist er so vorbereitet, daß er das tödliche Medikament einnehmen kann. Wann er das tut, entscheidet er selbst. Durch das Mittel fällt er erst in eine sehr tiefe Bewußtlosigkeit, dann wird das Atemzentrum ausgeschaltet.“

Aus einem Interview der deutschen Tageszeitung ‘Berliner Zeitung’ mit dem Generalsekretär der Schweizer Selbstmordsvereinigung ‘Dignitas’.

„Pauper lingua latina“

Vatikan. Während der am Sonntag zuende gegangenen Weltbischofssynode hielt ein Synodenvater seine Reden auf Lateinisch: der mutige Erzbischof von Riga, Janis Kardinal Pujats (74). Bereits bei der letzten Vollversammlung der Bischofssynode im Jahr 2001 benützte der Kardinalerzbischof die Kirchensprache. Damals kommentierte Papst Johannes Paul II: „Pauper lingua latina, ultimum refugium habet in Riga“ – Arme lateinische Sprache: Sie besitzt ihren letzten Zufluchtsort in Riga.

Margot wiederholt Martin

Deutschland. Laut einem Bericht von ‘Radio Vatikan’ will die Landesbischöfin von Hannover, DDr. Margot Käßmann, am nächsten Montag – dem Reformationstag – den Thesenanschlag von Martin Luther wiederholen. DDr. Käßmann wird zum Anlaß des Reformationsfestes außerdem in Hannovers Fußgängerzone zu treffen sein. Dort wird sie „Lutherbonbons“ verteilen und mit Passanten ins Gespräch kommen. Mit dem Anschlag von Martin Luthers 95 Thesen begann im Jahr 1517 die Reformation.

Nur ein Foto

Vatikan. Im Jahr 2000 erhielt der Sänger der irischen Rockmusikgruppe ‘U2’ mit seinen Begleitern eine Audienz bei Papst Johannes Paul II. Bei dieser Gelegenheit schenkte der Musiker dem Heiligen Vater neben einem irischen Gedichteband seine Sonnenbrille. Noch im Frühjahr diesen Jahres erklärte der Sänger, daß die Fotos nie bekannt würden. Doch inzwischen sind sie in einem kürzlich in Polen erschienenen Buch über Johannes Paul II. veröffentlicht worden und von einem katholischen Internet-Tagebuch am Montag weltweit publiziert worden.
      
