Vor 20 Jahren war die Nonne kommunistische Bürgermeisterin
In den 80er Jahren war die Kommunistin Maria Vigilanti (63) Bürgermeisterin eines sizilianischen Bergdorfes. Jetzt vertauschte sie Hammer und Amboß mit dem Kreuze Christi.
(kreuz.net, Palermo) Ihr halbes Leben verbrachte sie als Aktivistin der Kommunistischen Partei Italiens.
In der sizilianischen Ortschaft Castel di Lucio wurde die Gymnasiallehrerin Maria Vigilanti sogar Bürgermeisterin.
Das berichtete die Mailänder Tageszeitung ‘Il Giornale’, die zur Berlusconi-Gruppe gehört.
In ihrer
Gemeinde erinnert man sich daran, daß Maria Vigilanti auch als Genossin und kommunistische Bürgermeisterin
eine praktizierende Katholikin blieb.
Sie habe die Person Christi immer als Vorbild und Prinzip der Gerechtigkeit
und Gleichheit hochgehalten.
Maria Vigilanti war verheiratet und gebar vier Kinder: Tiziana, Costanza,
Felice und Salvatore. Inzwischen ist sie Großmutter.
Ihr Mann starb schon vor vielen Jahren an Krebs.
„Wir können unsere Mutter immer noch durch die Abschrankungen sehen. Zum Glück gibt es in diesem Kloster
die Metallgitter nicht mehr“, erklärt Tochter Tiziana.
Tiziana kehrte zur Profeßfeier ihrer Mutter
aus London zurück, wo sie ein Jahr lang gearbeitet hatte.
Die Kinder der neuen Klosterfrau sind stolz
auf ihre Mutter. Sie habe ein außerordentliches Leben gelebt und außerordentliche Dinge vollbracht.
Früher ging sie oft für die kommunistische Partei auf die Barrikaden.
Doch jetzt hat sie endgültig
die Seite gewechselt.
Vor drei Jahren kündigte sie an, die rote Flagge einrollen zu wollen und den Schleier
der Braut Christi zu nehmen.
Sie trat ins Postulandat der Visitandinnen von Palermo ein.
Die Visitandinnen
sind ein Frauenorden aus dem 17. Jahrhundert, dessen Name auf das Leben der Muttergottes – ihren Besuch
bei Elisabeth – Bezug nimmt.
Am vergangenen Sonntag legte Maria Vigilanti nach drei Jahren ihre einfache
Profeß in die Hände des Kardinalerzbischofs der Stadt ab.
Aus der kommunistischen Parteifunktionärin
wurde Sr. Giovanna Francesca.
Jetzt reißt sich die Presse um die Klosterfrau.
Doch Sr. Giovanna Francesca
schweigt, so wie es die heilige Ordensregel gebietet.
Auch aus dem Kloster der Visitandinnen gibt es
keine Stellungnahmen für die Presse.
„Ich bitte sie inständig, lassen sie uns in Frieden. Wir haben
nichts zu sagen“, erklärt die Mutter Oberin den Journalisten, die um Interviews oder Nachrichten bitten.
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2 Lesermeinungen
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Es wäre vielleicht interessant, zu wissen, wie der Glaubensprozess der Dame verlaufen ist. Alle Achtung
aber vor den Schwestern, schweigen ist ja bekanntlich schwerer als reden! Vielleicht sollte einfach das
Faktum sprechen: früher Kommunistin, vielleicht aus sozialen und menschlichen Gründen, ohne einen Widerspruch
zw. katholischen Glauben und Kommunismus zu sehen; heute Nichtkommunistin (rote Flagge gegen Nonnenschleier
eingetauscht) und ausschließlich Katholikin. Herzliche Gratulation und Gottes Segen!