10 Lesermeinungen
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#10   Benedikt   01:19:44 | Mittwoch, 26. Oktober 2005
@ Gotthard
>>Mich würde vor allem interessieren, ob er auch zum traditionellen „Pluralis maiestatis“ zurückkehrt.
nur das nicht!
Selbstverständlich nicht. Liturgische Missbräuche, Interkommunion, Interzelebration, Irrlehren, unchristliches Verhalten gegenüber Traditionellen, Synkretismus, leere Kirche, fehlender Eucharistieglaube, mangelnde Spiritualität, kirchenfeindliche Aktion… das ist Ihnen alles egal… Hauptsache, der Papst redet nicht im pluralis majestatis. Ich möchte mal gern ein Tag im Leben so Prioritäten setzen können wie Sie. Ganz ehrlich.
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#9   engeldesherrn   19:50:37 | Dienstag, 25. Oktober 2005
Wir – pluralis maiestatis
Wenn der Papst öffentlich in dieser Form spricht:
„Wir erklären…“ o.ä., dann meint er nicht sich als Majestät, die in der dritten Person spricht, sondern Christus und sich. Damit drückt er aus, dass er gebunden und „nur“ Stellvertreter Christi ist, also nicht reden kann, wie ihm beliebt!!!
Was soll daran also so furchtbar sein. Hoffentlich tut er es wieder.
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#8   Rosa von Lima   17:58:38 | Dienstag, 25. Oktober 2005
Margot wiederholt Martin
Oh, nicht sehr klug, was diese Dame hier macht!
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#7   Krzyszek   15:44:19 | Dienstag, 25. Oktober 2005
Schäfchen und Säue
Für mich besteht ein Riesenunterschied zwischen „die Gemeinde zur Sau machen“ und „seine Schäfchen ermahnen“. Letzteres halte ich für durchaus in Ordnung, während ersteres diejenigen, die noch in die Kirche gehen, wohl eher davon abbringen dürfte.
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#6   Elendester Sünder   15:26:38 | Dienstag, 25. Oktober 2005
Sehr geehrter Herr Kryszek,
so wie ein Vater, der sein Kind liebt, es streng erzieht, so muß auch die Kirche die Menschen streng ermahnen. So wie ein Kind seine Achtung vor seinem Vater, der ihm alles erlaubt, verliert, so verlieren die Gläubigen die Achtung vor der Kirche. Letztlich ist es ein Ausdruck von Liebe, denn einem Pfarrer, der seine Schäfchen streng ermahnt, ist es nicht gleichgültig, wenn sie verderben. Jeder Mensch fühlt das und sehnt sich danach, auch wenn die meisten es durch Stolz verblendet nicht rational einsehen können.
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#5   Krzyszek   14:20:28 | Dienstag, 25. Oktober 2005
Litauen
Ich habe mit Freude von Priestern gehört, die die Gemeinde in der Predigt zur Sau machen und zu den Schäfchen nach Hause kommen und streng ermahnen, trotzdem ist die Situation in den baltischen Staaten ähnlich, wenn auch nicht so verheerend, wie die in der ehemaligen SBZ: Die Weitergabe des Glaubens in den Familien ist unterbrochen worden.
Und was ist daran so erfreulich, wenn die Gemeinde in der Predigt „zur Sau gemacht“ wird? Damit bekommst du junge Menschen mit Sicherheit nicht in die Kirche!
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#4   Gotthard   13:22:11 | Dienstag, 25. Oktober 2005
WIR
Mich würde vor allem interessieren, ob er auch zum traditionellen „Pluralis maiestatis“ zurückkehrt.
nur das nicht!
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#3   Toby   12:37:06 | Dienstag, 25. Oktober 2005
Erste Enzyklika
Der sehr lange, nämlich 50seitige Text
50 Seiten würde ich – gemessen an den Enzykliken Johannes Pauls II. – eigentlich nicht als lang bezeichnen, die Enzyklika „Evangelium vitae“ umfasst beispielsweise ca. 250 Seiten! Mit 50 Seiten Umfang nähert sich Papa Ratzinger wieder dem traditionell kurzen und prägnanten Enzyklika-Stil, wie er bis einschließlich Paul VI. übrigens üblich war.
Mich würde vor allem interessieren, ob er auch zum traditionellen „Pluralis maiestatis“ zurückkehrt.
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#2   Elendester Sünder   12:19:59 | Dienstag, 25. Oktober 2005
Litauen
Das Naturell der Litauer und Letten ist unbeugsam, daher gibt es in Litauen ganz hervorragende Priester, die durch die Bedrängnisse der Sovietokkupation gehärtet worden sind wie Stahl im Feuer. Ich habe mit Freude von Priestern gehört, die die Gemeinde in der Predigt zur Sau machen und zu den Schäfchen nach Hause kommen und streng ermahnen, trotzdem ist die Situation in den baltischen Staaten ähnlich, wenn auch nicht so verheerend, wie die in der ehemaligen SBZ: Die Weitergabe des Glaubens in den Familien ist unterbrochen worden.
Die Menschen können heute zwar wieder ungestraft die Kirche besuchen; aber es sind hauptsächlich alte „Babuschkas“ mit Kopftüchern.
Die Esten unterscheiden sich sehr von den Litauern und Letten, allein schon sprachlich. In Estland gibt es kaum Katholiken. Litauen ist zumindest auf dem Papier fast rein katholisch bis auf wenige Protestanten vor allem im Memelgebiet, das früher zu Preußen gehörte. Die Hauptprobleme in Litauen sind der Alkohol, die Kriminalität, die Korruption und die Mafia, die Brigada. Die Brigada ist für die jungen Litauer mit ihrer Verheißung von Luxus und Macht leider verlockender als die Nachfolge Christi.
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#1   Laurentius2   10:24:47 | Dienstag, 25. Oktober 2005
Riga und Europa
Vor einigen Jahren war ich auf Wallfahrt und hörte zufällig die Predigt eines litauischen Bischofs in der Wallfahrtskathedrale. Bischof Kauneckas richtete einen dramatischen Appell an die Gläubigen, den alten wahren Glauben zu bewahren und für sein Land zu beten (keine Spenden also:BETEN), denn der katholische Glaube in Litauen sei nun durch die westliche Liberalität MEHR BEDROHT als zu Zeiten der Sowjetdiktatur. Neben dem hier in kreuz.net kürzlich veröffentlichten Bericht des russischen Bischofs ein alarmierendes Rufzeichen der gegenwärtigen Situation in ganz Europa. Dazu paßt die Einsamkeit des lateinischen Redners aus Riga (wenn auch nur symbolhaft).
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